Mittwoch, 29. Juni 2016

Letztes Treffen vor der Sommerpause


Am letzten regulären Übungsabend dieses Semesters war Party angesagt. OK, zuerst gab es natürlich schon ein wenig Ikebana, aber alles etwas lockerer als üblich. 
Jiyūka und Shōka shinpūtai waren in etwa gleich stark vertreten. Es gab 2 Landschaften zu bewundern, mehrere natürliche Jiyūka und eine bunte Mischung unterschiedlicher Shōka shinpūtai. 
Nach der "Pflicht" kam dann die Kür, wobei sich die Damen mit ihren kulinarischen Beiträgen wieder selbst übertroffen haben. So lässt es sich leben! Wir sind noch eine ganze Weile gemütlich zusammengesessen, bevor wir uns in die (kurze) Sommerpause verabschiedeten. Für drei von uns geht es am 8. Juli zum Sommerseminar ins Schloss Puchberg und dann treffen wir uns am 19. Juli bzw. 16. August hoffentlich in alter Frische wieder in der ÖGG.

 

Sonntag, 26. Juni 2016

Denka-Workshop


Für Freitag und Samstag hatten wir einen kleinen, feinen Denka-Workshop in der ÖGG geplant. Ursprünglich hätte der ja schon 2 Wochen früher stattfinden sollen, wegen Urlaubskollisionen wurde er aber nach hinten verschoben. Positiver Nebeneffekt – wir hatten für unsere Hosta gleich passende Blüten. Leider konnten wir auch den Ersatztermin nicht so legen, dass alle Damen, die gerne teilgenommen hätten, Zeit hatten. Aber so gut wie es gelaufen ist, werden wir das sicher wiederholen. 
So waren wir zwar nur ein kleiner Kreis, dafür wurde intensiv gearbeitet. Samstag gab es zusätzlich eine Einführung ins Jiyūka für unseren Neuzugang.
Die erste Freitagsarbeit bestand darin, die Aspidistra erst nach rechten und linken Blättern zu sortieren, nach Steilheit zu ordnen und dann einzurollen. Jede von uns hatte 12 Blätter zur Verfügung. Von der Länge her waren sie auch für klassisches Arbeiten ausreichend, leider waren die Blätter aber alle ziemlich gleich groß. Die kleinere Sorte vom Großmarkt hätte optisch überhaupt nicht zu den großen Blättern gepasst, also haben wir uns mit den großen Exemplaren begnügt. 
Gestartet haben wir am Freitag mit rosa Astilben, danach kam wahlweise gleich das Hosta-Arrangement mit 7 Blättern oder ein "normales" Shōka shōfūtai isshu-ike mit Eisenhut. Bei den Hosta erlebten wir eine große Vielfalt an Blatt-Typen, da jede von uns selbst Material geschnitten hat. Schließlich gibt es am Großmarkt nur die flachgepressten Blätter in nahezu gleicher Größe und Blüten sind sowieso keine zu haben. Wir hingegen konnten die unterschiedlichsten Blattformen, -farben und -größen vorweisen. Da gab es eher runde, blaugraue Blätter, spitzige hellgelb-grüne, große Blätter in hell- und dunkelgrün und Miniblätter in 2 verschiedenen Grüntönen. Dazu natürlich die jeweils passenden Blüten. Im Endeffekt reichte die Bandbreite vom Miniatur-Denka bis zum Riesenarrangement. 
Eine unserer Damen startete mit einem Rikka shinpūtai, bevor sie sich den verschiedenen Denka widmete. 
Samstag ging es mit einem natürlichen Jiyūka mit Astilben und Eustoma für den Nachwuchs los, bevor von den Fortgeschrittenen das erste Aspidistra-Arrangement in Angriff genommen wurde – Denka mit 5 Blättern. 
Nach einen kurzen Jiyūka-Intermezzo (eine natürliche Form mit 5 Materialien; Eisenhut, Aspidistra, Sonnenblumen, Allium und Hostablättern) wurden die Aspidistra bis auf shin und ushiro-ashirai zerlegt und in eine 9blättrige Variante mit tai-oku verwandelt. Das Einrollen hat den Blättern gut getan, sie sind recht ordentlich gestanden, obwohl gelegentlich der eine oder andere shin nachgegeben hat und nicht mehr so ganz in der Mitte gestanden ist. Aber der eigentliche Sinn der Sache lag sowieso darin, auf die unterschiedlichen Höhen zu achten und darauf, wie die Blätter einander abdecken sollen, damit ein harmonisches Ganzes entsteht. 
Als letztes Jiyūka kam noch eine moderne Variante an die Reihe, flächebetont mit einem Linienakzent (Hosta- und Anthurienblätter, Anthurienblüten, Allium, Eustoma und grüne Bartnelken). Wer noch Energie hatte, betrieb zuletzt noch "Resteverarbeitung" in Form freier Arrangements, bevor wir uns ans Zusammenpacken machten. Am kommenden Dienstag steht dann der letzte reguläre Übungsabend an, bevor wir uns in die ikebanareduzierte Sommerzeit verabschieden.

 
 

die "Extraaufgaben"
 
und die Jiyūka, Vorlage und nachgemacht - sind gut geworden

Mittwoch, 15. Juni 2016

Horizontales Jiyūka Fläche/Linie


Nachdem in letzter Zeit unsere Jiyūka mehr nach Lust und Laune gestalten wurden, gab es diesmal wieder genaue Vorgaben: Jiyūka yoko-no-hana mit Schwerpunkt men & sen. Also ein querformatiges, horizontal ausgerichtetes Arrangement mit Fokus auf Fläche und Linie. 
Der Großmarkt versorgte uns mit entsprechendem kazai. Als men-Material standen uns weiß panaschierte Hostablätter, Heucherablätter in einem dunklen Rotton und knallig-rote Anthurienblüten zur Verfügung. Linienmaterial war durch Allium mit rotvioletten kleinen Blütenköpfen und blau-weiße Eustoma mit extrakleinen Blüten vertreten. Als Füllmaterial und optischer Aufheller dienten Frauenmantelblüten. 
Die Damen konnten frei entscheiden, welche 5 Materialien sie für ihr Arrangement verwenden wollten, wobei in den meisten Fällen den Heucherablättern der Vorzug gegenüber den Eustoma gegeben wurde. Der Kontrast zwischen den knalligen Anthurien und den hellgrünen Hostablättern wurde durch die dunklen Heuchera noch mehr hervorgehoben. 
Eine unserer Ladies hatte wunderbare Taglilien mitgebracht und verwendete diese zusammen mit anderen Gartenpflanzen anstelle des Großmarktmaterials.
Trotz der überwiegend gleichen Materialzusammenstellung entstanden Jiyūka mit recht unterschiedlichem Erscheinungsbild. Obwohl alle Arrangements einen ähnlichen Aufbau aufwiesen, war die Variationsbreite doch hoch. Das lag nicht nur an den Gefäßen sondern ist ein Hinweis darauf, dass man auch innerhalb einer vorgegebenen Form "frei" ist und seinen persönlichen Ideen Ausdruck verleihen kann.