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Mittwoch, 14. September 2016

Semesterbeginn mit Shōka shinpūtai


Mit Monatsbeginn kommt die Ikebana-Saison wieder richtig ins Laufen. Nach der eher ruhigen Sommerpause kehrt mit 2 Übungsabenden in der ÖGG plus einem Treffen von Ikebana International Chapter Vienna #223 pro Monat jetzt wieder Normalität ein. 
Unser erster regulärer Übungsabend in der ÖGG startete mit der feierlichen Überreichung eines wohlverdienten Diploms und endete mit Brötchen und Prosecco. Und dazwischen gab es zum Aufwärmen auch ein wenig Ikebana.

Damit der Anfang nicht zu mühsam wurde, stand "nur" ein Shōka shinpūtai mit Herbstmaterial auf dem Programm. Gut die Hälfte der Damen griff auf kazai vom Großmarkt zurück (Amarant, Kugeldahlien und 2 Sorten Gräser), die anderen brachten eigenes Material mit. Speziell bei den Shinpūtai aus gleichem kazai trat die Vielfalt an Ausdrucksmöglichkeiten wieder einmal klar zutage.
Außerdem wurde eine Jiyūka-Kombination als Test für das kommende Seminar mit unserer japanischen Meisterin arrangiert. Und zusätzlich entstand eine entzückende Waldlandschaft inklusive Eierschwammerl und Rottäubling aus Material, das seinen Weg direkt aus St. Jakob im Walde nach Wien gefunden hatte. 
Spielereien sind bei uns immer erlaubt und willkommen, schließlich soll Ikebana Spaß machen. Die nächsten Übungsabende bringen sowieso wieder intensiveren Unterricht mit sich, da tut eine kleine Auflockerung zwischendurch gut.

 
Testlauf für das kommende Seminar
eine entzückende Waldlandschaft - man möchte gleich Schwammerl suchen gehen .....

Freitag, 11. März 2016

Puchberg – Shōkatag

Donnerstag wurde die Belegschaft gleich verdoppelt, 4 weitere Damen trafen im Lauf des Tages ein. Das Tagesprogramm bescherte uns Jiyūka für den Nachwuchs und Shōka shōfūtai nishu-ike für die Fortgeschrittenen. Zuerst widmeten wir uns einem Arrangement aus Drachenweide und Tulpen und am Nachmittag standen grüne Cornuszweige und Tazetten auf dem Programm. 
Der Kontrast könnte nicht größer sein. Zuerst das recht "wilde" Shōka  mit der Bänderweide, bei dem wir uns richtig austoben und kreativ sein konnten. Und am Nachmittag schließlich das strenge Linien-Shōka mit dem zarten Cornus. Für den Nachwuchs wurden aus demselben kazai zwei entzückende Jiyūka vorgeführt, wobei beim zweiten Arrangement die Tulpen aus Nummer eins wiederverwendet wurden. Die Mittagspause wurde von uns wieder für Zwischenprüfungen genutzt, wobei wir uns diesmal auf Jiyūka konzentrierten.
Abends gab es erst zwei Diplomverleihungen und dann eine ausgedehnte und informative Theorie-Einheit über die Grundlagen des Shōka, bevor wir den Tag mit gemütlichem Beisammensein zu Ende gehen ließen.

Unsere Umsetzung

... und unsere Zwischenprüfungen

Sonntag, 14. Juni 2015

Meisterseminar Schloss Fürstenried

Auch der 2. Seminartag erwies sich als überaus spannend. Wir starteten mit Shōka shōfūtai sanshu-ike. Sensei Toyoda erklärte zuerst die Gemeinsamkeiten mit isshu-ike und nishu-ike-Arrangements und vertiefte dann die zusätzlichen zu beachtenden Punkte. Neben shūsshō und dem Landschaftscharakter des Arrangements kommt es beim Shōka sanshu-ike auf die eigene Idee an. Dabei soll auf Gegensätzlichkeit im Arrangement geachtet werden. Dynamisch fließende Linien sollten mit eher streng aufstrebenden Elementen kombiniert werden und auch die Farbgestaltung spielt eine wichtige Rolle. Die Bandbreite der Gestaltungsmöglichkeit reicht von der "Schulform" bis hin zu freien Umsetzungen mit Betonung – oder beinahe Übertreibung – einzelner Elemente. Da können dann schon mal ashirai höher oder dominanter als die eigentlichen Hauptlinien ausfallen. Der künstlerischen Freiheit sind fast keine Grenzen gesetzt, solange das Arrangement noch als traditionelles Shōka erkennbar ist. 
Für den praktischen Teil erhielten wir Sonnenblumen, Clematis, Schachtelhalm und Phönixpalme. Daraus sollten wir 3 Materialien auswählen und eine eigene Idee in ein Arrangement umsetzen (das Ergebnis sollten wir dann aber auch noch erklären können). Von den fortgeschritteneren TeilnehmerInnen wurde ein möglichst kreativer Entwurf gefordert. Zur Veranschaulichung des theoretischen Teils demonstrierte Prof. Toyoda 2 vom Ausdruck her völlig unterschiedliche Arrangements. Eines noch sehr an die Schulform angelehnt, das andere bereits deutlich kreativer und freier arrangiert. 
Am Nachmittag ging es dann mit Shōka shinpūtai weiter. Auch hier wieder 3 Materialien, aber keine vorgegebene Form mehr. Neben den Gegensätzen von in und yo waren es auch der geänderte Blickwinkel und vor Allem der Begriff ma (der leere Raum), die ein Shōka shinpūtai prägen. Neben den Hauptelementen shu und yo kommt auch dem ashirai eine wichtige Rolle zu. Dieser kann sowohl als Ergänzung der einzelnen Hauptelemente dienen, oder aber auch den von shu und yo erzeugten Spannungsbogen in irgendeiner Weise ergänzen bzw. unterstützen. 
Ein wesentlicher Punkt, der ebenfalls zur Sprache kam, ist die Verfremdung des kazai. Die Übergänge zwischen shi-zen und hi-shi-zen sind fließend. Im Japanischen gibt es den Begriff fu-zen. Es handelt sich dabei um die künstlerische Formung von kazai, welches dann nicht mehr als shi-zen (natürlich) gilt, aber auch noch nicht hi-shi-zen (unnatürlich) ist. Darunter versteht man Veränderungen, die ohne den Gebrauch von Werkzeugen (z.B. nur durch Abzupfen oder Ausdünnen) am kazai durchgeführt werden können. Solcherart verändertes kazai ist im Shōka und Rikka shinpūtai zulässig, während hi-shi-zen ausschließlich dem Jiyūka vorbehalten ist. 
Diesmal gab es kein Vorführarrangement. Wir hatten Neuseelandflachs, Godetien und Schleierkraut zur Auswahl, konnten aber auf anderes kazai zurückgreifen. Die Korrekturrunde war dann Schwerarbeit für den Sensei. Er nahm sich außergewöhnlich viel Zeit für jeden Einzelnen und brachte das, was wir ausdrücken wollten – und woran wir auch mal scheiterten - in eine harmonische Form. Wieder einmal ein überaus lehrreicher Unterricht.

Shōka shōfūtai sanshu-ike von Prof. Toyoda

 unsere Tagesausbeute ...

... und weitere Shōka shinpūtai anderer TeilnehmerInnen
 

Mittwoch, 27. Mai 2015

Pfingstrosenträume in Weiß

Gut 100 weiße und einige rote Pfingstrosen warteten beim gestrigen Übungsabend darauf, zu Shôka- oder Jiyûka-Arrangements verarbeitet zu werden. Die Ware kam ganz frisch aus der Gärtnerei auf den Großmarkt und landete kurz darauf in der ÖGG. Durch die wenigen Zwischenschritte hat das Laub fast nicht gelitten und wir konnten uns an den recht guten Blättern erfreuen. Auch die Stiele waren schön stabil und nicht zu krumm. Nur biegen ließen sich die Dinger leider nicht, sonst wären es Idealpflanzen gewesen ;-)
Unsere Vorgabe war ein Shôka shôfûtai isshu-ike mit 5 bis 7 Blüten. Das hieß also eine gyo-Form und damit war ein entsprechend kräftiges Gefäß nötig. Diejenigen von uns, die schlankere Vasen mitgebracht hatten, arbeiteten entsprechend schmaler und mit weniger Blüten. 
Shaku-yaku, wie die Staudenpfingstrose in Japan heißt, hat dort nicht den Stellenwert von botan, der Päonia suffruticosa. Während diese als Denka und auch schon mal zweifarbig arrangiert wird, darf shaku-yaku im Shôka nur als shôfûtai-Form und ausschließlich in einer Farbe verwendet werden. Für Jiyûka wird sie sehr geschätzt, weil die prachtvollen Blüten jedes Arrangement zum Strahlen bringen. Diese Prächtigkeit ist im Shôka allerdings etwas vom Nachteil, da die großen Blüten ziemlich kopflastig sind und die Eleganz eines Shôka schwierig zu erzielen ist. 
Wir haben versucht, die Regeln für eine gyo-Form mit mehr als 5 Blüten so gut als möglich umzusetzen. Shin und soe sollten geöffnete Blüten aufweisen, während als tai-saki eine Knospe verwendet wird. Die restlichen Linien sollen sich harmonisch in dieses Grundgerüst einfügen. Allerdings waren unsere Blüten noch nicht weit genug offen, die volle Pracht des Arrangements wird erst in den nächsten Tagen erzielt sein. Trotzdem haben wir versucht, die größten Knospen für shin und soe zu verwenden. 
Als Kontrast zum Shôka wurde auch ein Jiyûka im Moribana-Stil arrangiert, hier ist aber die Zweifarbigkeit nötig, da das Arrangement sonst schnell fade wirkt.   

Montag, 4. Mai 2015

Nachtrag: Kirschblütenfest in Wien


Sakura, Sakura .... da werden alte Erinnerung an Seminare in Puchberg wach, wo wir dieses Lied auf Teufel komm raus gesungen haben. Aber der eigentliche Grund zu diesem Bericht war eine Einladung unserer Kollegin Monika, die an unsere Lehrerin Andrea mit der Frage herangetreten ist, ob sie nicht bei einem Kirschblütenfest mit Origami, Kalligraphie, Kotomusik, Keramik usw. einige Ikebana-Arrangements vorführen möchte. Da sie aber zu diesem Zeitpunkt (18./19. April) ein Seminar in Steyr geplant hatte, ist der Ball an Uschi und mich übergegangen. 
Wir waren schon in der Vergangenheit bei diversen Veranstaltungen ein ganz gutes Team – glaube ich zumindest – und so haben wir zugesagt. Viele Mails sind zwischen Uschi und der Organisatorin dieser Veranstaltung hin und her gegangen und letztendlich wurde der 19. April, 15.00 Uhr als Vorführungstermin fixiert. Uschi – die Gute – hat es sogar noch auf sich genommen am Freitag zuvor eine Besichtigung vor Ort anzuberaumen. 
Tja, und dann war es soweit und es gab kein Zurück. Wir hatten eine Stunde zur Verfügung und wir wollten jede zwei Arrangements mit den dazugehörigen Erklärungen machen. Begonnen hat Uschi mit einem traditionellen Jiyûka (Moribana) im Körbchen, ich habe dann mit einem aktuellen Jiyûka (naname-no-hana mit breitem Fuß) fortgesetzt. Dann folgte ein Shôka shôfûtai nishu-ike und zum Abschluss gab es von mir ein Shôka shinpûtai in einem Bronzegefäß (genannt ichimonji). 
Tatkräftig wurden wir von der Zuschauergruppe aus durch zwei Kolleginnen und von Doris Wolf von der Sogetsu-Gruppe IkebanaStudio 19 unterstützt. Danke, dass ihr euren Sonntag für uns geopfert habt. Der Andrang war zwar nicht so groß wie bei unserer Frühjahrsausstellung, aber wir waren durchaus zufrieden. Nachstehend kann man uns beim Arrangieren sehen und die daraus resultierenden Werke: 

konzentriert bei der Arbeit
 
  
Blick in den Zuschauerraum

und hier nun unsere Arrangements: