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Sonntag, 3. August 2025

Seminar in Naurod - Freestyle

Nach zwei langen Jahren Wartezeit war es endlich wieder soweit – Seminar mit Professor Manabu Noda im Wilhelm-Kempf-Haus in Wiesbaden-Naurod. 
35 Teilnehmer*innen aus mehreren europäischen Ländern konnten es kaum erwarten, bei einer der Koryphäen des Ikenobō-Ikebana Unterricht zu nehmen. 

Samstag war Anreisetag und es gab genügend Zeit, Freundschaften zu erneuern und Kolleg*innen wiederzusehen. Der erste 'richtige' Seminartag bescherte uns zum Aufwärmen ein Freestyle-Arrangement, das entweder in einem oder auch in zwei Gefäßen gearbeitet werden konnte. 
Das bereitgestellte Material umfasste verschiedenfarbige Zinnien, Hosta- und Aspleniumblätter, Disteln, Enzian, grüne Bartnelken und Steelgras. Wer wollte, konnte selbstverständlich auch eigenes Material verarbeiten. 

Zu Beginn des Unterrichts erinnerte uns Prof. Noda an die Grundpfeiler des Ikenobō-Freestyle und daran, dass Schönheit und Lebenskraft der Pflanzen im Mittelpunkt stehen müssen. Dann arrangierte er zuerst ein linienbetontes Jiyūka mit geteiltem Fuß in einer länglichen Schale, wobei der Schwung einer hohen Zinnie den zentralen Aspekt des Arrangements darstellte. 
Anschließend arbeitete er ein etwas zurückhaltenderes Jiyūka in zwei U-förmigen Vasen, wobei Hostablätter das Hauptmaterial bildeten und Blau- und Grüntöne dominierten. Ein leuchtendroter Farbklecks im Hintergrund sorgte für die nötige Frische. 
Die Bilder seiner Arbeiten sollen nur für den Unterricht verwendet und nicht veröffentlicht werden, woran wir uns selbstverständlich halten. 

Nach der Mittagspause durften wir uns endlich ans Werk machen und zeigen, welche Inspiration wir aus dem vorhandenen Material gezogen und mit unseren Vasen umgesetzt haben. Die Korrekturen von Noda-Sensei waren sehr behutsam und doch umfassend. Er versuchte immer, seine Verbesserungsvorschläge aufbauend auf unseren Ideen anzuwenden. Es wurde also kein Arrangement komplett zerlegt, sondern der Ausdruck nur durch Hinzufügen oder Entfernen einzelner Elemente geschärft und die Gesamtharmonie verbessert. 
Am Ende der Lektion zeigte sich Prof. Noda sehr zufrieden und meinte, dass wir seit dem letzten Seminar einiges dazugelernt hätten. 

Hier nun die Jiyūka unserer Damen, wir sind zahlenmäßig doch recht stark hier in Naurod vertreten und haben teilweise sogar zwei Arrangements gearbeitet.



Donnerstag, 3. August 2023

Seminar in Naurod – Rikka shimpūtai

Der letzte Seminartag in Naurod ging leider wieder viel zu schnell vorbei. Auf dem Programm stand heute Rikka shimpūtai, wobei wir neben den ausgeteilten Blumen sämtliches noch vorhandene Restmaterial verwenden konnten. Dadurch entstanden überaus vielfältige Arbeiten.

Das Regenwetter verhinderte, dass wir ausgedehnte Raubzüge in der Botanik absolvieren konnten. So mussten die nahe am Haus wachsenden Pflanzen dran glauben. Prof. Noda plünderte bereits in aller Früh den kleinen Teich und sicherte sich die Rohrkolbenblätter, die er als yo zusammen mit einer knallroten Hahnenkammcelosie für shu verarbeitete. 
Die beiden Hauptelemente waren ja schnell angeordnet, aber dann begann die Grübelei, welche ashirai an welchen Positionen und in welchen Ausrichtungen denn in die Komposition passen könnten. Dabei erklärte er uns Schritt für Schritt, worauf man achten muss und warum er eine bestimmte Linie an genau diese oder jene Position setzen muss. 
Noda-Sensei legt sehr viel Wert darauf, dass sich Blatt- und Blütenmaterialien abwechseln, dass es ständige Unterschiede in Formen, Farben, Abständen und Richtungen gibt. Diese Genauigkeit im Arbeiten setzte sich dann auch während der Korrekturen fort. 

Zwischendurch wurde die Korrekturrunde für ein Gruppenfoto unterbrochen. Das musste leider im Innenbereich aufgenommen werden, da es den ganzen Tag über immer wieder regnete. Für unseren Grillabend sieht es im wahrsten Sinn des Wortes düster aus. Wir werden wohl im Speisesaal bleiben müssen, während die Grillgeräte bereits gegen Mittag unter den Schirmen im Innenhof aufgebaut wurden. 

Nach Ende der Korrektur begannen wir mit dem Aufräumen, damit die Verleihung der Zertifikate in halbwegs ordentlicher Umgebung stattfinden konnte. Die restlichen Arbeiten werden dann am Freitagmorgen erledigt, bevor wir uns schließlich auf den Heimweg machen werden. Aber die Chancen stehen gut, dass wir uns in zwei Jahren wieder in Naurod treffen werden.

Mittwoch, 2. August 2023

Seminar in Naurod – tatehana

Nach dem heftigen Shōka-Tag war heute wieder etwas Entspannung angesagt. Auf dem Programm standen Shōka sanshu-ike für die noch nicht so erfahrenen Teilnehmer*innen und tatehana für den Rest von uns. Aber der Unterricht begann mit einer Lektion von Prof. Noda, wie man denn einen korrekten matagi-kubari bastelt, wenn man keine originale Astgabel aus Japan zur Verfügung hat. Er hat sich mit unseren Exemplaren gestern doch ziemlich schwergetan.

Das Um und Auf eines korrekten kubari liegt darin, dass dieser von der Länge und Breite her vor allem dem jeweiligen Material entsprechen muss, man also für jedes Arrangement einen neuen Blumenhalter schnitzen soll. Es ist wichtig, dass die Breite der Gabel so gewählt wird, dass shin nicht ganz nach vorne durchrutscht, sondern im vorderen Bereich genügend Platz für die tai-Gruppe bleibt, während shin sich an seiner Position im Mittelteil des kubari verklemmt. 

Nach dieser Lektion folgte die Theorie von tatehana, die dann mit einem Beispielarrangement untermauert wurde. Anschließend waren dann noch Theorie und Vorführung von Shōka sanshu-ike (gearbeitet wurde mit Anthurien, Aspidistrablättern und Oxypetalum) an der Reihe. 

Wer mit dem verteilten Material nicht das Auslangen fand, bzw. gerne ein paar Zweige verwenden wollte, musste heute in voller Regenmontur ins Freie. Es hat den gesamten Tag über in Strömen geregnet und so mancher musste sich nach dem Ausflug erst einmal trockenlegen, bevor ans Arbeiten zu denken war. 
Die Korrektur verlief heute ein wenig flotter als gestern, denn da die tatehana-Leute überwiegend im komiwara arrangierten, waren Änderungen nicht so kompliziert wie beim Shōka unter Verwendung von kubari

Außerdem gibt es keine festgelegten Formen, sondern das tatehana beruht hauptsächlich auf den Harmoniebegriffen ucho-satan, zentan-gocho und kokon-enkin. Dadurch waren viele Freiheiten beim Arrangieren gestattet, was die Korrekturen beschleunigte. Denn wie schon beim Freestyle versuche Noda-Sensei, den Ausdruckswünschen der Arrangierenden gerecht zu werden und nur Harmonieverbesserungen vorzuschlagen. 

Hoffentlich klart das Wetter morgen ein wenig auf, denn für das abschließende Rikka shimpūtai sollten wir uns noch um zusätzliches Material umschauen, das rund um das Wilhelm Kempf-Haus üppig vorkommt. Zudem ist ja noch ein Grillabend geplant, der sollte tunlichst nicht buchstäblich ins Wasser fallen. 

Hier nun unsere tatehana-Arrangements:


Dienstag, 1. August 2023

Seminar Naurod – Shōka-Tag

Wie schon geahnt, war es heute ein sehr anstrengender Tag – sowohl für uns als auch ganz besonders für Prof. Noda. 
Nach der Theorie-Einheit über Shōka isshu-ike und nishu-ike demonstrierte Noda-Sensei zuerst ein isshu-ike mit Schneefelberich, wobei er nur fünf Stiele zur Verfügung hatte. Daraus entstand eine relativ strenge shin-Form, für die er eine tatehana-Vase verwendete. Da sie eine gerade, runde Öffnung hatte, konnte sie problemlos für Shōka shōfūtai eingesetzt werden. 

Das zweite Arrangement war dann ein Shōka nishu-ike mit Esche und drei Stielen rosa Enzian. Anhand dieser Arbeit erklärte Prof. Noda genau, wann und warum man ashirai verwenden soll und dass sie wirklich nur dann nötig sind, wenn die yakueda Schwachstellen aufweisen. 
Ein Shōka shōfūtai muss immer aus den yakueda shin, soe und tai bestehen, wie viele und welche ashirai man verwendet, hängt vom jeweiligen Material ab. 

Wer sich das Material für die Shōka-Sonderformen bereits am Vortag zusammengesucht hatte, konnte sich glücklich schätzen, denn der Tag bescherte uns häufig heftige Regenschauer. 
Abhängig von den Gefäßen erhielten die Teilnehmer*innen entweder den Schneefelberich oder den Enzian, die für nijū-ike angemeldeten Personen durften sich über jeweils drei Stiele beider Pflanzen freuen. 

Neben nijū-ike wurden auch hängendes und stehendes Boot geübt, dazu noch Kranich, Mond und mūkō-gake. Die Korrekturen von Prof. Noda waren wieder überaus ausführlich. Da ein Großteil der Sonderformen im kubari gearbeitet wurden, gestaltete sich die Korrekturen manchmal ein wenig mühsam. Aber durch seine langjährige Erfahrung kam Noda-Sensei auch mit nicht ganz so geeigneten hana-dome zurecht und schlussendlich konnten sich alle Teilnehmer*innen über gelungene Arrangements freuen. 
Wir für unseren Teil waren mit unseren Arbeiten sehr zufrieden. Hier nun die entsprechenden Fotos.

Montag, 31. Juli 2023

Seminar in Naurod - Freestyle 2

Nach dem natürlichen Ausdruck vom Vortag ging es heute um ein Freestyle-Arrangement, das eine ganz persönliche Geschichte erzählen sollte – um personalisierten Ausdruck. 
Die Blumen werden dabei nicht als eigentliche Pflanzen verwendet, sondern es wird ihnen eine bestimmte Bedeutung zugewiesen. Beispielsweise waren die Sonnenblumen im Arrangement von Noda-Sensei im naturalistischen Arrangement einfach Sonnenblumen und somit Boten des Spätsommers. Heute arrangierte Prof. Noda mit Sonnenblumen, Schleierkraut und Hypericum ein Freestyle mit dem Titel 'Happy children playing at the beach'. 
Das Schleierkraut stellte dabei den Strand und die Wellen dar, die Sonnenblumen waren die lachenden Kinder und deren Freude wurde durch einzelne Hypericum-Beeren an den Enden von wild gebogenem Silberdraht dargestellt. Leider darf das Foto hier nicht gezeigt werden, sondern dient nur als Anschauungsobjekt zu Unterrichtszwecken.

Damit das Gefäß zum Thema passte, klebte Prof. Noda eine Illustration mit maritimen Motiven auf die Vase. So wurde ein ganz normales Shōka-Gefäß zu einem wichtigen Teil des Gesamtwerks und verstärkte den Eindruck der Strandszenerie. 

Die heutige Aufgabenstellung lautete also, mit unseren Arbeiten ebenfalls eine Geschichte zu erzählen, bzw. ein Gefühl oder eine Stimmung zu vermitteln. Deshalb mussten wir vor Beginn der Korrektur genau erklären, was wir mit unserem Arrangement darstellen wollten. Aufgrund unserer Geschichte erfolgte dann die behutsame Verbesserung der Arbeiten. 

Nach den spielerischen ersten Tagen beginnt morgen dann der Ernst des Ikebana-Lebens, denn wir werden uns mit Shōka shōfūtai beschäftigen, und zwar mit Sonderformen wie nijū-ike, fune oder anderen Spezialarrangements. Da steht uns dann wohl ein harter Tag bevor. Nicht nur kubari schnitzen, sondern auch die passenden Zweige suchen, die dann mit den Blumen aus dem Großhandel kombiniert werden. Hoffentlich hält das Wetter, denn im Regen durch den Wald zu laufen, macht keinen besonderen Spaß.

Hier nun die Bilder unserer Arbeiten:
'Schmetterlinge tanzen unter der Sonne im Wind'
'Mutter und Tochter spazieren durch den Park'
'Meine Welt'
'Ping-Pong'
'Das Fenster zum Garten'
'Neues Leben nach dem Feuer'

Sonntag, 30. Juli 2023

Seminar in Naurod - Freestyle 1

Nach langen vier Jahren Pause geht endlich wieder ein Seminar mit Prof. Manabu Noda im Wilhelm Kempf-Haus in Wiesbaden-Naurod über die Bühne. Die Study Group Austria ist mit sechs Damen beim Workshop stark vertreten, auch ein Zeichen dafür, wie sehr wir uns alle nach Neuigkeiten aus erster Hand sehnen. Und Prof. Noda ist dafür eine mehr als nur gut geeignete Quelle. 
Da der Unterricht in Englisch stattfindet, ist man nicht auf Dolmetscher angewiesen, was sich speziell bei den Korrekturen als überaus hilfreich erweist.

Nach der Anreise am Samstag startete der Unterricht am Sonntag mit Freestyle, und zwar stand ein Arrangement mit naturalistischem Ausdruck auf dem Programm. 
Nach der Theorie-Lektion demonstrierte Prof. Noda zuerst ein Arrangement, das die Landschaft um das Wilhelm Kempf-Haus darstellt. Dazu verwendete er das Gefäß, das vom Tachibana Kadokai-Chapter als Willkommensgeschenk an die Teilnehmer*innen des Seminars überreicht wurde. Die Befestigung erfolgte mittels hana-kubari
Die Buche als Hauptmaterial wurde in diesem Fall auf natürliche Art angeordnet und das Augenmerk lag dabei auf der Linie der Zweige. Danach arrangierte Noda-Sensei ein weiteres landschaftliches Freestyle, wobei diesmal die dunkelgrünen Blattflächen der Buchenzweige als Symbol für den Sommer das Thema des Arrangements bildeten. Sonnenblumen und rote Hypericum-Beeren brachten eine Ahnung des kommenden Herbstes ins Spiel. 
Obwohl die Blätter der Buchenzweige nicht entsprechend ihres Wachstums angeordnet waren, handelt es sich dennoch um ein Freestyle mit naturalistischem Ausdruck. 

Nach dem Mittagessen machten wir uns auf die Jagd nach passenden Zweigen und anderen Begleitmaterialien, die gemeinsam mit den zur Verfügung gestellten Großmarkt-Pflanzen verarbeitet werden sollten. Bei der Korrekturrunde verlangt Noda-Sensei, dass jeder erklären sollte, was durch das Arrangement ausgedrückt werden soll. Aufgrund dieser Erklärungen erfolgten dann die Korrekturen, wobei sich Prof. Noda wie immer sehr viel Zeit für jeden Einzelnen nahm. Und bei 36 Teilnehmer*innen dauerte das eine ganze Weile. 

Der morgige Montag wird uns nochmal Freestyle bescheren, diesmal sollen wir allerdings ein designhaftes Arrangement mit ganz persönlichem Ausdruck gestalten. Lassen wir uns überraschen. 
Hier nun unsere Arbeiten dieses Tages. Die Arrangements von Prof. Noda dürfen hier leider nicht gezeigt werden, die sind nur für den Unterricht gedacht.

Donnerstag, 3. Oktober 2019

Seminar Naurod - letzter Arbeitstag


So, wir haben unsere Aufgabe mit Bravour erfüllt und unsere Rikka shōfūtai taka-uke fertiggestellt. 
Es war wieder ein sehr angenehmes Arbeiten und wir hatten auch diesmal mehr als genug Zeit. Es wurde auch schon mit dem Aufräumen des Seminarraums begonnen, damit wir morgen in der Früh (geplant ist eine Aktion vor dem Frühstück um 7 Uhr) nicht mehr so viel zu tun haben. 

Jetzt erwartet uns noch die Übergabe der Teilnahme-Urkunden und danach heißt es sich frisch machen und für den Sektempfang und den festlichen Abend aufhübschen. 
Wir haben für Professor Noda eine kleine Überraschung geplant. Da er dieser Tage Geburtstag hat, wird er nach dem Essen mit einem Ständchen beglückt und wird die Glückwünsche der TeilnehmerInnen entgegennehmen. Hoffentlich verschrecken wir ihn nicht mit unserem Gesinge. 

Morgen heißt es dann schon wieder Abschied nehmen. Die Tage sind wie im Flug vergangen und wir alle haben unheimlich viel gelernt. Hoffentlich gibt es bald ein Wiedersehen mit Noda-sensei

Hier noch das geteilte Shōka shōfūtai sanshu-ike von gestern und unsere Variationen des Rikka shōfūtai taka-uke.

 Noda-sensei
 Uschi
Gabriela 
irgendwie finde ich immer gyaku-gatte-Material ....

Mittwoch, 2. Oktober 2019

Seminar in Naurod - Rikka und Shōka shōfūtai Teil 2

Nachdem wir am Vormittag unsere Rikka fertiggestellt hatten (die Shōka-Gruppe hatte sich mittlerweile mit ihren nishu-ike beschäftigt), folgte die Korrekturrunde, sie überaus informativ war. Noda-sensei ging intensiv und einfühlsam auf jeden Einzelnen ein und erklärte sehr verständlich, was warum und wie zu ändern sei, um den Gesamteindruck noch harmonischer zu gestalten. Dabei erkundigte er sich bei fraglichen Linien immer, um welchen ashirai es sich denn handle und gab dann Hinweise, wie die Sache noch verbessert werden könnte. 
Es ist nicht selbstverständlich, dass ein Professor so auf seine Studenten eingeht und versucht, deren Ideen noch besser in die Tat umzusetzen. Wesentlich einfacher wäre es für ihn, einfach seine eigenen Vorstellungen umzusetzen. Dass es das nicht tut, macht ihn vermutlich zu so einem guten und gefragten Lehrer. 

Nach der Mittagspause stand die letzte Theorie-Lektion an. Dabei ging es um Rikka shōfūtai taka-uke (eine der Lektionen aus dem naraimono nana-kajō) beziehungsweise um ein geteiltes Shōka shōfūtai sanshu-ike mit riku-mono
Für das Rikka wählte Professor Noda Plattährengras als Hauptmaterial. Da dieses als shin zu schwach und zu wenig ausdrucksvoll gewesen wäre, wurde es in Form eines taka-uke in Szene gesetzt. 
Als shin wurde ein nur wenig gebogener Ebereschenzweig gewählt, dessen de nur halb so hoch wie in einem Standard-Arrangement angesetzt war. Dadurch wurde der aufstrebende Charakter des Arrangements betont und gleichzeitig die Schönheit der ausschwingenden Gräser verstärkt. 

Diesmal kam die Technik des sankasho-zukai zum Einsatz, mit shin, uke-za und hikae aus den Eschenzweigen. Um die Wirkung der Gräser zu erhöhen, wurden sie nur an einer Position, nämlich als taka-uke verwendet. 
Auch im Bereich von und maeoki lernten wir eine neue Technik kennen. Da sowohl die Rosmarinzweige des als auch die Salalblätter des maeoki einfarbig grün waren, wurde als farbliche Trennung ein irogiri aus panaschiertem Pittosporum dazwischen gesetzt. 
Das Arrangement bestand aus kimono, tsuyo-mono und kusa-mono, weshalb zusätzlich ein kusa-michi erforderlich war und die dome nicht als in- und yo-dome, sondern als ki- und kusa-dome ausgeführt wurden. Es musste natürlich besonders auf die sachiguchi der einzelnen Elemente geachtet werden, damit es nicht zu (verbotenen) Vermischungen kam. 

Die Shōka-Theorie beschäftigte sich mit Shōka sanshu-ike allgemein (und da besonders mit der Materialzusammenstellung) und ging danach erst auf allgemeine Regeln für kabu-wake und dann im Speziellen auf ein geteiltes Shōka shōfūtai sanshu-ike ein. 
Das ist die einzige Möglichkeit eines kabu-wake mit riku-mono. In den traditionellen Arrangements gyōdō-ike und sui-riku-ike muss immer zumindest eine kabu aus Wasserpflanzen bestehen. Im sanshu-ike hingegen sind auch nur Landpflanzen erlaubt, allerdings sollte zumindest eine Pflanzenart einen "wässrigen" Charakter aufweisen (wie glänzende Blätter, glatte Stiele, "feuchtes" Aussehen). 
Vorgeführt wurde ein Arrangement aus Schachtelhalm, Eberesche und Calla in einer weiten suiban. Davon gibt es erst morgen ein Foto, denn das Arrangement ist im Vortragsraum verblieben und die Tür war schon versperrt, als die Kamera endlich verfügbar war. 

Nach der Theorie-Einheit wurden wir in die Wälder geschickt, um passende Zweige für unsere jeweiligen Arrangements zu schneiden. Wir haben seit der Früh gehofft, dass es zu regnen aufhören würde (seit gestern am Abend hat es fast durchgehend geschüttet) und wir wurden erhört. Es wurden nur unsere Füße ein bisserl feucht, von oben kam kein Wasser herunter. 
Morgen haben wir dann reichlich Zeit, an unseren Arrangements zu arbeiten, bevor wir den Ausklang des Seminars bei einem festlichen Abend genießen dürfen. 

Hier erst einmal die Bilder unserer ersten Rikka und dazu noch das heutige Arrangement von Prof. Noda. 
Ach ja, zwischendurch fand Noda-sensei noch die Zeit, sein Begrüßungsarrangement ein wenig zu verändern und ein dazu passendes zweites kleines Jiyūka zu arbeiten.

 Uschi
 Gabriela
 mein Rikka - natürlich wieder gyaku-gatte
 das taka-uke-Rikka von Noda-sensei
 und seine Freestyle-Arrangements - man beachte die Details