Dienstag, 14. Oktober 2014

"Herbstwind" - Seminar mit unserer japanischen Meisterin

Freitag bis Sonntag war die ÖGG wieder fest in der Hand der Ikebanesen - unsere geschätzte Meisterin, Prof. Shûsui Pointner-Komoda, beehrte uns mit ihrem Besuch. Es wurde ein Intensiv-Seminar zum Thema "neue Formen des Jiyûka" abgehalten. Unglaubliche 18 Teilnehmerinnen fanden sich ein, um sich mit den jüngsten Variationsmöglichkeiten des Ikenobô-Ikebana zu beschäftigen. Diese Weiterbildung ist besonders für Unterrichtende im Hinblick auf die neu gestalteten Prüfungsbögen zur Erlangung der diversen Diplome essentiell. Schließlich müssen die Lehrkräfte zumindest eine Ahnung davon haben, was sie den Schülern vermitteln sollen ;-)

Bereits am Donnerstagnachmittag richteten wir den Vernissagenraum des Gartenbaumuseums für unsere Bedürfnisse her, denn der große Saal der ÖGG alleine hätte nicht allen Teilnehmerinnen Platz geboten. Also wurde die Gruppe gesplittet und die weiter fortgeschrittenen Damen quasi "ausgelagert".
Freitag in aller Frühe wurden die bestellten Blumen vom Großmarkt geholt und die "Frühschicht" machte sich ans Versorgen der Pflanzen und Herrichten des kazais für die erste Unterrichtsrunde. Danke übrigens an alle Helferinnen! 
Im Lauf des Vormittags trafen nach und nach die Teilnehmerinnen ein, bezogen ihre Plätze und einige von uns arbeiteten an Zwischenprüfungsarrangements. Diese wurden erfreulicherweise noch vor Seminarbeginn von unserer Meisterin korrigiert.

Schlag 15:00 ging es mit der offiziellen Begrüßung los und wir stürzten uns gleich in den theoretischen Teil über das reformierte Jiyûka. Im Anschluss daran durften wir das Gehörte in Form eines tate-no-hana mit breitem Fuß (eine aufrechte Version) und Schwerpunkt Linie (sen) umsetzen. Diese Variante war uns bereits vertraut, aber trotzdem gab es immer noch Neues darüber zu lernen. Da für die neuen Formen auch etwas andere Gefäße als bisher benötigt werden, waren wir froh, dass die große Keramik-Lieferung von der Kaspar Hauser Stiftung in Berlin rechtzeitig bei uns eingetroffen ist. Und außerdem tut man damit Gutes und unterstützt eine gemeinnützige Organisation. Den Abend ließen wir gemeinsam in einem asiatischen Lokal in der Nähe ausklingen.

Am Samstag dann beschäftigte sich der Unterricht mir weitaus seltener geübten Variationen des Themas "men" (Fläche). Zuerst ein perspektivisches Jiyûka, bei dem es besonders auf die Ausarbeitung der räumlichen Tiefe des Arrangements ankommt. Wir arrangierten eine schräge Form - naname-no-hana. Und in der Nachmittagseinheit dann yoko-no-hana mit schmalem Fuß (waagrechte Form), ebenfalls mit Schwerpunkt Fläche. Beim Abendprogramm mussten wir kurzfristig umdisponieren, da uns das vorgesehene Restaurant im letzten Moment abgesagt hat. Also ging es mit den Öffis in die Innere Stadt und dort verbrachten wir einen angenehmen Abend bei traditioneller Wiener Küche.

Sonntag schließlich ging es um das Thema "ten" - Arbeiten mit punktförmigen kazai. Wir konnten in einem oder auch verteilt auf 2 Gefäße arbeiten, entweder in schräger oder aufrechter Ausrichtung. Am Nachmittag stand dann zur Entspannung Shôka shinpûtai auf dem Programm. Bevor es ans große Aufräumen und Einpacken ging, wurden die Teilnahmezertifikate verteilt und unsere Meisterin verabschiedet. Ein wunderbares und sehr informatives Seminar ist wieder viel zu schnell vorbei gegangen. Aber wir dürfen uns auf ein Wiedersehen im nächsten Jahr freuen. Vermutlich wieder Mitte Oktober, dann mit dem Schwerpunkt Shôka und Jiyûka mit Chrysanthemen.
Hier erst einmal einige Bilder von Prüfungsarrangements, den "Vorlagen"  unserer Meisterin und meine Arbeiten. Einige Fotos vom 1. Tag weigern sich derzeit noch hartnäckig, die (Handy)Kamera zu verlassen und werden schnellstmöglich nachgeliefert.

hier nun einige Zwischenprüfungsarrangements
  
 die Arrangements von Prof. Pointner-Komoda

  meine Arbeiten...
    
...und eine aufrechte Version einer Kollegin

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