Nach dem regelkonformen Arbeiten vom Dienstag war heute sprühende Kreativität angesagt. Auf dem Programm standen Shōka shimpūtai (2 Arrangements) für Gruppe 1 und Rikka shimpūtai für Gruppe 2.
Professor Sasaki startete den Unterricht mit einer erweiterten Erklärung von nimai-oha, da am Vortag doch einige Fragen aufgekommen waren. Danach folgte eine sehr interessante Lektion über Shimpūtai im Allgemeinen und es wurden Vergleiche zu Shōka und Rikka shōfūtai gezogen. Dabei ging es vor allem um die Beziehung von in und yo und worauf man beim Shimpūtai sonst noch achten sollte.
Gruppe 1 hatte vielfältiges Material zur Auswahl, darunter schmale Cordyline-Blätter (die wir am Vortag bereits für das Rikka verwendet haben), Perückenstrauch und Amarant. Aus diesem Set wurde auch das Vorführ-Arrangement gestaltet – so ganz ohne auffällige Blüten. Die Cordyline-Blätter waren shu, der Amarant yo und für ashirai verwendete Sensei den Perückenstrauch.
Weitere Pflanzen umfassten verschiedenfarbige Calla im Topf, Glockenblumen, Weizen und zarte Schachtelhalme. Auf Pflanzen vom Vortag konnte selbstverständlich ebenfalls zurückgegriffen werden.
Für Gruppe 2 gab es ebenfalls Perückenstrauch, diesmal allerdings wesentlich längere und kräftigere Zweige. Dazu gesellten sich Ixien, Rittersporn, Frauenmantel, Galax-Blätter, Schachtelhalm und Steelgras sowie Weizen, Neuseelandflachs, Astrantien und Scabiosa stellata. Das Beispielarrangement war sehr raumgreifend und Sensei wies besonders darauf hin, dass der hauptsächliche Unterschied zwischen Shōka und Rikka (hinsichtlich shōfūtai, was aber auch für shimpūtai gilt) im Lichteinfall liegt.
Shōka beschreibt einen Sichelmond, während Rikka den Vollmond darstellt. Deshalb soll ein Rikka shimpūtai zwar viel freien Raum aufweisen, dennoch aber insgesamt eine ungefähre Kugelform umfassen. Shōka shimpūtai hingegen ist stärker asymmetrisch ausgerichtet.
Die Materialzusammenstellung ließ uns nicht viel Spielraum hinsichtlich shu, denn der Perückenstrauch ist einfach zu dominant. Aber bereits bei der Auswahl von yo gab es mehrere Optionen und auch die generelle Gestaltung der Arrangements war überaus vielfältig.
Bezüglich der Veröffentlichung von Fotos wurde extra darauf hingewiesen, dass man nur die genehmigten Arrangements des Professors posten darf sowie die eigenen Arbeiten. Alle anderen Werke sind tabu, außer es gibt die explizite Einwilligung der Arrangierenden.
Beim Arbeiten mussten wir uns heute etwas sputen, da Professor Sasaki noch einen Vortrag und eine kleine Vorführung für Studierende und Lehrkräfte der Designschule abhalten muss. Dafür werden rund 70 Teilnehmer*innen erwartet (und wir dürfen nicht dabei sein). Außerdem steht noch das gemeinsame festliche Abendessen an. Ein dichter Zeitplan, aber wir sind gut fertig geworden und auch das Material für den morgigen Freestyle-Tag wurde zeitgerecht verteilt.
Der morgige Tag wird sowieso ziemlich spannend, da wir erstmals in den Ausstellungsgefäßen üben dürfen. Zuerst noch alle mit identem Material, damit wir uns mit den Vasen und den passenden Techniken vertraut machen können. Für die Ausstellung gibt es dann allerdings verschiedene Überraschungspakete, damit die Arbeiten vielfältiger werden.
Hier nun die heutigen Werke:
Prof. Sasaki's Arbeiten ...
... und unsere Werke























































