Mittwoch, 14. März 2018

Jiyūka Basic 3


Das Ergebnis unseres gestrigen Übungsabends war ein eher zurückhaltendes Arrangement in Grün und Weiß, mit einigen zartrosa Akzenten. 
Auf dem Programm stand Jiyūka Basic 3, wofür wir weiße Gerbera mit dunkelbraunem Herz, kleine Aralienblätter, zartrosa Ranunkeln, hellgrüne Bartnelkenbällchen und als Strukturmaterial Drachenweide zur Verfügung hatten. 

In den meisten Fällen wird ein perspektivisches Jiyūka in zwei Vasen gearbeitet oder aber in einem schräg aufgestellten langen Gefäß, damit die Tiefenwirkung besonders gut zur Geltung kommt. Wenn man die Fußaufteilung dann auch noch so vornimmt, dass die größere, stärkere Wurzel im Vordergrund steht, verstärkt man die perspektivische Wirkung noch mehr. 
Wir wollten diesmal aber die andere Möglichkeit ausprobieren: Das Gefäß wird dabei mit der Schmalseite nach vorne gerade hingestellt und das Arrangement darin wirkt wie ein Jiyūka mit schmalem Fuß (Basic 1). Die Länge der Schale schafft den nötigen Raum, um die Pflanzen so aufzuteilen, dass das Ganze nicht gedrängt und vollgestopft wirkt. Vor vorne kompakt aussehend, können sich die Linien hintereinander ungestört entfalten und kommen sich nicht gegenseitig in die Quere. 

Die meisten von uns konnten sich an das Konzept halten, wenn aber das Gefäß nicht ganz dafür geeignet war, wurde eben auf die schräggestellte Variante ausgewichen.

Sonntag, 4. März 2018

Workshop mit Blütenzweigen


Ein sehr erfolgreicher und überaus produktiver Wochenend-Workshop ist zu Ende gegangen. Jeweils 12 Damen beschäftigten sich am Freitag und Samstag mit Shōka und Jiyūka mit (Blüten-)zweigen und Frühlingsblumen. 

Der Großmarkt versorgte uns mit Pfirsichzweigen (die sind leider erst mit einem Tag Verspätung eingetroffen, was einen zusätzlichen Großmarktbesuch nötig machte), Palmkätzchen, Drehweide sowie vorgetriebener Birke und Spirea. 
Dazu kamen noch die verschiedensten Blumen wie Tulpen, Narzissen, Anemonen, Seidenmohn, Eustoma, Calla, Iris, Minichrysanthemen und diverses Grünzeug. 
Drei der Damen versorgten uns zusätzlich mit Kornelkirsche, deren Blüten sich im Lauf des Workshops immer weiter entfalteten. 

Eine Neueinsteigerin hat sich zu uns verirrt, die es ein bisserl schwer hatte unter all den Fortgeschrittenen. Aber sie hat sich tapfer geschlagen und wirklich hübsche Jiyūka angefertigt. 
Durch die hohe Teilnehmerzahl und die speziell beim Shōka intensive Korrektur kam es gelegentlich zu Verzögerungen, bis das Arrangement abgenommen und fotografiert war. Die Fortgeschrittenen konnten sich die Wartezeit damit vertreiben, ein weiteres Arrangement zu beginnen, da sie nicht unbedingt auf eine "Vorlage" angewiesen waren. 

Das reguläre Programm (mit Vorführung und Erklärungen) umfasste Shōka shōfūtai isshu-ike (Pfirsich; die Zweige werden in den nächsten Tagen voll aufblühen), nishu-ike (Palmkätzchen und Eustoma) und sanshu-ike (Calla, Santini-Chrysanthemen und Birke oder Spirea). 
Dazu kamen noch Moribana (Palmkätzchen und Tulpen), ein Jiyūka Basic 1/Linie (Anemonen, Narzissen, Drehweide) und zwei Jiyūka mit breitem Fuß (aufrecht mit Seidenmohn und geneigt zum Mädchenfest mit Pfirsich und Ranunkeln). 

Die Fortgeschrittenen ersetzten den einen oder anderen Programmpunkt durch betsuden-Sonderformen (Kornelkirsche) und sui-riku-ike, arrangierten klassisch (nijū-tachinobori) und streuten zur Entspannung Shōka shinpūtai ein. Und wer wollte, konnte andere Materialkombinationen als vorgesehen ausprobieren. 

Nach dem Arrangieren kam das große Aufräumen, die Werke wurden sicher für den Heimtransport verstaut und dann ging es ab nach Hause, um das verbleibende Wochenende genießen zu können. 
Herzlichen Dank an Gabriela, Hilde und Rosa Maria für das Schneiden der Kornelkirsche und ganz besonders an Christa, die am Freitag beim Großmarkt-Einkauf geholfen und am Samstag die Pfirsich abgeholt hat. Und natürlich an alle für die tolle Zusammenarbeit, die diesen harmonischen Workshop ermöglicht hat.
Hier nun einige Fotos aus der Fülle der entstandenen Werke (zumindest ein Arrangement jeder Teilnehmerin wird gezeigt).

Mittwoch, 28. Februar 2018

Alle Jahre wieder - Tazetten streicheln


Da es vor 2 Wochen die schönsten Tazetten mit wunderbaren (langen) Blättern gab, war die Enttäuschung groß, als diesmal beim Händler gähnende Leere herrschte. Der Valentinstag ist vorbei und jetzt ist halt wieder Alltagsprogramm angesagt. 
Mit Müh und Not ließen sich doch noch 100 cremefarbene Tazetten auftreiben, deren Blätter allerdings kurz und sehr plump waren. Man muss sich das einmal vorstellen – in einem Stamm befanden sich eine ausgewachsene und eine ganz kleine Blüte und sage und schreibe 8 (!!!) Blätter. Kein Wunder, dass die hakama dementsprechend umfangreich war (und leider auch ziemlich größenreduziert). Immerhin ließ sie sich gut entfernen. Beim Arrangieren musste halt ein "Abnäher" in Form einer Falte auf der Rückseite der kabu angebracht werden. 

Zusätzlich gab es noch knallgelbe Tazetten, deren Blätter auf den ersten Blick zwar sehr schön und lang aussahen, sich nach dem Auspacken aber als äußerst bewegungsfreudig erwiesen. Kein einziges blieb gerade, sondern alle Blätter ringelten sich nach jeder erdenklichen Richtung. 

Jede der Damen erhielt schlussendlich 9 Tazetten, das sollte für ein Denka Shōka ausreichen. Nach dem Ausziehen und Sortieren der Blätter (wobei sie möglichst wenig befummelt werden sollten) ging es daran, die beiden kabu neu zusammenzustellen und die Blätter mit der entsprechenden Blüte wieder in die hakama zu verfrachten. Während man sonst oft das Problem hat, alles in die Umhüllung reinzukriegen, musste man diesmal aufpassen, nichts zu verlieren. 

Erst als die beiden kabu fertig zusammengestellt und in den kenzan gesteckt waren, begann das große Streicheln. Immerhin, die meisten Blätter machten das relativ problemlos mit. Wenn man allerdings zu oft oder zu heftig an den Blättern herumfuhrwerkte, nahmen sie einem das übel und ließen sich ganz einfach hängen. 

Die Blätter waren lang genug, dass wir das Denka nach den Originalvorschriften mit kurzer Blüte arbeiten konnten. Es gab auch schon Zeiten, da mussten wir die Blüte höher als die Blätter arrangieren, um wenigstens einen halbwegs harmonischen Eindruck zu erzielen. 
Im Großen und Ganzen konnten wir mit unseren fertigen Arrangements recht zufrieden sein. Keine Katastrophen und es läuft jedes Jahr ein bisserl besser. 

Neben dem Denka gab es auch noch ein Jiyūka Basic 1 mit Drehweide, Tazetten und süßen kleinen Nelken.

 die Jiyūka ...
... und unsere Denka-Arrangements