Sonntag, 17. April 2016

Monatstreffen Ikebana International



Beim April-Treffen von Ikebana International Chapter Vienna #223 ging es nicht nur um die Generalversammlung inklusive Wahl des Vorstandes, sondern auch um Miniatur-Ikebana. 
Die Mini's der Sogetsu-Schule gehen zurück auf von Kasumi Teshigahara, zweite Iemoto der Sogetsu Schule, die sich in den 1960ern und 70ern intensiv mit diesem Stil beschäftigte. Möglichst kleine (Keramik)gefäße (Höhe bis etwa 7 cm) werden in Gruppen "bespielt", wobei man Details von Blumen, Blüten und Blättern in den Mittelpunkt rücken kann. Durch die Kombination von Details unterschiedlicher Blumen auf kleinstem Raum in kleinster Dimension wird eine verzauberte Landschaft geschaffen. 
Manchmal wird das Miniatur-Ikebana auch als dem Zenaibana zugehörig beschrieben. Dabei handelt es sich um ein modernes, abstraktes Ikebana-Werk. Neben Miniaturen zählen auch Ikebana-Objekte, Mobile und Reliefs zum Zenaibana (siehe Ayako Graefe, Ikebana – Geist und Schönheit japanischer Blumenkunst). 
Die Ikenobō-Schule kennt ebenfalls ein Miniatur-Ikebana, das wird aber in den meisten Fällen als Einzelarrangement präsentiert, wobei das fertige Werk das Format 15 x 20 cm nicht überschreiten sollte. Es gibt keinerlei Vorschriften, wie das Gefäß aussehen soll – es kann sich von der Lippenstifthülle bis zum Parfumflacon, von der Filmdose bis zur Mokkatasse um jedes mögliche Gefäß handeln. Auch das Material der Vase ist nicht vorbestimmt. Man muss lediglich auf die Harmonie von Pflanze und Gefäß achten, die Proportionen müssen stimmen.
Das Monatstreffen war sehr gut besucht. 22 Mitglieder tummelten sich in der Räumlichkeiten der Studiogalerie. Hier nun einige der präsentierten Arbeiten:

 
   
 
   

Mittwoch, 13. April 2016

Shōka shōfūtai sanshu-ike


Diesmal hatten wir recht außergewöhnliches Material für unseren Übungsabend zur Verfügung: Jede der Damen erhielt 2 Stiele Curcuma – und zwar welche mit dunkelrosa Blüten – mit Blatt, Spirea-Zweige und interessante gelblich-grüne Chrysanthemen aus der Art Tanacetum (Mutterkraut). Der Nachwuchs arbeitete mit zierlichen Tulpen anstelle der Chrysanthemen. 
Zwar hat man beim Shōka sanshu-ike eigentlich ziemlich viele Variationsmöglichkeiten, aber die Materialzusammenstellung ließ diesmal nicht so viele Varianten zu. Für den tai eigneten sich halt nur die Chrysanthemen und die Spirea war nicht üppig genug, um den Curcuma-Blüten den Rang abzulaufen. Die Unterschiede bestanden meist nur darin, wie viel Blätter eingesetzt wurden und ob die zweite Curcuma als mae, ushiro oder im soe zur Geltung kam. Die ungewöhnliche Farbe der Chrysanthemen harmonierte wunderbar mit den dunklen Blüten und Blättern der Curcuma. 
Beim Jiyūka entschieden wir uns für ein tate-no-hana mit Betonung der Linie. Die Curcumablätter wurden nicht verwendet, da diese viel zu stark gewesen wären, um von den kleinen Tulpen ausbalanciert zu werden. So entstand ein recht schlicht wirkendes Jiyūka, dem die schwingenden Spirea-Zweige den nötigen Schwung gaben. 
Eine unserer Damen war leider so schnell mit dem Zusammenpacken, dass dieses Arrangement der Fotorunde entkommen ist.

 
 

Sonntag, 3. April 2016

Jiyūka-Workshop


Quasi als Abschluss unserer Frühlingsausstellung organisierten wir einen Wochenendworkshop für Neueinsteigerinnen und Fortgeschrittene zum Thema Jiyūka. Diese Idee scheint ganz gut gewesen zu sein, denn 4 neue Damen, die durch die Ausstellung auf uns aufmerksam geworden waren, stießen zu unserer Gruppe. Zusammen mit 11 Damen der Stammbesatzung ergab das einen mehr als gut gefüllten Seminarraum in der ÖGG. Der Fototisch musste in den Vorraum ausweichen und als Zwischenlager der fertigen Arrangements benutzten wir die Tische im Halbstock. Trotzdem ist es zeitweise etwas eng geworden. Speziell das gemeinsame Mittagessen am Samstag konnte nicht wie üblich rund um den großen Tisch stattfinden. Aber wir werden noch auf die optimale Tischverteilung draufkommen und beim nächsten Workshop eventuell das Sitzungszimmer der ÖGG für das Mittagessen verwenden. 
Freitag starteten wir mit einem natürlichen Jiyūka im Moribana-Stil mit Zierjohannisbeere oder Schlehe und Eustoma. Danach ein fläche- und massebetontes, querformatiges Jiyūka mit Gerbera, Minianthurien + Blättern und Schleierkraut. Die Fortgeschrittenen tobten sich zwischenzeitlich mit eigenen Entwürfen aus und arbeiteten neben Jiyūka auch Shōka und ein Landschaftsarrangement.
Samstag stießen die anderen drei Neueinsteigerinnen zu uns und der Unterricht begann mit einer Gegenüberstellung, wie sich Gefäßauswahl und Fußpositionen auf den Ausdruck des Arrangements auswirken. Narzissen, Spirea und Stiefmütterchen wurden sowohl in einer Standardschale mit enger kabu, in einer länglichen Schale mit 2 getrennten Wurzeln und in einer Vase in perspektivischer Anordnung arrangiert. Um die Ablenkung durch Extraeinflüsse möglichst gering zu halten, waren alle Gefäße schwarz. Nicht nur die Neulinge waren von der direkten Gegenüberstellung angetan, auch die Fortgeschrittenen hatten so manches Aha-Erlebnis.
Des Weiteren gab es wieder ein natürliches Jiyūka, diesmal mit wilder Zwetschke, gelben Ranunkeln und lila Limonium – ein recht guter Farbkontrast. Zuletzt dann ein Arrangement mit Seidenmohn, Asparagus, Magnolienblättern und Solidago. Leider hatten wir diesmal mit dem Seidenmohn ziemliches Pech. Die Lieferung kam zwar direkt aus Italien, aber während des Transports dürfte einiges schief gelaufen sein (zu kalt und feucht?). Die Blüten waren in den Hüllblättern verschimmelt, was aber von außen leider nicht zu sehen war. Immerhin, etwa die Hälfte der Blumen konnten wir verwenden, wenn sie auch nicht optimal waren.
Nach den doch recht heftigen letzten Wochen mit Puchberg-Seminar, Frühlingsausstellung, den regulären Übungsabenden und 2 Workshops können wir uns jetzt ein wenig erholen, bevor es in 2 Wochen wieder weitergeht.
Hier nun einige Bilder von unseren Arbeiten. Natürlich nur eine Auswahl, denn in Summe sind etwa mehr als 70 Ikebana entstanden.