Montag, 7. November 2016

Shōka shinpūtai

Nach dem Wochenende waren die Räumlichkeiten im Ikenobō-Haus kaum wiederzuerkennen. Sämtliche Podeste waren aufgestellt, tapeziert und frisch gestrichen, alles war bereit für die Ausstellung. Es waren bereits die ersten Herrschaften am Werken, und zwar diejenigen, die Jiyūka mit komplizierten Installationen geplant hatten. Takeuchi-sensei war beispielsweise mit seinen Helferlein in unserem Stockwerk am Werkeln (durchsichtige Plastikschläuche wurden in Schlingen und Windungen von der Decke abgehängt – ich bin schon gespannt, wie das fertige Arrangement aussehen wird). Die Professoren Shibata und Toyoda trafen wir im Keller in der Blumenhandlung.

Unser letzter Seminartag war von Shōka shinpūtai geprägt. Zuerst gab es eine allgemeine Einführung über geteilte Arrangements sowohl im Shōka als auch im Rikka, traditionell und modern. Dann ging es an die praktische Umsetzung des Gehörten.
Wir hatten sechs unterschiedliche Materialien zur Verfügung und sollten daraus und aus unseren Resten 2 Arrangements, vorzugsweise als kabu-wake, anfertigen. Der sensei selbst führte 2 geteilte Shinpūtai mit völlig verschiedenem Charakter vor. Jeder von uns hatte 2 Stiele Miscanthus, 1 Zweig Euonymus in Herbstfärbung (und unter massivem Blattverlust leidend), 2 Stiele Farn, 2 Stämme mit Irisblättern (eine ganz besondere Art, okiyama-shaga, mit sehr langen, eleganten und feinen Blättern, die aber unheimlich stabil waren), 2 zarte gelbe Spinnenchrysanthemen und 3 weiße Ballonblumen zur Verfügung. Da die okiyama-shaga angeblich sehr leicht Wurzeln schlägt, habe ich sie natürlich gleich eingewässert und werde sie mit nach Hause nehmen. Vermutlich wird sie aber nicht ganz winterhart sein.

 Nach der Korrektur erhielten wir die Urkunden und überreichten dem sensei unsere Geschenke. Mit dem obligatorischen Gruppenfoto verabschiedeten wir uns von Miura-sensei und gingen unsere Rechnungen begleichen. Ich war angenehm überrascht, aufgrund der Fülle und Vielfalt des Materials (darunter viele Zweige und auch die Kamelien) hätte ich mit weit höheren Kosten gerechnet. Auch die Preise für Quartier und Seminar haben sich seit meinem letzten Aufenthalt 2013 nicht erhöht. Somit bleibt noch etwas Geld in der Börse, das sich bestimmt im Shop im 8. Stock in für Ikebana Nützliches umwandeln lässt.
Leider ist das Seminar viel zu schnell zu Ende gegangen – wir alle wären jetzt so richtig in Schwung, noch einige Tage dranzuhängen. Aber immerhin, am Mittwoch geht es im Takashimaya los und am Freitag dann auch hier im Headquarter.
die beiden Vorführ-Arrangements von Miura-sensei



einige unserer Arrangements ...

... und meine beiden Werke

Detailaufnahme der mizugiwa

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