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Montag, 17. November 2025

Workshop in Passau

Der Wochenend-Workshop im Bildungshaus Spectrum Kirche in Passau brachte uns wieder eine sehr intensive Auseinandersetzung mit verschiedenen Ikenobō-Stilen. 
Die Anreise verlief ruhig und mit der Pflanzenbestellung hat ebenfalls alles gut geklappt. Dank tatkräftiger Mithilfe früh angereister Kolleginnen war auch die Verteilung schnell erledigt. Nach und nach trudelten die weiteren Teilnehmerinnen ein und nach dem gemeinsamen Abendessen machten wir uns ans Werk. 

Zum Aufwärmen stand Freestyle auf dem Programm, wobei ein eher designhafter Ausdruck angestrebt war. Was auf dem Papier recht simpel erscheint, hat sich dann doch als ein wenig komplizierter herausgestellt. Wir hatten ziemlich ausdrucksstarkes Material zur Verfügung (Aralienblätter, Nadelkissenprotea, Kleinkram), das aber in Einklang mit dem Gefäß zu bringen war nicht immer ganz einfach. 
Das zweite Arrangement der Abend-Session war ein Shōka sanshu-ike mit Liatris, Ruscus und kleinen Chrysanthemen. Die Herausforderung hier bestand im Ausschneiden der Santini-Chrysanthemen. Zum Ausklang des Abends gönnten wir uns abschließend das eine oder andere Gläschen Wein. 

Nach einer recht kurzen Nacht ging es in der ersten Lektion des Samstags noch einmal um Shōka shōfūtai. Auf vielfachen Wunsch haben wir ja unseren 'Fahrplan' etwas angepasst und anstelle eines ausgedehnten Theorieteils mit anschließenden Vorführungen den Tag in mehrere einzelne Einheiten unterteilt. Den Teilnehmerinnen blieb es allerdings nach wie vor selbst überlassen, welches Arrangement sie wann arbeiten wollten und auch die Materialkombinationen waren nicht in Stein gemeißelt. Schließlich waren genügend Blumen vorhanden und konnten bunt gemischt werden. 

Am Vormittag beschäftigten wir uns also mit Shōka isshu-ike mit Eustoma, wobei eine Grundform mit neun Linien gearbeitet werden sollte. Dabei ging es in erster Linie darum, aus den vier vorhandenen Stielen die einzelnen Elemente auszuwählen und dabei auf die richtige Mischung aus Knospen, halb offenen und bereits weiter geöffneten Blüten zu achten. Mit anderen Worten, nicht einfach wild drauflos werkeln, sondern vorausschauend arbeiten, damit man nicht am Ende draufkommt, dass man zwar ein ordentliches Grundgerüst hat, einem aber der richtig gewachsene tai-saki fehlt. 

In der ausgedehnten Nachmittags-Lektion gab es eine Einführung in korrektes Drahten (welche Drahtsorte für welchen Zweck, Auswahl der richtigen Drahtstärken und Anwendung unterschiedlicher Techniken) und die Damen durften sich an einem Rikka shimpūtai versuchen. Nach dem Abendessen stand dann noch tatehana auf dem Programm. 

Am Sonntag gab es keine Vorführung, denn die Damen sollten ihre eigenen Ideen in Form eines Shōka shimpūtai umsetzen. Nach dem Mittagessen war dann großes Aufräumen angesagt und Arrangements und Restblumen wollten so verstaut werden, dass sie den Heimtransport gut überstehen und man noch lange Freude an ihnen haben kann. 

Und dann war der Workshop auch schon wieder zu Ende – viel zu schnell, denn gerade ist man so schön im Flow gewesen und hätte gerne noch mehr getan. Nun ja, immerhin gibt es Überlegungen, in Zukunft vielleicht einmal im Jahr einen ausgedehnteren Workshop zu veranstalten. Fünf Tage würden sich da anbieten. Das ist allerdings noch Zukunftsmusik, vor 2027 wird sich das nicht ausgehen. Hier jedenfalls ein kleiner Einblick in unsere Arbeiten.

Montag, 30. Juni 2025

Sommerworkshop in Passau

Der Sommer-Workshop im Bildungshaus Spectrum Kirche in Passau war dieses Jahr eine ziemlich schweißtreibende Angelegenheit, und zwar nicht nur aufgrund der herrschenden Temperaturen. Der Seminarraum war bis auf den letzten Platz besetzt, das Programm umfangreich und die Damen waren bis in die Zehenspitzen motiviert. Da ist uns die ohnehin schon sehr großzügig bemessene Unterrichtszeit beinahe noch zu knapp geworden. Aber immerhin hat es spätabends irgendwann doch noch ein wenig abgekühlt. 

Die Pflanzen haben die Strapazen eines zweifachen Transports – erst nach Wien und von dort dann nach Passau – sehr gut weggesteckt und sind bis zuletzt in wirklich gutem Zustand geblieben. Das hat vielleicht auch daran gelegen, dass die Transportboxen von der ersten Etappe und der Zwischenlagerung beim Händler noch gut durchgekühlt waren, denn beim Auspacken haben sich die Pflanzen schön frisch angefühlt. 

Freitag begannen wir offiziell mit dem Abendessen, wer wollte, konnte aber bereits zuvor üben oder an Prüfungen werken. Da diesmal auch Neu- und Wiedereinsteigerinnen anwesend waren, die über noch nicht so viel Erfahrung verfügen, wurde mit den Shōka-Materialien zusätzlich auch Freestyle gearbeitet. Dadurch wurde niemand überfordert, schließlich soll man bei einem Workshop auch Erfolgserlebnisse mitnehmen und nicht gleich von Beginn an überfordert werden. Die Rückschläge kommen früh genug. 

Passend zur Jahreszeit war eigentlich ein Shōka kabu-wake in Form von gyōdō-ike oder sui-riku-ike vorgesehen und danach als Kontrastprogramm ein sanshu-ike kabu-wake. Leider hat das Blumenangebot nicht ganz mitgespielt und uns einen Strich durch die Rechnung gemacht. Deshalb musste kurzfristig umdisponiert werden und es entstanden zwei geteilte Shōka sanshu-ike
Ok, mit viel Ermessensspielraum hätte man das erste Arrangement in der großen Schale auch als sehr modernes sui-riku-ike bezeichnen können, und zwar dann, wenn man die Zantedeschien als Wasserpflanzen ansieht. Die wurden mit Pandanus-Blättern und Limonium kombiniert. 

Das zweite sanshu-ike, das dann für Samstag vorgesehen war, bestand aus eindeutigen Landpflanzen, und zwar aus gelben Schafgarben, kombiniert mit Asplenium (Hirschzungenfarn) und Herbstastern. Letztere sind jetzt ganzjährig erhältlich und die kleinen Blüten eignen sich hervorragend für nejime
In der Freestyle-Variante, die als Kontrast zum natürlichen ersten Arrangement mit verändertem Material gearbeitet wurde, haben wir die Hirschzungen durch Aspidistrablätter ersetzt. Die sind stabiler und lassen sich gut beschneiden und verformen. 

Für Shōka isshu-ike hatten wir wunderbare Montbretien zur Verfügung, die so zeitig im Sommer allerdings noch keine sehr schönen Blätter besitzen. Die sind derzeit ziemlich breit und nicht sehr zahlreich. Also wurde einfach mit weniger Blättern gearbeitet, schließlich muss man sich an die vorhandenen Gegebenheiten anpassen. 
Viele der Damen haben sich besonders auf das tatehana gefreut, das ebenfalls auf dem Programm stand. Dafür waren unter anderem blaue Skabiosen vorgesehen, und die sind bis zuletzt gestanden wie eine Eins. 

Nach so viel Shōka und auch tatehana, die alle viel Konzentration erfordern, war zum Ausgleich Entspannung und Spielerei nötig. Dazu diente Freestyle mit Gräsern und entzückenden Eustoma (die botanische Sorte mit den zarten, verspielten Blüten) als Hauptmaterial, bzw. ein flächenbetontes Freestyle mit kleinen Monsterablättern und Gerbera. 
Selbstverständlich konnten die vorhandenen Materialien frei kombiniert werden, wodurch vielfältige Arbeiten entstanden. Wer einen Garten hat, brachte zusätzlich Pflanzen mit, sodass wir buchstäblich aus dem Vollen schöpfen konnten. 

Speziell zu erwähnen ist auch ein ganz besonderes Arrangement, ein Denka aus Mausohr-Hosta. Das fertige Werk war (inklusive Vase) nicht einmal 10 cm hoch, aber ganz korrekt mit 5 Blättern gearbeitet. Das diente gleich als Anschauungsobjekt für eventuelle Hausübungen. Denn unsere Freiland-Hosta haben noch keine voll entwickelten Blüten, die sind erst am Durchtreiben und brauchen noch etwas Zeit. 

Das nächste Treffen in Passau wird sicher nicht so heiß werden, Mitte November ist mit vernünftigeren Temperaturen zu rechnen. Hier nun ein kleiner Einblick in die entstandenen Arbeiten.

Montag, 21. Oktober 2024

Herbstworkshop in Passau

Workshop in Passau, diesmal mit voll ausgebuchtem Kurs und Materialbeschaffung in Wien, das ist eine logistische Herausforderung. Schließlich sollen sich nicht nur Koffer und Blumen auf den Weg machen, sondern auch jede Menge Gefäße und sonstiges Zubehör muss irgendwie verstaut werden. 
Es ist kaum zu glauben, wie viele Blumen in einen durchschnittlichen PKW passen, wenn sie von den Profis aus Holland in Kisten geschlichtet werden. Ausgepackt und eingewässert haben sie im Seminarraum im Bildungshaus auf Mariahilf ganz schön viel Platz eingenommen und niemand konnte sich vorstellen, dass sie alle im Auto Platz gehabt haben. Sie waren zudem gut durchgekühlt und haben die dreistündige Fahrt problemlos durchgehalten. 

Auf dem Programm des Herbstworkshops stand neben Freestyle und Shōka auch tatehana, ein Stil, der in der Gruppe bisher noch nicht so häufig gearbeitet wurde. Da einige der Damen ihre Gärten geplündert hatten, konnten wir mit 'wilderem' Material arbeiten und hatten auch Miscanthus zur Verfügung. 
Es gibt für tatehana zwar keine Vorschriften, welche Pflanzen verwendet werden sollen, aber mit Blumen aus der freien Natur sieht das Ergebnis einfach besser aus als mit den hochgezüchten Glashauspflanzen. 
Neben tatehana war für Freitagabend auch noch Shōka sanshu-ike geplant. Nach einer ausführlichen theoretischen Einführung und einer praktischen Demonstration beider Stile gingen die Damen frisch ans Werk und sie waren so vertieft, dass die Zeit wie im Flug vergangen ist. Irgendwann tief in der Nacht hat dann doch das Bett gerufen. Aber Samstag sind alle wieder pünktlich und in alter Frische aufgetaucht und wir konnten uns den nächsten Programmpunkten widmen. 

Zuerst nochmal Shōka, diesmal als isshu-ike mit mehrblütigen Chrysanthemen, danach Spielereien in Form von Shōka shimpūtai und zuletzt natürliches Freestyle zum Thema 'Herbst'. Das Chrysanthemenshōka wurde von einigen der Teilnehmerinnen auch klassisch im kubari gearbeitet. 
Für das Shōka shimpūtai gab es zwar zugedachtes Material, allerdings konnte – wie bei allen kreativen Arrangements – frei aus dem vorhandenen Angebot gewählt und kombiniert werden. Auch hier leisteten selbst mitgebrachte Pflanzen gute Dienste. 
Wer nebenbei noch Zeit fand oder reguläre Programmpunkte ausgelassen hat, widmete sich Prüfungsarrangements und speziellen Übungen. Hier entstanden ebenfalls interessante Arbeiten, die ausführlich besprochen wurden.

Erfreulicherweise haben wir abends sogar noch Zeit für gemütliches Zusammensitzen gefunden. So ein Workshop soll ja nicht in Kampf-Ikebana ausarten, sondern auch die Gemeinschaft fördern. Es wurde vom World-Seminar in Kyoto diesen Sommer erzählt und es gab Infos zu geplanten Aktivitäten. Man schwelgte in Erinnerungen (auch an leider bereits verstorbene Freunde und Mitstreiter*innen) und sogar ein bisschen Klatsch und Tratsch fand seinen Platz.

Im Gegensatz zum natürlichen Freestyle wurde zum Abschluss am Sonntag ein kreativerer Ansatz gewählt und ein Arrangement mit mehr designhaften Ausdruck in zwei oder mehr Vasen gearbeitet. 
Nach dem Mittagessen gab es die Nachbesprechung, wobei gleich einmal Wünsche für den nächsten Workshop geäußert wurden. Bis dahin dauert es noch eine Weile, da der nächste Termin erst im Juni kommenden Jahres angesetzt ist. Früher ließen sich mögliche Termine und Raumverfügbarkeiten bedauerlicherweise nicht unter einen Hut bringen. 
Nach dem Aufräumen machten wir uns auf den mehr oder weniger langen Heimweg. Die Zeit ist wieder viel zu schnell verflogen, aber an unseren Arbeiten können wir uns wenigstens noch ein paar Tage erfreuen. Und als Erinnerung bleiben uns immer noch die Fotos, auch wenn sie ein reales Arrangement nicht ersetzen können. 
Hier nun ein kleiner Überblick über die entstandenen Arbeiten.