Posts mit dem Label Hausübung werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Hausübung werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Mittwoch, 23. März 2022

Freestyle mit Tulpen

Da wir unsere Übungsabende im März unter das Motto 'Ikebana mit Tulpen' gestellt haben, wurde auch gestern wieder mit diesen Pflanzen als Hauptmaterial gearbeitet. Nach dem Shōka von vor 2 Wochen war diesmal Freestyle an der Reihe.

Die meisten den Anwesenden haben sich für das Überraschungspaket vom Großmarkt entschieden, aber auch Arbeiten mit selbst zusammengesuchten Materialien waren vertreten. Zusätzlich wurden Arrangement für die kommende Ausstellung geübt, diese Werke werden aber noch nicht gezeigt - wir wollen uns ja die Vorfreude nicht verderben.

Diesmal hatten wir Tulpen aus heimischen Glashäusern zur Verfügung. Die Qualität der Blätter lässt sich nicht mit jener holländischer Ware vergleichen. Na ja, die Blumen sind eben nicht tagelang unterwegs, sondern werden am Vortag geschnitten und gleich am nächsten Morgen verkauft. Eigentlich hätte es einige uns in den Fingern gejuckt, damit nochmal Shōka zu arbeiten, aber natürlich hatten wir keine passenden Gefäße dabei.

Neben den fünf rosafarbenen Tulpen gab es für jeden noch weiße Bartnelken, eine gelbe Santini-Chrysantheme, Spirea-Zweige und Salal-Blätter. Zusätzlich noch schmale, panaschierte Blätter, die als Lilly Gras verkauft werden. 
Meiner Meinung nach handelt es sich dabei um die Blätter der Liriope muscari, der Lilientraube. Diese Pflanze wächst auch bei uns im Freiland, ist immergrün, verträgt Halbschatten und zeichnet sich durch sehr interessante, traubenförmige Blüten und lang haltbare, stabile Blätter aus. Sie werden zwar nicht so lang wie die im Blumenhandel verfügbaren Exemplare, aber sie bereichern unsere Palette an Ikebana-tauglichen Pflanzen. Lange Blätter sind bei uns sowieso meist Mangelware.

Auch diesmal sind Hausübungen herzlich willkommen! Die Bilder werden nach und nach hier veröffentlicht.



Montag, 29. März 2021

Freestyle mit nonfloralem Material

Die April-Hausübung beschäftigt sich wieder mit Freestyle, diesmal aber unter Verwendung von nonfloralem Material. Die Theorie dazu steht im 2007 veröffentlichten Ikenobō Ikebana Introductory Freestyle Curriculum.

Headmaster Ikenobō Sen'ei erklärt darin seine Vision von Freestyle, die vorwiegend auf dem Ausdruck von yoroshiki-omokage (Schönheit des Originaleindrucks einer Pflanze) basierend auf somoku-no-fukyo (innewohnende Schönheit lebendiger Pflanzen) beruht. Die Grundidee liegt in der Beobachtung lebendiger Pflanzen mit dem Ziel, eigene Gefühle/Empfindungen durch die natürliche Schönheit der umgebenden Natur ausdrücken zu können. 

Pflanzen sind die Bausteine des Ikebana und besitzen ihre eigene, dynamische und lebendige Art von Schönheit. Die Kombination der Charaktere und Eigenschaften der Pflanzen führt dann in der Gesamtheit zu einer neuen Art von Schönheit. Den Pflanzen werden Rollen zugewiesen, wie "Hauptdarsteller", "Gegenspieler" und "Nebendarsteller". Es ist wichtig, sich bewusst zu sein, warum man welches Material aussucht und wie es angeordnet wird.

Obwohl lebendige Pflanzen das Hauptelement eines Ikebana darstellen, wird nonflorales oder bearbeitetes Material verwendet, wenn die lebendigen Pflanzen allein nicht ausreichen, das Thema der Arbeit adäquat auszudrücken. Ein anderer Grund liegt im Versuch, die Schönheit der lebendigen Pflanzen zu betonen, indem sie mit nonfloralem Material kombiniert werden. Das bedeutet, dass nonflorale und/oder bearbeitete Materialien Effekte erzielen, die mit lebendigen Pflanzen allein nicht erreicht werden können. 

Nonflorale Materialien werden verwendet, weil der Arrangierende während des Arbeitens glaubt, dass diese für den gewünschten Ausdruck erforderlich sind. Trotzdem kann ihre Verwendung nicht automatisch mit einer Aufwertung des Arrangements gleichgesetzt werden. Es muss eine Übereinstimmung mit dem gewünschten Ausdruck vorhanden sein. Eine unbedachte Verwendung kann die natürliche Schönheit der Pflanzen ruinieren und die Arbeit billig und effekthaschend erscheinen lassen.

Soweit die Theorie – in der Praxis ist es weitaus schwieriger, ein harmonisches Zusammenspiel von floralem und nonfloralem Material zu erzielen. Da ist viel Üben angesagt.


Und auch diesmal zusätzliche Arrangements und Prüfungsarbeiten


Donnerstag, 14. Mai 2020

Neue Herausforderungen

Um diejenigen von uns, die schon unter Entzugserscheinungen leiden, ein wenig zu fordern, gibt es nun eine weitere Möglichkeit des Fernunterrichts. In Abständen werden Schritt-für-Schritt-Anleitungen an die Gruppenmitglieder verschickt, wie mit leicht erhältlichen Materialien verschiedene Arrangements gestaltet werden können. Die werden dann nachgearbeitet, aufgrund von Fotos korrigiert und anschließend hier im Blog veröffentlicht. 

Den Anfang macht ein Shōka shōfūtai isshu-ike mit Spraynelken. Ein für uns ungewöhnliches Arrangement, denn mit unseren "konventionellen" Schnittblumen wie Rosen oder Nelken verbinden wir nicht unbedingt traditionelle Ikebana-Arrangements. 
Aber wie mehrere japanische Professoren stets betont haben – man soll auch mit landestypischen Pflanzen traditionelle Arrangements wie Shōka und Rikka arbeiten. Dabei muss man allerdings auf shusshō, die speziellen pflanzentypischen Wachstumscharakteristika, achten. 
Also genau schauen, wie eine Pflanze in der natürlichen Umgebung wächst und diese Eigenschaften möglichst korrekt in der Shōka-Form wiedergeben. OK, Spraynelken kommen bei uns aus dem Glashaus und eher selten bis gar nicht aus dem Freiland, aber wenn man sich die Schnittblumen genau ansieht, kann man auch etwas über deren shusshō herausfinden.

Spraynelken wachsen mit Seitentrieben und weisen relativ viele Blüten auf. Außerdem sind an jedem Stiel Blüten in verschiedenen Wachstumsstadien vorhanden. Also wird das Shōka wohl etwas üppiger ausfallen und im Arrangement sollten Knospen, halb offene und fast völlig geöffnete Blüten vorhanden sein. 
Lassen wir uns überraschen, wie diese Herausforderung angenommen wird und wie viele Arrangements gearbeitet werden.


mit Ersatzmaterial gearbeitet

Dienstag, 7. April 2020

Corona-Hausübungen

Aufgrund der strikten Maßnahmen wegen der Corona-Krise sind unsere Ikebana-Aktivitäten derzeit bis Ende Juni auf Eis gelegt. Damit wir nicht völlig aus der Übung kommen, haben wir quasi einen "Fernunterricht" eingerichtet. Wer Hausübungen macht, kann Fotos davon schicken, die dann korrigiert werden. Dank diverser Zeichenprogramme ist ein Herumkritzeln auf den Bildern möglich, was eine recht anschauliche Korrektur erlaubt. Die so verbesserten Arrangements werden hier nach und nach veröffentlicht.


Freestyle-Arrangements

Shōka shōfūtai mit Pfingstrosen

Shōka shōfūtai mit Ackerrittersporn
gyōdō-ike

Denka-Shōka mit Strauchpfingstrose (botan)

Denka-Shōka Iris germanica mit 15 Blättern

 Denka-Shōka mit 7 Aspidistra-Blättern

 Klassisches Shōka tsuri-zuki

  
 Shōka shinpūtai 

tatehana