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Mittwoch, 12. April 2023

Freestyle in 2 Vasen

Das Programm unseres Übungsabends lautete diesmal 'Freestyle in 2 Vasen', wobei nicht zwangsweise hohe Vasen verwendet werden mussten, sondern jede Art von zusammenpassenden Gefäßen erlaubt war. Auch die Wahl des Vasenmaterials – sei es nun Keramik, Glas, Metall oder Holz – und der Befestigungstechnik – die meisten verwendeten Steckmasse, aber auch kenzan, komiwara und Drahtgeflecht waren vertreten – bleib jedem selbst überlassen. 

Die meisten Teilnehmer*innen nutzten das Überraschungspaket vom Großmarkt und einige gingen auch selbst auf Materialjagd. Bei dem verregneten und kalten langen Osterwochenende keine besonders angenehme Aufgabe. 
Das Angebot am Großmarkt war durch die Feiertage auch nicht gerade berauschend. Die LKW mit der Frischware waren Dienstagfrüh noch unterwegs, also mussten wir mit den Pflanzen auskommen, die über die Feiertage in der Kühlung gelagert waren. Die Blumen werden also nicht so lange durchhalten wie sonst, auch wenn wir sie nach allen Regeln der Kunst behandelt haben. 
Das Überraschungspaket enthielt neben grün-gelbem Cornus (der schon kleine Blättchen und Blütenansätze zeigte) als Strukturmaterial noch rosa Gerbera, blaue Eustoma (diesmal die grazile Sorte mit den einfachen Blüten und den wilden Verzweigungen), Solidago und großblättrigen Ruscus. 

Wie sehr der Ausdruck eines geteilten Arrangements von der Positionierung der einzelnen Gefäße abhängt, lässt sich am Beispielarrangement gut feststellen. Stehen die Vasen knapp beisammen, ist die Wirkung kompakt und nach oben strebend, ordnet man sie weiter von einander entfernt an, wird der Eindruck großzügig und rhythmisch. Deshalb sollte man sich bereits vor dem Arrangieren überlegen, wie viel Raum am geplanten Aufstellungsort vorhanden ist und welchen Eindruck man vermitteln will. 

Hier nun die Galerie unserer Arbeiten, nur ein Arrangement hat sich der Kamera verweigert. Sollten später noch Hausübungen eintreffen, werden sie nach und nach veröffentlicht.

Mittwoch, 23. März 2022

Freestyle mit Tulpen

Da wir unsere Übungsabende im März unter das Motto 'Ikebana mit Tulpen' gestellt haben, wurde auch gestern wieder mit diesen Pflanzen als Hauptmaterial gearbeitet. Nach dem Shōka von vor 2 Wochen war diesmal Freestyle an der Reihe.

Die meisten den Anwesenden haben sich für das Überraschungspaket vom Großmarkt entschieden, aber auch Arbeiten mit selbst zusammengesuchten Materialien waren vertreten. Zusätzlich wurden Arrangement für die kommende Ausstellung geübt, diese Werke werden aber noch nicht gezeigt - wir wollen uns ja die Vorfreude nicht verderben.

Diesmal hatten wir Tulpen aus heimischen Glashäusern zur Verfügung. Die Qualität der Blätter lässt sich nicht mit jener holländischer Ware vergleichen. Na ja, die Blumen sind eben nicht tagelang unterwegs, sondern werden am Vortag geschnitten und gleich am nächsten Morgen verkauft. Eigentlich hätte es einige uns in den Fingern gejuckt, damit nochmal Shōka zu arbeiten, aber natürlich hatten wir keine passenden Gefäße dabei.

Neben den fünf rosafarbenen Tulpen gab es für jeden noch weiße Bartnelken, eine gelbe Santini-Chrysantheme, Spirea-Zweige und Salal-Blätter. Zusätzlich noch schmale, panaschierte Blätter, die als Lilly Gras verkauft werden. 
Meiner Meinung nach handelt es sich dabei um die Blätter der Liriope muscari, der Lilientraube. Diese Pflanze wächst auch bei uns im Freiland, ist immergrün, verträgt Halbschatten und zeichnet sich durch sehr interessante, traubenförmige Blüten und lang haltbare, stabile Blätter aus. Sie werden zwar nicht so lang wie die im Blumenhandel verfügbaren Exemplare, aber sie bereichern unsere Palette an Ikebana-tauglichen Pflanzen. Lange Blätter sind bei uns sowieso meist Mangelware.

Auch diesmal sind Hausübungen herzlich willkommen! Die Bilder werden nach und nach hier veröffentlicht.



Montag, 28. Februar 2022

Frühlingsworkshop

Wir haben unseren Frühlingsworkshop gut über die Bühne gebracht und vielfältige und interessante Arrangements geschaffen. 2½ intensive Tage liegen hinter uns und es ist Zeit für ein Resümee.

Am Freitagnachmittag starteten wir mit Rikka-Theorie und der Vorführung des Beispielarrangements, eines kleinen, eher querformatigen Rikka shōfūtai. Diese Form wurde extra deswegen gewählt, weil das Arrangement schön kompakt ist und damit auch in kleinen Wohnungen aufgestellt werden kann. Durch die verwendeten Pflanzen – Narzissen, Palmkätzchen und Iris – entstand ein wunderbar frühlingshafter Eindruck. 
Im Anschluss an die Vorführung war noch genügend Zeit für diverse Prüfungsarrangements bzw. machte sich die eine oder andere Teilnehmerin gleich an das (mühsame) Drahten der Narzissenblätter. 

Der Samstag startete wieder mit einer Theorie-Einheit und Vorführungen, diesmal zum Thema Shōka shōfūtai. Danach stand eigenes Arbeiten auf dem Programm. Die meisten der Damen machten sich an die Umsetzung des vorgezeigten Rikka, es wurde aber auch bereits Shōka geübt bzw. Rikka shimpūtai gestaltet. 
Obwohl durch die geringe Größe des Arrangements viel Fingerfertigkeit gefragt war und sich die Narzissenblätter hartnäckig gegen das Drahten wehrten, ging das Arrangieren stetig voran und wir kamen ohne Zeitdruck gut über die Runden. 

Am Sonntag begann das Spiel von vorne, erst Theorie und Demo (diesmal Freestyle), dann eigenes Arrangieren. Neben Freestyle und Shōka shōfūtai entstanden an diesem Tag auch verschiedene Shōka shimpūtai. 
Bis etwa 16 Uhr wurde fleißig gewerkt, bevor wir uns schön langsam ans Aufräumen machten. Der unvermeidliche Papierkram musste ebenfalls erledigt werden, schließlich braucht man die diversen Nachweise für das nächste Diplom. Alles in allem konnten wir relativ pünktlich Schluss machen und unsere Werke heim transportieren. Dort werden sie uns hoffentlich noch eine Weile erfreuen. 

In der Fotogalerie gibt es wieder nur einen kleinen Teil der entstandenen Arbeiten zu sehen, aber von den jeweiligen Arrangementtypen sollten immerhin zwei Beispiele vertreten sein.
kleines Rikka shōfūtai
Rikka shimpūtai
Shōka shōfūtai - von isshu-ike bis sanshu-ike
Shōka shimpūtai
Freestyle