Donnerstag, 14. November 2013

Spicken vor der Ausstellung


Zu unserer großen Freude durften wir den AusstellerInnen schon am Vorabend der Eröffnung während der laufenden Aufbauarbeiten im Takashimaya-Kaufhaus über die Schulter schauen. Der Bereich, in dem der Headmaster und seine Töchter arbeiteten, war natürlich tabu. 
Gleich vorneweg, auch die MeisterInnen kochen nur mit Wasser. Da gibt es genauso Probleme mit abgebrochenen Stielen und nicht perfekt sitzenden Linien wie bei uns. Allerdings haben die großen Sensei's ganze Heerscharen an Helferleins, die herumwuseln und auf Zuruf agieren. Da werden letzte Zweigverbindungen sorgsam befeuchtet, einzelne Kiefernnadeln beschnitten und irgendjemand läuft immer mit Besen und Schaufel durch die Gegend. Dann gibt es natürlich auch die "Einzelkämpfer", die alles selbst machen müssen, und mehrere Zwischenstufen. Wie es im abgesperrten Bereich des Headmasters zugeht, lässt sich nur erahnen.
Erkennbar sind grob 4 Gruppen von TeilnehmerInnen, unterscheidbar an der Qualität der (leider für mich nicht lesbaren) Schilder: Zuerst die schweren Plexiglas-Schilder der Professoren aus dem Headquarter (sehr viele Helfer). Dann gibt es die Fraktion der Holzschildbesitzer (schon deutlich weniger Helferlein) und die beiden Gruppen mit den Plastikschildern in Holzoptik (so wie wir sie besitzen) oder in klarem Acryl (angeblich das neue Design). Die letzten beiden Gruppen sind meist alleine oder gerade mal mit 1 Assistenten unterwegs.
128 Stellplätze, von der großen Koje bis zum kleinen Plätzchen, sind hier für die AusstellerInnen aufgebaut worden. Einzelne Abteilungen sind farblich voneinander getrennt. Die Stellflächen und Hintergründe sind neutral weiß, nur die Frontplatten und Seitenbegrenzungen sind in unterschiedlichen Farben gestrichen. 
Zu sehen kriegen wir wunderbare klassische Shôka und unbeschreiblich schöne Rikka shofûtai mit Ästen, von denen man bei uns nur träumen kann. Dazu noch unzählige Rikka shinpûtai und Jiyûka in allen Variationen. Leider dürfen wir nur im ersten Bereich fotografieren, hier sind die Arbeiten bereits abgeschlossen. Nach der offiziellen Eröffnung werden tausende Zuschauer durch die Gänge drängen und dann wird es mit dem Fotografieren wohl etwas schwer werden. 
Als wir gegen 19:00 das Kaufhaus verlassen, sind etwa 50 % der Arrangements fertiggestellt und die Angestellten des Hauses sind mit ersten Reinigungsarbeiten und dem Einrichten der Scheinwerfer beschäftigt. Wie lange es dauert, bis alles komplett fertig ist, kann ich nicht sagen. Aber vermutlich wird es eine lange Nachtschicht werden. 
Zurück im Ikenobô-Haus lassen sich auch hier Vorbereitungsarbeiten erkennen. Da stehen die Grundgerüste riesiger Rikka shinpûtai mit viel Holz auf Rollwägen, sorgsam für den Transport mit Leisten verschraubt, mit Luftpolsterfolie gesichert und bereit, in den LKW verladen zu werden. Man sieht Karawanen schwer bepackter Ikebanesen in Richtung Dojô ziehen, um ihre Arrangements vorzubereiten. Dieser Teil der Ausstellung wird erst am 15. November eröffnet und wir werden wieder die Gelegenheit haben, am Vorabend erste Blicke darauf zu werfen.
Hier nun einige Beispiele klassischer Rikka- und Shôka shofûtai, der Neid könnte einem fressen.....

 
  das werden einmal Rikka shinpûtai, so werden die Grundgerüste transportiert

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