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Dienstag, 8. März 2016

Frühlingshaftes Jiyūka


Unseren Übungsabend könnte man diesmal als verspätete Hommage an das Mädchenfest verstehen – die Farben rosa und gelb dominierten. Neben Ranunkeln und Narzissen gab es als Strukturmaterial ganz feine Palmkätzchen und Salal als Grünzeug/Füllmaterial. Die Vorgabe lautete, ein Jiyūka naname-no-hana mit Schwerpunkt Linie anzufertigen. Die Entscheidung, wie das Arrangement positioniert werden sollte, blieb jeder Teilnehmerin selbst überlassen. Neben "einfüßigen" Arrangements waren auch welche mit 2 kabu und sogar eine perspektivische Variante vorhanden. 
Vor dem Unterricht wurden noch letzte Details zum Mittwoch beginnenden Frühlingsseminar in Puchberg/Wels besprochen. Und auch die kommende Woche stattfindende Frühlingsausstellung im Gartenbaumuseum erforderte unsere Aufmerksamkeit. Die Planung dazu liegt in den letzten Zügen. Irgendwie ist es immer so, dass wichtige Ereignisse sich auf engstem Zeithorizont abspielen und man oft gar nicht mehr zum Durchschnaufen kommt. Deshalb ist dieser Eintrag auch ein wenig kurz geraten – der Koffer wartet noch darauf, gepackt zu werden. 
Wir durften diesmal auch zwei neue Damen bei uns begrüßen und hoffen, dass sie uns erhalten bleiben. Jedenfalls hatten sie Spaß an der Sache. 
Hier nun unsere Werke – der Frühling lässt grüßen…

Mittwoch, 25. März 2015

Palmkätzchenfieber

Der frühmorgendliche Trip zum Blumengroßmarkt ergab diesmal wunderbare, feine Palmkätzchenzweige, bestens geeignet für ein zartes Shôka oder ein luftiges Jiyûka. Passende Frühlingsblumen dazu zu finden, erwies sich aber als nicht sehr befriedigend. Tulpen hätten nicht zu den zarten Linien gepasst und mit Tazetten wollten wir uns nicht schon wieder herumschlagen. Das "Ausziehen" und neu Zusammenfügen haben wir schließlich schon vor einem Monat exzessiv geübt. Ringelblumen waren ebenfalls zu wuchtig und von den Eustoma, die den passenden Ausdruck geliefert hätten, waren nur mehr die gefülltblühenden Sorten erhältlich. Also Chrysanthemen - nicht gerade ein Frühlingsgewächs, aber die weißblühende Santini-Sorte mit den dunklen Herzen erinnert irgendwie an Gänseblümchen und wirkt so frisch-fröhlich-frühlingshaft. Für das Jiyûka gab es Narzissen und Schneeball als Begleitung. Zusammen mit den Palmkätzchen sollte daraus ein naname-no-hana, eine schräge Form, diesmal mit etwas breiterem Fuß entstehen.
Der Kurs war wieder sehr gut besucht und auch 2 Interessentinnen kamen vorbei, um einmal zu sehen, was Ikebana eigentlich ist. Immerhin hatten wir genügend Material und auch der Fundus an Gefäßen und Leih-kenzan war gut gefüllt, so konnten sich die beiden gleich gemeinsam an einem Jiyûka probieren.
Zusätzlich wurden Vorarbeiten für Arrangements für die Ausstellung geleistet und verschiedene Materialvarianten ausprobiert. Und natürlich nicht zu vergessen - zwei unserer Damen bekamen die lang ersehnten Diplome verliehen! Und das Headquarter scheint auch mit der Zeit zu gehen. Die hässlichen Namensschilder - eine unsägliche Kombination aus hellbraunem Kunststoffrahmen und einem Einschub mit dem Namen gedruckt auf Papier mit gelblich-brauner Holzmaserung - wurden endlich gegen moderne Acrylglasschilder ausgetauscht! Das ist ein wirklicher Fortschritt, endlich kann man die Dinger getrost neben ein Arrangement stellen, ohne dass man Sehstörungen kriegt ;-)

 unsere Shôka shôfûtai nishu-ike, sogar zwei betsuden-Varianten (jodan-nagashi) sind vorhanden

Jiyûka naname-no-hana mit mehr oder weniger breitem Fuß bzw. eine Kombinationsform

Montag, 16. März 2015

Puchberg-Seminar - Jiyûka-Tag

Der zweite Seminartag brachte eine kleine Programmänderung. Das geplante Shôka shinpûtai für die Fortgeschrittenen wurde kurzerhand in ein Jiyûka umfunktioniert. Unsere Meisterin war wohl der Meinung, dass wir uns mehr auf die Basics konzentrieren sollten.
In der Vormittags-Session wurde ein Jiyûka naname-no-hana, eine geneigte Form mit Narzissen, Eustoma und Spirea gearbeitet. Der Schwerpunkt lag dabei auf sen - Linie. Nachmittags war dann eine breite Form an der Reihe. Jiyûka yoko-no-hana mit Aspidistra, Ranunkeln und Korkenzieherweide. Hier kam es auf die Flächenwirkung der Blätter an, die durch die Linien der Weidenzweige kontrastiert wurde. 
Die Mittagspause wurde wieder für Prüfungen genutzt. Auch die beiden Wiener Kolleginnen waren wieder sehr fleißig. Nachdem sie am ersten Abend einen Kranich bzw. ein hängendes Boot gearbeitet hatten, waren diesmal klassische Blütenzweige im ogenchô bzw. ein kreatives Jiyûka in der Vase an der Reihe. Mein Beitrag war ein klassisches muko-gake mit Blutpflaume. Man muss schließlich die jeweiligen Prüfungsbögen abarbeiten ;-)

 die "Vorlagen" ....

 .... und meine Umsetzungen

 und hier noch die Prüfungsarbeit

Dienstag, 14. Oktober 2014

"Herbstwind" - Seminar mit unserer japanischen Meisterin

Freitag bis Sonntag war die ÖGG wieder fest in der Hand der Ikebanesen - unsere geschätzte Meisterin, Prof. Shûsui Pointner-Komoda, beehrte uns mit ihrem Besuch. Es wurde ein Intensiv-Seminar zum Thema "neue Formen des Jiyûka" abgehalten. Unglaubliche 18 Teilnehmerinnen fanden sich ein, um sich mit den jüngsten Variationsmöglichkeiten des Ikenobô-Ikebana zu beschäftigen. Diese Weiterbildung ist besonders für Unterrichtende im Hinblick auf die neu gestalteten Prüfungsbögen zur Erlangung der diversen Diplome essentiell. Schließlich müssen die Lehrkräfte zumindest eine Ahnung davon haben, was sie den Schülern vermitteln sollen ;-)

Bereits am Donnerstagnachmittag richteten wir den Vernissagenraum des Gartenbaumuseums für unsere Bedürfnisse her, denn der große Saal der ÖGG alleine hätte nicht allen Teilnehmerinnen Platz geboten. Also wurde die Gruppe gesplittet und die weiter fortgeschrittenen Damen quasi "ausgelagert".
Freitag in aller Frühe wurden die bestellten Blumen vom Großmarkt geholt und die "Frühschicht" machte sich ans Versorgen der Pflanzen und Herrichten des kazais für die erste Unterrichtsrunde. Danke übrigens an alle Helferinnen! 
Im Lauf des Vormittags trafen nach und nach die Teilnehmerinnen ein, bezogen ihre Plätze und einige von uns arbeiteten an Zwischenprüfungsarrangements. Diese wurden erfreulicherweise noch vor Seminarbeginn von unserer Meisterin korrigiert.

Schlag 15:00 ging es mit der offiziellen Begrüßung los und wir stürzten uns gleich in den theoretischen Teil über das reformierte Jiyûka. Im Anschluss daran durften wir das Gehörte in Form eines tate-no-hana mit breitem Fuß (eine aufrechte Version) und Schwerpunkt Linie (sen) umsetzen. Diese Variante war uns bereits vertraut, aber trotzdem gab es immer noch Neues darüber zu lernen. Da für die neuen Formen auch etwas andere Gefäße als bisher benötigt werden, waren wir froh, dass die große Keramik-Lieferung von der Kaspar Hauser Stiftung in Berlin rechtzeitig bei uns eingetroffen ist. Und außerdem tut man damit Gutes und unterstützt eine gemeinnützige Organisation. Den Abend ließen wir gemeinsam in einem asiatischen Lokal in der Nähe ausklingen.

Am Samstag dann beschäftigte sich der Unterricht mir weitaus seltener geübten Variationen des Themas "men" (Fläche). Zuerst ein perspektivisches Jiyûka, bei dem es besonders auf die Ausarbeitung der räumlichen Tiefe des Arrangements ankommt. Wir arrangierten eine schräge Form - naname-no-hana. Und in der Nachmittagseinheit dann yoko-no-hana mit schmalem Fuß (waagrechte Form), ebenfalls mit Schwerpunkt Fläche. Beim Abendprogramm mussten wir kurzfristig umdisponieren, da uns das vorgesehene Restaurant im letzten Moment abgesagt hat. Also ging es mit den Öffis in die Innere Stadt und dort verbrachten wir einen angenehmen Abend bei traditioneller Wiener Küche.

Sonntag schließlich ging es um das Thema "ten" - Arbeiten mit punktförmigen kazai. Wir konnten in einem oder auch verteilt auf 2 Gefäße arbeiten, entweder in schräger oder aufrechter Ausrichtung. Am Nachmittag stand dann zur Entspannung Shôka shinpûtai auf dem Programm. Bevor es ans große Aufräumen und Einpacken ging, wurden die Teilnahmezertifikate verteilt und unsere Meisterin verabschiedet. Ein wunderbares und sehr informatives Seminar ist wieder viel zu schnell vorbei gegangen. Aber wir dürfen uns auf ein Wiedersehen im nächsten Jahr freuen. Vermutlich wieder Mitte Oktober, dann mit dem Schwerpunkt Shôka und Jiyûka mit Chrysanthemen.
Hier erst einmal einige Bilder von Prüfungsarrangements, den "Vorlagen"  unserer Meisterin und meine Arbeiten. Einige Fotos vom 1. Tag weigern sich derzeit noch hartnäckig, die (Handy)Kamera zu verlassen und werden schnellstmöglich nachgeliefert.

hier nun einige Zwischenprüfungsarrangements
  
 die Arrangements von Prof. Pointner-Komoda

  meine Arbeiten...
    
...und eine aufrechte Version einer Kollegin

Donnerstag, 10. Juli 2014

Mittwoch in Puchberg - Jiyûka-Tag

Mittwoch war der letzte Unterrichtstag unseres Seminars. Zur Entspannung standen sowohl für den Nachwuchs als auch für die Fortgeschrittenen 2 Jiyûka (eigentlich 3, denn eines war eine geteilte Form) auf dem Programm. Zuerst ein naname-no-hana, eine schräge Form, die mit Tiefenwirkung gearbeitet wurde. Und danach noch ein yoko-no-hana (waagrechtes oder breites Jiyûka), als geteilte Form in 2 Gefäßen arrangiert. Auch für Prüfungsarrangements wäre noch genügend Zeit gewesen, aber wir beschlossen, erst einmal klar Schiff mit unseren Restblumen zu machen. Die bereits kompostähnlichen Pflanzenreste wurden zusammengeschnitten und entsorgt, während das noch brauchbare kazai für den Heimtransport verpackt wurde. Für die Mitarbeiterinnen des Hauses wurden als kleines Dankeschön noch einige Sträuße gebunden - natürlich aus schönen Reserveblumen!
Da 4 der Damen bereits abends abreisten, mussten natürlich auch Gefäße und Zubehör eingesammelt, gereinigt und verpackt werden. Auch der Kies wurde zum Trocknen ausgebreitet - leider nicht im Freien, da uns immer wieder Regenschauer in die Räumlichkeiten trieben. Zuletzt rollten die Transportwagen zu den Autos, um alles sicher zu verstauen.
Für die restlichen Seminarteilnehmer gab es nach dem Abendessen noch die Urkundenverteilung und einen netten bunten Abend bei gemütlichem Zusammensein. Diese Damen müssen erst am Donnerstag mit dem Aufräumen beginnen und dann heißt es auch schon wieder Sayonara - bis zu einem Wiedersehen im Oktober in Wien.

links die Arrangements der Meisterin und rechts meine Werke