Das Thema unseres Juli-Treffens lautete 'Freestyle im Glasgefäß oder mit großer Wasserfläche' – genau passend zu den derzeit herrschenden Temperaturen. Die transparenten Gefäße und das viele sichtbare Wasser sorgten (neben der Klimaanlage) für eine angenehme Atmosphäre im Seminarraum.
So schön Glasgefäße auch sind, das Arrangieren kann sich bisweilen etwas trickreich gestalten. Schließlich ist das, was sonst unterhalb des Vasenrandes verschwindet, plötzlich für alle sichtbar. Da muss man sich schon genau überlegen, wie man denn einen ästhetischen Eindruck über und unter der Wasserfläche erzielt.
Da doch einige der Teilnehmer*innen erstmals mit Glasgefäßen oder großer, sichtbarer Wasserfläche arbeiteten, wurden mehrere verschiedene Techniken demonstriert. Da wäre einmal der Stöpsel, der sich gut für enge Gefäßöffnungen eignet. Dann die Klebestreifenmethode, die eine genaue Überlegung erfordert, wie denn alles ins Gleichgewicht gebracht werden kann und gleichzeitig unter der Wasserfläche halbwegs ordentlich aussieht. Außerdem wurde die Befestigung mit dekorativem Aludraht und Saugnäpfen vorgeführt.
Erwähnt wurden auch andere Methoden, wie die Verwendung von verknoteten Plastikstreifen, eingeklemmten Folien, Klammern oder Hydroperlen.
Für ein Arrangement über großer Wasserfläche – gerne als 'schwebende Blumen' bezeichnet – erfolgte die Befestigung mit Oasis, das mittels einer Drahtklammer am Schalenrand eingehakt wurde. Dieselbe Methode lässt sich ebenfalls mit einem kenzan anwenden, wobei der Draht sogar durch Nylonschnur ersetzt werden kann. Die muss dann allerdings am Schalenrand festgeklebt werden.
Spezielle kenzan aus Kunststoff mit Saugnäpfen sind ebenfalls erhältlich, die eignen sich aber nur für sehr leichtes Material und glatte Oberflächen. In Schalen, die keine hochglänzende Glasur aufweisen oder deren Oberfläche nicht spiegelglatt ist, werden diese kenzan nicht halten.
Eines haben Arrangements in Glasgefäßen gemeinsam – sie sollten einen luftigen Eindruck vermitteln, der zur Kühle und Ästhetik der Container passt. Knorrige Äste werden in einer Glasschale wohl eher seltsam aussehen, da eignen sich Blumen und Gräser viel besser.
Eine unserer Damen hat sogar mit Zweigen gearbeitet, allerdings besitzt der Ahorn eine glatte Rinde und das frischgrüne Laub stand im Mittelpunkt des Interesses. Zudem verlangt diese spezielle Glasvase aufgrund ihrer Form und Größe ein kräftiges Arrangement.
Generelle Regeln sind also (wie meistens im Freestyle) nur Anhaltspunkte, es kommt immer auf den Gesamteindruck an. Das gilt eigentlich im gesamten Ikebana, der Ausdruck steht über der Form. Da lassen sich sogar die Regeln im Shōfūtai in gewissem Rahmen beugen.
Es sind viele Arbeiten während der beiden Einheiten entstanden, wobei allerdings nicht alles fotografiert wurde. Manche Techniken erlauben einen Transport des Arrangements einfach nicht, selbst wenn es nur die kurze Strecke bis zum Fotoplatz ist. Da bräuchte man vermutlich eine weitere Stunde, bis sich alles wieder im Gleichgewicht befindet und an der gewünschten Stelle stehen bleibt. Und nicht jeder stimmt einer Veröffentlichung der Arbeiten zu.






















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