Freitag, 16. März 2018

Monatstreffen Ikebana International


Das März-Treffen von Ikebana International Chapter Vienna #223 stand im Zeichen der Tulpe. Zahlreiche Arrangements mit und ohne Begleitung anderer Pflanzen wurden präsentiert. 

Bei den Arrangements der Sogetsu-Schule wurden oft die Biegsamkeit der Stiele und/oder die Beweglichkeit der Blätter in den Vordergrund gerückt. 
Da schlangen sich die Tulpen um Gefäße oder bewegten sich elegant in den Raum hinein. Tulpenblätter wurden verknotet, gefaltet oder eingerollt. Aber auch kurz geschnittene Blütenköpfe ganz ohne Blätter wurden präsentiert.

Die Farbpalette umfasste alle Schattierungen von Grünlich-Weiß über Gelb und Orange zu Rot und Rosa. Und auch die Variationsbreite der Blütenformen konnte sich sehen lassen: Einfach, gefüllt, gefranst, klein und zart aber auch riesig und geflammt wie aus einem flämischen Ölgemälde. 

Ich entschied mich für ein "einfaches" Shōka shōfūtai, um die schlichte Schönheit und Eleganz der Tulpen in Szene zu setzen. 
Die passenden Blätter waren natürlich wie fast immer ein Problem. Diesmal war ich auf Tulpen aus der Blumenhandlung angewiesen und da war die Auswahl nicht so groß. Schließlich lohnt sich die Fahrt zum Blumengroßmarkt wegen eines einzelnen Arrangements nicht, insbesonders auch im Hinblick auf die Bundgrößen im Großhandel. 
Aber immerhin ein Stiel mit einem stabil stehenden vorderen Blatt (sogar in der richtigen Höhe angewachsen) ließ sich in dem ganzen 10er-Bund ausfindig machen. 
Beim soe-Blatt musste ich leider ein bisserl schummeln und zur Schere greifen, sonst hätte sich die Blattspitze nach unten bewegt. Ich freue mich schon auf die Zeit der heimischen Freilandtulpen, wenn es wieder stabil-knackige Blätter gibt! Welch ein Unterschied zum derzeit erhältlichen schlabbrigen Grün. 
Immerhin hat das Arrangement bis zur Besprechungsrunde und dem Foto durchgehalten. Eben ein Arrangement für den Augenblick.

Tulpen ganz alleine ....
 .... und in Begleitung
 
  mein Tulpen-Shōka

Mittwoch, 14. März 2018

Jiyūka Basic 3


Das Ergebnis unseres gestrigen Übungsabends war ein eher zurückhaltendes Arrangement in Grün und Weiß, mit einigen zartrosa Akzenten. 
Auf dem Programm stand Jiyūka Basic 3, wofür wir weiße Gerbera mit dunkelbraunem Herz, kleine Aralienblätter, zartrosa Ranunkeln, hellgrüne Bartnelkenbällchen und als Strukturmaterial Drachenweide zur Verfügung hatten. 

In den meisten Fällen wird ein perspektivisches Jiyūka in zwei Vasen gearbeitet oder aber in einem schräg aufgestellten langen Gefäß, damit die Tiefenwirkung besonders gut zur Geltung kommt. Wenn man die Fußaufteilung dann auch noch so vornimmt, dass die größere, stärkere Wurzel im Vordergrund steht, verstärkt man die perspektivische Wirkung noch mehr. 
Wir wollten diesmal aber die andere Möglichkeit ausprobieren: Das Gefäß wird dabei mit der Schmalseite nach vorne gerade hingestellt und das Arrangement darin wirkt wie ein Jiyūka mit schmalem Fuß (Basic 1). Die Länge der Schale schafft den nötigen Raum, um die Pflanzen so aufzuteilen, dass das Ganze nicht gedrängt und vollgestopft wirkt. Vor vorne kompakt aussehend, können sich die Linien hintereinander ungestört entfalten und kommen sich nicht gegenseitig in die Quere. 

Die meisten von uns konnten sich an das Konzept halten, wenn aber das Gefäß nicht ganz dafür geeignet war, wurde eben auf die schräggestellte Variante ausgewichen.

Sonntag, 4. März 2018

Workshop mit Blütenzweigen


Ein sehr erfolgreicher und überaus produktiver Wochenend-Workshop ist zu Ende gegangen. Jeweils 12 Damen beschäftigten sich am Freitag und Samstag mit Shōka und Jiyūka mit (Blüten-)zweigen und Frühlingsblumen. 

Der Großmarkt versorgte uns mit Pfirsichzweigen (die sind leider erst mit einem Tag Verspätung eingetroffen, was einen zusätzlichen Großmarktbesuch nötig machte), Palmkätzchen, Drehweide sowie vorgetriebener Birke und Spirea. 
Dazu kamen noch die verschiedensten Blumen wie Tulpen, Narzissen, Anemonen, Seidenmohn, Eustoma, Calla, Iris, Minichrysanthemen und diverses Grünzeug. 
Drei der Damen versorgten uns zusätzlich mit Kornelkirsche, deren Blüten sich im Lauf des Workshops immer weiter entfalteten. 

Eine Neueinsteigerin hat sich zu uns verirrt, die es ein bisserl schwer hatte unter all den Fortgeschrittenen. Aber sie hat sich tapfer geschlagen und wirklich hübsche Jiyūka angefertigt. 
Durch die hohe Teilnehmerzahl und die speziell beim Shōka intensive Korrektur kam es gelegentlich zu Verzögerungen, bis das Arrangement abgenommen und fotografiert war. Die Fortgeschrittenen konnten sich die Wartezeit damit vertreiben, ein weiteres Arrangement zu beginnen, da sie nicht unbedingt auf eine "Vorlage" angewiesen waren. 

Das reguläre Programm (mit Vorführung und Erklärungen) umfasste Shōka shōfūtai isshu-ike (Pfirsich; die Zweige werden in den nächsten Tagen voll aufblühen), nishu-ike (Palmkätzchen und Eustoma) und sanshu-ike (Calla, Santini-Chrysanthemen und Birke oder Spirea). 
Dazu kamen noch Moribana (Palmkätzchen und Tulpen), ein Jiyūka Basic 1/Linie (Anemonen, Narzissen, Drehweide) und zwei Jiyūka mit breitem Fuß (aufrecht mit Seidenmohn und geneigt zum Mädchenfest mit Pfirsich und Ranunkeln). 

Die Fortgeschrittenen ersetzten den einen oder anderen Programmpunkt durch betsuden-Sonderformen (Kornelkirsche) und sui-riku-ike, arrangierten klassisch (nijū-tachinobori) und streuten zur Entspannung Shōka shinpūtai ein. Und wer wollte, konnte andere Materialkombinationen als vorgesehen ausprobieren. 

Nach dem Arrangieren kam das große Aufräumen, die Werke wurden sicher für den Heimtransport verstaut und dann ging es ab nach Hause, um das verbleibende Wochenende genießen zu können. 
Herzlichen Dank an Gabriela, Hilde und Rosa Maria für das Schneiden der Kornelkirsche und ganz besonders an Christa, die am Freitag beim Großmarkt-Einkauf geholfen und am Samstag die Pfirsich abgeholt hat. Und natürlich an alle für die tolle Zusammenarbeit, die diesen harmonischen Workshop ermöglicht hat.
Hier nun einige Fotos aus der Fülle der entstandenen Werke (zumindest ein Arrangement jeder Teilnehmerin wird gezeigt).