Mittwoch, 23. März 2016

Übungsabend Shōka shōfūtai nishu-ike


Nachdem wir unsere Ausstellung sehr erfolgreich absolviert haben – neuer Zuschauerrekord, fast 20 % mehr Besucher als im letzten Jahr – stand uns vor der wohlverdienten Osterpause noch ein Übungsabend ins Haus. Zwei Ausstellungsbesucherinnen nutzten die Gelegenheit, um in unsere Gruppe hineinzuschnuppern. Mal schauen, ob wir sie gleich verschreckt haben, oder ob sie wiederkommen. 
Jedenfalls hatten wir zum letzten Mal in diesem Jahr Palmkätzchen auf dem Programm. Diesmal in Kombination mit weißen Eustoma als Shōka shōfūtai nishu-ike. Wir hatten Reifweide zur Verfügung, die sich durch sehr zarte Triebe und kleine Kätzchen auszeichnet. Daher konnten wir eine schlanke shin-Form arrangieren, die durch die zarten kleinen Eustoma sehr elegant wirkte. 
Die Zweige waren auch noch ausreichend frisch und relativ gut biegsam, ohne gleich zu brechen oder vor Schreck die Kätzchen abzuwerfen. Wir hatten in letzter Zeit auch solch "knuspriges" kazai zur Verfügung, da durch die relativ ungewöhnlichen Temperaturen die Weiden zeitig ausgetrieben haben und die Großhändler die Ware sicherheitshalber trocken gelagert haben. 
Als zweites Arrangement gab es ein aufrechtes Jiyūka mit Schwerpunkt Linie, gearbeitet mit dünnen grünen Cornuszweigen (Überbleibsel vom Puchberg-Seminar), den weißen Eustoma und orangefarbenen Ringelblumen. 
Schön langsam müssen wir uns wohl eine andere Anordnung der Tische überlegen, gestern war der Übungsraum ziemlich voll, obwohl einige von der Stammbesetzung ausgefallen sind. Nach Ostern steht uns der Jiyūka-Workshop ins Haus, der auch dazu gedacht ist, Interessenten von der Ausstellung in unsere Gruppe zu locken. Falls das gelingt, wird es wohl noch voller werden. Bin schon gespannt, ob sich jemand meldet. 

 

Nachtrag von der Ausstellung - so hat sich das kake-bana verändert

Samstag, 19. März 2016

Frühlingsausstellung - Vorführung


Also bisher verzeichnen wir einen regen Zuschauerstrom zu unserer Ausstellung – wir haben bereits Samstag beinahe die Gesamtzahl vom Vorjahr erreicht. Wenn das Wetter mitspielt, könnte es morgen einen neuen Rekord geben. Auch die Vorführung war sehr gut besucht. Christa, Uschi und ich wechselten uns wieder mit den Arrangements ab. 
Nach der Begrüßung und einleitenden Worten über Ikebana arrangierte ich ein natürliches Jiyūka in einem sandfarbenen suiban: Drachenweide als Gerüst, dazu Narzissen + Blätter als Hauptblumen, dunkelblaue Anemonen als Farbakzent und etwas Waxflower zur Auflockerung. Danach übernahm Christa mit einem Shōka shōfūtai nishu-ike mit Palmkätzchen und Tulpen in einem hellblauen Gefäß – ein Klassiker im Frühling. Dann ging der Ball an Uschi, die in einer länglichen Schale eine moderne Form des Jiyūka, ein naname-no-hana mit Schwerpunkt Linie, arrangierte. Sie verwendete ebenfalls Palmkätzchen und Tulpen, dazu dann noch zwei weiße Tazetten und etwas panaschierten Ilex als Fußverschönerung. 
Nach so viel Jiyūka war dann ein Shōka shinpūtai fällig. Ich verwendete wieder Drachenweide, dazu Gloriosa und ein Calathea-Blatt, das mit seinem rosa Randstreifen gut zur Gloriosa passte. Die dunkle Blattfarbe harmonierte mit der ebenfalls dunklen Drachenweide und brachte die Gloriosa so richtig zum Leuchten. Christas zweiter Beitrag war ein Jiyūka in einer V-förmigen Vase, die mit Gloriosa, blasslila Eustoma, einigen Ästchen Limonium, etwas Spirea und einer blauen Anemone bespielt wurde. 
Danach war wieder Uschi an der Reihe, und zwar mit einem Ikebana-Scherz: Sie servierte uns eine scharfe Suppe. Auf Tischset und Teller wurde mittels Drahtkonstruktion eine Suppenschale schweben gelassen, die mit knallroten Gerbera (symbolisierten die Schärfe des Chili), grünen Bartnelken (das Suppengrün), Salal (Gewürzblätter) und einer zarten roten Bartnelkenknospe (der aufsteigende Dampf) gefüllt war. Dazu noch farblich passende Essstäbchen und einen typisch asiatischen Suppenlöffel. Da Alltagsgegenstände im Ikebana immer mit etwas Edlem aufgepeppt werden sollen, lag als "Serviette" ein Stück Kimonoseide auf dem Teller. Die Zuschauer waren begeistert. 
Als letzten Beitrag arrangierte ich dann ebenfalls ein Jiyūka, angelehnt an ein Arrangement, welches von Prof. Pointner in Puchberg gezeigt wurde. Mehrere Jatropha-Stiele bildeten einen korallenartigen roten Farbfleck, der mit den Bällchen des Gomphocarpus und grünlich-cremefarbenen Eustoma eingerahmt wurde. Dunkelgrüne Typhablätter schlangen sich um und durch die Komposition, bildeten einen netten Kontrast und lösten die Kompaktheit des Arrangements auf. 
Nach etwa 80 Minuten waren wir fertig und freuten uns, dass es den Besuchern gefallen haben dürfte – jedenfalls ernteten wir langanhaltenden Applaus und die Werke wurden begeistert fotografiert. Jetzt hoffen wir noch auf einen starken Sonntag und darauf, dass die Blumen gut durchhalten. Derzeit schaut es recht gut aus.

 

Freitag, 18. März 2016

Ausstellungsbilder

Hier nun die Bilder unserer Ausstellung:

 
Rikka shōfūtai
 
Rikka shinpūtai

Shōka shōfūtai

Shōka shinpūtai

Jiyūka

Eröffnung der Frühlingsausstellung


Die Eröffnung unserer Frühlingsausstellung im Ausstellungsraum des Gartenbaumuseums in der Orangerie Kagran ist glatt über die Bühne gegangen. Frau Dr. Brigitte Schmidt, Vizepräsidentin der ÖGG, und Berthold Steinschaden, Generalsekretär der ÖJG sprachen einleitende Worte, bevor sich die Besucherinnen und Besucher auf die Arrangements bzw. das bereitgestellte Buffet stürzten. Erfreulicherweise waren die Blumen der größere Magnet. 
Aber zurück zum Start: Nach dem obligatorischen Großmarktbesuch ging es in die ÖGG, um die Blumen zu versorgen und den Ausstellungsraum herzurichten. Mitarbeiter des Gartenbaumuseums hatten uns 10 quadratische Tische zur Verfügung gestellt. Dazu kamen noch ein großer Tisch und drei Podeste aus dem ÖGG. Vor dem Vernissagenraum warteten die drei großen Vitrinen der ÖGG darauf, befüllt zu werden. Alle Tische wurden mit Tüchern verkleidet und ausgerichtet. Dann begann das große Arrangieren. 
Im Endeffekt gab es ein Rikka shōfūtai, 2 Rikka shinpūtai (eines davon geteilt in zwei Gefäßen) 3 Shōka shōfūtai, 5 Shōka shinpūtai und 6 völlig unterschiedliche Jiyūka (eines in einem Hängegefäß an der Wand) zu bewundern. 
Die Damen haben wunderbar gearbeitet und sich selbst übertroffen. Auch zeitmäßig lagen wir sehr gut, wir hatten genügend Zeit, der Ausstellung den letzten Schliff zu verpassen und das Buffet herzurichten. Die kulinarischen Beiträge (Mini-Schaumröllchen, verschiedene Kuchen und Knabberzeugs) waren ebenfalls Spitze. Jetzt hoffen wir nur noch auf genügend Besucher in den kommenden drei Tagen.
Fotos der Arrangements folgen.