Mittwoch, 17. Juni 2026

Freestyle mit verändertem Material

Wir haben uns bemüht!
In Abwesenheit unserer geschätzten Meisterin durften wir einen Übungsabend zum genannten Thema gestalten. Um die Sache weiter zu komplizieren, widmeten wir uns zusätzlich der Arrangement-Form shimentai, dem Tischarrangement. Warum einfach, wenn's auch kompliziert geht. 

Ein Ikebana von allen Seiten (und von oben) zu betrachten ist für uns Ikenobo-Schüler*innen eher ungewohnt, konzentrieren wir uns doch üblicherweise auf die Ansichtsseite von vorne. Klar war, wir müssen uns in der Höhe beschränken, Asymmetrie und unterschiedliche Höhen der Linien beachten und trotzdem den gefälligen Rundum-Anblick nicht aus den Augen verlieren.

Zur Verfügung standen als Strukturmaterial Phoenix-Palmenblätter, denen wir mutig ein neues Design verpassten. Wenn schon "verändern", dann deutlich und klar als gewollten Gestaltungsausdruck erkennbar.
Als zweites Material konnten wir zu erfreulich frischer Alchemilla greifen, Spray-Röschen in kecker Farbe sollten einen weiteren Blickpunkt ergeben. Etwaige "Löcher", vor allem im Bereich der Füßchen, haben wir dezent mit kleinblättrigem Viburnum aus meinem Garten abgedeckt.

Man beachte bitte bei den Fotos auch die entzückenden Tischarrangements der Teilnehmenden, die eigenes Material mitgebracht hatten und sich nur dem Thema shimentai widmen wollten.

Wir freuen uns schon sehr, der nächste ÜA wird wieder von unserer Meisterin betreut. Gut, dass sie wieder da ist!


Montag, 15. Juni 2026

Seminar in Bern - Demo

Die Demo von Professor Sasaki war kurz und knackig. Fünf Freestyle-Arrangements in 30 Minuten, die alle seine sehr spezielle Handschrift trugen. Trotz der Kürze war die Vorführung sehr mitreißend und dynamisch gestaltet und die Arbeiten passten perfekt zu den jeweiligen Vasen. 
Zu Beginn gab es einführende Worte einer Vertreterin der Keramik-Klasse, wobei beschrieben wurde, wie es zur Zusammenarbeit kam und welchen Herausforderungen sich die Designerinnen stellen mussten. Prof. Sasaki moderierte teilweise in Englisch, dann wieder übersetzte Kyoko seine Ausführungen. Zuletzt bedankte er sich ganz herzlich, dass das Seminar und die Ausstellung im Bernapark über die Bühne gehen konnten und er hofft, dass er wieder einmal hierher zurückkommen kann. 
Das Fotografieren während der Demo war etwas schwierig, da alles so schnell und mit ausholenden Bewegungen stattfand. Auch die fertigen Arbeiten waren nicht einfach zu fotografieren, der Andrang war ziemlich groß und es fehlte ein wenig der Hintergrund. Aber das Wichtigste war, dass es den Besucher*innen gefallen hat, die Professor Sasaki mit einem ausdauernden Klatschkonzert verabschiedeten.

Freitag, 12. Juni 2026

Seminar in Bern - Ausstellung

Der Ausstellungstag begann schon einmal recht vielversprechend. Wir durften nacheinander zu Professor Sasaki kommen und erhielten von ihm mit den Worten 'good luck' ein mehrfach gefaltetes Zettelchen mit der Nummer des Überraschungspaketes. Er scherzte noch, dass er schuld daran ist, wenn wir mit den Pflanzen nicht zurechtkommen sollten, da schließlich er für die Auswahl und Zusammenstellung verantwortlich sei. 
Ich durfte mich über mein Wunschpaket freuen und auch Anne war mit ihrem Los sehr zufrieden. Zudem hatten wir noch jede Menge Restmaterialien der vergangenen Tage zur Verfügung, falls uns etwas fehlen sollte. 

Wir konnten uns mit dem Arrangieren Zeit lassen, sollten aber bis Mittag fertig werden. Für eine erste Korrektur kam Sensei an den Arbeitsplatz, danach mussten wir unsere Arbeiten auf die zugewiesenen Ausstellungsplätze stellen und dort die Endkorrektur vornehmen lassen. Da speziell bei den Plätzen im Foyer (wo sich Anne und ich einen Tisch teilen durften) verschiedene Sichtachsen möglich sind, mussten wir besonders darauf achten, dass unsere Arrangements aus allen Perspektiven gefällig aussehen. 

Anne arrangierte in ihrem Donut - diesmal auf Oasis - mit Silberpfennig (Lunaria, noch in der unreifen, grünen Form) als Strukturpflanze und roten Rosen als Hauptmaterial. Dazu kam noch eine kleine Wolke aus Frauenmantel an der Basis, aus der als Überraschungsmoment eine Anthurienblüte aus dem mitgebrachten Topf hervorlugte. Ursprünglich hatte sie eine Glockenblume verwendet, Sensei Sasaki meinte aber, der Kontrast wäre zu stark. 

Mein Paket enthielt wunderbare, panaschierte Ingwerblätter, noch sehr geschlossene weiße Lilien, Spraynelken, Asparagus plumosus und ziemlich verbogene Liriope-Blätter, die als Affengras ausgewiesen waren. Die kamen gleich mal auf das Abstellgleis. Stattdessen wollte ich die mitgebrachten Binsen verwenden und vielleicht noch etwas Schleierkraut zur Aufhellung hinzufügen. 
Die Lilien landeten kurz geschnitten im warmen Wasser und mit etwas Geburtshilfe öffneten sie sich zumindest ein wenig. Ihre volle Wirkung werden sie vermutlich erst morgen entfalten. Die Ingwerblätter wurden vorsorglich gedopt, da ich die Befürchtung hatte, dass sie sich eventuell einrollen könnten. Leider hat sich diese Vorahnung später bestätigt: Die jüngeren Blätter neigen dazu, sich zusammenzufalten, wenn es ihnen an Luftfeuchtigkeit mangelt. 

Ich verwendete die Blätter zu beiden Seiten hin, allerdings in unterschiedlichen Winkeln, um den Raum abzugrenzen. Auf einer Seite unterstützten einige Binsen die Aufwärtsbewegung, gegenüber kam der Asparagus als Massekontrast zum Einsatz und wurde von etwas Schleierkraut begleitet. Die Lilien bildeten niedrig nach vorne gerichtet die Hauptblume und die orangefarbenen Spraynelken setzten farbliche Akzente. Das Oasis habe ich mit einer Schicht irisierender Glasmurmeln abgedeckt, die für einen weiteren Überraschungsmoment sorgen. 
Professor Sasaki hatte an meinem Arrangement fast nichts auszusetzen, er hat nur eine lange, zur Seite hin verlaufende Spraynelke entfernt und eine stärkere Betonung der Akzente in der Mitte angeregt. 

Leider gab es auch eine Panne mit einer Vasenserie, die ausgerechnet unseren Sensei betraf. Er hatte sein großes Arrangement – eine Kombination aus drei hohen Vasen mit Unmengen an Hortensien und Perückenstrauch – fertiggestellt, als die Vasen nach und nach undicht wurden. Schnell wurden Ersatzvasen aufgetrieben, von denen aber wieder welche leckten. Im Endeffekt musste er seine Arbeit mehrfach umgestalten, denn erst nach dem dritten oder vierten Umsetzen (und dem Trockenlegen der Ausstellungsfläche) waren alle drei Vasen dicht. Bewundernswert, dass Sensei seinen Humor nicht verloren hat und klaglos jedes Mal von vorne begonnen hat. Glücklicherweise war auch genügend Material vorhanden. 

Gegen 14:30 Uhr begann dann der große Umbau des Vortragssaals. Hausarbeiter entfernten unsere Arbeitstische, reinigten alles und begannen damit, die Bestuhlung für die Demo am Samstag herzurichten. Währenddessen kümmerten wir uns um die Versorgung und Verteilung des Restmaterials und behielten nur das nötige Ersatzmaterial, falls bei den Ausstellungsstücken etwas ausgetauscht werden muss. Die Blumen und Gefäße für die Vorführung wurden ebenfalls verstaut. 
Zu jedem Arrangement gibt es ein sehr schön gestaltetes Schild mit dem Namen des Ikebanesen und jenem der Keramikkünstlerin, die für das entsprechende Gefäß verantwortlich zeichnet. 

Die Eröffnung ging um 17 Uhr mit geladenen Gästen über die Bühne und gestaltete sich sehr familiär. Neben uns Ikebanesen waren die Keramikkünstlerinnen, ihre Betreuer, Familie und Freunde anwesend. Auch der japanische Kulturattaché und Gattin gaben sich die Ehre. Ab 18 Uhr war die Ausstellung dann allgemein zugänglich. 
Um das leibliche Wohl kümmerte sich das Mensapersonal überaus herzlich und liebevoll. Überhaupt ist das Haus sehr entgegenkommend und der Veranstaltungssaal eignet sich hervorragend für Ikebana. 

Morgen haben Anne und ich gleich in der Früh Aufsichtsdienst. Unsere Schicht ist rechtzeitig zur Vorführung von Sasaki-Sensei zu Ende und danach haben wir frei und können ein wenig Sightseeing betreiben. Anne fährt dann noch am Abend heim, während sich mein Zug am Sonntagmorgen auf den Weg macht. 
Die Ausstellung selbst läuft zwar noch bis Sonntagabend, da aber mein Gefäß bereits eine Käuferin gefunden hat und ich in Steckmasse gearbeitet habe, brauche ich mich um nichts mehr zu kümmern. 

Hier nun die Bilder unserer Ausstellungsexponate. Die offiziellen Ausstellungsfotos werden zu gegebener Zeit auf der Website der Study Group Bern (https://www.ikenobobern.com/) veröffentlicht.


Donnerstag, 11. Juni 2026

Seminar in Bern - Tag 3

Heute stand also Freestyle in den uns zugeteilten Vasen auf dem Programm. Da es von jeder Serie kleine, mittlere und große Vasen mit je drei leicht unterschiedlichen Exemplaren gibt, konnten wir doch noch ein wenig mitbestimmen und die für jeden schönste/passendste Vase aussuchen. 
Ich hatte noch dazu das Glück, dass ich die einzige war, der die mittlere Größe einer bestimmten Serie zugeteilt worden war. Also musste ich mit niemandem diskutieren, sondern konnte in Ruhe auswählen. Auch Anne war glücklich, dass sie ihren Donut mit der hellen Glasur ergattern konnte. 

Das Blumenpaket war überaus umfangreich und passte zu allen Gefäßtypen und Größen Es gab sehr knusprige Palmkätzchen als Linienmaterial (Japaner scheinen darauf zu stehen, unabhängig davon, dass sie derzeit nicht üblich sind), Xanadu-Blätter, großblütige Gerbera mit einer interessanten Blütenform, eine neuartige Züchtung von Glockenblumen (hauptsächlich grün mit leichten blauen Akzenten und eher schalenförmigen Blüten), Schleierkraut und Frauenmantel. 
Die Menge hätte ausgereicht, eine riesige Schale komplett zu füllen. Eine Vase mit Aschenbecherdurchmesser und einer Höhe von ebenfalls etwa 15 cm geht inmitten der Fülle an Blumen geradezu unter. Von meiner Vasenserie haben alle Teile denselben Durchmesser, nur die Höhen variieren zwischen fünf und 30 cm. 
Mit der mittleren Größe habe ich noch das beste Los gezogen. Die flache Variante wirkt mickrig und ist ebenso schwierig zu bespielen wie das hohe Exemplar. Das benötigt wirklich sehr viel Material (und kiloweise Kies), um ein halbwegs balanciertes Arrangement zu erzielen. Aber Sasaki-Sensei ist der Meinung, dass man auch in kleinen Gefäßen groß und ausladend arbeiten kann. 

Der Unterricht wurde heute hauptsächlich anhand von Fotos abgehalten, wobei Professor Sasaki die nötigen Erläuterungen lieferte, warum etwas wie gemacht wurde. Er hat eigentlich nur Bilder seiner eigenen Arbeiten gezeigt und seine einzigartige Handschrift ist dabei sehr deutlich zutage getreten. Die kann man nun mögen oder auch nicht. Sensei hat selbst erzählt, dass er anfangs vom Headmaster gerügt wurde, dass seine Arbeiten etwas zu avantgardistisch und fremdartig seien. Aber sein Stil wurde schlussendlich akzeptiert. Ich persönlich habe ein wenig zwiespältige Gefühle bei einigen seiner Arrangements, aber das ist laut Aussage vom Professor durchaus gewollt. Nonkonformismus kann ebenfalls ein Alleinstellungsmerkmal sein. 

Wir sollen alle unsere eigene Handschrift finden und uns dabei ein paar wichtige Punkte einprägen: Das Arrangement muss einen Rahmen haben, der es im Raum definiert und abgrenzt (man könnte auch sagen, dass man eine Bühne baut und damit die Grenzen des Arrangements definiert). Dabei sind Bewegung und Richtung wichtig. Das Strukturmaterial kann gleichzeitig das Hauptmaterial der Arbeit sein, welches deutlich erkennbar sein muss. Dabei kann es sich um Pflanzen in ihrer Gesamtheit handeln oder auch um spezifische Teile davon. Wenn Haupt- und Strukturmaterial aus unterschiedlichen Pflanzen bestehen, sollten entsprechende Kontraste vorhanden sein – wie bei in und yo im Shimpūtai. 
Ein weiteres unabdingbares Element ist der Fokuspunkt, der sich auf der Bühne befindet und den Blick auf sich zieht. Dabei kann es sich durchaus um mehrere unterschiedliche Materialien handeln, solange alles in Balance bleibt. Weitere Elemente werden nach Bedarf hinzugefügt. Allerdings sollte man mit so wenig wie unbedingt nötigen Pflanzenarten arbeiten, denn sonst geht der klare Ausdruck verloren. 

Nach der Mittagspause konnten wir uns also mit den Vasen vertraut machen und versuchen, das Material bestmöglich einzusetzen und dabei das eigentliche Ziel unseres Arrangements nicht aus den Augen zu verlieren. Gar nicht so einfach. Laut Sensei hilft es, wenn man seiner Arbeit einen Titel oder ein Thema zuweist und versucht, Gemeinsamkeiten und Kontraste zu finden. 

Anne konnte sich mit dem vorgesehenen Material nicht wirklich anfreunden, es hat einfach nicht mit ihrem Gefäß harmoniert. Also hat sie aus sehr viel Perückenstrauch, Anthurienblüten und einer Spraynelke als Fokuspunkt ein Arrangement mit dem Titel 'Über den Wolken' gestaltet. Sensei war davon angetan, verlangte aber beim ersten Korrekturdurchgang nach noch mehr 'Wolken'. Bei der Endkorrektur merkte er dann an, dass das Arrangement für eine Übung sehr gelungen ist, ein Ausstellungsarrangement allerdings noch ein paar zusätzliche Linien vertragen könnte, um den Raum noch deutlicher zu begrenzen. 

Ich habe mir bei meinem Arrangement die runden Muster auf der Vasenoberfläche als Inspirationsquelle genommen und mit dem Titel 'Kreise' gearbeitet. Silberne Aludrahtschlingen haben eine spiralförmige Struktur rund um die Vase gebildet, die ihren Abschluss in einer grünen Hypericumbeere fand. Die Xanadu-Blätter wurden ebenfalls in einer gebogenen Linie angeordnet und die Zwischenräume mit Schleierkraut und gelbgrünen Frauenmantelblüten locker gefüllt. Die runde Gerberablüte dient als Blickfang und eine blaugrüne Glockenblume bildet den Kontrapunkt. 
Das Farbschema beschränkt sich hauptsächlich auf verschiedene, zur Vasenfarbe passende Grüntöne, während das Weiß des Schleierkrauts die Verbindung zum Aludraht herstellt. Dadurch wirkt der Kontrast der rosafarbenen Gerbera noch stärker. Professor Sasaki fand die Komposition gelungen und lobte die Raumaufteilung, merkte allerdings an, dass das Ausstellungsarrangement mit mehr Blumen gearbeitet werden sollte. Besucher, die vielleicht nicht so viel Ahnung von Ikebana haben, werden durch leuchtende Farben und zahlreiche Blüten wesentlich besser angesprochen. 

Für die eigentlichen Ausstellungsarrangements wurden fünf unterschiedliche Überraschungspakete zusammengestellt, die morgen verlost werden. Wir dürfen untereinander tauschen, wenn wir mit dem Los nicht zufrieden sind, und auch sämtliche Restmaterialien stehen uns zur Verfügung. 
Bei den Vasen können wir eventuell innerhalb der Serie der zugeteilten Größe noch wechseln. Aber da wir jetzt mit der erforderlichen Technik vertraut sind, wird das wohl nur dann der Fall sein, wenn das zugeloste Material farbmäßig nicht zur Vase passen sollte. Ich bin mir sicher, dass sehr vielfältige Arbeiten entstehen werden.

Da das offizielle Seminar nun zu Ende ist, erhielten wir die Zertifikate überreicht und Professor Sasaki konnte noch zwei Diplome an Mitglieder der Study Group Bern verleihen. Während wir uns verabschiedeten, um den Tag gemütlich ausklingen zu lassen und Kraft für morgen zu sammeln, sind Kyoko und Sensei mit der Vorbereitung der Vorführung und ihren Ausstellungsarrangements beschäftigt. Morgen müssen schließlich noch all unsere Arbeiten korrigiert werden, bevor die Ausstellung am Abend im kleinen Kreis eröffnet wird. Da bleibt keine Zeit mehr für weitere Vorbereitungsarbeiten. Es wird wohl ein langer Abend werden, obwohl Sasaki-Sensei sehr zügig arbeitet.

Hier nun unsere beiden Werke, mit denen wir sehr zufrieden sind.

Mittwoch, 10. Juni 2026

Seminar in Bern - Tag 2

Nach dem regelkonformen Arbeiten vom Dienstag war heute sprühende Kreativität angesagt. Auf dem Programm standen Shōka shimpūtai (2 Arrangements) für Gruppe 1 und Rikka shimpūtai für Gruppe 2. 
Professor Sasaki startete den Unterricht mit einer erweiterten Erklärung von nimai-oha, da am Vortag doch einige Fragen aufgekommen waren. Danach folgte eine sehr interessante Lektion über Shimpūtai im Allgemeinen und es wurden Vergleiche zu Shōka und Rikka shōfūtai gezogen. Dabei ging es vor allem um die Beziehung von in und yo und worauf man beim Shimpūtai sonst noch achten sollte. 

Gruppe 1 hatte vielfältiges Material zur Auswahl, darunter schmale Cordyline-Blätter (die wir am Vortag bereits für das Rikka verwendet haben), Perückenstrauch und Amarant. Aus diesem Set wurde auch das Vorführ-Arrangement gestaltet – so ganz ohne auffällige Blüten. Die Cordyline-Blätter waren shu, der Amarant yo und für ashirai verwendete Sensei den Perückenstrauch. 
Weitere Pflanzen umfassten verschiedenfarbige Calla im Topf, Glockenblumen, Weizen und zarte Schachtelhalme. Auf Pflanzen vom Vortag konnte selbstverständlich ebenfalls zurückgegriffen werden. 

Für Gruppe 2 gab es ebenfalls Perückenstrauch, diesmal allerdings wesentlich längere und kräftigere Zweige. Dazu gesellten sich Ixien, Rittersporn, Frauenmantel, Galax-Blätter, Schachtelhalm und Steelgras sowie Weizen, Neuseelandflachs, Astrantien und Scabiosa stellata. Das Beispielarrangement war sehr raumgreifend und Sensei wies besonders darauf hin, dass der hauptsächliche Unterschied zwischen Shōka und Rikka (hinsichtlich shōfūtai, was aber auch für shimpūtai gilt) im Lichteinfall liegt. 
Shōka beschreibt einen Sichelmond, während Rikka den Vollmond darstellt. Deshalb soll ein Rikka shimpūtai zwar viel freien Raum aufweisen, dennoch aber insgesamt eine ungefähre Kugelform umfassen. Shōka shimpūtai hingegen ist stärker asymmetrisch ausgerichtet. 

Die Materialzusammenstellung ließ uns nicht viel Spielraum hinsichtlich shu, denn der Perückenstrauch ist einfach zu dominant. Aber bereits bei der Auswahl von yo gab es mehrere Optionen und auch die generelle Gestaltung der Arrangements war überaus vielfältig. 

Bezüglich der Veröffentlichung von Fotos wurde extra darauf hingewiesen, dass man nur die genehmigten Arrangements des Professors posten darf sowie die eigenen Arbeiten. Alle anderen Werke sind tabu, außer es gibt die explizite Einwilligung der Arrangierenden. 

Beim Arbeiten mussten wir uns heute etwas sputen, da Professor Sasaki noch einen Vortrag und eine kleine Vorführung für Studierende und Lehrkräfte der Designschule abhalten muss. Dafür werden rund 70 Teilnehmer*innen erwartet (und wir dürfen nicht dabei sein). Außerdem steht noch das gemeinsame festliche Abendessen an. Ein dichter Zeitplan, aber wir sind gut fertig geworden und auch das Material für den morgigen Freestyle-Tag wurde zeitgerecht verteilt. 

Der morgige Tag wird sowieso ziemlich spannend, da wir erstmals in den Ausstellungsgefäßen üben dürfen. Zuerst noch alle mit identem Material, damit wir uns mit den Vasen und den passenden Techniken vertraut machen können. Für die Ausstellung gibt es dann allerdings verschiedene Überraschungspakete, damit die Arbeiten vielfältiger werden.

Hier nun die heutigen Werke:

Prof. Sasaki's Arbeiten ...
... und unsere Werke