Montag, 30. Mai 2011

Ausstellung in Hirschstetten

Von Donnerstag bis Sonntag wurde in den Blumengärten Hirschstetten unter dem Titel "Flower Power" der Beginn der Sommererlebnistage gefeiert. Wir beteiligten uns daran mit einer kleinen, aber feinen Ikebana-Ausstellung im Glashaus. Leider waren wir vom Wetter nicht sehr begünstigt. Am Freitag überflutete ein heftiger Wolkenbruch das Glashaus zentimeterhoch und die durch die Lüftungsklappen eindringenden Wassermassen durchweichten das gesamte Infomaterial und die Arrangementbeschreibungen. Aber die Blumen haben die Dusche unbeschadet überstanden. Der regnerisch-kühle Samstag brachte auch nur sehr wenige Besucher, aber am Sonntag lockte das nun wieder traumhafte Frühsommerwetter viele Schaulustige auf das Gelände.







Donnerstag, 26. Mai 2011

Moribana suitai







Beim letzten Übungsabend haben wir uns mit einem Moribana suitai, der hängenden Form, beschäftigt. Dabei gilt: sobald sich nur ein Blättchen der Hauptlinie unter dem Vasenrand befindet, handelt es sich um eine suitai-Form.

Bei der Materialauswahl sollte man auf bogig überhängend oder sehr flach gewachsene Zweige achten, damit sich diese problemlos im kenzan befestigen lassen. Schneidet man einfach einen irgendwie runterhängenden Ast ohne gebogener Ansatzstelle wird man feststellen, dass der sich im Blumenigel nicht wachstumsgerecht feststecken lässt.

Die hängende Form ist sowohl im Moribana als auch im Nageire nicht unbedingt beliebt, denn es ist nicht so trivial, ein harmonisches Ganzes zu erzielen. Ein kleiner Tip am Rande: als optisches Gegengewicht zur hängenden Hauptlinie unbedingt eine aufsteigende Linie verwenden.

Dienstag, 17. Mai 2011

Willkommen!

Beim letzten Workshop durften wir eine Neu-Ikebanesin begrüßen. Sie hat ganz toll gearbeitet und ihre drei Arrangements sind wunderbar gelungen. Schale, Kenzan, Schere, Geduld und Spucke (und natürlich Küchenrolle) genügten für den Anfang - schon konnte es losgehen. Nicht alle Pflanzen lassen sich beim ersten Versuch gleich willig im Kenzan befestigen. Da gilt es, nicht den Mut zu verlieren, und Augen auf und durch, und plötzlich klappt es.

Leises Seufzen ab und an gehört dazu und ist absolut ok. Haben wir anderen vorbildlich demonstriert ;-). Unsere Lehrerin hat ganz tolle Zweig- und Blumen-Kombinationen gewählt, für die "Fortgeschrittenen" waren daher auch interessante Anregungen für zukünftige Arrangements dabei. Daheim, das habe ich aus zuverlässiger Quelle, haben die drei Gestecke großen Anklang gefunden - sehr fein!


Sonntag, 15. Mai 2011

Rikka-Workshop

Am Freitag und Samstag gab es in der ÖGG einen Intensiv-Workshop zum Thema Rikka shofûtai mit vorwiegend krautigem Material (kusa-mono). Der Freitag war für Theorie und Vorführung des Beispielarrangements reserviert, am Samstag wurde dann fleißig am eigenen Werk gebastelt. Zusätzlich gab es einen Moribana-Einführungskurs für Anfänger.
Die Teilnehmerinnen - in unterschiedlichen Ausbildungsstadien, vom relativen Neuling bis zum Beinahe-Profi - versuchten, die "Vorlage" möglichst getreu zu kopieren bzw. einen Eigenentwurf umzusetzen. Das Pflanzenmaterial ist zwar für alle "Nachahmer" gleich, aber natürlich gibt
es keine absolut identische Blumen und Zweige. Deshalb sieht auch die exakteste Kopie immer ein wenig anders aus als die Vorlage. Aber genau das macht doch den Reiz des Ikebana aus - man lässt sich auf die Pflanzen ein und versucht, im Rahmen der Regeln etwas Eigenes zu schaffen.
Das größte Augenmerk wird auf den korrekten Verlauf der Linien und die Höhe der jeweiligen Abgänge gelegt. Sobal
d das Grundgerüst steht, folgt die Feinarbeit: Blätter werden in Form gestreichelt, Stiele in die richtige Position gerückt und Überstehendes wird zurechtgeschnippelt. Dann noch ein letzter prüfender Blick und gespanntes Warten auf die Korrektur - halten sich die Änderungswünsche in Grenzen oder muss vieles zerlegt und geändert/neu gemacht werden? Da auf gröbere Fehler bereits während des Aufbaus hingewiesen wurde, waren die Endkorrekturen nicht allzu aufwändig. Trotzdem - wir starteten um 9:30 und das letzte Arrangement verließ den Übungsraum gegen 18:45. Ich denke, dass alle Teilnehmerinnen mit ihren Werken sehr zufrieden waren.
Und hier noch die Ergebnisse eines intensiven Workshops:
die "Vorlage"

und die "Kopien"


Mittwoch, 11. Mai 2011

Bilder vom Übungsabend

Beim gestrigen Übungsabend sind recht unterschiedliche Arrangements entstanden. Bei zwei der sui-riku-ike wurde der Stein weggelassen, da vor den Zweigen Schilf bzw. Rohrkolben stehen. Diese Pflanzen wachsen im Sumpfbereich, deshalb ist der Übergang zum festen Land fließend und es ist kein Stein nötig.


Montag, 9. Mai 2011

SUI-RIKU-IKE

Sui-riku-ike bedeutet wörtlich übersetzt Wasser-Land-Arrangement. Man versucht, einen Ausschnitt einer Teichlandschaft in der Schale "nachzubauen". Im Vordergrund stehen Wasserpflanzen, während im Hintergrund das jenseitige Ufer des Gewässers mit dem entsprechenden Bewuchs erkennbar ist. Um den Eindruck von "Land" zu verstärken, wird vor den Landpflanzen ein Stein positioniert. Dies ist der einzig erlaubte Einsatz nonfloralen Materials im traditionellen Shôka.
Ein sui-riku-ike kann das ganze Jahr über arrangiert werden, wobei man auf das charakteristische Wachstum der verwendeten Pflanzen Rücksicht nehmen muss. Sieht man sich z. B. eine Irispflanze genauer an, wird man feststellen, dass sich die Erscheinungsform je nach Jahreszeit ändert. Im Frühling sind die Blüten noch tief zwischen den Blättern versteckt, während im Hochsommer und Herbst die Blüten hoch über dem Laub stehen.
Iris sind zwar die am Häufigsten verwendeten Wasserpflanzen im sui-riku-ike, genauso können aber auch Dotterblumen, Calla oder sogar See- und Teichrosen verwendet werden.
Ich bin schon gespannt, wie die Ergebnisse des morgigen Übungsabends aussehen. Wir werden vermutlich eine Vielzahl unterschiedlicher Landpflanzen zu Gesicht bekommen, während viele der Teilnehmerinnen mit Iris als Wasserpflanzen arbeiten werden. Fotos folgen so bald als möglich.

Dienstag, 26. April 2011

Miniatur-Jiyûka

Die Osterruhe ist vorüber und wir beschäftigen uns beim heutigen Übungsabend mit einer relativ jungen Ikebana-Form, dem Miniatur-Jiyûka. Professor Toho Noda war federführend an der Entwicklung dieses Stils beteiligt. Es handelt sich um ein kleines Ikebana, welches einfach und schnell zu arrangieren ist und nur wenig Platz benötigt. Auch sind keine aufwändigen Gefäße notwendig. Die Gesamtgröße des Arrangements inklusive Vase sollte sich im Bereich des A5-Formates (ca. 15x20 cm) bewegen. Ob Hoch- oder Querformat, das bleibt einem selbst überlassen.

Als Gefäß lässt sich fast alles verwenden, beginnend von der Lippestifthülse über Filmdöschen bis hin zur Mokkatasse. Auch Glasgefäße und kleine Flaschen sind möglich. Unscheinbare Plastikdosen einfach mit Glitzerfolie oder Ähnlichem aufpeppen, Steckmasse rein und auf geht's mit dem Arrangieren. Aber Vorsicht - in der Minidimension des Werkes liegt auch die Kniffligkeit. Die verwendeten Pflanzen müssen mit der Größe (oder besser Kleinheit) des Gefäßes harmonieren. Zudem sollten die Grundprinzipien eines Jiyûka - Farbe, Fläche und Linie - beherzigt werden. Gute Dienste beim Arrangieren leisten Zahnstocher und Pinzette. Ersterer, um Löcher in der Steckmasse vorzubohren, letztere, weil selbst die zartesten Finger manchmal zu groß und ständig im Weg sind. Lassen wir uns überraschen, wie die Ergebnisse dieses Übungsabends aussehen.

Dienstag, 12. April 2011

Bilder vom Tulpen-Shôka



Der frühmorgendliche Besuch am Blumengroßmarkt hat sich gelohnt - wunderbar frische, weiße Tulpen von der Gärtnerei Koll haben den Weg zum Übungsabend gefunden. Lang genug für ein Shôka, knospig und vor Allem mit großteils schönen Blättern.
Der Nachteil von Bundware vom Gärtner ist, dass die Blumen meist mit Gummiringerl eng zusammengeschnürt werden, dadurch leiden natürlich die äußeren Blätter. Wir stoßen oft auf Unverständnis, wenn wir Blumen nicht nur nach Blütenfarbe und -größe, sondern vorzugsweise nach der Qualität der Blätter aussuchen. Im Blumenstrauß sind zu viele Blätter hinderlich, aber beim Ikebana soll man die Schönheit der gesamten Pflanze zur Geltung bringen und da zählen nun mal die Blätter mit dazu. Was nützen die prachtvollsten Blüten, wenn sie auf einem nackten Stiel sitzen.

Die Aufgabenstellung des Übungsabends war ein Shôka mit 5 oder 7 Fußpositionen, darunter 2 Blüten. Wie man an den Bildern sieht, sind trotz gleichem Material völlig unterschiedliche Arrangements entstanden. Das liegt nur zum Teil an den verschiedenartigen Vasen. Jede Blume für sich ist einzigartig, keine gleicht der anderen. Dazu kommt noch, dass es trotz der relativ strengen Formvorschriften dieses traditionellen Arrangements doch genügend Spielraum für Variationen gibt. Das erste Bild in der Reihe zeigt die "Vorlage" , nach der wir versucht haben, nachzuarbeiten. Je nach Ausbildungsstand der Damen ist das wirklich gut gelungen.

Nach Ostern treffen wir uns wieder, dann beschäftigen wir uns mit einem Miniatur-Jiyûka.