Freitag, 18. März 2016

Eröffnung der Frühlingsausstellung


Die Eröffnung unserer Frühlingsausstellung im Ausstellungsraum des Gartenbaumuseums in der Orangerie Kagran ist glatt über die Bühne gegangen. Frau Dr. Brigitte Schmidt, Vizepräsidentin der ÖGG, und Berthold Steinschaden, Generalsekretär der ÖJG sprachen einleitende Worte, bevor sich die Besucherinnen und Besucher auf die Arrangements bzw. das bereitgestellte Buffet stürzten. Erfreulicherweise waren die Blumen der größere Magnet. 
Aber zurück zum Start: Nach dem obligatorischen Großmarktbesuch ging es in die ÖGG, um die Blumen zu versorgen und den Ausstellungsraum herzurichten. Mitarbeiter des Gartenbaumuseums hatten uns 10 quadratische Tische zur Verfügung gestellt. Dazu kamen noch ein großer Tisch und drei Podeste aus dem ÖGG. Vor dem Vernissagenraum warteten die drei großen Vitrinen der ÖGG darauf, befüllt zu werden. Alle Tische wurden mit Tüchern verkleidet und ausgerichtet. Dann begann das große Arrangieren. 
Im Endeffekt gab es ein Rikka shōfūtai, 2 Rikka shinpūtai (eines davon geteilt in zwei Gefäßen) 3 Shōka shōfūtai, 5 Shōka shinpūtai und 6 völlig unterschiedliche Jiyūka (eines in einem Hängegefäß an der Wand) zu bewundern. 
Die Damen haben wunderbar gearbeitet und sich selbst übertroffen. Auch zeitmäßig lagen wir sehr gut, wir hatten genügend Zeit, der Ausstellung den letzten Schliff zu verpassen und das Buffet herzurichten. Die kulinarischen Beiträge (Mini-Schaumröllchen, verschiedene Kuchen und Knabberzeugs) waren ebenfalls Spitze. Jetzt hoffen wir nur noch auf genügend Besucher in den kommenden drei Tagen.
Fotos der Arrangements folgen.

Montag, 14. März 2016

Frühlingsseminar - Samstag und Sonntag


Der Samstag bescherte uns und vor Allem unserer Meisterin einen ziemlich langen und anstrengenden Seminartag. Rikka ist schon in der Variante mit vorwiegend kusa-mono recht anspruchsvoll und langwierig im Aufbau, aber mit viel kimono wird es noch um einiges schwieriger. Und wir hatten ganz schön viel Holz im Arrangement: Trauerweide für shin und soe, Kornelkirsche für nagashi und soe-za, Kiefer als uke und für ushiro-gakoi, ibuki für den und Viburnum für maeoki und hikae. Gerade mal 5 Tazetten mit 20 Blättern, ein bisserl Chrysantheme und Farn bestanden aus weichem kazai
Das Drahten und Biegen von so viel Holz hat den Fingern ziemlich zugesetzt und den Stahldraht in die labbrigen Tazettenblätter reinzukriegen war anschließend wieder ziemliche Fitzelarbeit. Besonders dann, wenn die Finger eh schon beleidigt sind. Nachdem sich abgezeichnet hat, dass wir sicher nicht alle mit unseren Arrangements fertig werden, wurde die Korrektur auf den nächsten Morgen verschoben. Einige der Damen saßen bis tief in die Nacht an ihrem Rikka. 
Auch der Nachwuchs wurde nicht vergessen. Ein natürliches und ein sehr kreatives Jiyūka galt es möglichst exakt nachzuarbeiten. 
Am Sonntag standen eigentlich Jiyūka und Shōka shinpūtai auf der Agenda, aber die meisten von uns waren mit Korrekturarbeiten am Rikka oder mit Aufräumen beschäftigt. Lediglich für die Anfängergruppe wurde ein sehr kreatives Jiyūka mit Jatropha, Gomphocarpus, Typhablättern und einem kleinen Zweig Drehweide vorgeführt. 
Die Damen fanden auch die Zeit, das Arrangement zu arbeiten. Wir anderen waren doch recht geschafft und einige der Damen mussten bereits am frühen Nachmittag abreisen. Also verschoben wir den offiziellen Abschied kurzerhand nach vorne und endeten 2 Stunden früher als ursprünglich vorgesehen. 
Ein wunderbares Seminar ist zu Ende gegangen und wir haben sehr viel Neues gesehen und gelernt. Ein großes Dankeschön an unsere Meisterin, dass sie diese Strapazen noch auf sich nimmt.

 Unsere Meisterin mit ihrem Rikka

Mein und Uschis Rikka
Hilde hat ihr Arrangement leider so schnell wieder abgebaut, dass es dem obligatorischen Foto entkommen ist

 
 Nachtrag vom Freitag: 
ein Teil der Gruppe mit unserer Meisterin bei der Arbeit

Freitag, 11. März 2016

Puchberg 3. Seminartag – Jiyūka und Shōka shinpūtai

Der Freitag bescherte uns einen eher kreativen Tag, so richtig zum Austoben, bevor am Samstag das traditionelle Rikka (wie es aussieht mit vielen Zweigen und auch Kiefer) auf dem Programm steht. Heute war auch die letzte Gelegenheit für extra Übungen und Zwischenprüfungen, was wir natürlich weidlich ausnützten. 

Am Morgen begannen wir mit Jiyūka und/oder Shōka shinpūtai mit Seidenmohn, blau-weißen Eustoma und Beerenginster oder Wachsblume. Prof. Pointner demonstrierte nur das Jiyūka, für den Nachwuchs, für das Shōka shinpūtai sollten wir uns selbst Gedanken machen und nicht in Versuchung kommen, ein vorgeführtes Arrangement zu kopieren. Viele von uns versuchten sich an beiden Varianten, auch mit geändertem kazai
Nach der Mittagspause dann ein Jiyūka mit Schwerpunkt Fläche, wobei besonderes Augenmerk auf streng vertikale Linien der verschiedenen Pflanzen und die Distanzen zwischen den einzelnen Elementen gelegt wurde. An Blumen hatten wir orange Minigerbera zur Verfügung und als flächiges Element Aralienblätter (leider mit sehr kurzen Stielen). Wir spielten mit den Farbunterschieden zwischen Vorder- und Rückseiten der Blätter und achteten recht genau auf die vertikalen Linien. In diesem Fall war die Korrektur durch die Meisterin auch sehr streng.
Da noch etwas Zeit blieb, bis alle Arrangements korrigiert waren, begannen wir shcon mit dem Abbau einiger unserer Werke. Samstag werden wir kaum Zeit dafür finden und schließlich müsssen wir uns am Sonntag wieder auf dem Heimweg machen. Außerdem können wir einige der Arrangements in etwas veränderter Form auch ganz gut für unsere Ausstllung und die Vorführung gebrauchen. Da müssen die Pflanzen ganz besonders sorgfältig behandelt werden, damit sie den Transport gut überstehen.
Das Abendprogramm war diesmal kürzer als gewöhnlich, da sich bereits Verschleißerscheinungen bemerkbar machten und auch weil für den kommenden Tag das Rikka – welches uns doch schon im Magen liegt – seine Schatten voraus wirft.

 
... unsere Spielereien

massebetontes Jiyūka aus unterschiedlichen Blickwinkeln

Puchberg – Shōkatag

Donnerstag wurde die Belegschaft gleich verdoppelt, 4 weitere Damen trafen im Lauf des Tages ein. Das Tagesprogramm bescherte uns Jiyūka für den Nachwuchs und Shōka shōfūtai nishu-ike für die Fortgeschrittenen. Zuerst widmeten wir uns einem Arrangement aus Drachenweide und Tulpen und am Nachmittag standen grüne Cornuszweige und Tazetten auf dem Programm. 
Der Kontrast könnte nicht größer sein. Zuerst das recht "wilde" Shōka  mit der Bänderweide, bei dem wir uns richtig austoben und kreativ sein konnten. Und am Nachmittag schließlich das strenge Linien-Shōka mit dem zarten Cornus. Für den Nachwuchs wurden aus demselben kazai zwei entzückende Jiyūka vorgeführt, wobei beim zweiten Arrangement die Tulpen aus Nummer eins wiederverwendet wurden. Die Mittagspause wurde von uns wieder für Zwischenprüfungen genutzt, wobei wir uns diesmal auf Jiyūka konzentrierten.
Abends gab es erst zwei Diplomverleihungen und dann eine ausgedehnte und informative Theorie-Einheit über die Grundlagen des Shōka, bevor wir den Tag mit gemütlichem Beisammensein zu Ende gehen ließen.

Unsere Umsetzung

... und unsere Zwischenprüfungen

Donnerstag, 10. März 2016

Frühlingsseminar in Schloss Puchberg


Am frühen Vormittag machten wir uns wieder auf den Weg nach Puchberg/Wels – das alljährliche Frühlingsseminar mit Prof. Pointner-Komoda stand auf dem Programm. Natürlich war das Auto wieder bis Oberkante Unterkiefer vollgepackt, nicht nur mit den Gefäßkisten und den Koffern, sondern auch mit jeder Menge Zweigen und Blumen. Dazu kamen noch die Kiefern und das alte, bemooste Holz für ein traditionelles Rikka shōfūtai. Für ein fünftägiges Seminar kommt schon einiges an Ikebanakram zusammen.
Gegen Mittag trafen wir in Wels ein und unser erster Weg führte in das nächstgelegene Gartencenter – als ob wir nicht schon genug Pflanzen im Auto hätten! Aber irgendetwas fehlt immer und man hofft auf ausgefallene Pflanzen, die man vielleicht doch noch für irgendetwas verwenden könnte. Natürlich wurden wir fündig: Ein großer Topf mit wunderschönen, panaschierten Iris tectorum, japanisch Shaga-Iris. Auch einige nicht gänzlich vertrocknete Palmkätzchenzweige und Mininarzissen fanden Weg in den Einkaufskorb. Ein bisserl Platz findet sich schließlich immer noch im Auto. 
Im Schloss angekommen ging es dann gleich in den Seminarraum, wo es ans Einrichten der Arbeitsplätze ging. Am Mittwoch waren wir nur 4 Teilnehmerinnen und unsere Meisterin, aber in den nächsten Tagen werden dann die anderen Damen eintrudeln. Die kleine Besetzung hatte den großen Vorteil, dass wir uns ganz unseren Prüfungen widmen konnten. Shōka shōfūtai - sowohl in der "Standardversion" als auch als Shōka betsuden und als geteilte Variante in Form eines modernen sui-riku-ike – und Shōka shinpūtai standen auf dem Prüfungsbogen. Wir waren sehr fleißig und auch erfolgreich. 
Der Abend klang dann im Referentenzimmer bei Rotwein und Knabbereien gemütlich aus.

  unsere Prüfungsarrangements

Dienstag, 8. März 2016

Frühlingshaftes Jiyūka


Unseren Übungsabend könnte man diesmal als verspätete Hommage an das Mädchenfest verstehen – die Farben rosa und gelb dominierten. Neben Ranunkeln und Narzissen gab es als Strukturmaterial ganz feine Palmkätzchen und Salal als Grünzeug/Füllmaterial. Die Vorgabe lautete, ein Jiyūka naname-no-hana mit Schwerpunkt Linie anzufertigen. Die Entscheidung, wie das Arrangement positioniert werden sollte, blieb jeder Teilnehmerin selbst überlassen. Neben "einfüßigen" Arrangements waren auch welche mit 2 kabu und sogar eine perspektivische Variante vorhanden. 
Vor dem Unterricht wurden noch letzte Details zum Mittwoch beginnenden Frühlingsseminar in Puchberg/Wels besprochen. Und auch die kommende Woche stattfindende Frühlingsausstellung im Gartenbaumuseum erforderte unsere Aufmerksamkeit. Die Planung dazu liegt in den letzten Zügen. Irgendwie ist es immer so, dass wichtige Ereignisse sich auf engstem Zeithorizont abspielen und man oft gar nicht mehr zum Durchschnaufen kommt. Deshalb ist dieser Eintrag auch ein wenig kurz geraten – der Koffer wartet noch darauf, gepackt zu werden. 
Wir durften diesmal auch zwei neue Damen bei uns begrüßen und hoffen, dass sie uns erhalten bleiben. Jedenfalls hatten sie Spaß an der Sache. 
Hier nun unsere Werke – der Frühling lässt grüßen…