Mittwoch, 14. Juni 2017

Ein duftiges Jiyūka


Ein duftiges, sommerliches Jiyūka in der Glasschale unter Verwendung von Schleierkraut und anderen Blumen stand auf dem Programm unseres Übungsabends in der ÖGG
Es sollte möglichst der Eindruck eines über der Wasserfläche "schwebenden" Arrangements entstehen, damit die frühsommerliche Hitze zumindest optisch ein wenig abgemildert wird. Wenn es möglich war, befestigten wir den kenzan mit Nylonfaden oder einer Drahtschlaufe schräg an der Gefäßwand. Dadurch wurde der "schwebende" Eindruck noch verstärkt. 
Manche benutzten auch selbstklebende Kunststoffigel oder verwendeten das grüne Klebezeugs, womit die Halteklammern für Oasis-Ziegel festgepappt werden können. Die Klebevariante hat leider den kleinen Nachteil, dass die Position des kenzan nicht mehr verändert werden kann. 

Die Materialmenge wurde diesmal bewusst reduziert, damit die Schalen möglichst nicht überladen wirkten. Schließlich sollte noch genügend Wasserfläche sichtbar sein, damit die kühlende Impression wirken konnte. 
Zur Verfügung standen neben Schleierkraut noch Asclepias (Seidenpflanze) und Triteleia, ein Spargelgewächs, das wunderbar zarte blaue Blütensterne aufweist und unheimlich lange hält. 
Neben so viel massebetontem kazai waren zusätzliche Linien für die entsprechende Harmonie unumgänglich. Dafür gab es Binsen oder Gräser. Wer wollte, konnte natürlich auch mit selbst mitgebrachtem Material werkeln. 
Eine der Damen benutzte Schneebeerenzweige als Linienmaterial und auch Miscanthus wurde ausprobiert. Allerdings wirkten die Miscanthusblätter zu unruhig, sodass eine zweite Variante mit Binsen entstand. Der direkte Vergleich der beiden Varianten verdeutlichte sehr anschaulich die Unterschiede. 

Die Damen hatten viel Spaß und lernten eine weitere Möglichkeit kennen, mit wenig Aufwand und Material ein duftiges Jiyūka zu arrangieren. OK, der schräg gestellte kenzan verursachte gelegentlich leise Probleme, da die Stiele nicht so gut hielten wie in einem horizontal stehenden Igel. Aber sobald man den Dreh raus hatte, lief es wie geschmiert. 


 
 
 
 

Samstag, 10. Juni 2017

Ikebana-Ausstellung in der Donaucity-Kirche


Anlässlich der "Langen Nacht der Kirchen 2017" wurde das Chapter #223 Wien eingeladen, in der Donaucity-Kirche eine Ikebana-Ausstellung zu gestalten. 
Die Donaucity-Kirche, deren offizieller Name "Christus, Hoffnung der Welt" lautet, wurde nach Plänen des Architekten Heinz Tesar errichtet und im Jahr 2000 eröffnet. 

Das Programm zur diesjährigen "Langen Nacht der Kirchen" war sehr umfangreich und bot neben künstlerischen auch kulinarische Genüsse. Die philippinische Gemeinde steuerte ein umfangreiches Buffet bei. 
Die köstlichen Düfte bei den Vorbereitungsarbeiten für die diversen Gerichte ließen uns das Wasser im Mund zusammenlaufen, während wir in unseren Arrangements werkelten. Jede der Damen und Herren des Chapters steuerten zwei bis drei Werke bei, wobei einige Arrangements direkt vom Monatstreffen in die Kirche übersiedelten. 

Hauptverantwortlich für die Ausstellung zeichnete unsere Präsidentin, Elisabeth Streubel, die Endkorrekturen der Sogetsu-Arrangements wurden vorwiegend von Herbert Grünsteidl, dem Leiter der Gruppe Ikebana 20, durchgeführt. Aber ohne die tatkräftige Mithilfe vieler weiterer Chapter-Mitglieder wäre diese Ausstellung nicht möglich gewesen. 
Im Endeffekt wurden 33 Arrangements ausgestellt, wobei der Bogen von großen Installationen wie gleich beim Eingang zur Kirche und vor dem Altar über zahlreiche hängende und stehende Werke unterschiedlicher Stile bis zu zierlichen (Hänge)körbchen reichte. 
Neben den Werken im Gemeindesaal wurden im Vorraum einige Arrangements zu dort ausgestellten Bildern angefertigt. Als kleines "Dankeschön" für die Organisatorinnen in der Kirchengemeinde gab es auch mehrere Ikebana zum Mitnehmen. 

Mein Beitrag – leider als einzige Vertreterin der Ikenobō-Schule – war neben dem Jiyūka vom Monatstreffen ein Shōka shōfūtai sui-riku-ike nidan-soe mit Binsen, Liguster und Iris in einem großen Keramik-suiban.
  
Hier nun die Bilder beinahe aller Arrangements.

 Installationen beim Eingang (leider Gegenlicht) und vor dem Altar

 Wandarrangements

 Körbchen und Wiesenblumen
 
 Glasgefäße

 weitere Arrangements verschiedener Stile

  Arrangements zu den Bildern im Vorraum

Ikebana zum Mitnehmen/Verschenken
 
 meine Arrangements

Freitag, 9. Juni 2017

Monatstreffen Ikebana International


"Transparent" – so lautete das Thema des letzten Monatstreffens von Ikebana International Chapter #223 Wien vor der Sommerpause. Es ging darum, in Glas oder einem transparenten Gefäß zu arrangieren, um den Eindruck von Kühle im heißen Sommer zu vermitteln. 

Die meisten der anwesenden Damen und Herren drapierten deshalb ihr kazai kunstvoll in Glasgefäßen und füllten diese dann mit Wasser auf. Die Pflanzen waren dabei entweder vollständig versenkt oder aber das Arrangement baute auf das Zusammenspiel sowohl untergetauchter als über die Wasseroberfläche hinausragender Elemente. Auch nonflorales Material wurde mit Blumen kombiniert, um den gewünschten Ausdruck zu erzielen. Eine der Damen setzte eine kleine LED-Leuchte unter dem Glasgefäß ein, um besondere Effekte zu erzielen. 
Ich verwendete meinen "Diskus", zwei runde Glasscheiben, die im Abstand von etwa 2 cm montiert waren. Die Kombination von teilweise sandgestrahltem Glas und Aluminium ließ bereits das leere Gefäß "kühl" wirken. Gefüllt mit farblosem Glaskies und zur Befestigung mit in Alufolie gewickelter Steckmasse versehen, konnte ich die Vase mit zarten Gräsern, Lavendel, Frauenmantel, Minicosmeen und Federnelken bespielen. Dazu noch einige Blättchen dunkellaubiger Heuchera als Hintergrund und fertig war mein Arrangement. 

Zusätzlich zum Programm wurden Vorarbeiten für die Ausstellung im Rahmen der "Langen Nacht der Kirchen" in der Donaucity-Kirche geleistet. Einige Arrangements werden mitgenommen, der Rest wird vor Ort angefertigt. Unsere Präsidentin war zusammen mit starken Männern des Chapters beinahe den halben Donnerstag vor Ort, um Tische aufzustellen und alles vorzubereiten. Ich bin schon gespannt, wie es mit Besuchern aussehen wird. Das Programm klingt ja sehr vielversprechend.