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Mittwoch, 22. Juli 2026

Glas und Wasser

Das Thema unseres Juli-Treffens lautete 'Freestyle im Glasgefäß oder mit großer Wasserfläche' – genau passend zu den derzeit herrschenden Temperaturen. Die transparenten Gefäße und das viele sichtbare Wasser sorgten (neben der Klimaanlage) für eine angenehme Atmosphäre im Seminarraum. 

So schön Glasgefäße auch sind, das Arrangieren kann sich bisweilen etwas trickreich gestalten. Schließlich ist das, was sonst unterhalb des Vasenrandes verschwindet, plötzlich für alle sichtbar. Da muss man sich schon genau überlegen, wie man denn einen ästhetischen Eindruck über und unter der Wasserfläche erzielt. 

Da doch einige der Teilnehmer*innen erstmals mit Glasgefäßen oder großer, sichtbarer Wasserfläche arbeiteten, wurden mehrere verschiedene Techniken demonstriert. Da wäre einmal der Stöpsel, der sich gut für enge Gefäßöffnungen eignet. Dann die Klebestreifenmethode, die eine genaue Überlegung erfordert, wie denn alles ins Gleichgewicht gebracht werden kann und gleichzeitig unter der Wasserfläche halbwegs ordentlich aussieht. Außerdem wurde die Befestigung mit dekorativem Aludraht und Saugnäpfen vorgeführt. 
Erwähnt wurden auch andere Methoden, wie die Verwendung von verknoteten Plastikstreifen, eingeklemmten Folien, Klammern oder Hydroperlen. 

Für ein Arrangement über großer Wasserfläche – gerne als 'schwebende Blumen' bezeichnet – erfolgte die Befestigung mit Oasis, das mittels einer Drahtklammer am Schalenrand eingehakt wurde. Dieselbe Methode lässt sich ebenfalls mit einem kenzan anwenden, wobei der Draht sogar durch Nylonschnur ersetzt werden kann. Die muss dann allerdings am Schalenrand festgeklebt werden. 
Spezielle kenzan aus Kunststoff mit Saugnäpfen sind ebenfalls erhältlich, die eignen sich aber nur für sehr leichtes Material und glatte Oberflächen. In Schalen, die keine hochglänzende Glasur aufweisen oder deren Oberfläche nicht spiegelglatt ist, werden diese kenzan nicht halten. 

Eines haben Arrangements in Glasgefäßen gemeinsam – sie sollten einen luftigen Eindruck vermitteln, der zur Kühle und Ästhetik der Container passt. Knorrige Äste werden in einer Glasschale wohl eher seltsam aussehen, da eignen sich Blumen und Gräser viel besser. 
Eine unserer Damen hat sogar mit Zweigen gearbeitet, allerdings besitzt der Ahorn eine glatte Rinde und das frischgrüne Laub stand im Mittelpunkt des Interesses. Zudem verlangt diese spezielle Glasvase aufgrund ihrer Form und Größe ein kräftiges Arrangement. 
Generelle Regeln sind also (wie meistens im Freestyle) nur Anhaltspunkte, es kommt immer auf den Gesamteindruck an. Das gilt eigentlich im gesamten Ikebana, der Ausdruck steht über der Form. Da lassen sich sogar die Regeln im Shōfūtai in gewissem Rahmen beugen.

Es sind viele Arbeiten während der beiden Einheiten entstanden, wobei allerdings nicht alles fotografiert wurde. Manche Techniken erlauben einen Transport des Arrangements einfach nicht, selbst wenn es nur die kurze Strecke bis zum Fotoplatz ist. Da bräuchte man vermutlich eine weitere Stunde, bis sich alles wieder im Gleichgewicht befindet und an der gewünschten Stelle stehen bleibt. Und nicht jeder stimmt einer Veröffentlichung der Arbeiten zu.



Mittwoch, 25. Juni 2025

Glas und Wasser

Das Thema unseres Übungsabends passte perfekt zu den tropischen Temperaturen, die derzeit in Wien herrschen. Wir beschäftigten uns mit Freestyle mit Schwerpunkt Masse, wobei in Glasgefäßen mit viel sichtbarem Wasser gearbeitet werden sollte. Wer wollte, konnte auch 'schwebende Blumen' arrangieren, Hauptsache, dass die Wasserfläche zu sehen war. 

Einige von uns orderten das Großmarktpaket, das diesmal nur aus drei Pflanzenarten bestand: Kornblumen, gelbe Cosmeen und Hasenschwanzgras (Samtgras, Lagurus ovatus). 
Das Vorführarrangement war eine Mischung aus 'schwebenden Blumen' und massebetontem Arrangement, wobei der kenzan am Rand der großen Glasschale befestigt war. So konnten sich die Blumen über das Wasser ausstrecken und die Befestigung war nicht sichtbar.

Mehrere der Damen brachten Hortensien mit, da die Blütenköpfe natürliche Massen repräsentieren und gerade in voller Blüte stehen. Aber auch Wicken und andere Gartenpflanzen waren vertreten. Einige arbeiteten in Trinkgläsern, wodurch die Arrangements gut als Tischdekoration verwendbar waren. 

Eine der Schwierigkeiten bei einem massebetonten Arrangement liegt darin, dass man vermeiden muss, das Gefäß einfach vollzustopfen. Auch Masse muss Bewegung/Rhythmus und Richtung vermitteln. Speziell dafür wurden Gräser und anderes Linienmaterial eingesetzt, denn Masse allein bleibt optisch gerne 'am Boden kleben' und lässt das Arrangement schwerfällig wirken. 

Die Befestigungstechnik in (durchsichtigen) Glasgefäßen stellt ebenfalls eine Herausforderung dar. Man muss sich entscheiden, ob man die Technik sehen soll, oder ob sie unscheinbar bleibt. Diesmal waren viele unterschiedliche Techniken im Einsatz. Wir hatten Hydrogel-Perlen, verknotete Plastikstreifen, Klebestreifen am Vasenrand, Draht- und Plastikgeflechte, Saugnäpfe und natürlich auch (bunte) Steckmasse und kenzan im Einsatz.

Jetzt startet erst einmal unsere Sommerpause in der ÖGG. Der Sommer-Workshop findet erst in knapp einem Monat statt und im Juli und August gibt es ja jeweils nur einen Übungsabend. Aber dafür steht dieses Wochenende der Workshop in Passau auf dem Programm.

Hier nun unsere gestrigen Werke. Hausübungsfotos sind ebenfalls bereits eingetroffen, wodurch die Galerie wieder schön umfangreich ist. 


Mittwoch, 14. Juni 2023

Glasgefäße und alternative Befestigungstechniken

Gestern hatten wir beim Übungsabend wieder einmal volles Haus. Auf dem Programm stand Freestyle in Glasgefäßen mit alternativer Befestigung oder 'schwebende Blumen'. 
Letztere werden dergestalt in weiten Schalen arrangiert, dass die Pflanzen über die Wasserfläche reichen und so ein leichter, schwebender Eindruck entsteht. Dafür muss der Blumenhalter – kenzan oder Steckmasse – am Schalenrand befestigt werden. 
Wenn man keinen Plastik-kenzan mit Saugnäpfen oder Klebehalter für Steckmasse zur Verfügung hat, kann man sich auch mit einer Drahtschlinge behelfen. Arrangieren sollte man dann so, dass der Blumenhalter möglichst unauffällig bleibt. 

Andere Befestigungstechniken, die gestern angewandt wurden, umfassten verschiedene Techniken für die Verwendung von Aludraht, die Klebestreifenmethode, Steine oder Drahtkugeln als Blumenhalter und auch Hydrogel-Kugerl (die dienten aber hauptsächlich als optische Bereicherung). Auch mit kubari wurde gearbeitet.
Eine der Hausübungen war aufwändiger gestaltet: In eine gegossene Wachsplatte wurden kleine Löcher für die Pflanzen gebohrt und dann schwamm alles auf dem Wasser. 

Es waren wieder einige Neueinsteiger*innen anwesend, die von unserer Ausstellung angelockt wurden, die versuchten sich an einer vereinfachten Variante der schwebenden Blumen. Dabei wurden kenzan oder Steckmasse einfach am Boden des Gefäßes aufgestellt und die Pflanzen wurden aufrechter angeordnet.
Das Material war sehr vielfältig, denn jeder brachte selbst etwas aus dem Garten oder vom Wochenendspaziergang mit. Deshalb herrschten Wiesenblumen und Gräser vor, einige Pflanzen aus der Blumenhandlung waren aber ebenfalls vertreten. Eine bunte Mischung also.

Besprochen wurden auch letzte Details für den kommenden Wochenend-Workshop. Da stehen neben sugu-shin-Rikka und Shōka-Variationen auch verschiedene Freestyle-Arrangements auf dem Plan. Den Sonntag nutzen einige der Neueinsteiger*innen gleich für eine intensive Einführung.

Hier nun unsere Arbeiten, weitere Hausübungen werden später hinzugefügt.