Montag, 19. Oktober 2015

Herbstseminar in der ÖGG


Auch diesen Herbst gab sich unsere Meisterin, Prof. Shūsui Pointner-Komoda, die Ehre und hielt in der ÖGG ein Seminar zum Thema "Chrysanthemenfest". Zwar findet das Chrysanthemenfest eigentlich im September, genauer gesagt am 9. 9. statt, aber bei uns sind speziell die einzelblütigen Chrysanthemen erst ab Mitte Oktober erhältlich.
Schwerpunkte des diesjährigen Seminars waren Shōka shōfūtai und Jiyūka. Besonders der Samstag hatte es in sich: Zuerst ein Shōka isshu-ike mit sieben Chrysanthemen, danach wurde dieses Arrangement umgebaut und mit einer tai-Gruppe aus mehrblütigen Santini-Chrysanthemen versehen. Und schließlich noch ein Shōka sanshu-ike mit Cornus, Miscanthus und Santini-Chrysanthemen. Da der Miscanthus als tare-mono (hängendes kazai) gilt, entstand so automatisch eine betsuden-Sonderform. Wir hatten die Wahl zwischen jodan-nagashi, wobei der ushiro-ashirai als fließende Linie ausgeführt wurde, oder auch nidan-soe. Bei dieser Form gibt es zwei soe-Linien aus unterschiedlichen Material.
Aber zurück zum Beginn des Seminars. Einige Seminarteilnehmerinnen arrangierten am Freitagvormittag Prüfungen, die kurz vor dem offiziellen Seminarbeginn von unserer Meisterin abgenommen wurden. Dann begrüßte der Vizepräsident der ÖGG, Herr Ing. Robert Wagner, die Anwesenden und dankte Prof. Pointner für ihre langjährige Tätigkeit als "Mutter" unzähliger Ikebanesen und für ihre Treue zur ÖGG. Anschließend ging es gleich los mit einem Jiyūka mit Schwerpunkt Fläche, ergänzt durch Punkt & Linie, wobei uns die Wahl zwischen einer waagrechten oder einer schrägen Form blieb. Das hing ganz vom jeweiligen Gefäß ab. Den Abend verbrachten wir in einem nahegelegenen asiatischen Restaurant.
Der Samstag war wie gesagt ziemlich anspruchsvoll, aber alle Teilnehmerinnen schlugen sich wacker und steigerten ihre Leistungen von Arrangement zu Arrangement. Auch mit der Qualität der Blumen konnten wir recht zufrieden sein. Diesen Abend verbrachten wir im kleinen Kreis im Donauturm-Restaurant und genossen den Blick über das Lichtermeer der Stadt.
Sonntag starteten wir eher gemütlich wieder mit Jiyūka. Diesmal mit Schwerpunkt Masse, der mit Säulenasparagus erzielt wurde. Dazu wieder Linie und das Arrangement mit geteiltem Fuß und räumlicher Tiefe gearbeitet. Dabei wurden entweder zwei Gefäße oder auch Vasen mit mehreren Öffnungen verwendet. Aber auch eine Schale mit zwei kenzan war möglich. Wie immer beim Jiyūka waren die Ergebnisse trotz beinahe einheitlichem kazai sehr divers. Nach der Mittagspause stand freies Arrangieren auf dem Programm, wobei gut gelungene Ikebana wieder als Prüfung eingetragen werden konnten.
Viel zu früh ging das Seminar zu Ende und wir machten uns ans Aufräumen. Danach gab es die traditionelle Sayōnara-Zeremonie mit Verleihung der Urkunden, bevor wir eine kurze außerordentliche Sitzung unserer Study Group abhielten. Und dann war das Herbstseminar auch schon wieder Geschichte. Aber wir freuen uns auf ein Wiedersehen im kommenden September. 
Hier nun Bilder der Prüfungsarrangements, die Arbeiten von Prof. Pointner-Komoda und meine Arrangements.

 
 Arrangements Prof. Pointner-Komoda

 diverse Prüfungsarrangements und 
eine interessante Variante des Themas "Masse"

  
meine Arbeiten während des Seminars  ...

  
 ... und meine beiden Prüfungsarrangements

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