Beinahe zum richtigen Datum haben wir beim gestrigen Treffen das Chrysanthemenfest in den Mittelpunkt gestellt. Und beide Kurse waren überaus gut besucht, was sich auch in der Galerie erkennen lässt.
Chrysanthemen haben bei uns zwar immer noch den Beigeschmack von Friedhof und Allerheiligen/Allerseelen, aber mittlerweile finden sich in den Gärten immer häufiger winterharte Sorten, die durch ihre Farbenpracht beeindrucken. Und durch die durchgehend wärmeren Winter überleben oft sogar die in Massen im Blumenhandel angebotenen Topfchrysanthemen und blühen auch noch im darauffolgenden Jahr.
Allerdings handelt es sich bei den Überlebenden und den winterharten Sorten in der Regel um mehrblütige Chrysis mit kleinen bis mittleren Blütengrößen. Richtig schöne Einzelblüter lassen sich im Garten leider nicht kultivieren. Aber dafür gibt es ja den Großhandel.
Wir wollten zum Chrysanthemenfest einerseits Shōka shōfūtai isshu-ike arrangieren und als Alternative Freestyle, das bunt und üppig ausfallen sollte.
Für das Shōka hatten wir sehr schöne weiße Chrysanthemen der Sorte 'Topspin' zur Verfügung, die sich durch elegante Stiele, mittelgroße Blüten und hervorragendes Laub auszeichnet. Und die gelieferten Exemplare waren echt knackfrisch und trugen sogar teilweise Seitenknospen.
Jedes Paket enthielt sechs Stiele, daraus ließ sich relativ problemlos ein isshu-ike mit fünf Linien gestalten. Eine unserer Damen freute sich über ein zusätzliches Paket, weshalb sie in ihrer großen Bronze mit neun Linien arbeiten konnte. Die tolle Vase hätte sonst auch nicht zu einer recht schlanken shin-Form gepasst.
Die Freestyler durften sich über eine farbenfrohe Auswahl freuen. Neben den weißen einzelblütigen Chrysis hatten sie leuchtendgelbe, mittelgroße Exemplare und Santinis mit kugeligen, grünen Blüten zur Verfügung. Da passte alles – Variation in Größe, (Blüten)Form und Farbe war vorhanden. Fast wie aus dem (nicht vorhandenen) Lehrbuch.
Zu den schönen Chrysanthemen hätte eigentlich Miscanthus für etwas Bewegung gut gepasst. Aber die Trockenheit hat uns einen Strich durch die Rechnung gemacht, Miscanthus ist derzeit fast nicht erhältlich. Und die Gartenexemplare weisen deutliche Trockenschäden auf und sind viel kleiner als sonst.
Also wurde es Rutenhirse, die wie ein Schleier für einen weicheren Ausdruck sorgt. Einziges Problem: Am Kamerabildschirm ist nicht gut zu erkennen, ob das Arrangement auch vollständig fotografiert wurde. Das merkt man erst bei der Nachbearbeitung.
Jedenfalls hatten wir viel Spaß und die Klimaanlage im Seminarraum kämpfte tapfer gegen die herrschende Hitze. Hier wie immer die Ergebnisse des Treffens plus diverse Hausübungen (die hoffentlich bald eintrudeln werden).
























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