Mittwoch, 10. Januar 2018

Festliches Ikebana zum Jahresbeginn


Das neue Ikebana-Jahr fängt ja gut an: ein voller Übungsraum, lauter gut aufgelegte Damen und schönes Material – Herz was willst du mehr. 
Ein Teil der Mädels hat sehr erfolgreich Zweige vorgetrieben (die weißen Zierquitten waren ganz besonders schön) und auch die Kirschen vom Großmarkt standen kurz vor dem Aufblühen. 
Über den Bambus ließ sich auch nicht meckern. Ein extradicker Stamm, aus dem "großen Garten" einer unserer Ladies "organisiert", versorgte gleich mehrere Arrangements mit frischem Grün. Und auch die anderen Spenden wurden dankend angenommen und gleich weiter verarbeitet. 

Das erste Ikebana im neuen Jahr sollte – zumindest was das kazai betraf – in Anlehnung an das traditionelle shō-chiku-bai arrangiert werden. So war neben Blütenzweigen und Bambus auch das eine oder andere Zweiglein Kiefer zu finden. Alternativ kamen noch Reichtum versprechende rote Beeren in Form von Hypericum vor. 
Der Ikebana-Stil war freigestellt und die Damen entschieden sich für Shōka shinpūtai und Jiyūka. 
Da ein Jiyūka ohne Blumen ein bisserl mager aussieht (es gibt natürlich Ausnahmen, man braucht sich bloß das wunderbare Arrangement mit den dicken Bambusstangen anschauen!), befanden sich im Pflanzenpaket vom Großmarkt neben den Kirschzweigen auch dunkelrosa Orientalis-Lilien und eben die Hypericum-Stammerl. 
OK, der Kontrast Dunkelrosa zu Hellrot wirkte im ersten Moment etwas heftig, aber im Arrangement hat der rote Akzent gar nicht so schlecht ausgesehen. Der Reichtum wird ja nicht extra zur Schau gestellt, sondern ein wenig versteckt präsentiert. 

Im Endeffekt waren alle sehr zufrieden mit ihren Werken. Bleibt zu hoffen, dass es auch weiterhin so gut läuft wie es begonnen hat. Schließlich stehen uns heuer wieder 2 Ausstellungen ins Haus, da wollen wir uns natürlich bestmöglich präsentieren.

  unsere Shōka shinpūtai ....

... und die verschiedenen Jiyūka
 
 

Mittwoch, 13. Dezember 2017

Arrangement freier Wahl und kleine Weihnachtsfeier


Unsere traditionelle Weihnachtsfeier der Fachgruppe – begleitet von ein wenig Ikebana – verlief gestern wieder sehr harmonisch. Das Buffet, das sich aus den kulinarischen Beiträgen der Damen zusammensetzte, spielte wieder alle Stücke und schmeckte phänomenal. 
Zwar waren wir eine etwas kleinere Runde als bei den vergangenen Übungsabenden, das tat aber der heiteren Stimmung keinerlei Abbruch. Alle Schmankerl konnten wir nicht "vernichten", aber wir haben uns zumindest redlich bemüht. 

Aber jetzt zum Ikebana-Teil: Die vorherrschend Pflanze war diesmal der Weihnachtsstern. Sowohl im bestellten Überraschungspaket als auch in vielen der Arrangements freier Wahl war die Poinsettia vertreten. 
Vorgeführt wurde ein natürliches Jiyūka mit gebleichtem mitsumata als Strukturelement, dazu Cryptomeria (Sicheltanne) für das lebendige Grün und roter und weißer Weihnachtsstern. Die typisch festliche Farbkombination Rot-Weiß-Grün wirkte hier besonders edel.  

Mitsumata ist der Trivialname der Edgeworthia chrysantha, eines Seidelbastgewächses. Aus dem Bast dieser Pflanze wird hochwertiges Japanpapier gefertigt. Der Name bedeutet "dreifache Gabelung" und bezieht sich auf das arttypische dreifach gegabelte Wachstum der Äste. 
Die geschälten Zweige sind eigentlich ein Abfallprodukt, denn nur die Fasern aus dem Bast werden in einem ziemlich mühsamen Verfahren aufbereitet und zu Papier weiterverarbeitet. Gefärbt oder gebleicht sind die sehr leichten und doch robusten Äste ein beliebtes Dekomaterial. 

Allen Ikebana-Freunden wünsche ich noch geruhsame Feiertage und einen guten Rutsch ins Jahr 2018. Es warten wieder viele Aktivitäten, über die hier natürlich berichtet werden wird.

Freitag, 8. Dezember 2017

Monatstreffen Ikebana International


Das letzte Monatstreffen von Ikebana International Chapter Wien #223 dieses Jahres in der Studiogalerie stand ganz im Zeichen von Holz. Das Thema lautete "Arbeiten mit Holz – Scheiben, Stücke, Stäbe" und dementsprechend vielfältig waren die gewählten Umsetzungen. 

Da gab es interessant gespaltete Holzscheite, Bündel von Unterzündholz, verwitterte, halb verrottete Balken, Stammscheiben und Holzknollen. Aber auch interessante Äste und Wurzelballen, Schwemmholz und diverse Rinden. Eine der Damen verwendete Büschel gefärbter und gedrehter Streifen einer tropischen Lianenart und auch gefärbte Holzstäbe kamen zum Einsatz. 
Das alles wurde mit diversen Blumen, Koniferenzweigen, Schleierkraut, Ilex oder sonstigem Grünzeug kombiniert. Auch nonflorales Material und Trockenblumen wurden in Kombination mit dem Holz zur Geltung gebracht.  

Für mich als Ikenobō-Vertreterin war die Umsetzung des Themas nicht so einfach zu bewerkstelligen. In den traditionellen Arrangements kommt Holz nicht gerade häufig vor und ein Holzgefäß hätte dem Thema nicht ganz entsprochen. 
Bei einer Tour durch diverse Geschäfte bin ich dann über einen stilisierten (Christ)baum gestolpert. Ein spitzwinkeliges Dreieck aus Holzleisten war mit diversen Zweigen und kleinen Ästen ausgefüllt und konnte als Hintergrund für mein Jiyūka dienen. 
Einfach ein Gefäß dahinter aufgestellt und Gerbera, Mini-Chrysanthemen und Ruscus durch die Zweige durchgefädelt – schon war mein Arrangement fertig und das Motto des Treffens erfüllt.  Die festlichen Farben Rot-Weiß-Grün und die Andeutung des Weihnachtsbaumes gaben den Hinweis auf die Jahreszeit.

Nach dem Besprechen der einzelnen Arrangements saßen wir noch bei einem köstlichen Buffet beisammen. Nach einem kurzen Rückblick auf das vergangene Ikebana-Jahr besprachen wir die geplanten Veranstaltungen für die kommenden Monate, bevor wir uns in die Weihnachtspause verabschiedeten.

 
 
 

Mittwoch, 29. November 2017

Jahreszeitliches Jiyūka


Jiyūka mit immergrünen Gewächsen und hauptsächlich in den Farben Weiß-Rot-Grün gehalten, das waren die Vorgaben für den vorletzten Übungsabend dieses Jahres. Diese Farbkombination gilt nicht nur in Japan als besonders festlich, auch in unseren Breiten findet man sie in der Vorweihnachtszeit recht häufig. 

Das zur Verfügung gestellte kazai bestand diesmal aus Kiefern, Skimmien und Stechpalmenzweigen für Grün, Ilexzweigen für Rot und als Weiß kamen die Blüten der orientalischen Lilie zum Einsatz. Diese zeichnet sich nicht nur durch elegante, schlanke Stiele aus, auch der manchmal recht aufdringliche Lilienduft ist nur sehr dezent ausgeprägt. 
Ursprünglich waren statt der Lilien weiße Amaryllis geplant, die besser zur Jahreszeit gepasst hätten. Allerdings waren die erhältlichen Amaryllis entweder noch komplett knospig, viel zu groß, wiesen zu dicke Stiele auf oder waren schlicht nicht in der erforderlichen Anzahl vorhanden. 
Also mussten die Lilien herhalten, die dann auch sehr "edel" wirkten und den Arrangements zurückhaltende Eleganz verliehen. Voll zur Geltung werden sie aber erst in den kommenden Tagen kommen, wenn die Blüten ganz aufgegangen sind. 

Die immergrüne Kiefer und die roten Beeren des Ilex besitzen auch einen symbolischen Charakter. Langes Leben und Reichtum sind schließlich nicht zu verachtende Aspekte. So konnten die Damen nicht nur hübsche, sondern auch glücksverheißende Arrangements mit nach Hause nehmen. 

In zwei Wochen geht dann schon der letzte Übungsabend dieses Jahres über die Bühne. Die Zeit ist wieder wie im Flug vergangen. Und wir werden den Anlass nutzen, nach dem Arbeiten bei einer kleinen Weihnachtsfeier gemütlich zusammenzusitzen und das Jahr Revue passieren zu lassen.

  in halbhohen Gefäßen oder flachen Schalen -Vielfalt trotz gleichem kazai

es geht aber auch ganz anders...