Mittwoch, 11. Juni 2025

Shōka sanshu-ike

Der Übungsabend brachte uns diesmal die Beschäftigung mit Shōka sanshu-ike. Auch unser Nachwuchs nutzte die Gelegenheit, ins Shōka einzusteigen. Dabei haben sie sich aber ausgerechnet eine besonders schwierige Lektion ausgesucht. Allerdings haben sie sich auch gut geschlagen.

Nach dem Feiertag am Montag herrschte am Großmarkt gähnende Leere, die LKW aus Holland waren noch unterwegs und deshalb musste auf das vorhandene bescheidene Angebot zurückgegriffen werden. Also gab es Löwenmäulchen, Ageratum und Hirtentäschel, wobei letzteres zwar im Bund recht gut aussah, sich aber dann als ziemlich hänge- und drehfreudiges Material mit extrem dünnen Stielen entpuppte. 

Deshalb war gleich einmal nicht an die zugegeben interessante Anordnung von Hirtentäschel als shin- und soe-Gruppe, Löwenmäulchen für tai-shin und Ageratum für die tai-Gruppe zu denken. Das wäre einmal eine Alternative zu den sonst so häufig gearbeiteten Kombinationen gewesen.
Also wurde es bei den meisten Damen eine shin-Gruppe aus Löwenmäulchen, soe und eventuell eine zusätzliche Verstärkung des ushiro aus Hirtentäschel und schließlich Ageratum für den tai. Allerdings haben einige der Fortgeschrittenen auch Variationen eingebaut. 

Glücklich war, wer selbst Material besorgte und entweder vor Ort oder als Hausübung arrangierte. Aber trotz des anspruchsvollen Materials haben wir ganz gute Arrangements hingekriegt, auch wenn sich die dünnen Stiele vom Hirtentäschel auf dem Weg zum Fotoplatz manchmal etwas verabschiedet haben. 

Wer keine Lust auf Shōka verspürte, beschäftigte sich mit Freestyle oder arbeitete Shōka shimpūtai mit dem Großmarktmaterial. 
Beim letzten regulären Übungsabend dieses Semesters dürfen wir uns wieder auf Freestyle freuen, da kombinieren wir dann Masse mit Glasgefäßen.



Mittwoch, 28. Mai 2025

Freestyle im Körbchen

Für heuschnupfengeplagte Teilnehmer*innen fiel unser gestriger Übungsabend unter die Kategorie 'heute wäre eine Erschwerniszulage fällig'. Die Luft im Seminarraum der ÖGG war geschwängert mit Gräserpollen und auch die diversen Wiesenblumen leisteten ihren Beitrag. 
Auf dem Programm stand ein Freestyle-Arrangement im Körbchen und da die Wiesen derzeit so wunderschön blühen haben viele von uns mit Gräsern und Wildblumen gearbeitet. Blühende Wiesen sind für die meisten eine Augenweide, aber Pollenallergiker sind wohl froh, wenn endlich alles abgemäht ist. 

Da diesmal eigenes Material gesammelt werden sollte, war die Vielfalt der Arrangements noch größer als sonst. Neben Wiesenblumen wurden auch Gartenpflanzen wie die derzeit aktuellen Rosen, Clematis und Pfingstrosen verwendet. Bei den Körbchen waren ebenfalls viele unterschiedliche Modelle – hoch oder flach, mit und ohne Henkel – im Einsatz. Genau wie bei den Blumen und Gefäßen gab es bei den Befestigungstechniken Unterschiede. Wer zarte Gräser und Blumen verwendete, bevorzugte Steckmasse, während die kräftigeren Stiele besser im kenzan hielten.

Hier die Werke des gestrigen Abends, Hausübungen werden wie immer ergänzt.




Montag, 19. Mai 2025

Frühsommerworkshop in der ÖGG

Unser Wochenend-Workshop lief wieder in entspannter Atmosphäre ab und bot den Beteiligten sowohl Herausforderungen als auch Möglichkeiten für Spielereien. Auf dem Programm standen tatehana und Rikka shimpūtai für die Fortgeschrittenen und Shōka und Freestyle für den Nachwuchs und selbstverständlich auch für die Profis. Für Prüfungen und das Ausprobieren neuer Formen blieb ebenfalls genügend Zeit. 

Die Materialzusammenstellung war teilweise ungewöhnlich, da sich das Angebot im Großhandel binnen einer Woche komplett verändert hat. Pflanzen, die vor Kurzem noch problemlos erhältlich waren (z.B. Schachtelhalm oder Liatris), sind quasi über Nacht verschwunden oder haben im Preis extrem angezogen. Deshalb musste die Planung ziemlich über den Haufen geworfen werden. 
Das hat aber auch dazu geführt, dass wir uns mit Pflanzen wie Fibigia (Schildkresse) oder Camassia auseinandersetzen durften. Materialien, die nicht alltäglich sind und nicht unbedingt weit oben auf der Liste passender Ikebana-Pflanzen stehen.

Die Großmarktpakete für tatehana und Rikka shimpūtai enthielten genügend Material für mehrere Arrangements, wobei die Kombination der Pflanzen den Teilnehmerinnen überlassen blieb. Der Nachwuchs hielt sich beim Shōka möglichst an die vorgesehenen Kombinationen, während die Fortgeschrittenen auch hier nach Lust und Laune kombinieren durften. 

Für das Shōka isshu-ike hatten wir Pfingstrosen mit ungefüllten Blüten, recht eleganten Stielen und ziemlich schönen Blättern zur Verfügung. Wir haben etwas reduziert gearbeitet und nur 3 Blüten verwendet. Eine der Damen konnte sogar die Reduktion auf die Spitze treiben und die Sonderform soe-hazushi ausprobieren. 
Mit der Schildkresse und Bartnelken als nejime gestalteten wir das Shōka nishu-ike. Das Interessante an dieser Pflanze sind die scheibenartigen Samenstände, die derzeit noch silbrig-behaart sind und im Lauf der Entwicklung irgendwann einmal durchsichtig werden sollen. 
Das Shōka sanshu-ike bestand aus sehr bewegungsfreudiger Camassia (die Blütenrispen tanzten, bis sie ihre ideale Position gefunden hatten), panaschierten Aspidistrablättern und Bouvardia. 

Der Freestyle-Sonntag verlief überaus abwechslungsreich. Es gab ein naturnahes, landschaftliches Arrangement, eine etwas kreativere Auseinandersetzung mit Pfingstrosen und zuletzt eine Basteleinheit, die unter dem Motto 'Draht und Glas' stand. 
Dabei wurde wahlweise ein Teller oder eine Platte in einem Drahtkonstrukt aufgestellt und ein Röhrchen für Pflanzen mit Saugnapf daran befestigt, oder die Schale/Platte lag flach auf dem Tisch und die Pflanzen steckten zwischen den Drahtschlingen in Röhrchen. Bei diesem Arrangement waren Balancierfähigkeiten gefragt und Fingerfertigkeiten von Vorteil, damit alles im Gleichgewicht blieb. 

Alles in allem haben wir mit dem Workshop viel Freude gehabt und wieder einige neue Aspekte kennengelernt. Hier nun ein kleiner Einblick in unser Schaffen.