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Montag, 31. August 2026

Spätsommerworkshop in der ÖGG

Der Spätsommerworkshop in der ÖGG bescherte uns bereits vor seinem eigentlichen Beginn ein paar Schweißausbrüche, und das lag nicht nur an den herrschenden Temperaturen. Durch einen Fehler beim Großhändler ist ein Teil des bestellten Materials nicht mit auf die Reise gegangen. 
Wenn man beispielsweise statt der bestellten (und benötigten) 100 Liatris nur 20 Stück in der Box findet, ist das ziemlich unangenehm. Und wenn man beim 2. Großmarktbesuch des Tages dann feststellt, dass es Liatris und die anderen fehlenden Pflanzen derzeit nicht im regulären Sortiment gibt, kommt man ganz schön ins Schwitzen. Da ist dann kurzfristiges Umdisponieren angesagt und es wurde alles, das irgendwie für die geplanten Arrangements geeignet scheint, zusammengerafft.
Zusätzlich hofft man, es auch von der verbleibenden Zeit her noch rechtzeitig zurück in die ÖGG zu schaffen, bevor die ganzen Teilnehmer*innen eintrudeln (und dann vielleicht noch vor verschlossenen Türen stehen). Mit Hängen und Würgen hat es doch noch geklappt und es ist glücklicherweise die einzige Panne des gesamten Wochenendes geblieben. 

Unser Programm war wieder sehr vielfältig und für alle Damen haben sich die passenden Arrangements gefunden. Die Profis beschäftigten sich mit Rikka shōfūtai und Rikka shimpūtai, der Nachwuchs testete die Fähigkeiten im Shōka shōfūtai aus und auch Freestyle war in unterschiedlichen Varianten vertreten. 

Das Rikka war bereits deutlich herbstlich angehaucht, obwohl nach wie vor Grüntöne dominieren. Wir haben ein sugu-shin-Rikka mit Hahnenkammcelosien und Enzian (als Ersatz für die Liatris) gearbeitet, womit die Damen gut beschäftigt waren. Hypericum und pinke Nelken lieferten ein paar zusätzliche Farbtupfer, um die Grüntöne aufzulockern. 
Das Materialpaket für Rikka shimpūtai enthielt neben Anthurien und Monstera-Blättern auch Kängurupfötchen, Craspedien und diverses Grünzeug. Wer sich für tatehana entschieden hatte, erhielt Amaranth, Gräser, Waxflower und ebenfalls Kleinkram wie Alchemilla oder Farn. 

Da sich doch einige vom Nachwuchs an Shōka versuchen wollten, war an und für sich ein Linienarrangement mit Liatris und Rosen geplant. Die Pflanzen reichten gerade für das Demo-Arrangement und für diejenigen, die erstmals Shōka arrangierten. Die Damen mit etwas mehr Erfahrung erhielten Enzian, der mit den Rosen kombiniert werden konnte, und die Fortgeschrittenen arrangierten isshu-ike mit weißen Glockenblumen. 
Shōka sanshu-ike und Shōka maze-ike standen ebenfalls auf dem Programm. Der Amaranth für das maze-ike hat teilweise schlapp gemacht, aber mit den Gräsern und den Santini-Chrysanthemen hat das maze-ike auch als nishu-ike gut ausgesehen (und war zudem einfacher zu arrangieren). 

Die Freestyle-Arbeiten rangierten von herbstlich-natürlich (Lampionblumen und Chrysanthemen) über ein Spiel mit Texturen im engen Farbspektrum (zartgelbe Alstroemerien, gelbgrüner Frauenmantel, dunkelgrüner Asparagus und gelbe Craspedia) bis hin zu flächenbetont (Gerbera und Aralienblätter). Wer wollte, arbeitete mit selbst gesammelten Materialien oder kombinierte das Vorhandene nach Lust und Laune neu.

Auch aufgrund der auf Hochtouren laufenden Klimaanlage war es ein entspanntes und harmonisches Arbeiten und die Damen dürften den Workshop genossen haben. Jedenfalls hat es (bisher) keine Beschwerden gegeben 😊. 
Wie immer hier nur ein kleiner Ausschnitt der entstandenen Werke.


Mittwoch, 25. März 2026

Wieder einmal Tulpen

Unser gestriger Übungsabend gestaltete sich überaus 'bewegt'. Auf dem Programm standen Shōka bzw. Freestyle mit Tulpen. Dass diese Pflanzen sehr bewegungsfreudig sind, ist allgemein bekannt. Ein Arrangement ist daher wirklich nur für den Augenblick gedacht. 

Beim vorletzten Übungsabend hatten wir ganz tolle Tulpen zur Verfügung, knackig und mit sehr stabilen Blättern. Diese Sorte wäre zwar wieder erhältlich gewesen, allerdings nur in einer Länge von 25 cm. Das ist für Shōka einfach zu kurz. Also wurden es Exemplare vom selben Züchter – der wirbt extra damit, dass seine Tulpen in Erde wachsen, nicht auf Steinwolle. Allerdings im Ausland, die Pflanzen haben also bereits lange Transportwege hinter sich. Heimische Freilandware ist bedauerlicherweise noch nicht erhältlich und die inländischen Glashausstulpen wandern meist in die Supermärkte.

In der Verpackung präsentierten sich die Blätter auch kräftig und gar nicht labbrig. Beim Verteilen zeigte sich allerdings, dass es um die Stabilität leider nicht ganz so gut bestellt war und sie rasch schlapp machten. Aus diesem Grund arbeiteten wir teilweise mit nur wenig Blättern. 

Eine weitere Problematik stellten die teilweise recht krummen Stiele dar. Die Tulpen standen zwar schön stabil und auch die Köpfe zeigten gut nach oben, nur ließen sich die Krümmungen nicht ausbügeln. Dafür waren die Stiele doch zu knackig, die sind lieber gebrochen, anstatt sich geraderichten zu lassen. 
Und wenn die Tulpen bei der Korrektur noch halbwegs in Form waren, bis sie endlich am Fotoplatz angekommen sind, haben sie sich schon wieder bewegt und/oder die Blätter gedreht. Da ist es wohl am besten, das Arrangement gleich wieder zu zerlegen und die Tulpen in die Vase zu stellen. Dann kann man sich noch einige Tage an ihnen erfreuen. 

Einige der Shōka-Damen entschieden sich dafür, nishu-ike zu arrangieren. Damit war das Blattproblem ebenfalls schnell gelöst. Und auch ein sanshu-ike ganz ohne Tulpenbeteiligung mischte sich unter die Arrangements.

Die Freestyle-Fraktion hatte gefüllte Papageientulpen mit großen, schweren Blüten zur Verfügung. Wenn die aufgeblüht sind, sollten sich verschiedene Rottöne unter das strahlende Gelb mischen. In Kombination mit rosa Ginster und den schönen Blättern der immergrünen Magnolie entstanden kleine Arrangements, bei denen die Tulpen spätestens am nächsten Tag den leuchtenden Mittelpunkt bilden werden. Leider wurden nicht alle Freestyle-Arbeiten fotografiert.
 
Für dieses Jahr haben wir die Tulpen vermutlich abgehakt, zumindest was Shōka betrifft. Vielleicht verwenden wir sie nochmal im Freestyle, denn besonders die einfachblühenden Sorten lassen sich relativ einfach verändern, sodass ein komplett anderer Eindruck entsteht. Man wird sehen. 
Hier nun die Ergebnisse des Übungsabends und die diversen Hausübungen.