Freitag, 15. März 2019

Monatstreffen Ikebana International

Das Monatstreffen von Ikebana International Chapter#223 in der Studiogalerie gestaltete sich diesmal als gemütlicher Bastelabend. Das Thema des Abends lautete "Scrolling up – Gestaltung eines modernen Rollbildes mit netzartigen Geweben". Außerdem wurden Beispiele präsentiert, wie mithilfe von Verpackungsnetzen Reliefs und Skulpturen gestaltet werden könnten. 

Unsere Präsidentin stellte für die Teilnehmer Stoffbahnen zur Verfügung, die an beiden Enden mit Bambusstangen verstärkt waren, damit sie wie ein traditionelles Rollbild an die Wand gehängt werden konnten. 
Eine weitere Dame steuerte jede Menge getrocknete Pflanzen, unzählige Verpackungsnetze sowie Farbpapier und Peddigrohr bei. 

Zuerst gab es noch einen kurzen kunstgeschichtlichen Abriss über die Bedeutung und Verwendung von Netzen in Japan und über Rollbilder im klassischen Kontext und im modernen Raum. Dann wurde anhand von vorbereiteten Beispielen erläuterte, wie verschiedene Netze als zwei- und dreidimensionale Objekte gestaltet werden können. 

Schließlich durften wir uns an die Arbeit machen und das Gehörte in eigenen Entwürfen umsetzen. Dabei entstanden wunderbar kreative Arbeiten, die die Wände der Studiogalerie schmückten. Ein großes Dankeschön an Doris, die die vielen Aufhängevorrichtungen angebracht hat! 

Dieser Abend bot gleich einen kleinen Vorgeschmack auf das kommende Treffen. Dabei werden wir zwar nicht basteln, aber die Verwendung eines Rahmens, durch den das Ikebana betrachtet werden soll, passt doch irgendwie zum Themenkreis, der mit den Rollbildern begonnen wurde.

Da das Arbeiten diesmal wesentlich länger als üblich dauerte und im Anschluss an das Monatstreffen noch eine Vorstandssitzung anberaumt war, wurde der gemütliche Teil ziemlich reduziert. Passend zu den Rollbildern konnten wir ein wunderbares japanisches Reisgericht und eingelegte Fisolen genießen. 

Für mein Rollbild verwendete ich nicht den allgemeinen Stoffhintergrund, da der für meine Zwecke zu leicht und instabil war, um die Blumen und die Vase in Position zu halten und mir die Zeit fehlte, ihn entsprechend zu verstärken. 
Deshalb diente mir eine dunkle Antirutschmatte – die zudem eine schöne netzartige Struktur aufwies – als Untergrund. Darauf befestigte ich die Vase und dekorierte den Hintergrund mit Elementen aus netzartigem Vliesgewebe in Gold und Türkis. Das bildete einen netten Kontrast zum Schwarz der Matte und harmonierte gut mit den Farben der Blumen. 
Die Wedel des zarten Asparagus wiederum nahmen die Struktur des Vliesgewebes auf und verstärkten den Kontrast zwischen kräftig und zart.

Reliefs und Skulpturen als Anschauungsmaterial
 unsere Rollbilder
 mein Rollbild

Mittwoch, 13. März 2019

Vasenspielereien

Beim gestrigen Übungsabend durften wir wieder ein wenig "spielen" und unsere Kreativität ausleben: Jiyūka in zwei oder mehr Vasen stand auf dem Programm – explizit nicht als Nageire definiert, was uns auch bei der Befestigungstechnik Freiheiten ließ. 
Neben kenzan und Steckmasse wurde auch komiwara verwendet (und zwar sowohl aus "echtem" Stroh, aus dem Plastikstroh von Ikenobō und aus den dünnen Pipestrings, ebenfalls von Ikenobō) und eine der Damen arbeitete wirklich und wahrhaftig mit kubari

Entsprechend verspielt gestaltete sich die Materialzusammenstellung. Ein großer Bund Asparagus setaceus "Plumosus" mit den unterschiedlichst gewachsenen Wedeln enthielt für jeden Geschmack die richtigen Formen. 
Dazu kamen noch karmesinfarbene oder blaue Freesien und lachsrosa Spraynelken. Salalblätter sorgten für flächiges Grün und zarte Spirea steuerte Linienmaterial bei. 

Es gab keine Vorschriften, ob bei unterschiedlich hohen Vasen die kleinere vorne oder hinten stehen muss. Im Endeffekt kam es auf den gewünschten Ausdruck und die allgemeine Harmonie an.

Je nach Art und Aussehen der Vasen (und entsprechend der Intention der Damen) wurde der Asparagus mal hängend, mal ausschwingend und mal aufsteigend arrangiert. Ziel war es, die beiden Gefäße in irgendeiner Art miteinander kommunizieren zu lassen.
Die gebogenen Linien der Freesienknospen wurden ebenso als Verbindungslinien eingesetzt wie die Spirea-Zweige. 

Die Spraynelken wirkten in ihrer Form und Farbe fast wie kleine Rosen und verliehen den Arrangements einen frühlingshaften Charakter. 
In manchen Arrangements wurde noch zusätzliches Material verwendet, um den Gesamteindruck abzurunden bzw. weil die Farbe der Vasen es verlangte. 

Da unsere Ausstellung auch immer näher rückt, wurden die Ausstellungsplätze vergeben (die gingen weg wie die warmen Semmeln!), die Arrangements besprochen und auch die Aufsichtsdienste geregelt. 
Beim kommenden Übungsabend gibt es alternativ zum Programm die Möglichkeit, die Ausstellungsarrangements zu üben, diverse Materialkombinationen zu besprechen bzw. Wünsche für den Großmarkt zu deponieren. 
Es wird sicher eine Ausstellung, die dem Anlass entsprechend (immerhin haben wir den Status einer Jubiläumsveranstaltung der japanischen Botschaft erhalten) großartig wird.

 

Mittwoch, 27. Februar 2019

Shōka shinpūtai

Der Übungsabend so knapp nach dem doch sehr intensiven Wochenend-Workshop bescherte der ÖGG gestern wieder ein volles Haus. Quasi zur "Entspannung" beschäftigten sich die meisten der Damen mit Shōka shinpūtai, aber auch Jiyūka und sogar ein klassisches Shōka shōfūtai in Form eines Mondes wurden gearbeitet. 
An Material standen uns noch die Reste vom Workshop zur Verfügung, insbesondere diverse Zweige und auch einige Blumen waren noch vorhanden. Auch die Goldfruchtpalme, die doch einige Wedel hatte opfern müssen, war noch nicht allzu sehr zerrupft und konnte nach wie vor als Materialspenderin dienen. 

Das Nummernsystem von Workshop ließ sich mühelos auf den Übungsabend übertragen und auch das Fotografieren mit der allgemeinen Kamera übernahmen die Damen selbst. Zuvor gab es noch einige Hinweise, auf welche Details man beim Aufnehmen der Arrangements achten sollte. Das führte dazu, dass diesmal alle Werke in guter Qualität verewigt wurden. 

Jetzt haben wir erst einmal 2 Wochen Pause, in der wir uns von den Eindrücken der letzten Tage erholen dürfen, bevor wir uns dem nächsten Übungsabend widmen werden. Und spätestens dann tritt auch die Vorbereitung für die Frühlingsausstellung Anfang April in die heiße Phase über.