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Montag, 16. Juni 2025

Jubiläumsausstellung Chapter Vienna #223

Für die Jubiläumsausstellung 40 Jahre Ikebana International Chapter Wien #223 hat sich unsere Präsidentin eine ganz besondere Location ausgesucht: Die Kellergewölbe unterhalb von Trachten Tostmann im 1. Bezirk in Wien. 
Die zum Teil noch nicht komplett freigelegten Kellersysteme erstrecken sich über mehrere Stockwerke in die Tiefe und verlaufen unter der gesamten Innenstadt. Teile davon sind gut 600 Jahre alt. Früher wurden Bereiche teilweise als Stallungen verwendet oder dienten als eine Art Seismometer. Um während der Türkenbelagerung festzustellen, ob gegnerische Truppen die nahegelegene Stadtmauer unterminierten, wurden große, wassergefüllte Fässer aufgestellt. Erschütterungen wie z.B. durch Grabungstätigkeiten versetzten die Wasserfläche in Bewegung und dienten so als Frühwarnsystem. 

Jedenfalls hat Familie Tostmann die Kellergewölbe mühsam instandgesetzt und im Rahmen von Stadtführungen und für Ausstellungen auch der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. All unser benötigtes Zeug wie Podeste, Gefäße, Pflanzen und Werkzeug über die engen Wendeltreppen nach unten zu bringen war zwar ein wenig mühsam, der Aufwand hat sich allerdings gelohnt. Besonders die langen Bambusstangen für die Installation im untersten Keller irgendwie durch die Gänge zu fädeln, erwies sich als trickreich. Immerhin ließen sich die grünen Stangen noch ein wenig biegen. 

Der Großteil der Arrangements stammte aus der Hand von Mitgliedern der Sōgetsu-Schule, aber auch Ichiyō und Ikenobō waren mit einzelnen Arbeiten vertreten. Ich beteiligte mich mit einem kleinen tatehana mit Pflanzen aus dem Garten und einem Rikka shimpūtai. Letzteres kommt am Foto leider nicht gut zur Geltung, da die Dreidimensionalität, die einen Gutteil der Wirkung ausmacht, nicht ausreichend vermittelt werden kann. 

Die Eröffnung am Donnerstagabend war sehr stimmungsvoll und überaus gut besucht. Es gab kurze Reden von Frau Tostmann und unserer Präsidentin, bevor Frau Direktor Sugaya vom japanischen Kulturinstitut die Ausstellung offiziell eröffnete. Die klimatischen Bedingungen in den Kellergewölben – leicht feucht und kühl – sind den Pflanzen sicher zuträglich und sie werden gut durchhalten. 

Hier nun einige Eindrücke, die Bilder aller Arbeiten werden zeitnah auf der Website des Chapters veröffentlicht. Einen Rundgang durch die Ausstellung zeigt dieses Video.



Freitag, 24. Januar 2025

Monatstreffen Ikebana International

Diesmal habe ich es endlich wieder geschafft, persönlich beim Monatstreffen von Ikebana International in der Studiogalerie aufzutauchen. Auf dem Programm stand ein Thema aus dem Sōgetsu-Curriculum, und zwar 'Unkonventionelles Material – als Objekt oder mit Pflanzen kombiniert'. 
Damit konnte ich im ersten Moment einmal überhaupt nichts anfangen und erst Rücksprache mit unserer Präsidentin brachte etwas Licht in die Angelegenheit.

Ikenobō verwendet im Freestyle zwar ebenfalls nonflorales Material, aber nie alleine, sondern immer nur als Unterstützung der Pflanzen, die im Mittelpunkt stehen müssen. Um dem Thema aber irgendwie gerecht zu werden, habe ich schließlich eine unkonventionelle Vase gewählt und die mit Zweigen aus dem Garten und Frühlingsblumen bespielt. 

Die Winterkirsche hatte trotz der Kälte bereits vereinzelte Blüten geöffnet und nach ein paar Tagen im Warmen ist sie voll aufgeblüht. Zusammen mit weißen Freesien, einer blauen Anemone und etwas grüner Bartnelke entstand ein frühlingshaftes Arrangement, das gut zu der ungewöhnlichen Vase mit den fünf Öffnungen passte. 

Im Anschluss an die Besprechung der Arrangements wurde noch über die anstehende Chapter-Ausstellung im Juni diskutiert, bevor sich das Treffen zum Asiaten verlagerte, wo wir den Abend ausklingen ließen. 
Auch im kommenden Monat steht wieder ein Sōgetsu-Thema auf dem Programm, da werden Papier und trockene Äste und/oder Aspidistrablätter zu einer dreidimensionalen Form verarbeitet.

Hier nun die Arbeiten, die gestern entstanden sind. Es wurde mit Draht, Metallobjekten, Gummischläuchen, Verpackungs- und Baumaterial, sowie Plastikgegenständen gearbeitet, wobei bei einem Teil der Arbeiten überhaupt kein Pflanzenmaterial zum Einsatz kam.

Skulpturen ohne Pflanzenbegleitung

die Exemplare mit Pflanzenbegleitung

meine Umsetzung des Themas

Freitag, 9. Februar 2024

Monatstreffen Ikebana International

Beim Februar-Treffen von Ikebana International Chapter #223 Vienna hatte ich das Vergnügen, den Anwesenden ein wenig über dekorative und unkonventionelle Befestigungstechniken speziell in Glasgefäßen zu erzählen. Abgerundet wurde der Vortrag durch praktische Beispiele und im Anschluss konnten die Damen und Herren das Gehörte gleich selbst umsetzen. 

Transparente Vasen stellen einen ja meist vor Probleme, denn nicht nur die Stiele der Pflanzen, sondern auch die Befestigungen – seien es jetzt kenzan, kubari oder auch Steckmasse – sind deutlich sichtbar. Verstecken funktioniert leider nicht immer. 
Das Problem mit den sichtbaren Stielen kann man immerhin durch sorgfältige Anordnung in den Griff kriegen und als sichtbares Element in die Arbeit integrieren. Kenzan oder Steckmasse hingegen lassen sich nicht so einfach verbergen. Aber man kann sie durch alternative Techniken ersetzen. 
Die Klebestreifenmethode oder die Verwendung von Foldback-Klammern hat sich da gut bewährt. 

Ein anderer Zugang ist, dass man die Befestigung zu einem dekorativen Teil des Gesamtwerkes macht. Beispielsweise indem man Aqua-Pearls benutzt (Hydrogelkugerl, die in verschiedenen Größen und Farben erhältlich sind) oder Aluminiumdraht in Verbindung mit Saugnäpfen verwendet. Letzteres haben wir beim Monatstreffen sowohl in flachen Schalen als auch in Gläsern oder Vasen geübt. 
Die Saugnäpfe sind erforderlich, um den Aludraht in Position zu halten, wenn das Gewicht der Blumenstiele auf die Konstruktion einwirkt. Dadurch erzielt man die nötige Stabilität. Ob man für die Pflanzen jetzt eigene Befestigungselemente aus dem Draht baut, oder ob man die Stiele einfach zwischen die Drahtschlingen steckt, das bleibt jedem selbst überlassen. Jeder entwickelt irgendwann die Technik, mit der man bestmöglich zurechtkommt und die auch ansprechende optische Ergebnisse liefert. 
Die Bilder in der Galerie zeigen, dass mit ein bisschen Übung auch transparente Gefäße dekorativ bespielt werden können.

Die beiden vorgeführten Beispiele ...

... und die Arbeiten der Teilnehmer*innen

Freitag, 12. Januar 2024

Monatstreffen Ikebana International

Beim Jänner-Treffen von Ikebana International Chapter #223 Vienna war diesmal Bastelstunde angesagt. Eine der Damen zeigte uns, wie Papier oder Zeichenkarton so gefaltet werden kann, dass daraus eine Vase für Ikebana entsteht. 
Die gefaltete Hülle wird einfach über ein passendes Glas oder eine Flasche gestülpt und schon hat man eine dekorative Vase. Und der Clou dabei – man kann die Gefäßfarbe ganz einfach an die verwendeten Blumen oder die Aufstellungsumgebung anpassen, man muss nur geeignetes Papier verwenden. Außerdem verändert sich das Aussehen ein wenig, je nachdem, wie die Vase gedreht wird.

Die verteilten Anleitungen wirkten auf den ersten Blick etwas verwirrend, aber nach einer kurzen Demonstration war alles eigentlich ganz logisch. Man darf das Papier nur nicht drehen, sondern immer von einer Seite aus arbeiten. 
Wir bekamen Faltvorlagen für drei verschiedene Muster, die wir ausprobieren sollten. Dabei zeigte sich, dass die Strukturen mit dickerem Papier oder leichtem Karton besser zur Geltung kommen, auch wenn das Falten ein wenig mühsamer wird. 
Wir waren so vertieft in die Papierarbeit, dass uns die Zeit für das Arrangieren beinahe zu knapp wurde. Deshalb gibt es auch nur wenige fertige Arbeiten in der Galerie zu sehen. 

Für meine Vasen habe ich zartgelbes Papier gewählt, da das ganz gut zur gelben Rose passt, die ich als Blickfang vorgesehen hatte. Die Kriecherl-Zweige waren vom Blühstadium her gerade richtig und haben sogar den Transport heil überstanden. Als Wasserbehälter habe ich eine zylindrische Plastikvase gewählt, die normalerweise als Innenleben von Körbchen dient. Befestigt wurden die Pflanzen mittels kubari

Anfang Februar steht dann ein Ikenobō-Thema auf dem Programm. Das wird interessant werden, denn die meisten Teilnehmer*innen kommen aus der Sōgetsu-Schule und sind mit den Ikenobō-Techniken nicht so vertraut.

üblicherweise sieht ein Ikebana-Arbeitsplatz etwas anders aus

Vasenparade

mein Freestyle