Freitag, 16. Februar 2018

Monatstreffen Ikebana International


Das Monatstreffen des Chapters #223 begann diesmal etwas früher, da sich der Vorstand zu einer Sitzung traf. Es ging um die anstehenden Neuwahlen und auch die kommenden Ausstellungen wurden besprochen. 

Nach und nach trafen dann die anderen Damen und Herren ein und stürzten sich auf die bereitgestellten Aspidistrablätter. Es waren wunderschöne, panaschierte Exemplare, ganz frisch und auch schön stabil. 
Einziger "Nachteil" – die Blätter waren ein bisserl klein und nur etwa 50 cm lang. Da aber sowieso niemand vorhatte, ein Denka-Shōka mit den Blättern zu arbeiten, fiel das nicht ins Gewicht. 
Für Freestyle-Zwecke waren sie perfekt geeignet. Einige von uns brachten auch eigene Blätter mit, speziell dann, wenn diese in irgendeiner Weise verändert waren. Es wurden schließlich auch vergilbte, getrocknete und bemalte Blätter verarbeitet. 

Ach ja, das Thema des Abends lautete "Gestalten mit Aspidistra mit oder ohne Papier". Also sehr viel Papier wurde nicht verarbeitet, in den meisten Arrangements wurde nur pflanzliches Material verwendet. 
Die Blätter wurden verknotet, geschlitzt, verschlungen und auf alle möglichen Arten verändert. Aber es gab auch Arrangements, in denen die Blätter in ihrer natürlichen Form präsentiert wurden. 
Ein großer Anteil der Gefäße war weiß, wodurch es zu einem schönen Kontrast mit den frischen Blättern kam. Kombinationen mit Freesien und/oder Eustoma waren zahlreich vertreten, einige Werke kamen aber auch ganz ohne Blumen aus. 

Mein Beitrag war ein flächebetontes Jiyūka, wobei neben den beiden Aspidistrablättern (Überbleibsel vom letzten Übungsabend - man muss schließlich alle Reste verwerten) auch Aucuba als Flächenmaterial diente. Spirea und eine lange Tazette lockerten die Flächen durch Linie auf und verstärkten den Richtungseffekt. 
Pinkfarbene Anemonen gaben dem Arrangement einen frühlingshaften Touch und harmonierten gut mit den Rosatönen im Gefäß. Zwei weitere, diesmal kurz geschnittene Tazetten füllten die Lücken und lockerten die Masse der Anemonenblüten etwas auf.

Blätter in ihrer natürlichen Form....
....verschlungen....
 ....mit Farbveränderungen....
 
 ....und mein Beitrag

Mittwoch, 14. Februar 2018

Blattgewimmel


Am gestrigen Übungsabend verwendeten wieder einmal alle Teilnehmerinnen, die das im Programm angesetzte Jiyūka arrangierten, dasselbe Material. Dabei handelte es sich um Aspidistrablätter, pinkfarbene Anemonen, creme-gelbe Tazetten, blühende Spirea und als Grünzeug etwas Pittosporum. 

Da die Vorgaben für das Arrangement lediglich "Jiyūka Basic 1 mit Schwerpunkt Fläche" lauteten, entstanden viele unterschiedliche Variationen des Themas. Vorgeführt wurde eine aufrechte Variante, die doch schon deutlich vom Aussehen eines natürlichen Jiyūka abwich. Schließlich sollte speziell der Nachwuchs wieder etwas Neues kennenlernen. 
Die meisten der erfahrenen Ikebanesen entschieden sich für eine schräge/geneigte Variante, die mehr Dynamik vermittelte. Ein Jiyūka wurde auch mit verfremdeten – in diesem Fall zusammengefalteten und verdrehten – Aspidistrablättern gestaltet. 

Da die Aspidistrablätter in den meisten Fällen natürlich nicht  die gewünschte Form und Richtung beibehielten, musste ein wenig mit Draht und Tape nachgeholfen werden. Das galt auch für einige der Anemonen, deren Stiele ein wenig zu stark gekrümmt waren. Gleich eine gute Gelegenheit, den Nachwuchs in die Geheimnisse der diversen Hilfsmittel einzuweihen. 

Eine der Damen, die beim Seminar in Wollomoos Anfang des Monats mit dabei war, besuchte uns in der ÖGG und gestaltete ein tatehana mit Kiefer und Trauerweide. 

Trotz der vielen Teilnehmerinnen am gestrigen Übungsabend (wir waren rekordverdächtige 18 Personen!) verlief der Unterricht harmonisch und auch die Korrekturrunde konnte ohne gröbere Verzögerungen absolviert werden. Trotzdem Danke an alle, die klaglos auch mal ein bisserl länger gewartet haben.

 
 
 

Dienstag, 6. Februar 2018

Nachtrag zum Seminar in Wollomoos

Da die Zeit in Wollomoos zu knapp war und das Gefäß für ein kleines Tazettenrikka nicht gepasst hat, habe ich der Meisterin versprochen, daheim etwas zu fabrizieren. Wäre ja schade um die mühsam gedrahteten Blätter gewesen. 
Leider haben die Tazetten selbst den Transport nicht so gut überstanden, deshalb ist es schließlich ein tatehana mit Narzissen und Aucuba-Blättern geworden.


Hier nun das Foto mit (fast) allen Teilnehmerinnen


Montag, 5. Februar 2018

Ein Ausflug nach Wollomoos


Tatehana, die Vorläuferform des Rikka, ist derzeit wieder im Kommen. In den Büchern und Heften vom Headquarter und auch bei Ausstellungen sind diese Arrangements immer stärker vertreten. Kein Wunder, durch die geringen Dimensionen und den überschaubaren Materialbedarf passen diese kleinen Ikebana wesentlich besser in den Alltag als die komplizierten und ausladenden Rikka shōfūtai. Ganz zu schweigen davon, dass ein tatehana wesentlich schneller fertiggestellt ist, als ein traditionelles Rikka. 
Aus Bildern alleine lässt sich aber nicht immer die dahinter steckende Theorie eines Arrangements ableiten. Da traf es sich gut, dass unsere Meisterin in ihrem Atelier in Wollomoos ein tatehana-Seminar abhielt. 

Also setzten Christa und ich uns ins Auto und machten uns auf den Weg, die Geheimnisse des tatehana zu ergründen. Im Gepäck hatten wir diesmal nur komiwara und verschiedene kleine Gefäße, sowie einige Kiefernzweige. Kein Vergleich zu früheren Expeditionen, bei denen das Auto bis unters Dach vollgestopft war. 
Pünktlich trafen wir ein und nach der Begrüßung der anderen Teilnehmerinnen ging es gleich an die Theorie. Außerdem wurde die korrekte Verwendung von komiwara erklärt und wir bereiteten unsere Gefäße entsprechend vor. 

Am Samstag wurde dann das Gehörte in einem ersten Arrangement umgesetzt. Unsere Meisterin demonstrierte Schritt für Schritt an ihrem Arrangement, worauf besonders geachtet werden sollte. 
Der zentrale Kiefernast musste erst in Form gebracht werden, da natürlich an den entscheidenden Stellen immer die Äste fehlten oder sonstige Makel ersichtlich waren. Das hieß also, mikizukuri-Technik und fehlende Zweige ergänzen, bevor der nun optimal aussehende Hauptast im Gefäß positioniert wurde. 
So schön die tatehana-Vasen auch aussehen, viele von ihnen haben einen gravierenden Nachteil – kleine Öffnungen und dadurch sehr wenig Platz. Da muss man sich schon im Vorfeld genau einteilen, wo welche Linie reingesteckt wird. 

Der aufstrebende Eindruck der Kiefer wurde durch einen Zweig Cryptomeria ergänzt und danach kam eine weiße Anemone als Blickfang. Ausgewogenheit und trotzdem Asymmetrie wurde durch eine schwingende Linie aus Cordyline-Blättern erzielt, die mit einer weiteren aufstrebenden Cryptomeria kontrastierte. Eine Tazette und ein Zweiglein Kornelkirsche vermittelten einen frühlingshaften Eindruck. Für die nötige Kompaktheit und als Ankerpunkt wurde Skimmie als eine Art dō/maeoki an vorderster Front eingesteckt. 
Das war es dann auch schon, ein leichtes, anmutiges Arrangement war in relativ kurzer Zeit fertiggestellt. Das Bearbeiten der Kiefer hat dabei die meiste Aufmerksamkeit erfordert. 
Nach der Mittagspause wurden wir dann auf das kazai losgelassen und wir verbrachten einen angenehmen Nachmittag beim gemeinsamen Arrangieren. 

Den Sonntagvormittag über durften wir Tazetten- und Narzissenblätter drahten, damit wir genügend Auswahl für das zweite Arrangement zur Verfügung hatten. Leider war die Qualität der Blätter ziemlich mies (nicht lang genug, zu fragil, es passte kein Draht rein), wodurch wir ziemliche Schwierigkeiten hatten, die benötigte Anzahl zusammenzukriegen. 
Unsere Meisterin demonstrierte dann ein Arrangement im ichimonji, das allerdings kein tatehana mehr, sondern eher ein kleines Tazettenrikka wurde. 

Viele von uns hatten für dieses eher ausschwingende Arrangement weder das passende Gefäß noch die nötigen ukezutsu mitgebracht. Also verzichteten die meisten von uns darauf, das Arrangement nachzuarbeiten. Außerdem nahm die Vorführung so viel Zeit in Anspruch, dass wir sowieso nicht fertig geworden wären. Deshalb machten Christa und ich uns dann ziemlich bald auf den Heimweg und trafen zu einer christlichen Zeit wieder in Wien ein. 
Es war ein sehr interessantes Seminar und wir werden sicher in Zukunft häufiger tatehana arbeiten.

 die beiden Arrangements unserer Meisterin

 
 unsere Werke ...
 
 
 ... und die weiteren Arbeiten