Mittwoch, 11. Januar 2017

Ikebana zum Jahresbeginn


Ein festliches Ikebana – wahlweise Jiyūka oder Shōka – mit Blütenzweigen und Kiefern sollte als erstes Ikebana im neuen Jahr arrangiert werden. 
Die Damen haben dafür schon rund um den 21. Dezember Zweige geschnitten und vorgetrieben. Als "Notnagel", falls es mit der Treiberei Schwierigkeiten gegeben haben sollte, gab es zusätzlich Zierquitten vom Blumengroßmarkt. Dazu auch noch einige Blumen, Anemonen, Hypericum und Waxflower für Jiyūka und Eustoma für Shōka. 
Kiefern steuerten einige der Teilnehmerinnen selbst bei. Zusätzlich besorgte ich noch waka-matsu im Zuge eines kleinen Ausflugs ins verschneite Waldviertel. Dort gibt es einige Stellen, an denen Nordmanntannen und Kiefern gemeinsam gedeihen und deren untere Äste im Winter abgeschnitten werden, damit schöne Hochstämme entstehen. Ein Glück für uns, denn dadurch muss man keinen Waldfrevel begehen, sondern kann einfach das Schnittgut einsammeln.

Trotz einiger grippebedingter Ausfälle war der Übungsabend sehr gut besucht. Die meisten Damen werkelten an Jiyūka, aber auch Shōka shinpūtai und Shōka shōfūtai sanshu-ike waren vertreten. Die drei Shōka shōfūtai setzten die Kiefer an verschiedenen Stellen ein: Einmal waka-matsu als shin/mae-ashirai, ein Arrangement mit Kiefer als soe und in der dritten Variante kam matsu als tai-oku zur Geltung.

Es war ein angenehmer Start ins neue Jahr, nicht gleich ganz super streng (das kommt sicher noch bei den traditionellen Arrangements, beispielsweise beim Denka mit Tazetten im Februar), sondern heiter und teilweise auch verspielt. Also dann, auf ein erfolgreiches und interessantes 2017!

Freitag, 16. Dezember 2016

Monatstreffen Ikebana International


Das Dezember-Treffen von Ikebana-International Vienna Chapter #223 in der Studiogalerie war bereits sehr vorweihnachtlich geprägt. Schließlich lautete das Thema des Abends "mein persönliches Festtagsarrangement". 

Ein Großteil der TeilnehmerInnen wählte daher auch die Farben Rot, Weiß und Grün für ihre Arrangements, da diese als besonders festlich gelten. Auch waren zu Knoten geschlungene mizuhiki (gefärbte Papierschnüre) in Silber und Gold vertreten, wie sie in Japan anlässlich des Neujahrsfestes gerne verwendet werden. 
An Pflanzen gab es neben Kiefern und Ilex (sowohl mit Blättern als auch nur die früchtetragenden Zweige) Poinsettien, Amaryllis, Schneerosen, Rosen und Eustoma zu bewundern. 

Mein Beitrag war ein Nageire in einer abgeflachten Kugelvase. Die üblichen Probleme mit nicht einklemmbaren kubari, die bei solchen Vasenformen immer wieder auftreten, habe ich durch den Einsatz von Tixostreifen als Stabilisierungshilfe vermieden. Die übriggebliebenen Amaryllis vom dienstäglichen Übungsabend waren bereits schön aufgeblüht und harmonierten wunderbar mit der Kiefer und den Ilexzweigen. 

Neben den vielfältigen Arrangements und einem wunderbaren Buffet ging es auch um Entscheidungen bezüglich der anstehenden Jubiläumsausstellung. Unsere Präsidentin hat viele Strippen gezogen, um uns mehrere Alternativen anbieten zu können. Die Mehrheit hat schließlich für den Projektraum im WUK votiert. Die Ausstellung wird aller Voraussicht nach vom 12. Bis 14. Oktober 2017 stattfinden.

Mittwoch, 14. Dezember 2016

Übungsabend und Weihnachtsfeier


Der letzte Übungsabend in der ÖGG in diesem Ikebana-Jahr war ganz auf unsere kleine Weihnachtsfeier ausgelegt. Jede der Damen brachte eine Kleinigkeit zu Futtern mit, sodass wir am Ende ein wunderbares, vielfältiges Buffet zu "vernichten" hatten. 
Und zum Abschluss gab es auch noch Bilder von den Ausstellungen in Kyoto zu sehen. Wir haben gerade mal die Jiyūka geschafft und einen Teil der Shōka – also ist sicher noch ein weiterer Bilderabend angesagt. Schließlich warten noch unzählige Rikka shōfūtai und Rikka shinpūtai darauf, bemurmelt zu werden.

Aber bevor wir uns den kulinarischen und optischen Genüssen widmeten, stand auch noch Ikebana auf dem Programm. Diesmal ein Arrangement freier Wahl, wobei sich die meisten der Damen für Jiyūka entschieden. Aber auch 2 Shōka shinpūtai waren vertreten. 
Für etwa die Hälfte der Teilnehmerinnen gab es kazai vom Großmarkt – kleine weiße Amaryllis (noch ganz geschlossen, aber in den nächsten Tagen werden die bestimmt aufblühen), Ilex-Beeren, Tränenkiefer, rosa-roter Schnittweihnachtsstern und goldgefärbter Eukalyptus – die anderen brachten selbst etwas mit. 
Die Stiele der Amaryllis waren leider sehr dick, was besonders im Vergleich mit den zarten Blüten stark auffiel. Aber kurz geschnitten war das Missverhältnis nicht mehr so deutlich sichtbar. Sobald die Knospen aufgeblüht sind, werden sie sowieso das Arrangement dominieren. 

So, jetzt ist erst einmal Pause angesagt, damit wir am 10. Jänner wieder frisch und erholt ins neue Jahr starten können. Obwohl, um den 21. Dezember herum sollten wir Blütenzweige schneiden und vortreiben, damit wir 2017 mit einem entsprechenden Arrangement begrüßen können. 

Ich wünsche allen Ikebana-Freunden besinnliche Feiertage und alles Gute für das kommende Jahr!