Mittwoch, 27. Mai 2026

Shōka shimpūtai

Unser Unterricht stand gestern ganz im Zeichen von Shōka shimpūtai. Aber wer wollte, konnte auch Freestyle arrangieren. Wer keine Möglichkeit hatte, selbst Material mitzubringen, musste mit dem Überraschungspaket Vorlieb nehmen. Das enthielt vier unterschiedliche Pflanzenarten, die sich für beide Stile eignen, und die Kombinationsmöglichkeit blieb jedem selbst überlassen. 

Es ist nie einfach, die Auswahl jemand anders zu überlassen, denn die Geschmäcker und Vorlieben sind einfach zu unterschiedlich. Aber immerhin bietet das Vorhandensein von zumindest vier Materialien einen gewissen Gestaltungsspielraum. 
Beim anstehenden Workshop wird es ebenfalls Shōka shimpūtai geben. Da hat man dann neben den vorgesehenen Materialien eine weit größere Auswahl, da auch die Komponenten sämtlicher anderer Arrangements zur Verfügung stehen. 

Das Überraschungspaket enthielt wunderbar verbogene Glockenblumen aus Freilandkultur (kein Vergleich mit den steifen, großblütigen Exemplaren, die wir beim Workshop verwenden werden). Dazu kamen einjährige Hirse, eine Freesie in kontrastreichem Gelb und Philadelphuszweige. Letztere waren teilweise nur schwer verwendbar, da viele von ihnen waagrecht gewachsen sind und aufrechte oder schräge Exemplare die Ausnahme darstellten. Aber mit ein wenig Überredungskunst und einigen Tricks ließen sie sich dann doch in den Arrangements unterbringen. 

Der zweigeteilte Kurs hat sich bisher ganz gut bewährt. Da in jeder Gruppe nun weniger Teilnehmer*innen anwesend sind, bleibt mehr Zeit für jeden Einzelnen für ausführliche Korrekturen und die Abendlektion dauert nicht mehr ganz so lange. Dass die entsprechenden Erklärungen doppelt stattfinden müssen, fällt nicht so sehr ins Gewicht.
Der kommende Workshop wird hingegen wieder fordernder, da am Samstag alle Tische besetzt sein werden und Freitag und Sonntag ebenfalls sehr gut gebucht sind. Bleibt zu hoffen, dass das Pflanzenmaterial die vorhergesagten Temperaturen gut übersteht. Aber immerhin besitzt die ÖGG eine Klimaanlage. 
Beim nächsten Treffen Anfang Juni wird Uschi den Unterricht übernehmen. Das wird sicher wieder eine sehr kreative Lektion werden. Lassen wir uns überraschen. Hier nun unsere gestrigen Arbeiten und die ersten Hausübungen.



Mittwoch, 13. Mai 2026

Rahmen und Miniatur

Unser Übungsabend wurde gestern erstmals in geteilter Form abgehalten, als Nachmittags- und Abendkurs. Wir sollten uns jetzt wohl einen neuen Namen dafür ausdenken, denn um 15:30 Uhr kann man noch nicht von Abend sprechen. Schon die erste Ausgabe zeigte, dass sich der Nachmittagskurs großer Beliebtheit erfreut und das trotz der Tatsache, dass aufgrund des Feiertags am Donnerstag schon einige der Stammbesatzung im Kurzurlaub sind. 

Da sich Neueinsteigerinnen für beide Kurse angesagt hatten, wurde das Programm einfach ergänzt. An und für sich standen Miniatur-Freestyle und Arbeiten mit einem Rahmen auf der Agenda. Das sind Themen, die bei den Teilnehmer*innen sehr beliebt sind, da sie ihrer Kreativität freien Lauf lassen können. 

Ein Ikebana gilt dann als Miniatur-Freestyle, wenn es das Format A6 nicht überschreitet. Ob man im Hoch- oder Querformat arbeitet, bleibt jedem selbst überlassen. Dabei ist allerdings Fingerfertigkeit gefragt, denn mit kleinen, fragilen Pflänzchen zu hantieren, kann gelegentlich etwas frustrierend sein. 
Die Finger sind zu dick oder im Weg, ständig stößt man gegen bereits arrangierte Pflanzen und verändert deren Ausrichtung. Mit einer Pinzette zu arbeiten ist ziemlich gewöhnungsbedürftig. Kenzan passen nicht in die kleinen Vasen, die Strohhalme vom komiwara geben oft zu wenig Halt und in Steckmasse muss man Löcher vorbohren, damit man die weichen Stiele reinkriegt. Und trotzdem ist es im Endeffekt befriedigend, wenn man das fertige Werk dann betrachtet. 

Wenn man sich für einen Rahmen entschieden hat, gibt es weder Größen- noch Formbeschränkungen. Man kann mit offenen Rahmen arbeiten oder einen passenden Hintergrund gestalten, die Gefäße davor oder dahinter platzieren oder auch auf andere Weise integrieren. Es kann ein Einzelrahmen sein oder auch eine Kombination aus fix verbundenen oder separat aufgestellten Teilen. Erlaubt ist, was gefällt, solange dem Arrangement ein abgegrenzter Raum geschaffen wird, in dem es wirken kann. 
Die Mehrzahl unserer Teilnehmer*innen hat sich für Arbeiten mit Rahmen entschieden, aber auch viele interessante Miniaturen mit teilweise sehr kreativen Befestigungstechniken sind entstanden. 
Für die Neu- und Wiedereinsteigerinnen gab es ein Freestyle-Paket mit Pfeifenstrauch, Calla und Limonium und vorgeführt wurden eine natürliche und eine designhafte Variante. Die Damen wollten allerdings ihre Arbeiten nicht für den Blog fotografieren. Zahlreiche Hausübungen sind mittlerweile ebenfalls eingetrudelt. 
Der bevorstehende Workshop ist übrigens bereits beinahe ausgebucht, lediglich am Sonntag gibt es noch ein paar freie Plätze.