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Dienstag, 28. Februar 2023

Shōka shimpūtai bzw. Freestyle zum Mädchenfest

Unser Übungsabend hatte diesmal zwei Schwerpunkte: Zum einen Shōka shimpūtai mit großteils selbst mitgebrachten Materialien und zum anderen Freestyle anlässlich des bevorstehenden Puppen- bzw. Mädchenfests hina-matsuri

Am Großmarkt waren sehr schöne Pfirsichzweige erhältlich, die zusammen mit Narzissen das Grundgerüst der Arbeit bildeten. Narzissen- und Magnolienblätter sorgten für zusätzliche Linien bzw. kontrastierende Flächen. Als Überraschungseffekt gab es dunkelblaue Anemonen. 
Beim letzten Übungsabend wurde aufrecht gearbeitet, weshalb diesmal eine schräge Form auf dem Programm stand. 

Wer Shōka shimpūtai arrangieren wollte, musste zuerst auf Materialjagd gehen. Dementsprechend vielfältig waren die entstandenen Werke, obwohl doch in einigen Arbeiten Anemonen verwendet wurden. 

Neben dem Unterricht wurden auch letzte Details für den bevorstehenden Frühlings-Workshop besprochen. Ein Großteil des Materials ist bereits bestellt – bei den Zweigen musste in letzter Minute aufgrund mangelnder Verfügbarkeit umdisponiert werden – jetzt bleibt nur noch zu hoffen, dass auch alles wie gewünscht geliefert wird. Aber nachdem wir sehr flexibel sind, werden wir auch für etwaige Problemchen eine Lösung finden.

Hier nun die Galerie unserer Arbeiten, etwaige Hausübungen werden ergänzt.





Mittwoch, 3. März 2021

Puppen- oder Mädchenfest

Am 3. März wird in Japan traditionellerweise hina-matsuri, das Puppenfest gefeiert, ein Fest speziell für die (kleinen) Mädchen. Bis an diesem Tag im Jahr werden wunderschöne Puppen hervorgeholt und im traditionellen tatami-Zimmer ausgestellt. 

Dieser ganze Aufwand wird aber nur betrieben, wenn die Familie eine Tochter hat. Der Legende nach heißt es, wenn diese Puppen nicht bis zum 4. März wieder weggeräumt werden, wird die Tochter in diesem Jahr nicht heiraten. 

Die Puppen selbst stellen den Kaiser, seine Gemahlin und den ganzen Hofstaat samt Musikern dar. Je nach Größe gibt es dann auch noch diverses Mobiliar und andere schöne Deko. Alles im Stil der Heian-Zeit (794 bis 1185) gehalten. Von der Heian-Zeit heißt es, dass sie eine Blütezeit der Kunst und Kultur in Japan war. 

Puppen sind in Japan eine sehr interessante und mitunter auch gruselige Angelegenheit. Es gibt unzählige Geschichten von Puppen mit beinahe lebensechten Gesichtern, von Puppen mit Augen, die einem verfolgen, oder von Puppen, die über Nacht lebendig werden und schlimme Dinge tun. 

Die hina-Puppen sollen aber genau das Gegenteil bewirken. Sie sollen böse Geister in sich aufnehmen und dann beim hina-nagashi mit sich fort nehmen. Hina-nagashi war in alter Zeit ein Brauch, bei dem Stroh-Puppen in den Fluss geworfen wurden, damit sie gemeinsam mit den bösen Geistern auf Nimmerwiedersehen im Meer verschwinden. 

Die traditionelle Pflanze des Puppenfestes ist momo, die Pfirsichblüte (Prunus mume). Der Pfirsichbaum wächst – im Gegensatz zur "männlichen" Pflaume – in einer sanft gebogenen Form und die großen Blüten, die es von Weiß bis tief Dunkelrosa gibt, erscheinen wunderbar mädchenhaft. Sehr gerne wird Pfirsich mit wildem Senf (rapsähnliche Blüte, aber andere Blätter) kombiniert. Diese Kombination aus Rosa und Gelb wirkt besonders lieblich. 

Unsere neue Hausaufgabe besteht nun darin, Arrangements zum Mädchenfest zu gestalten, in welchen die traditionellen Farben vorherrschen sollen, die Pflanzen selbst aber frei gewählt werden können. Und selbstverständlich darf auch Gelb über Rosa dominieren, wenn euch das mehr zusagt.




Dienstag, 10. März 2015

Mädchenfest

Eine Woche nach dem eigentlichen Termin haben wir uns beim Übungsabend in der ÖGG ebenfalls mit dem Thema "Ikebana zum Mädchenfest" beschäftigt. Im vorangegangenen Post ist ja schon das Wichtigste zu diesem Thema geschrieben worden. 
Die meisten Teilnehmerinnen entschieden sich für natürliches Jiyûka als Arrangement der Wahl. Die meisten dieser Werke wurden mit Drachenweide, Narzissen, Ranunkeln und kleinblättrigem Eukalyptus gearbeitet. Aber auch ein kreatives Jiyûka mit gefärbten Weidenzweigen und Mini-Narzissen, ein Shôka shinpûtai mit der interessanten Kombination Löwenmaul-Ranunkel-Eukalyptus und sogar zwei Shôka shôfûtai isshu-ike mit Pfirsichblüten wurden angefertigt. Dazu gab es noch vorbereitende Arbeiten für das morgen in Schloss Puchberg/Wels beginnende Frühlingsseminar mit unserer Meisterin, Prof. Pointner-Komoda.
Unsere Gruppe ist jetzt dank des Nachwuchses zu respektabler Größe angewachsen. Diesmal waren wir wieder 15 Damen, die 13 Arrangements fertigstellten - überaus erfreulich. Zwei Teilnehmerinnen bereiteten sich auf die geplanten Prüfungsarrangements vor. 
Irgendwann werden wir auch die optimale Tischverteilung im Seminarraum finden. Derzeit befinden wir uns immer noch in der Experimentierphase. 
Hier nun die Bilder der fertiggestellten Werke:

Freitag, 6. März 2015

Monatstreffen Ikebana International

Das März-Monatstreffen von Ikebana International Chapter 223 stand diesmal ganz im Zeichen von rosa und gelb. Das Thema lautete Mädchenfest und dementsprechend wurden die Leitfarben der Arrangements gewählt.  
Hina matsuri wird das Mädchen- oder Puppenfest auf japanisch genannt, oder auch momo-no-sekku (Pfirsichblütenfest). Die Ursprünge des Puppenfestes liegen in einem chinesischen Reinigungsritual. Dem Brauch liegt der Glaube zugrunde, dass Puppen die Macht hätten, böse Geister in ihren Körpern einzuschließen und so die Eigentümer vor gefährlichen Begegnungen zu schützen. In der Edo-Zeit begannen wohlhabende Samurai und Kaufleute, dairibina (Puppen, die das Kaiserpaar darstellen) und Zierrat für ihre Töchter zur Schau zu stellen. In der Art des Aufstellens und auch durch die Kleidung der Puppen wurde die Hofgesellschaft in ihrer Hierarchie aufs Genaueste nachgeahmt. Mit der Zeit kamen immer mehr Puppen und Miniaturgegenstände dazu. Bis Ende des 18. Jahrhunderts hatte sich das Puppenfest vollständig in der gesamten Bevölkerung etabliert. Bis heute ist es für Mädchen in Japan ein besonderes Fest und steht für Respekt gegenüber den Eltern, Ahnenverehrung und Loyalität zur Familie. Darüber hinaus ist es Ausdruck der Liebe der Eltern zu ihren Kindern, ihre Freude und ihr Stolz für sie und das Bemühen, ihnen jeden Wunsch zu erfüllen.
Der Name Pfirsichblütenfest rührt daher, dass Pfirsichblüten ein Symbol für Sanftheit und Anmut sind, also alles Ideale für eine junge Frau in Japan. Sie stehen auch für das Glück in der Ehe.
Gestern versammelten sich also 13 Damen und 2 Herren in der Studiogalerie, um anlässlich des Mädchenfestes ihre Arrangements zu präsentieren. Da die Themenerweiterung ".... mit und ohne Papier" lautete, waren in einigen Arrangements auch wunderbare washi-Papiere und auch Fächer vertreten. Auch die eine oder andere Puppenfigur versteckte sich zwischen den Arrangements. Die Vielfalt an Variationsmöglichkeiten zu diesem Thema war wieder einmal erstaunlich. Hier nun eine Auswahl der gestrigen Arrangements: