Sonntag, 10. Februar 2013

Ein Meer von Blütenzweigen

Vergangenen Freitag und Samstag war wieder einmal Workshop-Zeit: In der ÖGG beschäftigten wir uns - wie in jedem Frühjahr - mit Ikebana mit Blütenzweigen. Die Fortgeschrittenen schleppten schon seit Tagen die Kübel mit den vorgetriebenen Zweigen von der Kälte in die Wärme und umgekehrt, nur damit die Zweige zum optimalen Zeitpunkt verarbeitet werden konnten. 
Ein Schwerpunkt des Workshops lag auf klassischem Shôka, aber auch Shôka und Rikka shinpûtai wurden fleißig geübt. Jetzt ist die Jahreszeit für all die Shôka-Sonderformen, die man das ganze Jahr über in Ermangelung passenden Materials eher nicht in Angriff nimmt. An allen Ecken und Enden wurden kubari geschnitzt, Zweige zurecht gebogen, Linien in den Gefäßen verkeilt und gelegentlich hörte man auch den einen oder anderen nicht unbedingt druckreifen Ausdruck, wenn alles wieder auseinander gefallen oder gekippt war.
Für unseren Nachwuchs gab es am Freitag eine Einführung ins Shôka shofûtai und am Samstag wurde wieder fleißig Jiyûka in der neuen Form geübt. Da Zweige für ein erstes Shôka nicht unbedingt das einfachste Material sind - abgesehen davon, dass am Großmarkt wieder einmal keine langen Pfirsichzweige erhältlich waren - nahmen wir mit Liatris Vorlieb. Damit lässt sich wunderbar ein Linienshôka üben und die Stiele sind auch recht gut formbar. Ich muss sagen, die Damen haben sich wacker geschlagen und sehr schöne Erstlingswerke abgeliefert. Den Jiyûka-Arrangements vom Samstag merkte man die gesammelte Erfahrung dann bereits deutlich an. Die Ergebnisse wurden immer besser und im Endeffekt waren alle sehr zufrieden. Auch die Fortgeschrittenen konnten sehr stolz auf ihre Werke sein. So viele gelungene klassische Shôka auf engem Raum versammelt findet man selten. Um die Bilderflut in Grenzen zu halten, wird von jeder Teilnehmerin des Workshops nur ein Arrangement veröffentlicht. Allerdings erhalten alle Damen eine komplette Zusammenfassung des Workshops zugesandt.

  
 
 

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