Sonntag, 20. November 2011

Freestyle-Workshop

An diesem Wochenendworkshop beschäftigten wir uns intensiv mit Freestyle-Ikebana. Diese Stilrichtung existiert als Jiyûka schon eine ganze Weile im Repertoire des Ikenobô-Ikebana. Kürzlich wurden aber die Regeln überarbeitet und die theoretischen Grundlagen im Rahmen eines eigenen Lehrplans zusammengefasst. Dazu wurden Pflanzen und Möglichkeiten, wie sie arrangiert werden können, klassifiziert. Diese Neuordnung war nötig, um die Ausbildung zu vereinheitlichen und der Konkurrenz durch andere Ikebana-Schulen begegnen zu können.
Am Freitag gab es eine kurze Einführung in die "neue" Theorie, danach machten wir uns frisch-fröhlich ans Werk und versuchten, das Gehörte in die Praxis umzusetzen. Das war anfangs gar nicht so einfach, denn wir versuchten, die Theorie buchstabengetreu umzusetzen. Das ist im Ikebana aber immer mit Schwierigkeiten verbunden. Schließlich ist jede Pflanze genauso einzigartig, wie die Person, welche mit ihnen arbeitet. Erst als wir das Regelwerk nur als Rahmen ansahen und unserer Intuition folgten, entstanden lebendige Ikebana-Kunstwerke.
Dank unserer Keramikerin, Gabriela Holub, konnten wir auf Nachbauten der grenzgenialen Übungsgefäße zurückgreifen, die sonst nur den TeilnehmerInnen des Lehrganges im Headquarter in Kyoto zur Verfügung stehen. Mit diesem Gefäß können - je nachdem, wie es aufgestellt wird - die unterschiedlichsten Vasentypen simuliert werden. Das ist besonders für jene von Vorteil, welche keinen großen Fundus an Vasen ihr Eigen nennen.
Wir hatten großen Spaß, die vielen unterschiedlichen Pflanzen nach den "neuen" Regeln zu arrangieren. Das zeigte sich auch daran, dass im Rahmen des Workshops fast 50 Werke entstanden sind. Jedes davon ein Unikat und trotz gewissen Ähnlichkeiten in der Form oder beim Material mit einzigartiger Aussage. Hier eine kleine Auswahl unserer Arrangements:

 
 
 

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