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Dienstag, 8. November 2022

Ein Abend voller Chrysanthemen

Diesmal lautete das Thema unseres Übungsabends 'Chrysanthemen' und wir sollten mit dieser wunderbaren Herbstblume entweder Shōka isshu-ikeShōka shimpūtai oder Freestyle (in Form eines Moribana) arbeiten. 

Die bestellten Chrysanthemen waren diesmal von sehr guter Qualität: leuchtendgelbe, nicht zu große Blüten, relativ schönes Laub und elegante Stiele. Dazu gab es noch leichte Variationen in der Blütengröße – mehr kann man eigentlich nicht verlangen. 
Sogar einige vergessene Seitentriebe mit Knospen waren vorhanden. Die haben wohl die Gärtner in Holland beim Ausputzen der Stiele während der Wachstumsphase übersehen. 
Natürlich können es solche Zuchtsorten hinsichtlich Eleganz nicht mit Freilandchrysanthemen aufnehmen, aber wer hat schon genügend einzelblütige Chrysanthemen im Garten stehen. Da bleibt eben nur der Großhandel übrig. Und ohne Vorbestellung ist es selbst da nicht möglich, größere Mengen einer Sorte so einfach mitzunehmen. 

Der Übungsabend war komplett ausgebucht, es gab Anmeldungen für elf Shōka und sieben Freestyle-Arrangements, dazu kam noch eine Dame, die selbst Material für ein Shōka shimpūtai mitbrachte. 
Bei acht Chrysanthemen pro Nase für das Shōka und je drei einzel- und mehrblütigen Exemplaren für Freestyle – da kommt ganz schön was zusammen. 

Das Shōka konnte wahlweise mit fünf oder sieben Linien arrangiert werden, abhängig von der Vase und davon, wie es mit der Blütengröße aussah. Außerdem konnte die Lektion gleich als Übung für den kommenden Workshop angesehen werden. Da arbeiten wir nochmal Chrysanthemen-Shōka, dann aber klassisch im kubari
Für das Moribana wurden die einzelblütigen Chrysanthemen mit violetten Santini kombiniert. Auf den Fotos erscheinen die aber etwas zu dunkel und wirken nicht so wie in Wirklichkeit. 
Hier nun die Galerie unserer Arbeiten, etwaige Hausübungen werden nach und nach ergänzt.

Dienstag, 4. August 2020

Sommerzeit ist Gladiolenzeit

Wie in jedem Jahr beschäftigen wir uns im Sommer einmal mit Gladiolen, und zwar entweder in Form eines Shōka shōfūtai oder als Freestyle-Arrangement. Auch heuer war es nun wieder so weit und wir schwärmten auf den Feldern der Umgebung aus, um uns passendes Material zu organisieren. 

Das Wetter hat uns beinahe einen Strich durch die Rechnung gemacht, aber die starken Regenfälle verringerten sich doch ein wenig, sodass wir zwar mit tiefen, verschlammten Böden kämpfen mussten, dafür aber zusätzlich nicht auch noch von oben begossen wurden. Nur gut, wenn man spezielles Schuhwerk im Auto hat, das für solche Einsätze geeignet ist und das man dann zum Abtrocknen im Kofferraum liegen lassen kann. Trockener Schlamm lässt sich viel leichter abklopfen. 

Durch die vorangegangene Hitzeperiode waren die Blütenstiele der Gladiolen heuer erfreulicherweise gestauchter gewachsen und die Blüten waren kleiner, wodurch sie sich viel besser für Shōka eigneten. Und auch die Blätter waren teilweise schön schlank und ausreichend lang. Einem produktiven Übungsabend stand also nichts mehr im Wege. 

Üblicherweise wird das Vorführ-Shōka mit zwei oder drei Blüten gearbeitet, diesmal jedoch kamen gleich fünf Blütenstiele zum Einsatz. Dafür begnügten sich die Shōka-Damen dann in ihren eigenen Arbeiten mit weniger Blüten. 

Die Freestyle-Demo brachte ebenfalls eine Abänderung des üblichen Schemas. Kein natürliches Schalenarrangement im Moribana-Stil, sondern eine Umsetzung in einer kreativen Vase wurde gezeigt. Schließlich soll man sich im Unterricht Anregungen holen, wie man alternative Arrangements gestalten kann. 

Interessanterweise wurden die Freestyle-Arbeiten in den überwiegenden Fällen monochrom arrangiert, eventuell unter Hinzufügung von Fremdmaterial. Die Ergebnisse waren überaus sehenswert. 

In zwei Wochen – beim nächsten Übungsabend – steht wiederum eine sommerliche Leitpflanze auf der Agenda. Da wird dann mit Sonnenblumen gearbeitet, wahlweise als Freestyle oder Shōka. Man darf auf interessante Shōka sanshu-ike und Shōka shinpūtai gespannt sein. Und die Damen und Herren werden auch auf dem Freestyle-Sektor wieder spannende Arbeiten abliefern.


Freestyle-Arrangements
Shōka shōfūtai isshu-ike

Mittwoch, 27. April 2016

Jiyūka in mehreren Gefäßen

Der gestrige Übungsabend in der ÖGG stand unter dem Thema "Jiyūka in 2 oder mehr Gefäßen", wobei auch Einzelgefäße mit mehreren Öffnungen bzw. Schalenarrangements mit 2 oder mehr kabu miteingeschlossen waren. Es wurde wieder Material vom Großmarkt zur Verfügung gestellt, die Damen aber gebeten, wenn möglich auch noch eigenes kazai mitzubringen. 
Da man nie so genau weiß, in welchen "Töpfen" gearbeitet wird – die Größe kann vom aschenbechergroßen Väschen bis zur großen Schale reichen – ist die Materialauswahl nicht immer einfach. Diesmal gab es Seidenmohn, und zwar die heimische Variante, die wesentlich zarter und kleinblütiger ist als der italienische Riesenmohn. Dazu als Strukturmaterial Ruscus, Limonium als Füllmaterial und kleine, sternblütige Nelken als Kontrastblume. 
Die Damen brachten zusätzlich blühende Spirea und Apfelzweige mit, Hostablätter und verschiedene Blumen aus Topf und Garten. Das ergab eine nette Mischung, die gut zum Großmarktmaterial passte. 
Die Gefäßvariation war wirklich recht bunt. Große Keramik-suiban, Vasen und Schalen in verschiedenen Kombinationen und Größen und auch ein Gefäß mit 2 Öffnungen war vertreten. Ebenso bunt waren die Ergebnisse des Übungsabends. Vom sehr naturnahen, moribana-artigen Schalenarrangement bis zum kreativen Jiyūka reichte die Bandbreite. Jeder kann sich hier selbst davon überzeugen....
 
  
 

Montag, 16. März 2015

Puchberg-Seminar - alle lieben Shôka

Freitag trafen die letzten Seminarteilnehmerinnen ein, gerade rechtzeitig, um sich mit Shôka shôfûtai auf das samstägliche traditionelle Rikka einzustimmen. Von den Farben und teilweise auch vom Material her stand der Tag im Zeichen des Mädchenfestes. Es dominierten gelb und rosa. Diesmal wurden für den Nachwuchs extra zwei Jiyûka vorgeführt, während wir uns auf Shôka shôfûtai nishu-ike bzw. sanshu-ike konzentrierten.
Vormittags durften wir mit Palmkätzchen das Biegen der Shôka-Form üben. Dazu kamen noch Tazetten, die natürlich zuerst "ausgezogen" werden mussten, um dann in der optimalen Form wieder in die (leider sehr kurze) hakama eingefädelt zu werden.
Am Nachmittag kämpften wir mit jungen, gerade gewachsenen Weidenzweigen, die in eine trauerweidenähnliche Form gebracht werden sollten. Weidenruten an etwas dickeren Stämmen, wie wir sie hier benötigen, sind wenigstens recht gut formbar. Wir konnten keine "echte" Trauerweide verwenden, denn deren Jungtriebe hängen zu sehr nach unten, ohne den richtigen Schwung aufzuweisen.
Der Nachwuchs übte mit den dünneren Trieben und formte augenförmige Strukturen, die in der Schale zu einem dreidimensionalen Gebilde gesteckt wurden. Dazu noch Pfirsichzweige und kleine, gelbe Chrysanthemen und fertig war ein kreatives Jiyûka. Die Chrysanthemen sind zwar nicht gerade Frühlingsblumen, aber wir wollten nicht schon wieder Tazetten verwenden. Und Tulpen sind nun mal kein beliebtes kazai für Shôka bzw. Ranunkeln sind wegen der fehlenden Blätter dafür überhaupt nicht geeignet. Leider gibt es bei uns diesen besonderen japanischen Raps nicht, der üblicherweise beim Mädchenfest Verwendung findet.
An der Prüfungsfront spielte es diesmal Shôka shinpûtai kabu-wake, Aspidistra-Shôka und einen Kranich mit Zierkirsche. Vor dem anstrengenden Rikka-Tag die letzte Möglichkeit, Punkte zu sammeln.
Am Abend wurden im feierlichen Rahmen Diplome an einige Damen verliehen. Die Einreichprozedur ist ziemlich langwierig und die Urkunden trudeln mitunter erst nach mehr als einem Jahr bei den Empfängerinnen ein.
 
 
 die "Vorlagen" für Freitag

 
meine Übungen und das letzte Prüfungsarrangement