Samstag, 19. März 2016

Frühlingsausstellung - Vorführung


Also bisher verzeichnen wir einen regen Zuschauerstrom zu unserer Ausstellung – wir haben bereits Samstag beinahe die Gesamtzahl vom Vorjahr erreicht. Wenn das Wetter mitspielt, könnte es morgen einen neuen Rekord geben. Auch die Vorführung war sehr gut besucht. Christa, Uschi und ich wechselten uns wieder mit den Arrangements ab. 
Nach der Begrüßung und einleitenden Worten über Ikebana arrangierte ich ein natürliches Jiyūka in einem sandfarbenen suiban: Drachenweide als Gerüst, dazu Narzissen + Blätter als Hauptblumen, dunkelblaue Anemonen als Farbakzent und etwas Waxflower zur Auflockerung. Danach übernahm Christa mit einem Shōka shōfūtai nishu-ike mit Palmkätzchen und Tulpen in einem hellblauen Gefäß – ein Klassiker im Frühling. Dann ging der Ball an Uschi, die in einer länglichen Schale eine moderne Form des Jiyūka, ein naname-no-hana mit Schwerpunkt Linie, arrangierte. Sie verwendete ebenfalls Palmkätzchen und Tulpen, dazu dann noch zwei weiße Tazetten und etwas panaschierten Ilex als Fußverschönerung. 
Nach so viel Jiyūka war dann ein Shōka shinpūtai fällig. Ich verwendete wieder Drachenweide, dazu Gloriosa und ein Calathea-Blatt, das mit seinem rosa Randstreifen gut zur Gloriosa passte. Die dunkle Blattfarbe harmonierte mit der ebenfalls dunklen Drachenweide und brachte die Gloriosa so richtig zum Leuchten. Christas zweiter Beitrag war ein Jiyūka in einer V-förmigen Vase, die mit Gloriosa, blasslila Eustoma, einigen Ästchen Limonium, etwas Spirea und einer blauen Anemone bespielt wurde. 
Danach war wieder Uschi an der Reihe, und zwar mit einem Ikebana-Scherz: Sie servierte uns eine scharfe Suppe. Auf Tischset und Teller wurde mittels Drahtkonstruktion eine Suppenschale schweben gelassen, die mit knallroten Gerbera (symbolisierten die Schärfe des Chili), grünen Bartnelken (das Suppengrün), Salal (Gewürzblätter) und einer zarten roten Bartnelkenknospe (der aufsteigende Dampf) gefüllt war. Dazu noch farblich passende Essstäbchen und einen typisch asiatischen Suppenlöffel. Da Alltagsgegenstände im Ikebana immer mit etwas Edlem aufgepeppt werden sollen, lag als "Serviette" ein Stück Kimonoseide auf dem Teller. Die Zuschauer waren begeistert. 
Als letzten Beitrag arrangierte ich dann ebenfalls ein Jiyūka, angelehnt an ein Arrangement, welches von Prof. Pointner in Puchberg gezeigt wurde. Mehrere Jatropha-Stiele bildeten einen korallenartigen roten Farbfleck, der mit den Bällchen des Gomphocarpus und grünlich-cremefarbenen Eustoma eingerahmt wurde. Dunkelgrüne Typhablätter schlangen sich um und durch die Komposition, bildeten einen netten Kontrast und lösten die Kompaktheit des Arrangements auf. 
Nach etwa 80 Minuten waren wir fertig und freuten uns, dass es den Besuchern gefallen haben dürfte – jedenfalls ernteten wir langanhaltenden Applaus und die Werke wurden begeistert fotografiert. Jetzt hoffen wir noch auf einen starken Sonntag und darauf, dass die Blumen gut durchhalten. Derzeit schaut es recht gut aus.

 

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