Mittwoch, 9. November 2011

Ein schwieriger Übungsabend

Der gestrige Übungsabend stellte uns vor eine Herausforderung. Schon die Materialsuche gestaltete sich ziemlich schwierig. Ein Shôka shofûtai so-Form sollte es werden. Dabei kann es sich entweder um ein Arrangement in einem Sondergefäß handeln, oder - womit wir uns auseinandersetzen durften - um ein modernes Shôka in einer Schale. Nun gut, in Schalen haben wir schon des Öfteren Shôka gemacht und mit dem kenzan arbeitet es sich auch leichter als klassisch im kubari. Aber welches kazai soll man bloß nehmen? Diese Art von so-Form soll den Eindruck von hohem Alter vermitteln, also fallen Blumen als Hauptmaterial schon weg. 
Es sollen "alte" Zweige werden, möglichst dick und knorrig, vielleicht schon mit Moos oder Flechten bewachsen, und das Ganze ansatzweise in der richtigen Form, damit man nicht so viel biegen muss. Tja, den Sonntag habe ich mit stundenlangem Suchen in Windschutzgürteln und Augebieten verbracht - wenigstens war ich an der frischen Luft. Die Auswahl der Blumen und des Gefäßes war dann richtiggehend einfach.
Der Kampf mit den Zweigen begann erst so richtig, als die shin-Linie im kenzan steckte. Die anderen Äste sollten sich der Form anpassen, richtig mitlaufen und in die korrekten Richtungen zeigen. Und die dicken Prügel sollen dann auch noch im (wie immer viel zu kleinen) Blumenigel stecken bleiben und nicht dauernd umfallen oder zur Seite kippen. Spätestens zu diesem Zeitpunkt bereut man, nicht klassisch im kubari gearbeitet zu haben. Komischerweise passen in den traditionellen Blumenhalter immer viel mehr Linien hinein, als auf einem kenzan Platz haben.
Sobald man die Phase überwunden hat, in der man den ganzen Krempel nur mehr aus dem Fenster werfen möchte, geht die Sache dann etwas einfacher von der Hand. Und das fertiggestellte und korrigierte Arrangement erweckt ein warmes Gefühl von Stolz und Befriedigung.
Etwas einfacher hatten es die Damen, die noch nicht so weit fortgeschritten waren, oder einfach nicht die Möglichkeit hatten, passendes Material zu beschaffen. Diese beschäftigten sich mit Moribana bzw. Shôka shinpûtai.





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