Freitag, 8. Dezember 2017

Monatstreffen Ikebana International


Das letzte Monatstreffen von Ikebana International Chapter Wien #223 dieses Jahres in der Studiogalerie stand ganz im Zeichen von Holz. Das Thema lautete "Arbeiten mit Holz – Scheiben, Stücke, Stäbe" und dementsprechend vielfältig waren die gewählten Umsetzungen. 

Da gab es interessant gespaltete Holzscheite, Bündel von Unterzündholz, verwitterte, halb verrottete Balken, Stammscheiben und Holzknollen. Aber auch interessante Äste und Wurzelballen, Schwemmholz und diverse Rinden. Eine der Damen verwendete Büschel gefärbter und gedrehter Streifen einer tropischen Lianenart und auch gefärbte Holzstäbe kamen zum Einsatz. 
Das alles wurde mit diversen Blumen, Koniferenzweigen, Schleierkraut, Ilex oder sonstigem Grünzeug kombiniert. Auch nonflorales Material und Trockenblumen wurden in Kombination mit dem Holz zur Geltung gebracht.  

Für mich als Ikenobō-Vertreterin war die Umsetzung des Themas nicht so einfach zu bewerkstelligen. In den traditionellen Arrangements kommt Holz nicht gerade häufig vor und ein Holzgefäß hätte dem Thema nicht ganz entsprochen. 
Bei einer Tour durch diverse Geschäfte bin ich dann über einen stilisierten (Christ)baum gestolpert. Ein spitzwinkeliges Dreieck aus Holzleisten war mit diversen Zweigen und kleinen Ästen ausgefüllt und konnte als Hintergrund für mein Jiyūka dienen. 
Einfach ein Gefäß dahinter aufgestellt und Gerbera, Mini-Chrysanthemen und Ruscus durch die Zweige durchgefädelt – schon war mein Arrangement fertig und das Motto des Treffens erfüllt.  Die festlichen Farben Rot-Weiß-Grün und die Andeutung des Weihnachtsbaumes gaben den Hinweis auf die Jahreszeit.

Nach dem Besprechen der einzelnen Arrangements saßen wir noch bei einem köstlichen Buffet beisammen. Nach einem kurzen Rückblick auf das vergangene Ikebana-Jahr besprachen wir die geplanten Veranstaltungen für die kommenden Monate, bevor wir uns in die Weihnachtspause verabschiedeten.

 
 
 

Mittwoch, 29. November 2017

Jahreszeitliches Jiyūka


Jiyūka mit immergrünen Gewächsen und hauptsächlich in den Farben Weiß-Rot-Grün gehalten, das waren die Vorgaben für den vorletzten Übungsabend dieses Jahres. Diese Farbkombination gilt nicht nur in Japan als besonders festlich, auch in unseren Breiten findet man sie in der Vorweihnachtszeit recht häufig. 

Das zur Verfügung gestellte kazai bestand diesmal aus Kiefern, Skimmien und Stechpalmenzweigen für Grün, Ilexzweigen für Rot und als Weiß kamen die Blüten der orientalischen Lilie zum Einsatz. Diese zeichnet sich nicht nur durch elegante, schlanke Stiele aus, auch der manchmal recht aufdringliche Lilienduft ist nur sehr dezent ausgeprägt. 
Ursprünglich waren statt der Lilien weiße Amaryllis geplant, die besser zur Jahreszeit gepasst hätten. Allerdings waren die erhältlichen Amaryllis entweder noch komplett knospig, viel zu groß, wiesen zu dicke Stiele auf oder waren schlicht nicht in der erforderlichen Anzahl vorhanden. 
Also mussten die Lilien herhalten, die dann auch sehr "edel" wirkten und den Arrangements zurückhaltende Eleganz verliehen. Voll zur Geltung werden sie aber erst in den kommenden Tagen kommen, wenn die Blüten ganz aufgegangen sind. 

Die immergrüne Kiefer und die roten Beeren des Ilex besitzen auch einen symbolischen Charakter. Langes Leben und Reichtum sind schließlich nicht zu verachtende Aspekte. So konnten die Damen nicht nur hübsche, sondern auch glücksverheißende Arrangements mit nach Hause nehmen. 

In zwei Wochen geht dann schon der letzte Übungsabend dieses Jahres über die Bühne. Die Zeit ist wieder wie im Flug vergangen. Und wir werden den Anlass nutzen, nach dem Arbeiten bei einer kleinen Weihnachtsfeier gemütlich zusammenzusitzen und das Jahr Revue passieren zu lassen.

  in halbhohen Gefäßen oder flachen Schalen -Vielfalt trotz gleichem kazai

es geht aber auch ganz anders...

Freitag, 24. November 2017

Monatstreffen Ikebana International


Das Novembertreffen von Ikebana International in der Studiogalerie stand diesmal im Zeichen von Tischarrangements. Diese sollten jahreszeitlich oder anlassbezogen arrangiert werden und konnten nicht nur Esstisch oder Tafel zieren, sondern auch für Buffets und dergleichen geeignet sein. 

Ein "echtes" Tischarrangement sollte naturgemäß von allen Seiten zu betrachten sein, das Ensemble sollte zum Ambiente passen und auch die Höhe sollte stimmen. Es wirkt schließlich ziemlich störend, wenn man sein Gegenüber erst hinter einer "Hecke" suchen muss. 
Es ist zudem anzuraten, sich bei der Pflanzenauswahl auf eher geruchsneutrale Exemplare zu beschränken. Extremer Blumenduft kann einem das Essen ganz schön vermiesen. 

Es waren auch diesmal wieder sehr vielfältige Arrangements zu bewundern. Die Bandbreite reichte von reduziert bis eher üppig und auch die Materialauswahl war weit gestreut. Allerdings wurden bereits mehrfach Kiefern verwendet, was einen guten Hinweis auf die kommende Vorweihnachtszeit bot. 
Sehr interessant fand ich die Idee, eine Glasschale mit Essstäbchen zu bestücken (die noch zusammenhängenden Stäbchen wurden einfach über den Rand des Glasgefäßes geklemmt) und darin zu arrangieren. Auch Transparenz als Gestaltungsmerkmal kommt sehr gut an, das erleichtert zudem die Kombination mit dem Gedeck. 

Das nächste Treffen wird wegen der Feiertage schon in 2 Wochen stattfinden. Es bleibt dennoch genügend Zeit, Material zum Thema "Arbeiten mit Holz – Scheiben, Stücke, Stäbe" zu sammeln. Das wird sicher wieder sehr interessant, welch unterschiedliche Zugänge zum Thema gewählt werden.