Sonntag, 31. Juli 2011

Wochenendworkshop Denka-Shôka in der ÖGG

Am Freitag und Samstag wurde wieder einmal ein Wochenendworkshop in der ÖGG veranstaltet, diesmal mit dem Schwerpunkt Denka-Shôka. Zusätzlich gab es am Samstag die Möglichkeit, sich mit der Ikebanaform Jiyûka vertraut zu machen bzw. die bestehenden Kenntnisse zu vertiefen. Dazu folgt ein eigener Bericht.
Die Materialbeschaffung für Denka ist nicht so einfach, denn manche Pflanzen sind am Blumengroßmarkt nicht erhältlich. Deshalb vielen Dank an die Teilnehmerinnen, die ihre Gärten geplündert und Nachbarn bekniet haben, um an Hostablätter und -blüten und an Herbstanemonen zu kommen. Schließlich wurde genügend zusammengetragen, um den ganzen Kurs versorgen zu können.
Das Arbeiten mit diesen Materialien war sehr anspruchsvoll. Einerseits gilt Denka als fortgeschrittene Stilrichtung und manche von uns haben die vorgegebenen Pflanzen bisher noch nicht ikebanamässig bearbeitet. Dazu kommt noch, dass die weit über 30 Arrangements nicht nur gemacht, sondern auch noch korrigiert werden mussten. Manchmal ist Ikebana wirklich ein Knochenjob.
Aber die Endergebnisse konnten sich sehen lassen. Wir waren zwar am späten Samstagnachmittag buchstäblich streichfähig, aber auch stolz auf das Geleistete. Immerhin fanden wir noch Zeit, außer den vorgegebenen Arrangements auch noch ein bisschen zu "spielen", bzw. eine Prüfung abzulegen. Fotos gibt es diesmal nur von ausgewählten Arrangements, alle Bilder zu zeigen, würde den Rahmen sprengen.


das waren die Vorgaben....


und diese Arrangements sind entstanden



Mittwoch, 13. Juli 2011

Gladiolen-Madness

Ach, was waren das noch für bequeme Zeiten, als das Ikebana-Jahr von September bis Juni ging und man sich zwei Monate lang der Faulheit hingeben konnte. Aber damit ist es nun vorbei. Üben auch in den Ferien ist angesagt.
Nun gut. Gestern also Gladiolen-Shôka und Moribana. Das Shôka zumindest im kenzan und nicht klassisch - ein kleines Zugeständnis von Sensei Scheberl an die Ferienstimmung.
Dank der Wiener Gladiolenfelder hatten wir frisches Material in geeigneten Blühstadien und Wuchsformen, sowie in einer großen Sortenvielfalt. Verschiedene Blütenfarben und -größen, lange und mittellange Blätter, dicke und schlanke Wuchsformen: das alles fällt erst so richtig auf, wenn das Material "zur lebendigen Form" gebracht wird.
Aber seht selber.




Mittwoch, 29. Juni 2011

Übungsabend 28. Juni

Der gestrige Übungsabend war der letzte in diesem Semester, deshalb haben wir ihn spielerisch ausklingen lassen. Jeder durfte ein Arrangement freier Wahl arbeiten, dabei sind ganz unterschiedliche Werke entstanden. Teilweise noch beeindruckt vom Meisterseminar in München-Fürstenried haben wir unserer Kreativität freien Lauf gelassen.
Den Abschluss bildete ein gemütliches Beisammensein, zu dem jeder einen kulinarischen Beitrag beisteuerte. 

Im Juli und August gibt nur jeweils einen Übungsabend, bevor im September das neue Semester mit einem Wochenend-Seminar unserer geschätzten Meisterin, Frau Prof. Pointner-Komoda, beginnt.
Hier eine kleine Auswahl unserer Werke:

Samstag, 25. Juni 2011

Meisterseminar - letzter Tag

Am letzten Tag unseres Seminars durften wir uns - wieder zu einer großen Gruppe zusammengefasst - dem weiten Feld des Jiyûka widmen und unserer Kreativität beinahe ungehemmt Ausdruck verleihen.
Professor Noda erteilte uns einen umfassenden theoretischen Unterricht, in dem er auf die entscheidenden Veränderungen einging, die das Jiyûka in den letzten Jahren durchgemacht hat. Es ist äußerst lehrreich, die neueste Theorie aus erster Hand zu erfahren. Leider gibt es den aktuellen Jiyûka-Lehrplan nur auf japanisch und auch die Standardgefäße sind nur im Zuge der Ausbildung an der Ikenobô-Akademie erhältlich.
Professor Noda demonstrierte uns drei Beispiele des neuen Jiyûka, wobei er besonderen Wert darauf legte, uns die Wichtigkeit von ikeru (Lebendigkeit) vor Augen zu führen.
Nachdem wir wieder eine große Auswahl an kazai zur Verfügung gestellt bekamen, durften wir uns im wahrsten Sinn des Wortes austoben. Uns wurden lediglich dadurch Grenzen gesetzt, dass der Professor nur 2 Arrangements pro Person korrigierte. Material und Ideen hätten wir für gut ein halbes Dutzend Variationen gehabt.
Besonders interessant waren die Korrekturen an den einzelnen Werken, dabei haben wir unheimlich viel gelernt.
Leider ist dieses Seminar wieder viel zu schnell zu Ende gegangen. Aber nächstes Jahr dürfen wir den Besuch unseres Headmasters in München erwarten, der wieder mit einem Meisterseminar verbunden sein wird.
Schweren Herzens sagen wir Sayonara und freuen uns auf ein Wiedersehen im nächsten Mai.




Professor Noda's Vorführung







und das sind unsere Werke

Freitag, 24. Juni 2011

Meisterseminar - 3. Tag

Am dritten Tag useres Seminars beschäftigte sich die Rikka-Gruppe mit Rikka shinpûtai, während sich die Mitglieder der Shôka-Gruppe mit Shôka shofûtai sanshu-ike kabu-wake und Shôka shinpûtai kabu-wake auseinander setzten. Diese geteilten Shôka-Formen sind überaus interessant, aber auch relativ schwierig in Harmonie zu bringen.
Unsere Beschäftigung mit dem kazai für das Rikka shinpûtai erforderte ebenfalls viel Einfühlungsvermögen und einen ordentlichen Schuss Kreativität, aber die Ergebnisse waren für uns alle sehr befriedigend.


Rikka shinpûtai von Prof. Noda


Demo Shôka shofûtai und Shôka shinpûtai kabu-wake



unsere Werke

Mittwoch, 22. Juni 2011

Meisterseminar - 2. Tag

Der heutige Seminartag war schon wesentlich anspruchsvoller, der Kurs wurde in 2 Gruppen geteilt. Für die Shôka-Gruppe demonstrierte Prof. Noda ein Shôka shofûtai isshu-ike mit Spatiphyllum (die Blätter wirkten aufgrund der Hitze im Vortragsraum leider schnell ein wenig traurig) und ein Shôka shofûtai sanshu-ike mit Sonnenblumen, Irisblättern und Eustoma. Dieses Arrangement war trotz der beinahe gleichen Materialien völlig anders als das vom Vortag. Lediglich die Spirea wurde durch kleine Sonnenblumen ersetzt, aber das heutige Arrangement ist aufstrebend und kraftvoll, während das Werk von gestern viel beschwingter und auch verspielter erscheint.
Für uns Mitglieder der Rikka-Gruppe demonstrierte Prof. Noda ein Rikka shofûtai hidari nagashi gedan ozukai. Durch die interessante Materialwahl für 2 Hauptelemente kam es zu einigen grundlegenden Änderungen der Standard-Form, welche uns gründlich (und verständlich!) erklärt wurden.
Nach der wohlverdienten Mittagspause (das Essen im Schloss ist übrigens sehr empfehlenswert) durften wir selbst unser Glück versuchen. Wider Erwarten ist es besser gelaufen als befürchtet und wir konnten zu einer christlichen Zeit unseren Tag im Schlosskeller ausklingen lassen.


Demo von Prof. Noda



Das haben wir zustande gebracht, eigentlich gar nicht so übel......