Mittwoch, 25. März 2015

Palmkätzchenfieber

Der frühmorgendliche Trip zum Blumengroßmarkt ergab diesmal wunderbare, feine Palmkätzchenzweige, bestens geeignet für ein zartes Shôka oder ein luftiges Jiyûka. Passende Frühlingsblumen dazu zu finden, erwies sich aber als nicht sehr befriedigend. Tulpen hätten nicht zu den zarten Linien gepasst und mit Tazetten wollten wir uns nicht schon wieder herumschlagen. Das "Ausziehen" und neu Zusammenfügen haben wir schließlich schon vor einem Monat exzessiv geübt. Ringelblumen waren ebenfalls zu wuchtig und von den Eustoma, die den passenden Ausdruck geliefert hätten, waren nur mehr die gefülltblühenden Sorten erhältlich. Also Chrysanthemen - nicht gerade ein Frühlingsgewächs, aber die weißblühende Santini-Sorte mit den dunklen Herzen erinnert irgendwie an Gänseblümchen und wirkt so frisch-fröhlich-frühlingshaft. Für das Jiyûka gab es Narzissen und Schneeball als Begleitung. Zusammen mit den Palmkätzchen sollte daraus ein naname-no-hana, eine schräge Form, diesmal mit etwas breiterem Fuß entstehen.
Der Kurs war wieder sehr gut besucht und auch 2 Interessentinnen kamen vorbei, um einmal zu sehen, was Ikebana eigentlich ist. Immerhin hatten wir genügend Material und auch der Fundus an Gefäßen und Leih-kenzan war gut gefüllt, so konnten sich die beiden gleich gemeinsam an einem Jiyûka probieren.
Zusätzlich wurden Vorarbeiten für Arrangements für die Ausstellung geleistet und verschiedene Materialvarianten ausprobiert. Und natürlich nicht zu vergessen - zwei unserer Damen bekamen die lang ersehnten Diplome verliehen! Und das Headquarter scheint auch mit der Zeit zu gehen. Die hässlichen Namensschilder - eine unsägliche Kombination aus hellbraunem Kunststoffrahmen und einem Einschub mit dem Namen gedruckt auf Papier mit gelblich-brauner Holzmaserung - wurden endlich gegen moderne Acrylglasschilder ausgetauscht! Das ist ein wirklicher Fortschritt, endlich kann man die Dinger getrost neben ein Arrangement stellen, ohne dass man Sehstörungen kriegt ;-)

 unsere Shôka shôfûtai nishu-ike, sogar zwei betsuden-Varianten (jodan-nagashi) sind vorhanden

Jiyûka naname-no-hana mit mehr oder weniger breitem Fuß bzw. eine Kombinationsform

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