Montag, 20. April 2026

Frühlingsworkshop in Passau

Aufgrund einer Veranstaltung in und vor der Kapelle des Bildungshauses Spektrum Kirche in Passau sind wir für unseren Wochenend-Workshop in den 2. Stock umgesiedelt worden. Dort hatten wir einen sehr großen, hellen Raum zur Verfügung, in dem wir uns ausbreiten konnten. Dazu kam noch eine kleine Terrasse mit Gitterboden, die ideal für das Hantieren mit Kies und Wasser ist. 
Einziges kleines Manko – der Raum ist nur über einige Stufen erreichbar und mit Parkettboden ausgestattet. Dafür ist der Vorraum so weitläufig, dass wir einen Großteil unserer Ausrüstung dort lagern konnten und teilweise auch die Blumenkübel oben stehen ließen. Unterlegplanen sorgten dafür, dass der Boden beim Grünschnittcontainer und dort, wo die Gießkannen abgestellt waren, nicht zu Schaden kam. 

Der Workshop konzentrierte sich diesmal auf Shōka und Freestyle, aber auch ein tatehana wurde gearbeitet. Freitag nach dem Abendessen starteten wir zum Aufwärmen mit Shōka sanshu-ike, wofür wir neben Allium noch schön schmale, gefleckte Aspidistrablätter und mehrblütige Rosen zur Verfügung hatten. Selbst wenn die Blätter nur gute 5 cm breit waren, so musste trotzdem darauf geachtet werden, dass sich die breitere Blatthälfte auf der richtigen Seite des Arrangements befindet. Danach wurde ein Tulpen-Shōka vorgeführt und wer wollte, arrangierte zusätzlich Shōka shimpūtai und/oder widmete sich Prüfungsarrangements. 

Bis es zum gemütlichen Teil überging – es galt, die überreichten Diplome zu feiern – war der Abend schon weit fortgeschritten und wir haben alle nicht sehr viel Schlaf ergattert, bevor es wieder Zeit für das Frühstück war. 

Am Samstag ging es noch einmal ziemlich streng zur Sache, indem wir Gerbera isshu-ike arrangierten, wobei beide Möglichkeiten vorgestellt wurden. Man kann Gerbera nämlich entweder wie ohamono behandeln und analog zu Hosta arrangieren, oder man betrachtet die Blätter als naga-hamono und gestaltet das Arrangement mit zwei kabu ähnlich wie Calla. Da wir Topfware zur Verfügung hatten, konnten wir auch auf knospige Gerbera zurückgreifen. 

Nach dem Mittagessen ging es bereits deutlich kreativer weiter. Beim tatehana waren nur noch wenige Regeln zu beachten und beim anschließenden Freestyle mit Mini-Gerbera konnte man sich so richtig austoben. Die Abend-Session bescherte uns nochmal Freestyle, diesmal als Kombinationsform mit Ranunkeln als Hauptmaterial. 
Der gemütliche Teil fiel etwas kürzer aus, da sich bei den Damen gewisse Ermüdungserscheinungen bemerkbar machten. Der Unterricht war bisher doch recht fordernd, denn auch Freestyle hat seine Tücken und man muss entsprechend konzentriert sein. 

Der Sonntag bescherte uns Freestyle in einem kreativen Gefäß, wobei die Befestigungstechnik gelegentlich etwas trickreich sein konnte. Nach dem Mittagessen ging es leider schon wieder ans Aufräumen, so ein Wochenende ist einfach viel zu kurz. Aber trotzdem hatten alle viel Spaß und die Zeit bis zum Herbstworkshop wird sowieso wieder viel zu schnell verfliegen. Und wem es dennoch zu lange dauert, es gibt ja auch in Wien diverse Möglichkeiten, auch wenn es da nicht so praktisch ist wie bei einer Unterbringung im Haus.
Hier nun eine kleine Auswahl unserer Arbeiten.


Mittwoch, 15. April 2026

Freestyle in mehreren Gefäßen

Beim Übungsabend im voll besetzten Seminarraum der ÖGG ging es diesmal um Freestyle in zwei oder mehr Gefäßen. Wer wollte, konnte auch geteilt in einer Schale arbeiten oder eine kreativ geformte Vase verwenden. 

Die meisten Teilnehmer*innen ließen sich vom Großmarktpaket überraschen, das diesmal lediglich drei Materialien enthielt: Freesien in Rosa und Blauviolett, grüne Bartnelken und zartrosa Ozothamnus, auch Rice Flower genannt. Auf den ersten Blick konnte man die Blüten für Schafgarbe halten, der zitronige Duft und die nadeligen Blätter belehrten einen aber schnell eines Besseren. 

Bei zwei blühenden Materialien hat man natürlich die Qual der Wahl, was denn das Hauptmaterial im Arrangement sein soll, aber die meisten der Überraschungspaketbesitzer*innen entschieden sich für die Freesien. Da in einigen Kübeln die rosafarbenen Exemplare überwogen und in anderen hingegen die blauen, ergab sich auch bei den fertigen Arbeiten eine reizvolle Vielfalt in der Farbgewichtung. 

Dass wir nicht komplett in einer blau-rosa Wolke untergingen, dafür sorgten diejenigen, die selbst Material mitgebracht haben. So mischten sich auch noch Gelb, Rot und Weiß in die Farbpalette der Galerie. Und auch die Hausübungen werden uns bestimmt zusätzliche Farbtupfer bescheren. 

Ab Mai gibt es übrigens eine Änderung bei den Übungsabenden. Aufgrund des erheblichen Andrangs (und weil immer wieder Absagen wegen Platzmangel erteilt werden mussten) wird der Kurs dann in eine Nachmittags- und eine Abendsession geteilt. Jeweils mit gleichem Programm und immer mit Wahlmöglichkeit. Man kann sich also die Kurszeiten in Abstimmung mit sonstigen Aktivitäten jedes Mal neu aussuchen. Schauen wir einmal, wie sich das System bewähren wird. 
Hier nun die gestrigen Arrangements, sowie diverse Hausübungen, die nach und nach ergänzt werden.



Mittwoch, 25. März 2026

Wieder einmal Tulpen

Unser gestriger Übungsabend gestaltete sich überaus 'bewegt'. Auf dem Programm standen Shōka bzw. Freestyle mit Tulpen. Dass diese Pflanzen sehr bewegungsfreudig sind, ist allgemein bekannt. Ein Arrangement ist daher wirklich nur für den Augenblick gedacht. 

Beim vorletzten Übungsabend hatten wir ganz tolle Tulpen zur Verfügung, knackig und mit sehr stabilen Blättern. Diese Sorte wäre zwar wieder erhältlich gewesen, allerdings nur in einer Länge von 25 cm. Das ist für Shōka einfach zu kurz. Also wurden es Exemplare vom selben Züchter – der wirbt extra damit, dass seine Tulpen in Erde wachsen, nicht auf Steinwolle. Allerdings im Ausland, die Pflanzen haben also bereits lange Transportwege hinter sich. Heimische Freilandware ist bedauerlicherweise noch nicht erhältlich und die inländischen Glashausstulpen wandern meist in die Supermärkte.

In der Verpackung präsentierten sich die Blätter auch kräftig und gar nicht labbrig. Beim Verteilen zeigte sich allerdings, dass es um die Stabilität leider nicht ganz so gut bestellt war und sie rasch schlapp machten. Aus diesem Grund arbeiteten wir teilweise mit nur wenig Blättern. 

Eine weitere Problematik stellten die teilweise recht krummen Stiele dar. Die Tulpen standen zwar schön stabil und auch die Köpfe zeigten gut nach oben, nur ließen sich die Krümmungen nicht ausbügeln. Dafür waren die Stiele doch zu knackig, die sind lieber gebrochen, anstatt sich geraderichten zu lassen. 
Und wenn die Tulpen bei der Korrektur noch halbwegs in Form waren, bis sie endlich am Fotoplatz angekommen sind, haben sie sich schon wieder bewegt und/oder die Blätter gedreht. Da ist es wohl am besten, das Arrangement gleich wieder zu zerlegen und die Tulpen in die Vase zu stellen. Dann kann man sich noch einige Tage an ihnen erfreuen. 

Einige der Shōka-Damen entschieden sich dafür, nishu-ike zu arrangieren. Damit war das Blattproblem ebenfalls schnell gelöst. Und auch ein sanshu-ike ganz ohne Tulpenbeteiligung mischte sich unter die Arrangements.

Die Freestyle-Fraktion hatte gefüllte Papageientulpen mit großen, schweren Blüten zur Verfügung. Wenn die aufgeblüht sind, sollten sich verschiedene Rottöne unter das strahlende Gelb mischen. In Kombination mit rosa Ginster und den schönen Blättern der immergrünen Magnolie entstanden kleine Arrangements, bei denen die Tulpen spätestens am nächsten Tag den leuchtenden Mittelpunkt bilden werden. Leider wurden nicht alle Freestyle-Arbeiten fotografiert.
 
Für dieses Jahr haben wir die Tulpen vermutlich abgehakt, zumindest was Shōka betrifft. Vielleicht verwenden wir sie nochmal im Freestyle, denn besonders die einfachblühenden Sorten lassen sich relativ einfach verändern, sodass ein komplett anderer Eindruck entsteht. Man wird sehen. 
Hier nun die Ergebnisse des Übungsabends und die diversen Hausübungen.