Dienstag, 16. Juni 2015

Schloss Fürstenried - Rikka

Rikka-Tag – immer sehr anstrengend, sowohl für den Sensei als auch für uns Lernende. Wir müssen versuchen, das Rikka in der vorgegebenen Zeit zu vollenden und der Meister darf dann Schwerarbeit leisten und unsere Werke korrigieren. 
Diesmal gab es zu Beginn nur eine kurze theoretische Einführung, bei der die geschichtliche Entwicklung des Rikka abgehandelt wurde. Dass startete gleich die Demo von Professor Toyoda. Da die Rikka-Erfahrung der TeilnehmerInnen von nicht vorhanden bis weite fortgeschritten reichte, gab es eine Kompromisslösung: Vorgeführt wurde eine Standard-Schulform (san-kashi-zukai), welche vom Rikka-Nachwuchs möglichst exakt nachgearbeitet werden sollte. Die anderen TeilnehmerInnen sollten – je nach Kenntnisstand – Modifikationen vornehmen bzw. gleich mit anderen Materialzusammen-stellungen arbeiten. 
Kurz nachdem wir mit unseren Rikka begonnen hatten, "duftete" der Seminarraum ziemlich kräftig nach Zwiebelgewächsen. Die wunderbaren Allium, die für die Hauptlinien verwendet wurden, machten sich olfaktorisch überdeutlich bemerkbar. Zusätzlich hatten wir noch Irisblätter, blassviolette Eustoma, Säulenasparagus, panaschierte Hostablätter, kleine Chrysanthemen, lachsfarbenes Hypericum und Solidago zur Verfügung. Das fertige Rikka bestach durch verschiedene Grüntöne, die durch die zurückhaltenden Farbakzente noch besser zur Geltung kamen und ein Arrangement voll schlichter Eleganz ermöglichten. 
Während der Korrekturrunde erhielten wir speziell bei den fortgeschritteneren Arrangements wertvollen praktischen Unterricht, indem Sensei Toyoda uns die richtige Anwendung von z.B. irogiri, kusa-michi oder auch nobori-dō demonstrierte. Und wider Erwarten haben wir es alle zeitgerecht geschafft, fertig zu werden und auch die Korrekturrunde endete ziemlich pünktlich knapp vor dem Abendessen. 
Morgen steht zum Abschluss Rikka shinpūtai auf dem Programm und Sensei Toyoda hat uns zusätzlich eine kleine Vorführung eines tate-hana, der Vorstufe des Rikka versprochen. Dieses Arrangement ist wegen seiner geringen Größe und auch wegen des bescheideneren Materialaufwandes derzeit wieder sehr beliebt. Man sieht, alles kommt irgendwann einmal wieder, und sei es auch nach Jahrhunderten ;-)

 issō-no-mono-Rikka von Sensei Toyoda

 
 unsere fertigen Werke - sind ja gar nicht so schlecht geworden

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