Dienstag, 10. Juli 2018

Sommerseminar im Schloss Puchberg

Für das an die Ausstellung anschließende Seminar hatten wir diesmal besonders viel freie Hand. Unsere Meisterin gab uns die Gelegenheit, anstelle eines fixen Programms Arrangements nach unserer Wahl (die natürlich durch freie Stellen am Prüfungsbogen bestimmt wurde) zu gestalten. Das haben wir weidlich ausgenutzt und uns buchstäblich in die Arbeit gekniet. 

Speziell die Mädels unserer Gruppe waren besonders aktiv. Das Resultat bestand aus zwei komplett erledigten Prüfungsbögen (für die wir hoffentlich im kommenden Jahr unsere Diplome erhalten), einer erfolgreich bestandenen praktischen Hauptprüfung und zahlreichen Zwischenprüfungen. 

Mit etwas Glück geht sich bis zum Herbst sogar noch ein weiterer Diplomantrag aus. Eine unserer Damen muss leider bis nächstes Jahr warten, denn die noch offenen Arrangements betreffen Blütenzweige, und die gibt es halt nur im Frühling. 

Die anderen Seminarteilnehmerinnen waren ebenfalls äußerst aktiv, nur sind diese Arrangements aus Zeitgründen (und oft wegen fehlender oder ungeeigneter Hintergründe) nicht von mir fotografiert worden. Auch zwei der Werke aus unserer Runde haben sich leider nicht verewigen lassen.

 Shōka shōfūtai isshu-ike, nishu-ike und sanshu-ike
 (in Form eines modernen sui-riku-ike)

 Verschiedene Denka-Shōka

 Shōka und Rikka shinpūtai 
(besonders das Rikka hat viel Lob eingeheimst)

 Diverse natürliche und "neue" Jiyūka

"45 Jahre Ikebana im Schloss Puchberg"

Jubiläumsausstellung zu Ehren von Frau Prof. Pointner-Komoda

Vom 6. bis 10. Juli 2018 versammelten sich Ikebanesen aus Deutschland, der Schweiz, den USA und Österreich im Schloss, um das 45-jährige Jubiläum von Prof. Pointner-Komoda mit einer großen Ausstellung zu feiern. 
Am Samstag fanden eine Demonstration der Meisterin und die feierliche Ausstellungseröffnung statt. An den darauf folgenden beiden Tagen wurde intensiv geübt und so manches Werk fand nicht nur seinen Weg auf den jeweiligen Prüfungsbogen, sondern ersetzte das eine oder andere Ausstellungsarrangement, das der Hitze im Foyer des Bildungshauses nicht standhielt.

Einige von uns reisten bereits am Donnerstag an, um die noch herrschende relative Ruhe für die Gestaltung der aufwändigeren Arbeiten zu nutzen. Freitagfrüh begann dann der eigentliche Aufbau der Ausstellung. Tische und Podeste wurden verteilt, Hintergrundbahnen gespannt und die Tischreihen ansprechend verkleidet. 
Papier ist ja sprichwörtlich geduldig und selbst die ausgefeiltesten Pläne stimmen nicht immer mit der Realität überein (besonders dann, wenn diverse Fenster oder Türen nicht in den zur Verfügung gestellten Plänen eingezeichnet sind oder Maße nicht stimmen). Also wurden letzte Feinabstimmungen vor Ort vorgenommen und so manches Arrangement landete an einem ganz anderen Ort als ursprünglich vorgesehen. Aber aufgrund der verteilten Namensschilder hat noch jede Ikebanesin ihren Ausstellungsbereich gefunden. 

Die meisten Ausstellerinnen trafen so gegen Mittag ein und stürzten sich gleich ins Geschehen. Entweder direkt am zugewiesenen Platz, auf Arbeitstischen im Foyer oder unten im Atelier – unserem eigentlichen Seminarraum – wurde fleißig gewerkt und die Arrangements nahmen nach und nach Form an. Die Leiterinnen der jeweiligen Gruppen hatten ein wachsames Auge auf das Geschehen und griffen, wenn nötig, korrigierend ein. Das letzte Wort hatte natürlich unsere Meisterin, die alle Werke nochmals überprüfte, bevor diese der Öffentlichkeit präsentiert werden durften. 
Deadline für die Ausstellungsarbeiten war am Samstag um 14:00 und wir haben alles locker geschafft. Diejenigen Ikebana-Lehrerinnen, die Prof. Pointner bei der Vorführung am Samstagnachmittag assistierten, bereiteten Gefäße und Material vor und kümmerten sich um die Ausstattung der Bühne. 

Pünktlich um 15:30 startete dann die 90minütige Vorführung, bei der jeweils zwei Shōka shinpūtai und Jiyūka, sowie ein traditionelles Shōka shōfūtai isshu-ike gezeigt wurden. Die Moderation der Demo übernahm die Präsidentin unserer Study Group, Frau Mag. Rösler. 
Im Anschluss an die Vorführung wurde die Ausstellung offiziell eröffnet. Der Altdirektor des Bildungshauses, der uns seit vielen Jahren bei unseren Seminaren begleitete, hielt die Laudatio auf unsere Meisterin. Nach Grußbotschaften und Danksagungen vonseiten des Deutschen Chapters und der Study Group ergriff Prof. Pointner selbst das Wort und bedankte sich für so viele Jahre an fruchtbarer Zusammenarbeit.
 
Musikalisch untermalt wurde die Eröffnungszeremonie vom Duo La Perla, das uns bereits vor 5 Jahren so wunderbar durch die damalige Veranstaltung führte. 

Und dann wurden die zahlreichen Besucher auf unsere Werke "losgelassen". 
Präsentiert wurden alle Ikenobō-Stile – beginnend bei tatehana über traditionelle und moderne Rikka und Shōka bis hin zu Jiyūka – und nach der Resonanz der Besucher zu urteilen, kamen unsere Arbeiten sehr gut an. 

Einen besonderen Blickpunkt bildete der "Fluss des Lebens", ein Landschaftsarrangement in 2 riesigen suiban, für den sogar eine eigene Hintergrundkonstruktion aufgebaut wurde. Aber auch alle anderen Ausstellerinnen konnten sich über begeisterte Betrachter freuen. Einige Besucher nutzten die Gelegenheit und besuchten uns gleich mehrmals. 

Alles in Allem stellte diese Veranstaltung einen würdigen Abschluss des Wirkens unserer Meisterin in Puchberg dar. Hier nun eine kleine Auswahl der gezeigten Ausstellungsarrangements:

 die Arrangements unserer Meisterin

 
 traditionelles und modernes Rikka

 
  traditionelles und modernes Shōka

 
 
verschiedene Jiyūka
 
 Landschaftsarrangement "Fluss des Lebens"

 die bei der Vorführung gezeigten Arrangements

Mittwoch, 27. Juni 2018

Semesterabschluss


Unser letztes reguläres Treffen vor dem reduzierten Sommerbetrieb war wieder sehr gut besucht. Und die Damen steuerten wie jedes Jahr kulinarische Köstlichkeiten für das anschließende gemütliche Beisammensein bei. Weil einige Schmankerl besonders gut ankamen, wurden natürlich gleich fleißig Rezepte ausgetauscht. 

Mit Ikebana haben wir uns natürlich auch beschäftigt. Es gab Theorie und Vorführung eines Denka mit Hosta und die Bezieher des Jiyūka-Überraschungspakets beschäftigten sich mit einem linienbetonten Arrangement Basic 2 (geteilter Fuß) oder auch Basic 1 (enger Fuß). 
Dafür standen Freesien, Alstromerien, Hypericum und Oregano (die Blütenknospen werden in den kommenden Tagen aufgehen) als "Füllmaterial" zur Verfügung. 
Diejenigen, die sich für das Arrangement freier Wahl entschieden haben, arbeiteten mit selbst mitgebrachten kazai. Neben Jiyūka wurden ein Shōka shinpūtai und auch ein Iris-Shōka arrangiert. Schließlich muss man die Zeit ausnutzen, in der es sowohl Blüten als auch Blätter der Sumpf-Iris gibt. 

Der "Fahrplan" für die Jubiläumsausstellung im Schloss Puchberg kam ebenfalls zur Sprache und die Bestellungen für den Großmarkt wurden aufgegeben. Die passende Materialauswahl wird eine wichtige Rolle für die Ausstellung spielen, denn wenn sich die Wetterlage dazu entscheidet, wieder in Richtung Sommer umzuschlagen, wird es speziell im Foyer ziemlich warm (wenn nicht sogar heiß) werden. Der schwarze Steinboden und die Glaswände sehen zwar gut aus, aber wärmetechnisch wäre uns ein anderes Design lieber gewesen.