Mittwoch, 27. Mai 2015

Pfingstrosenträume in Weiß

Gut 100 weiße und einige rote Pfingstrosen warteten beim gestrigen Übungsabend darauf, zu Shôka- oder Jiyûka-Arrangements verarbeitet zu werden. Die Ware kam ganz frisch aus der Gärtnerei auf den Großmarkt und landete kurz darauf in der ÖGG. Durch die wenigen Zwischenschritte hat das Laub fast nicht gelitten und wir konnten uns an den recht guten Blättern erfreuen. Auch die Stiele waren schön stabil und nicht zu krumm. Nur biegen ließen sich die Dinger leider nicht, sonst wären es Idealpflanzen gewesen ;-)
Unsere Vorgabe war ein Shôka shôfûtai isshu-ike mit 5 bis 7 Blüten. Das hieß also eine gyo-Form und damit war ein entsprechend kräftiges Gefäß nötig. Diejenigen von uns, die schlankere Vasen mitgebracht hatten, arbeiteten entsprechend schmaler und mit weniger Blüten. 
Shaku-yaku, wie die Staudenpfingstrose in Japan heißt, hat dort nicht den Stellenwert von botan, der Päonia suffruticosa. Während diese als Denka und auch schon mal zweifarbig arrangiert wird, darf shaku-yaku im Shôka nur als shôfûtai-Form und ausschließlich in einer Farbe verwendet werden. Für Jiyûka wird sie sehr geschätzt, weil die prachtvollen Blüten jedes Arrangement zum Strahlen bringen. Diese Prächtigkeit ist im Shôka allerdings etwas vom Nachteil, da die großen Blüten ziemlich kopflastig sind und die Eleganz eines Shôka schwierig zu erzielen ist. 
Wir haben versucht, die Regeln für eine gyo-Form mit mehr als 5 Blüten so gut als möglich umzusetzen. Shin und soe sollten geöffnete Blüten aufweisen, während als tai-saki eine Knospe verwendet wird. Die restlichen Linien sollen sich harmonisch in dieses Grundgerüst einfügen. Allerdings waren unsere Blüten noch nicht weit genug offen, die volle Pracht des Arrangements wird erst in den nächsten Tagen erzielt sein. Trotzdem haben wir versucht, die größten Knospen für shin und soe zu verwenden. 
Als Kontrast zum Shôka wurde auch ein Jiyûka im Moribana-Stil arrangiert, hier ist aber die Zweifarbigkeit nötig, da das Arrangement sonst schnell fade wirkt.   

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