Mittwoch, 9. August 2017

Gräser, Disteln und ein Hauch von Blau


Der Hochsommer ist die ideale Zeit für ein maze-ike, denn die Gräser beginnen bereits damit, sich in ihrer schönsten Form zu zeigen. Und auch interessante Blumen mit "wildem" Charakter – wie beispielsweise Färberdisteln, Goldruten, Wiesenknöpfe, aber auch langstieliger Enzian und die letzten Ballonblumen – sind leicht erhältlich. Alles Zutaten für ein Arrangement, das den Charakter einer unberührten Graslandschaft widerspiegelt. 
OK, wir arbeiten mit kultivierten Pflanzen, aber irgendwo wachsen diese Blumen und Gräser auch wild und wir erzeugen eben den Eindruck einer Landschaft, wie wir sie uns in unserer Phantasie vorstellen. 

Jedenfalls lautete das Thema des Übungsabends Shōka shōfūtai maze-ike mit zwei oder drei Materialien bzw. Jiyūka freier Wahl mit demselben kazai. Wer wollte, brachte eigene Pflanzen mit, vom Großmarkt gab es Panicum, orange Färberdisteln und Triteleia. 
Die strahlend blauen Sterne fungierten als Verbindungselement zwischen den luftig-zarten Rispen des Grases und der Kompaktheit der Disteln. So entstand der Eindruck eines nach oben hin immer leichter werdenden Arrangements, das fest im Boden verwurzelt ist. 

Eine Schwierigkeit beim maze-ike ist immer wieder die erforderliche Vermischung der einzelnen Materialien, die trotzdem im kenzan in Gruppen beisammen stehen sollen. 
Im Prinzip arbeitet man zwei oder drei isshu-ike unterschiedlicher Höhe, die dann zusammen ein komplettes und vor Allem harmonisches Shōka ergeben sollen. Dabei dürfen die diversen Linien nicht wie die Zinnsoldaten dastehen und aneinander kleben sondern jede Pflanze soll sich frei entfalten können. 
Da kann es schon mal vorkommen, dass der Platz im kenzan ein bisserl knapp wird oder die vorderste Pflanzengruppe viel zu stark geneigt ist. Aber mit einigen Tricks und Kniffen lassen sich diese Probleme auch in den Griff kriegen. 
Dieses Arrangement ist auch eine gute Übung für die nächste Steigerung, das nana-kusa. Da hat man es dann nicht mehr nur mit zwei oder drei Materialien zu tun, sondern gleich mit sieben! Aber das üben wir bei einem gesonderten Workshop im kommenden Jahr. 

Jedenfalls haben sich die Mädels sehr gut geschlagen. Neben den Shōka entstanden auch Jiyūka, wobei sowohl die erste Grundform als auch die zweite mit dem breiten Fuß vertreten war.

  

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