Mittwoch, 25. März 2026

Wieder einmal Tulpen

Unser gestriger Übungsabend gestaltete sich überaus 'bewegt'. Auf dem Programm standen Shōka bzw. Freestyle mit Tulpen. Dass diese Pflanzen sehr bewegungsfreudig sind, ist allgemein bekannt. Ein Arrangement ist daher wirklich nur für den Augenblick gedacht. 

Beim vorletzten Übungsabend hatten wir ganz tolle Tulpen zur Verfügung, knackig und mit sehr stabilen Blättern. Diese Sorte wäre zwar wieder erhältlich gewesen, allerdings nur in einer Länge von 25 cm. Das ist für Shōka einfach zu kurz. Also wurden es Exemplare vom selben Züchter – der wirbt extra damit, dass seine Tulpen in Erde wachsen, nicht auf Steinwolle. Allerdings im Ausland, die Pflanzen haben also bereits lange Transportwege hinter sich. Heimische Freilandware ist bedauerlicherweise noch nicht erhältlich und die inländischen Glashausstulpen wandern meist in die Supermärkte.

In der Verpackung präsentierten sich die Blätter auch kräftig und gar nicht labbrig. Beim Verteilen zeigte sich allerdings, dass es um die Stabilität leider nicht ganz so gut bestellt war und sie rasch schlapp machten. Aus diesem Grund arbeiteten wir teilweise mit nur wenig Blättern. 

Eine weitere Problematik stellten die teilweise recht krummen Stiele dar. Die Tulpen standen zwar schön stabil und auch die Köpfe zeigten gut nach oben, nur ließen sich die Krümmungen nicht ausbügeln. Dafür waren die Stiele doch zu knackig, die sind lieber gebrochen, anstatt sich geraderichten zu lassen. 
Und wenn die Tulpen bei der Korrektur noch halbwegs in Form waren, bis sie endlich am Fotoplatz angekommen sind, haben sie sich schon wieder bewegt und/oder die Blätter gedreht. Da ist es wohl am besten, das Arrangement gleich wieder zu zerlegen und die Tulpen in die Vase zu stellen. Dann kann man sich noch einige Tage an ihnen erfreuen. 

Einige der Shōka-Damen entschieden sich dafür, nishu-ike zu arrangieren. Damit war das Blattproblem ebenfalls schnell gelöst. Und auch ein sanshu-ike ganz ohne Tulpenbeteiligung mischte sich unter die Arrangements.

Die Freestyle-Fraktion hatte gefüllte Papageientulpen mit großen, schweren Blüten zur Verfügung. Wenn die aufgeblüht sind, sollten sich verschiedene Rottöne unter das strahlende Gelb mischen. In Kombination mit rosa Ginster und den schönen Blättern der immergrünen Magnolie entstanden kleine Arrangements, bei denen die Tulpen spätestens am nächsten Tag den leuchtenden Mittelpunkt bilden werden. Leider wurden nicht alle Freestyle-Arbeiten fotografiert.
 
Für dieses Jahr haben wir die Tulpen vermutlich abgehakt, zumindest was Shōka betrifft. Vielleicht verwenden wir sie nochmal im Freestyle, denn besonders die einfachblühenden Sorten lassen sich relativ einfach verändern, sodass ein komplett anderer Eindruck entsteht. Man wird sehen. 
Hier nun die Ergebnisse des Übungsabends und die diversen Hausübungen.




Mittwoch, 11. März 2026

Freestyle horizontale Form

Der gestrige Übungsabend bescherte uns eine Freestyle-Basisform, die nicht ganz so gerne gearbeitet wird: yokō-no-hana, eine horizontale Ausrichtung des Materials, wodurch ein ruhiger, stabiler Ausdruck erzielt wird. 
Die Schwierigkeit bei dieser Form liegt darin, dass das Material nicht so einfach zu finden ist. Eine von Natur aus aufrecht gewachsene Pflanze wird in einer horizontalen Ausrichtung eher seltsam aussehen. Blattlose Zweige bieten sich für eine horizontale Form natürlich an, denn solange kein Austrieb vorhanden ist, kann man auch einen schräg oder sogar aufrecht gewachsenen Zweig flach anordnen. 
Auch die Befestigung im Gefäß erfordert etwas Geschick. Das gilt besonders dann, wenn die Vase schmal ist oder eine enge Öffnung aufweist. Da muss dann schon mal Draht verwendet werden oder man greift sonstwie tief in die Trickkiste.

Die meisten Teilnehmer*innen entschieden sich für das Überraschungspaket vom Großmarkt. Das enthielt Kirschzweige, die bereits schöne, dicke Knospen tragen. Dazu noch kleine rosa Anthurien, dunkelrote Ranunkeln und als Grünzeug Ruscus.
Es wäre zwar schön gewesen, Ranunkeln oder andere passende Blumen in einer Kontrastfarbe zu verwenden, aber leider waren die nicht in ausreichender Zahl erhältlich. 

Es blieb jedem Arrangierenden selbst überlassen, welche der Blumen als Hauptmaterial gelten sollte und wie die Fußpositionen im Gefäß angeordnet sind. So ziemlich alle Füße befanden sich am Ende in einer mehr oder weniger engen Anordnung und die meisten entschieden sich für Anthurien als Hauptblume. Interessanterweise hat sich niemand für eine geteilte Form oder hintereinanderliegende Fußpositionen erwärmen können. Aber immerhin waren auch hohe Vasen vertreten, nicht nur die üblichen länglichen Schalen oder Blockgefäße. 
Wer selbst Material mitgebracht hat oder sich daheim an die Arbeit machte, hat ebenfalls sehr interessante Materialkombinationen und Gefäße ausgewählt. Lassen wir uns überraschen, ob noch weitere Beiträge auftauchen.
Hier erst einmal die Fotos vom gestrigen Treffen und die ersten Hausübungen.