Mittwoch, 9. November 2011

Ein schwieriger Übungsabend

Der gestrige Übungsabend stellte uns vor eine Herausforderung. Schon die Materialsuche gestaltete sich ziemlich schwierig. Ein Shôka shofûtai so-Form sollte es werden. Dabei kann es sich entweder um ein Arrangement in einem Sondergefäß handeln, oder - womit wir uns auseinandersetzen durften - um ein modernes Shôka in einer Schale. Nun gut, in Schalen haben wir schon des Öfteren Shôka gemacht und mit dem kenzan arbeitet es sich auch leichter als klassisch im kubari. Aber welches kazai soll man bloß nehmen? Diese Art von so-Form soll den Eindruck von hohem Alter vermitteln, also fallen Blumen als Hauptmaterial schon weg. 
Es sollen "alte" Zweige werden, möglichst dick und knorrig, vielleicht schon mit Moos oder Flechten bewachsen, und das Ganze ansatzweise in der richtigen Form, damit man nicht so viel biegen muss. Tja, den Sonntag habe ich mit stundenlangem Suchen in Windschutzgürteln und Augebieten verbracht - wenigstens war ich an der frischen Luft. Die Auswahl der Blumen und des Gefäßes war dann richtiggehend einfach.
Der Kampf mit den Zweigen begann erst so richtig, als die shin-Linie im kenzan steckte. Die anderen Äste sollten sich der Form anpassen, richtig mitlaufen und in die korrekten Richtungen zeigen. Und die dicken Prügel sollen dann auch noch im (wie immer viel zu kleinen) Blumenigel stecken bleiben und nicht dauernd umfallen oder zur Seite kippen. Spätestens zu diesem Zeitpunkt bereut man, nicht klassisch im kubari gearbeitet zu haben. Komischerweise passen in den traditionellen Blumenhalter immer viel mehr Linien hinein, als auf einem kenzan Platz haben.
Sobald man die Phase überwunden hat, in der man den ganzen Krempel nur mehr aus dem Fenster werfen möchte, geht die Sache dann etwas einfacher von der Hand. Und das fertiggestellte und korrigierte Arrangement erweckt ein warmes Gefühl von Stolz und Befriedigung.
Etwas einfacher hatten es die Damen, die noch nicht so weit fortgeschritten waren, oder einfach nicht die Möglichkeit hatten, passendes Material zu beschaffen. Diese beschäftigten sich mit Moribana bzw. Shôka shinpûtai.





Mittwoch, 26. Oktober 2011

Übungsabend Shôka shinpûtai

Beim gestrigen Übungsabend "spielten" wir mit Shôka shinpûtai. Zusätzlich hat eine Teilnehmerin das Landschaftsarrangement von vergangener Woche nachgeholt.
Beim Shôka shinpûtai kommt es nicht nur auf Harmonie bei gleichzeitiger Spannung an, sondern auch die Jahreszeit sollte in irgendeiner Form im Arrangement berücksichtigt werden. Die wunderbaren Herbstfarben der Zweige und Gräser, sowie typische Blumen machten uns das Arrangieren leichter.
Auch die Hochmoor-Landschaft - diesmal auf 2 Gefäße verteilt - berücksichtigt die Jahreszeit und ist gut gelungen. Man kann sich direkt vorstellen, über dicke Moospolster zu laufen und die letzten Heidel- und Preiselbeeren zu sammeln.

Donnerstag, 20. Oktober 2011

Übungsabend 19. Oktober

Aus terminlichen Gründen musste der erste Oktober-Übungsabend diesmal um 8 Tage nach hinten verschoben werden. Auf dem Programm stand entweder ein Moribana mit 5 kazai oder alternativ ein Landschaftsarrangement. Die Mehrzahl der Teilnehmerinnen entschied sich für das Moribana, wobei auch geteilte Formen (futa-kabu-ike) arrangiert wurden. Durch das schöne Wetter der letzten Tage war die Stimmung heiter und gelöst, was sich auch in den verspielten Arrangements widerspiegelte.
Wenn man 5 oder mehr Materialien in einem Ikebana verwendet muss man besonders auf den harmonischen Gesamteindruck des "Endprodukts" achten. Zuerst sollte man sich auf eine Pflanzenart als tonangebendes Strukturelement (Gräser, Zweige) konzentrieren, dazu wählt man die passende Blumensorte (die kann kontrastierend oder unterstützend sein). Danach verpasst man sowohl den Strukturpflanzen als auch den Hauptblumen passende Begleiter. Diese sollten sich unterordnen bzw. unterstützend wirken und nicht in Konkurrenz zu den Hauptelementen treten. Zum Abschluss fügt man ein 5. (oder 7.) Material hinzu, welches die Verbindung zwischen Strukturpflanzen und Blumenweg herstellt.
Generell sollte man darauf achten, nicht nur "weiche" oder blühende Pflanzen zu verwenden, sondern auch Zweige und Blattschmuckpflanzen, damit entsprechende Kontraste geschaffen werden. Auch die verwendeten Blumen sollten unterschiedliche Charaktere aufweisen, um für die nötige Spannung im Arrangement zu sorgen.
Bei der Auswahl der Pflanzen für ein Landschaftsarrangement muss man sich erst darüber im Klaren sein, welche Art von Landschaft man überhaupt darstellen möchte. Für eine Parklandschaft benötigt man anderes Material als für z.B. eine Gebirgsszenerie oder ein Teichufer. Beim Arrangieren bringt man Perspektiven ins Spiel, um die nötige räumliche Tiefe zu erzielen. Die unten abgebildete Landschaft stellt beispielsweise einen Landschaftsgarten dar, mit der alten Kiefer auf dem entfernten Hügel und der Blumenrabatte im Vordergrund.




Dienstag, 4. Oktober 2011

Ausstellungseröffnung in Wördern

Gestern Abend fand die Eröffnung unserer Ikebana-Ausstellung in der Volksbank in St. Andrä-Wördern statt.
Auf Einladung des
Hagenthaler Kulturkreises dürfen wir unsere Werke noch bis Freitag in der Galerie der Bank präsentieren. Ein moderner, lichtdurchfluteter Raum steht uns zur Verfügung, der leider einen kleinen Nachteil aufweist: Durch die Verglasung wird es tagsüber ziemlich heiß. Ich hoffe, dass die Blumen bis zum Schluss durchhalten. Wir haben extra sehr robuste Pflanzen gewählt und die nächtliche Abkühlung sollte uns dabei zugute kommen.
Ab Mittag begannen wir mit dem Aufbau unserer Werke. Zwei Arrangements wurden von der Ausstellung im Gartenbaumuseum "übersiedelt" und in leicht veränderter Form wieder aufgebaut. Die restlichen 5 Ikebana haben wir vor Ort arrangiert. In der Galerie im Obergeschoß konnten wir in Ruhe arbeiten und so wurden wir ohne die sonst übliche Hektik zeitgerecht fertig. Diesmal haben wir den Schwerpunkt auf Jiyûka gelegt. Dieser Stil mit den diversen Variationsmöglichkeiten ist sehr dekorativ und spricht die Besucher im Allgemeinen besonders an. Dazu kamen noch 2 Shôka shofûtai und ein Rikka shinpûtai.
Im Foyer der Bank wurde zwischenzeitlich das Buffet - gesponsert vom örtlichen Kulturcafé - aufgebaut. Der Winzerhof Fink sorgte für die (ausgezeichnete) flüssige Verpflegung.
Die Eröffnung der Ausstellung nahm die Leiterin des Kulturkreises, Frau Elfriede Heilinger, vor. Nach der Begrüßung und dem Dank an die Direktion der Volksbank als Gastgeber gab es Wissenswertes über Ikebana zu hören und die einzelnen Arrangements wurden genau erklärt. Danach kam der gemütliche Teil mit Brötchen, Kuchen und Getränken.
Die Rückmeldungen der Besucher lassen darauf schließen, dass unsere Arrangements sehr gut angekommen sind. Bis 7. Oktober ist die Ausstellung noch während der Banköffnungszeiten zu besichtigen.







Sonntag, 2. Oktober 2011

Lange Nacht der Museen

Die gestrige "Lange Nacht der Museen" stand im Gartenbaumuseum unter dem Motto "Die süßesten Früchte". Neben musikalischen Beiträgen und diversen Infoveranstaltungen präsentierten sich die ÖGG-Fachgruppen "Obstbau", "Blumenstecken nach der Wiener Schule" und "Ikenobô-Ikebana" mit kleinen , aber feinen Ausstellungen.
Im Hof des Schulgartens wurde für das leibliche Wohl der Besucher gesorgt. Neben Getränken und kleinen Snacks stand auch eine herzhafte Kürbissuppe auf der Speisekarte. Nach Einbruch der Dunkelheit sorgten offene Feuerstellen und zauberhafte Lichteffekte für ein stimmungsvolles Ambiente.
Wir arbeiteten im ersten Stock der Orangerie unter den Augen zahlreicher Besucher an unseren Arrangements und boten dabei einen Querschnitt durch die Formenvielfalt des Ikebana. Aufgrund des begrenzten Raumangebotes beschränkten wir uns auf 6 Arrangements, in denen wir sowohl dem Motto der Veranstaltung, als auch der Jahreszeit gerecht wurden.

Mittwoch, 28. September 2011

Übungsabend 28. September

Beim gestrigen Übungsabend beschäftigten wir uns mit Ikebana im Korb. Beim Arrangieren im Körbchen muss man darauf achten, dass die Beschaffenheit des Gefäßes im Arrangement widergespiegelt wird. Das heißt, ein luftig-leichtes Körbchen erfordert ein zartes Arrangement, während in einem kompakten Korb kräftiger gearbeitet werden kann.
Wenn man einen Korb mit Henkel verwendet, sollte dieser von den Pflanzen nur auf einer Seite "geschnitten" werden, wobei die Linien den Henkel nicht berühren sollten. Diese Regel gilt speziell für die Jiyûka-Spielarten Moribana und Nageire. Ein Shôka im Henkelkorb muss innerhalb dieser Begrenzung bleiben und darf ebenfalls den Henkel nirgends berühren.
Wie immer zu dieser Jahreszeit liegt die Verwendung von Miscanthus geradezu auf der Hand. Gräser, und da speziell die unterschiedlichen Miscanthus-Sorten, gehören genauso zum Herbst wie Chrysanthemen und Herbstastern. Im Frühherbst sollte man immer die Wedel mitverwenden.
Da einige Kursteilnehmerinnen bereits beim vergangenen Übungsabend einen Korb verwendet haben, gab es auch Arrangements in anderen Gefäßen.

Mittwoch, 14. September 2011

Übungsabend zum Mondfest

Das neue Semester startete mit einem Arrangement freier Wahl zum Mondfest - und siehe da - es waren ziemlich viele Körbchen vertreten.
Das japanische Mondfest findet jedes Jahr zum 9. bzw. 10. Vollmond im Jahreskreis statt. Dadurch verschiebt sich das Datum immer ein wenig. Diesmal war Vollmond am Montag und wir sind mit unserem Übungsabend gut darauf abgestimmt gewesen.
Es gibt einige Pflanzen, die traditionell für ein Ikebana zum Mondfest verwendet werden. Dazu zählen Miscanthus (suzuki), Chrysanthemen (kiku), Ballonblumen (kikyu), Lespedeza (hagi, Buschklee) und auch herbstlich verfärbte Zweige.
Die Wahl eines Korbes für so ein Arrangement liegt durch den Charakter der Materialien auf der Hand. Luftig-leichtes kazai verlangt nach einem entsprechenden Gefäß. Und so entstanden hübsche Jiyûka- und Shôka-Arrangements, die die beginnende Herbststimmung gut rüberbringen.




Montag, 5. September 2011

Bilder zum Herbstseminar

Prof. Pointner-Komoda mit ihrem Rikka


einige unserer Rikka-Versuche

Beispiele unserer Prüfungsarrangements


Prof. Pointner's Iris-Shôka und eines unserer Arrangements

Herbstseminar mit Prof. Pointner-Komoda

Jetzt ist es auch schon wieder Geschichte - das Seminar mit unserer Meisterin, Frau Prof. Pointner-Komoda. Von Freitagnachmittag bis Sonntagabend widmeten wir uns ganz der Blumenkunst. Auf dem Programm standen anspruchsvolle Arrangements, wie ein Rikka mit Herbstmaterial und ein Iris-Shôka.
Am Freitag hatten wir die Möglichkeit, Prüfungsarrangements zu machen, die dann von der Meisterin korrigiert und bewertet wurden. Den Abend ließen wir gemütlich in der Ufertaverne an der Alten Donau ausklingen.
Der Samstag und Sonntag standen dann ganz im Zeichen von Hardcore-Ikebana. Die Blumenliste und der Entwurf des Rikka sahen ja ganz harmlos aus, der Teufel steckte aber im Detail. Nach einer theoretischen Einführung demonstrierte uns Prof. Pointner, wie das Arrangement aussehen sollte. Das war relativ rasch erledigt (allerdings unter Mitwirkung einer Assistentin) und wir haben immer noch keinen Verdacht geschöpft.
Nach dem Verteilen der Blumen machten wir uns selbst ans Arrangieren und da begannen sich die Schwierigkeiten turmhoch aufzubauen. Handgriffe, die bei der Meisterin ganz einfach aussahen, erwiesen sich als deutlich schwieriger als erwartet, das Material wollte einfach nicht tun, was verlangt wurde und irgendwie sah der ganze Krempel nicht so aus wie beim Beispielarrangement. Kurz gesagt, das "einfache" Rikka erwies sich als ziemlich hartnäckig und wir benötigten noch den halben Sonntag, um unsere Werke zu vollenden. Allerdings hat sich die Mühe gelohnt, wir waren mit unseren Ergebnissen sehr zufrieden.
Zum Abschluss des Seminar-Wochenendes wagten wir uns noch an ein herbstliches Iris-Shôka. In weiser Voraussicht haben wir das beim letzten Übungsabend im August noch aufgefrischt, deshalb ging das Arrangieren ganz gut von der Hand. Die Korrekturen durch die Meisterin verblüfften trotzdem immer wieder. Kleine Veränderungen führten zu deutlichen Harmonieverbesserungen und der Seminarraum vermittelte plötzlich den Eindruck, irgendwo am Teich zu sitzen, und den Sommertag zu genießen.
Alles in Allem war es zwar ein anstrengendes, aber auch sehr lehrreiches Wochenende und wir dürfen uns schon auf eine Neuauflage Anfang Dezember 2012 freuen. Unser Dank gilt auch der ÖGG, in deren Räumlichkeiten wir das Seminar veranstalten durften. Einige Bilder unserer Werke folgen dann im nächsten Post.