Der Spätsommerworkshop in der ÖGG bescherte uns bereits vor seinem eigentlichen Beginn ein paar Schweißausbrüche, und das lag nicht nur an den herrschenden Temperaturen. Durch einen Fehler beim Großhändler ist ein Teil des bestellten Materials nicht mit auf die Reise gegangen.
Wenn man beispielsweise statt der bestellten (und benötigten) 100 Liatris nur 20 Stück in der Box findet, ist das ziemlich unangenehm. Und wenn man beim 2. Großmarktbesuch des Tages dann feststellt, dass es Liatris und die anderen fehlenden Pflanzen derzeit nicht im regulären Sortiment gibt, kommt man ganz schön ins Schwitzen. Da ist dann kurzfristiges Umdisponieren angesagt und es wurde alles, das irgendwie für die geplanten Arrangements geeignet scheint, zusammengerafft.
Zusätzlich hofft man, es auch von der verbleibenden Zeit her noch rechtzeitig zurück in die ÖGG zu schaffen, bevor die ganzen Teilnehmer*innen eintrudeln (und dann vielleicht noch vor verschlossenen Türen stehen). Mit Hängen und Würgen hat es doch noch geklappt und es ist glücklicherweise die einzige Panne des gesamten Wochenendes geblieben.
Unser Programm war wieder sehr vielfältig und für alle Damen haben sich die passenden Arrangements gefunden. Die Profis beschäftigten sich mit Rikka shōfūtai und Rikka shimpūtai, der Nachwuchs testete die Fähigkeiten im Shōka shōfūtai aus und auch Freestyle war in unterschiedlichen Varianten vertreten.
Das Rikka war bereits deutlich herbstlich angehaucht, obwohl nach wie vor Grüntöne dominieren. Wir haben ein sugu-shin-Rikka mit Hahnenkammcelosien und Enzian (als Ersatz für die Liatris) gearbeitet, womit die Damen gut beschäftigt waren. Hypericum und pinke Nelken lieferten ein paar zusätzliche Farbtupfer, um die Grüntöne aufzulockern.
Das Materialpaket für Rikka shimpūtai enthielt neben Anthurien und Monstera-Blättern auch Kängurupfötchen, Craspedien und diverses Grünzeug. Wer sich für tatehana entschieden hatte, erhielt Amaranth, Gräser, Waxflower und ebenfalls Kleinkram wie Alchemilla oder Farn.
Da sich doch einige vom Nachwuchs an Shōka versuchen wollten, war an und für sich ein Linienarrangement mit Liatris und Rosen geplant. Die Pflanzen reichten gerade für das Demo-Arrangement und für diejenigen, die erstmals Shōka arrangierten. Die Damen mit etwas mehr Erfahrung erhielten Enzian, der mit den Rosen kombiniert werden konnte, und die Fortgeschrittenen arrangierten isshu-ike mit weißen Glockenblumen.
Shōka sanshu-ike und Shōka maze-ike standen ebenfalls auf dem Programm. Der Amaranth für das maze-ike hat teilweise schlapp gemacht, aber mit den Gräsern und den Santini-Chrysanthemen hat das maze-ike auch als nishu-ike gut ausgesehen (und war zudem einfacher zu arrangieren).
Die Freestyle-Arbeiten rangierten von herbstlich-natürlich (Lampionblumen und Chrysanthemen) über ein Spiel mit Texturen im engen Farbspektrum (zartgelbe Alstroemerien, gelbgrüner Frauenmantel, dunkelgrüner Asparagus und gelbe Craspedia) bis hin zu flächenbetont (Gerbera und Aralienblätter). Wer wollte, arbeitete mit selbst gesammelten Materialien oder kombinierte das Vorhandene nach Lust und Laune neu.
Auch aufgrund der auf Hochtouren laufenden Klimaanlage war es ein entspanntes und harmonisches Arbeiten und die Damen dürften den Workshop genossen haben. Jedenfalls hat es (bisher) keine Beschwerden gegeben 😊.
Wie immer hier nur ein kleiner Ausschnitt der entstandenen Werke.






















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