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Mittwoch, 15. Februar 2023

Endlich wieder Tazetten

Ein Übungsabend am Valentinstag, das passt doch wunderbar. Das Angebot am Blumengroßmarkt ist üblicherweise umfangreicher und die Menschen sind größtenteils freundlicher Laune. 
Die gute Stimmung muss man doch gleich ausnutzen und nach längerer Pause wieder einmal Tazetten ins Programm nehmen. Für die Fortgeschrittenen in Form von Denka, der Nachwuchs beschäftigt sich mit Freestyle. 

Da wir gleich 4 Neueinsteiger*innen begrüßen durften, wurde der Theorie-Teil etwas umfangreicher gestaltet, bevor es ans Ausziehen der Tazetten und ans Blätterstreicheln ging. 
Wir hatten diesmal Tazetten der Sorte 'Avalanche' zur Verfügung, die zwar etwas breite, dafür aber auch für europäische Verhältnisse recht lange und durchwegs stabile Blätter besitzt. Mit 30 cm-Exemplaren lässt sich doch schon etwas anfangen. Allerdings haben wir der besseren Optik wegen die shin-Blüte etwas höher als eigentlich vorgeschrieben gesetzt. Tja, von originalen japanischen Tazetten mit sehr langen, schlanken Blättern und zarten Blüten an eleganten Stielen kann man eben nur träumen. 

Das Entfernen der hakama funktionierte sehr gut und die Hüllen waren nicht nur lang, sondern auch geräumig, sodass das Neuzusammenstellen der Stämme gut funktionierte. Wären die Blütenstiele nur ein wenig dünner und eleganter, dann wären wir vollends zufrieden gewesen. 
Beim Transport zum Fototisch haben sich die Blätter bei dem einen oder anderen Arrangements noch etwas bewegt, deshalb spiegeln nicht alle Bilder die Wirklichkeit wider. Außerdem haben sich zwei Arbeiten vor dem Fototermin gedrückt. 

An der Freestyle-Front enthielt das Überraschungspaket neben Tazetten noch blaue Anemonen, Forsythienzweige (oder vorgetriebene Cornus-Zweige, Überbleibsel vom letzten Übungsabend), Hypericum und Magnolienblätter. Zusätzlich standen einige Zweige kleinblättriger Eukalyptus und Heidelbeerkraut zur Verfügung. Daraus entstanden Arbeiten, welche durch ihre Linienbetonung und die aufstrebende Gestaltung die Kraft des kommenden Frühlings erahnen ließen. 
Hier nun die Fotos unserer Arbeiten. Auch bei den Freestyle-Arrangements hat sich eines vor dem Fotografieren gedrückt. Die Schlange vor dem Fototisch war wohl zu lang und die Zeit zu knapp.

Mittwoch, 12. Februar 2020

Alle Jahre wieder - Tazetten

Das Tazetten-Shōka gehört – so wie Pfingstrosen, Gladiolen und Chrysanthemen – zu den jedes Jahr auf dem Programm stehenden Arrangements. 
Denka mit Tazetten ist eine der Formen, die man nur durch viel Üben meistert, dafür freut man sich aber doppelt, wenn es jedes Mal ein wenig besser klappt. Dabei sieht die Sache so einfach aus: lediglich zwei Blüten und acht Blätter werden in zwei kabu in eine schlanke Vase gestellt. Die Herausforderung beginnt aber meist schon beim Einkauf am Großmarkt. 

Aus Erfahrung haben wir die Tazetten immer rund um den Valentinstag im Programm, da ist die Chance größer, halbwegs geeignetes Material zu kriegen. Beim Workshop hatten wir das Glück, Exemplare mit sehr langen Blättern zu ergattern, was für den Übungsabend hoffen ließ. 
Natürlich gab es diese Sorte Tazetten diesmal nicht, aber das Ersatzmaterial war trotz einiger Schwächen nicht völlig unbrauchbar. Es gab leider nur Tazetten mit gefüllten Blüten, dafür standen diese schön aufrecht und hingen nicht herab. Die Blätter waren großteils ok, nur ein bisserl weich und natürlich wie immer nicht übermäßig lang. Auch die hakama waren in Ordnung und die Stiele ließen sich recht leicht ausziehen. Wie gesagt, das Material war brauchbar. 

Dass die gezüchteten Tazetten immer viel mehr Blätter aufweisen als die Wildformen ist uns bekannt, aber diesmal war die Wuchsform recht eigenartig. Bei den meisten Stielen befand sich auf einer Seite nur ein (langes und halbwegs stabiles) Blatt, während auf der anderen Stielseite gleich bis zu sechs Blätter (dünn, weich und teilweise sehr verbogen) zusammengequetscht aus der hakama herausschauten. 
Da ist das Zusammenstellen der Blattpaare natürlich ein wenig herausfordernd. Aber die Damen und Herren haben ihre Sache gut gemacht. Für einige von ihnen war es schließlich erst die erste Begegnung mit suisen-Denka. 

Für das Alternativprogramm war eigentlich Freestyle mit Drehweide und Tazetten vorgesehen, aber es gab am Großmarkt sehr hübsche Mandelröschen. Diese zusammen mit pinkfarbenen Anemonen, Tazetten und Bartnelkenbällchen ergaben eine frühlingshafte Kombination für eine aufrechte Grundform Basic 1. 

Den kommenden Übungsabend wird dann eine unserer Damen bestreiten – hin und wieder müssen auch andere Gruppenmitglieder Unterrichtserfahrung sammeln. 
Zwei der Denka haben sich leider wieder geweigert, fotografiert zu werden, obwohl sie tadellos arrangiert waren. Die restlichen Werke sind aber alle zu sehen.

die Freestyle-Arbeiten ....
.... und die suisen-Denka

Mittwoch, 13. Februar 2019

Vom Streicheln der Tazettenblätter

Überraschend viele der Damen, die sich für den Übungsabend in der ÖGG angemeldet hatten, entschieden sich dafür, Tazettenblätter zu streicheln und ein Shōka shōfūtai mit drei kabu zu arrangieren. 
Diese Variante der suisen arbeiten wir eigentlich ziemlich selten, denn es ist schon mühsam genug, 8 Blätter in Form zu bringen. Dass sich bis auf zwei Shōka-Damen alle für die 12-Blatt-Variante entschieden haben, ist ihnen hoch anzurechnen. 
Noch dazu waren die Tazetten nicht gerade von prickelnder Qualität, von der Länge gar nicht zu sprechen. 

Diesmal wurden die Tazetten zum Termin knapp um Valentin herum angesetzt, da im vergangenen Jahr zu dieser Zeit am Großmarkt unendlich lange Tazetten (die waren sicher 50 cm lang und hatten traumhafte Blätter; es handelte sich bestimmt um die Sorte "Avalanche") in großer Zahl erhältlich waren. Damals waren wir mit den alljährlichen Tazetten-Arrangements aber erst am Monatsende dran und kriegten wieder nur suboptimales Material.
Heuer war die Enttäuschung groß, da sich nur 100 Stück einer cremefarbenen Sorte mit orangem Krönchen zusammenkratzen ließen. Die waren halt leider nur 25 cm lang, hatten aber stabile, kräftige Blätter (manchmal ein wenig sehr verbogen) und leidlich schöne hakama. Die Blüten strahlten aber sehr hübsch und für Jiyūka hätten sie einen tollen Blickfang gebildet.

Mehr Auswahl wäre uns lieber gewesen, aber wir mussten uns mit 7 Stielen pro Person zufriedengeben. Zumindest 2 ordentliche hakama waren für jede von uns drin und mit den Blättern kamen wir auch irgendwie zurande. 
Durch die mangelnde Länge und die eher kräftigen Blätter ließ sich natürlich kein ausgeprägter koshi herausarbeiten, wodurch die Arrangements manchmal ein bisserl steif wirkten. Aber das Hauptaugenmerk lag sowieso darauf, die Blattfächer halbwegs richtig hinzukriegen und den Umgang mit den Blättern zu üben. Nächstes Jahr - wenn wir längere Tazetten kriegen (die Hoffnung stirbt zuletzt) - kümmern wir uns dann um die korrekte Biegung und den richtigen Schwung der Blütenstiele und Blätter.

Für das alternative Jiyūka war eigentlich eine Kombination aus Drehweide, Tazetten und Ranunkeln geplant gewesen. Dann ließen sich aber traumhaft schöne, weiße Mandelröschen auftreiben (die wir aber für den Workshop in 10 Tagen nicht nochmal kriegen werden – schade, die wären perfekt für ein Linien-Shōka gewesen), die gut zu den dunkelrosa geränderten Ranunkeln passten. Daraus ließen sich entzückende natürliche Jiyūka arrangieren. 

Der Tazettenduft und die zarten Mandelröschen brachten eine Ahnung von Frühling in den tristen Dienstagabend, der durch Schneeregen und starken Wind geprägt war. Eine willkommene Aufmunterung, die uns alle beschwingt machte und das mühsame Tazettenstreicheln vergessen ließ.

 Shōka shōfūtai mit drei kabu ...
... und Denka mit zwei Stämmen
 das wurde mit den Mandelröschen gemacht