Mittwoch, 14. Oktober 2026

Kreative Vase - designhafter Ausdruck

Unsere beiden Kurse gestern waren wieder sehr gut besucht und die Stimmung war ebenfalls großartig. Zumindest so lange, bis es an die Korrektur der Arbeiten ging. Diesmal wurde nämlich besonders auf den designhaften Ausdruck der Arrangements Wert gelegt. Und da erwies sich das eine oder andere Freestyle als ein wenig zu naturalistisch oder landschaftlich. Aber ein paar zusätzliche Blüten und das eine oder andere Umstellen von Linien haben auch diesen Arbeiten den nötigen designhaften Touch verliehen. 

Laut Programm sollten wir mit ungewöhnlichen Gefäßen arbeiten und für die eignet sich ein designhafter Ausdruck natürlich besonders gut. Aber auch ganz normale Standardgefäße lassen sich kreativ oder designhaft bespielen. 
Bei einem designhaften Freestyle wird das verwendete Pflanzenmaterial nicht als Blume/Pflanze in ihrer natürlichen Form betrachtet, sondern als 'Material' mit den Eigenschaften Farbe, Form und Textur. Die Auswahl der Pflanzen erfolgt also nicht nach den üblichen Gesichtspunkten für ein natürliches Arrangement, sondern konzentriert sich auf die vorhin genannten Aspekte. 

Wer selbst auf Materialsuche gegangen ist hatte deshalb manchmal das Problem, dass die Blumen etwas zu klein oder zu wenig aussagekräftig waren. Perfekt für ein natürliches Arrangement, aber zu schwach für einen designhaften Ausdruck. 
Indem man aber beispielsweise diese zu kleinen/unscheinbaren Blüten als Masse ansieht und mehr davon verwendet, kann man den Ausdruck von natürlich hin zu designhaft verschieben. Gleiches gilt auch für Zweige oder Stiele. Entfernt oder reduziert man die Blätter und schneidet Seitentriebe weg, bekommt man eine stärkere Linienbetonung. 
Und auch die Fußpositionen spielen eine Rolle. In der Natur wachsen Pflanzen aus einem Wurzelstock und die Stiele stehen üblicherweise eng beisammen. Ordnet man sie aber mit Abstand oder einzeln und weit verteilt an, ändert sich der Ausdruck. Kleine Veränderungen können also große Wirkung zeigen. 

Nach ein bisschen Gestöhne wegen der verlangten Änderungen beim Ausdruck (und weil die Komfortzone verlassen werden musste) waren die Damen und Herren schließlich doch mit Feuereifer bei der Sache. Die nächste Gelegenheit, sich in einem designhaften Ausdruck zu üben, kommt bald, denn im November steht eine abstrakte Landschaft auf dem Programm. Lassen wir uns überraschen, wie gut dieses Treffen dann besucht sein wird. 
Hier nun unsere gestrigen Arbeiten und jede Menge Hausübungen (bei denen auch der natürlichere Ausdruck dominieren kann - gequält werden nur die Anwesenden vor Ort 😉).

Sonntag, 4. Oktober 2026

Lange Nacht der Museen im Gartenbaumuseum

Impressionen von unserer kleinen Ausstellung im Rahmen der Langen Nacht der Museen im Gartenbaumuseum Wien.

《Der Abend war sehr kurzweilig. Wir hatten immer wieder kleine Grüppchen von Besuchern, und dazwischen kaum "Leere". Hat mir Spaß gemacht!》

《Es hat mir große Freude bereitet, meine Kreativität zum Ausdruck zu bringen. Wenn meine Exponate auch anderen Freude bereiten, oder zumindest ihr Interesse wecken, freut es mich umso mehr!》


Mittwoch, 23. September 2026

Gräserzeit

Unser Übungsabend stand ganz im Zeichen von Gräsern, was ja auch gut zum nahenden Herbstbeginn passt. Das Angebot an Gräsern am Großmarkt ist eher bescheiden, speziell wenn es sich um Miscanthus handelt. 
Der ist ja DAS Herbstgras schlechthin, schön schwingende Blätter und dazu noch die dekorativen Wedel. Aber bei Bundware kann man die Blätter vergessen, die sind entweder abgeschnitten oder so beschädigt, dass man sie nicht verwenden kann. Das gilt in den meisten Fällen auch für Pennisetum und Panicum. Im Handel stören lange Blätter den Ablauf und müssen daher weg. 
Der Garten war in diesem Jahr auch keine Option für Miscanthus. Aufgrund der Hitze und Trockenheit sind die Wedel bereits aufgeplustert durchgetrieben und die Blätter sehen jetzt schon aus wie im Spätherbst/Winter – vertrocknet, geknickt und eingerissen. 

Dafür hat sich aber das Diamantgras ganz gut gemacht und es gab ausreichend davon, damit zumindest die Shōka-Leute damit arbeiten konnten. Für die Freestyle-Fraktion stand eine kräftige Hirse zur Verfügung, die gut zu den Dahlien passt. 
Für den Abendkurs brachte eine Teilnehmerin schönen Zebramiscanthus mit, der in ihrem (im Bergland gelegenen) Garten gut gediehen ist. 

Beim Shōka konnten verschiedene Möglichkeiten ausprobiert werden. Neben dem Diamantgras hatten wir kleine Sommerastern im Angebot, dazu noch Solidago. Es konnte also nishu-ike oder sanshu-ike gearbeitet werden, und zwar entweder 'normal' oder auch in Form von maze-ike. Es ist ja jetzt die ideale Zeit für diese Sonderform. Und selbstverständlich war auch Shōka shimpūtai möglich. Wer wollte, ging selbst auf Materialjagd. 
So entstanden wieder vielfältige Arbeiten, wie man in der Galerie sehen kann. Leider wurden nicht alle Arrangements auch fotografiert.

Unsere nächste Veranstaltung wird die Teilnahme an der Langen Nacht der Museen am 3. Oktober sein. Da werden wir eine kleine Ausstellung unter dem Motto 'Alles Beere' auf die Beine stellen.