Shōka oder Freestyle mit Chrysanthemen – das stand auf der Agenda des gestrigen Treffens in der ÖGG. So knapp vor Allerheiligen dürfte es doch eigentlich kein Problem sein, ausreichend Chrysanthemen am Großmarkt zu bekommen. Sollte man meinen – die Realität sah leider völlig anders aus.
Wegen des Feiertags am Montag konnte diesmal nicht vorbestellt werden, da die LKW erst im Laufe des Dienstags und somit zu spät eintrudeln würden. Also blieb nur auf gut Glück zum Großmarkt zu fahren und was vorhanden ist aufzukaufen. Das Angebot war bedauerlicherweise äußerst mickrig.
Ich erinnere mich noch an Zeiten, da waren sowohl Freigelände als auch Halle überfüllt mit Containern voller Spinnenchrysanthemen, die einem buchstäblich nachgeworfen wurden. Dazu dann noch unzählige einzelblütige Chrysanthemen in unterschiedlichsten Sorten und Farbschattierungen. Und diesmal reichte das Angebot vor Ort nicht einmal, um für den gesamten Kurs gleiches Material zu beschaffen. Dafür gab es getopfte Ware im Überfluss, standardmäßig drei Ballchrysanthemen in Gelb oder Weiß pro Topf, mit 15 cm Blütendurchmesser und 30 cm hohem Stiel. Für unsere Zwecke völlig unbrauchbar.
Die vorhandenen einzelblütigen Schnittexemplare waren entweder zu kurz oder besaßen immens große Blüten auf instabilen Stielen. Die in passender Blütengröße hatten dafür nur wenig Blätter zu bieten, ließen sich aber relativ stabil aufstellen. Von den mehrblütigen Sorten in ausreichender Länge – die wirklich sehr schön waren – gab es dafür nicht genügend für alle. Also mussten sich einige der Anwesenden mit den mickrigen Einzelblütern herumschlagen, die aber dennoch einfacher zu arrangieren waren als die mehrblütigen Chrysanthemen.
Denn bei diesen bestand die Herausforderung darin, sie so zu beschneiden, dass im fertigen Arrangement keine Lücken entstehen und man trotzdem mit den fünf vorhandenen Stielen auskommt.
Im Freestyle-Paket gab es eine bunte Mischung aus kurzen Spinnen- und Gartenchrysanthemen, dazu noch Grünzeug in Form von Myrthe und einjähriger Hirse. Zudem entstanden noch Übungs- und Prüfungsarrangements aus selbst mitgebrachten Materialien. Und auch die eine oder andere Hausübung wird wohl noch eintrudeln.
Im Endeffekt hatten aber trotzdem alle Teilnehmer*innen Spaß und waren größtenteils mit ihren Arbeiten zufrieden. Chrysanthemen sind eben jedes Mal ein wenig anders zu behandeln. Einzelblütige Exemplare stellen einen vor andere Herausforderungen als mehrblütige und bei letzteren gibt es noch dazu je nach Sorte deutliche Unterschiede im Wuchs und in der Anordnung und Verteilung der Blüten.







































































