Montag, 3. Dezember 2012

Seminar mit Prof. Pointner-Komoda in Wien

Sonntagabend ging unser Seminar mit Frau Prof. Pointner-Komoda in der ÖGG zu Ende. Ein sehr intensives Ikebana-Wochenende mit vielen neuen Eindrücken liegt jetzt hinter uns. Der Schwerpunkt des Seminars lag auf Shôka und Jiyûka, wobei speziell bei den kreativen Arrangements der vorweihnachtliche Charakter stark betont wurde. Für uns alle war es Neuland, dass plötzlich Ikebana mit Christbaumkugeln und Kerzen arrangiert wurde. So etwas kannten wir bisher nur von anderen Ikebana-Schulen, wie beispielsweise Sogetsu. Aber der Reihe nach:
Der Freitag begann nach einer sehr kurzen Nacht – Prof. Pointner kam erst mit einem späten Flug aus München in Wien an – in der Blumenhalle am Großmarkt in Inzersdorf. Die vorbestellten Pflanzen wurden bei den verschiedenen Großhändlern eingesammelt und irgendwie im Auto verstaut. Da neben den Schnittblumen auch jede Menge Topfpflanzen unterzubringen waren (30 Guzmanien und 20 Weihnachtssterne nehmen nun mal eben viel Platz weg), wurde das Auto bis zur Dachkante vollgestopft. Vom Großmarkt ging es auf direktem Weg in die ÖGG, wo erst einmal das Pflanzenmaterial versorgt wurde. Dann erst war Zeit für ein schnelles Frühstück. Danach kam der Seminarraum an die Reihe: Tische wurden aufgestellt und Stoffbahnen zum Abdecken von Glasfronten und als Hintergrund aufgehängt.

Gegen 10:00 kamen die ersten Seminarteilnehmerinnen vorbei und arrangierten ihre Prüfungsarbeiten. Offiziell begann das Seminar mit dem Eintreffen von Prof. Pointner-Komoda um 13:00. Nach der Begrüßung und dem Vorstellen der Teilnehmerinnen wurden die Prüfungsarrangements korrigiert und anschließend begann der Unterricht. Für die Anfängerinnen gab es ein Moribana in aufrechter Form mit Cornus und Chrysanthemen, während sich die Fortgeschrittenen mit demselben Material an einem Shôka shofûtai nishu-ike in shin-Form versuchten. Den Abend ließen wir in einem asiatischen Restaurant in der Nähe ausklingen.

Der Samstag stand wieder ganz im Zeichen von Shôka und Jiyûka. An Material hatten wir Anthurien, Eustoma und Cordyline-Blätter bzw. Amaryllis, rosa Limonium und Goldpalme zur Verfügung. Wir alle waren schon sehr gespannt, wie Jiyûka mit diesem kazai aussehen würde. Für Shôka shofûtai sanshu-ike und Shôka shinpûtai waren diese Pflanzenkombinationen zwar nicht Standard, so aber doch nicht ganz ausgefallen. Frau Pointner-Komoda hat uns nicht enttäuscht, die Jiyûka in aufrechter und geneigter Form waren sehr ansprechend. Abends ging es dann ins Restaurant am Donauturm, wo es neben gutem Essen auch einen wunderbaren Ausblick auf das nächtliche Wien zu genießen gab.

Sonntag durften sich dann alle Teilnehmerinnen an Jiyûka versuchen. Zuerst wurde ein querformatiges Jiyûka mit Korkenzieherhasel, Guzmanien, Ilex und Zedernzweigen gearbeitet, das mit Kerzen (!!!) und Glitzerdraht aufgepeppt wurde. Das zweite Arrangement war für die Fortgeschrittenen ein sehr kreatives Jiyûka in einem hohen Gefäß mit anmutig hängenden Christbaumkugeln, Ilexblättern und Kiefernzweiglein unter einem Dach aus Weihnachtssternen und Schleierkraut. Da die Befestigung in solchen Gefäßen für die Anfänger noch etwas zu schwierig gewesen wäre, gab es eine zweite Variante in der Schale, die zusätzlich mit beflechteten Zweigen gearbeitet wurde. Alles in Allem ein sehr herausfordernder Seminartag mit vielen neuen Ideen und Anregungen.
Zum Abschluss des Seminars wurden die Urkunden verteilt und einige Teilnehmerinnen erhielten ihre lang ersehnten Diplome aus der Hand unserer Meisterin überreicht. Danach ging es ans kollektive Aufräumen und schließlich brachen wir alle nach Hause auf. Ein sehr interessantes Seminar ist wieder viel zu schnell zu Ende gegangen, aber wir freuen uns schon auf eine Neuauflage im September 2013.
Die Fotos zum Seminar werden in einem späteren Blogeintrag nachgereicht, zuerst muss daheim alles wieder gereinigt und verstaut werden – und irgendwo in all dem Chaos liegt die Kamera begraben……

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen