Mittwoch, 14. März 2012

Frühlingshaftes Nageire

Einmal jedes Semester "dürfen" wir uns während des Unterrichts mit Nageire beschäftigen. Diese Stilrichtung des Ikenobô-Ikebana entwickelte sich unter dem Einfluss des Zen-Buddhismus und der Teezeremonie. Es sollte den Gegenpol zum damals sehr formalisierten Shôka darstellen und Schlichtheit und Einfachheit ausdrücken.
Ein gut gemachtes Nageire vermittelt Leichtigkeit und Natürlichkeit, die Blumen und Zweige wirken wie in die Vase "geworfen", ohne sichtbare Technik. Aber gerade diese Technik der Befestigung mittels Hölzchen, sogenannten hana-kubari, macht manchmal Probleme. Schön, der Zweig lässt sich noch ganz gut verkeilen, ohne dass er den Vasenrand berührt (nur dann wirkt es elegant), aber wie ist das mit den Blumen? Die Blütenköpfe sollen sich dem Licht zuwenden und nicht traurig nach unten hängen - leider macht einem da die Schwerkraft gerne einen Strich durch die Rechnung. Sobald endlich die ersten Blumen irgendwie dazu gebracht wurden, nicht ständig umzufallen oder nach allen Seiten wegzukippen, ist plötzlich kein Platz mehr in der Vase. Also müssen kubari entfernt werden und stattdessen Blumenstiele Platz finden. Und das Spielchen mit den sehr bewegungsfreudigen Blumen beginnt erneut.
Aber irgendwann hat man das kazai überredet, sich so zu präsentieren, wie man sich das vorstellt und das Ergebnis übertrifft meist die eigenen Erwartungen.
Da wir jetzt in der Gruppe auch noch nicht so fortgeschrittene Mitglieder haben, die mit einem Nageire überfordert wären, durften sich diese stattdessen an Schalenarrangements versuchen.

 
 
 

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