Unsere beiden Kurse gestern waren wieder sehr gut besucht und die Stimmung war ebenfalls großartig. Zumindest so lange, bis es an die Korrektur der Arbeiten ging. Diesmal wurde nämlich besonders auf den designhaften Ausdruck der Arrangements Wert gelegt. Und da erwies sich das eine oder andere Freestyle als ein wenig zu naturalistisch oder landschaftlich. Aber ein paar zusätzliche Blüten und das eine oder andere Umstellen von Linien haben auch diesen Arbeiten den nötigen designhaften Touch verliehen.
Laut Programm sollten wir mit ungewöhnlichen Gefäßen arbeiten und für die eignet sich ein designhafter Ausdruck natürlich besonders gut. Aber auch ganz normale Standardgefäße lassen sich kreativ oder designhaft bespielen.
Bei einem designhaften Freestyle wird das verwendete Pflanzenmaterial nicht als Blume/Pflanze in ihrer natürlichen Form betrachtet, sondern als 'Material' mit den Eigenschaften Farbe, Form und Textur. Die Auswahl der Pflanzen erfolgt also nicht nach den üblichen Gesichtspunkten für ein natürliches Arrangement, sondern konzentriert sich auf die vorhin genannten Aspekte.
Wer selbst auf Materialsuche gegangen ist hatte deshalb manchmal das Problem, dass die Blumen etwas zu klein oder zu wenig aussagekräftig waren. Perfekt für ein natürliches Arrangement, aber zu schwach für einen designhaften Ausdruck.
Indem man aber beispielsweise diese zu kleinen/unscheinbaren Blüten als Masse ansieht und mehr davon verwendet, kann man den Ausdruck von natürlich hin zu designhaft verschieben. Gleiches gilt auch für Zweige oder Stiele. Entfernt oder reduziert man die Blätter und schneidet Seitentriebe weg, bekommt man eine stärkere Linienbetonung.
Und auch die Fußpositionen spielen eine Rolle. In der Natur wachsen Pflanzen aus einem Wurzelstock und die Stiele stehen üblicherweise eng beisammen. Ordnet man sie aber mit Abstand oder einzeln und weit verteilt an, ändert sich der Ausdruck. Kleine Veränderungen können also große Wirkung zeigen.
Nach ein bisschen Gestöhne wegen der verlangten Änderungen beim Ausdruck (und weil die Komfortzone verlassen werden musste) waren die Damen und Herren schließlich doch mit Feuereifer bei der Sache. Die nächste Gelegenheit, sich in einem designhaften Ausdruck zu üben, kommt bald, denn im November steht eine abstrakte Landschaft auf dem Programm. Lassen wir uns überraschen, wie gut dieses Treffen dann besucht sein wird.
Hier nun unsere gestrigen Arbeiten und jede Menge Hausübungen (bei denen auch der natürlichere Ausdruck dominieren kann - gequält werden nur die Anwesenden vor Ort 😉).






























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