Mittwoch, 26. Januar 2022

Freestyle 'klirrende Kälte'

Nach gut 2 Monaten Zwangspause konnten wir gestern in der Kleingruppe wieder mit dem Präsenzunterricht beginnen. Wie es derzeit aussieht, wird es auch im Februar so sein, dass wir den Saal mit maximal 10 Personen belegen dürfen.
Aber immerhin gibt es ja die Möglichkeit der Hausübung, die dann in Form eines Fotobeitrags hier im Blog veröffentlicht wird. Es werden nach und nach sicher noch weitere Bilder eintrudeln.

Das Thema des gestrigen Abends lautete 'klirrende Kälte'. An und für sich der Jahreszeit angemessen, auch wenn wir derzeit von tiefen Minusgraden verschont geblieben sind – zumindest hier im Osten des Landes. 
Freestyle zu einem Thema erfordert immer ziemlich viel Überlegung vorab. Schließlich sollte ein Betrachter, der vielleicht den Titel des Arrangements gar nicht kennt, dennoch die Absicht des Arrangierenden zumindest erahnen können. 

Welche Überlegungen sollte man beispielsweise für die Umsetzung unseres Themas 'klirrende Kälte' anstellen? 
Zuallererst ist da einmal folgender Punkt: Was assoziiere ich überhaupt mit diesem Thema? Wie empfinde ich den Winter und die Eiseskälte? Sind es Stille, Dunkelheit und Einsamkeit, eine harsche Umgebung, in der es trotz allem Leben gibt, das die Ahnung des Frühlings birgt? Oder überwiegt die Freude über viel Schnee und Aktivitäten im Freien? 
Wenn ich mir über meine Gefühle klar geworden bin, stellt sich die Frage nach der Umsetzung des Bildes, das in meinem Kopf entstanden ist. Welches Gefäß verwende ich, welche Farben passen zu meiner Stimmung, arrangiere ich sparsam und zurückhaltend oder mit überbordender Freude und welche Pflanzen und sonstigen Materialien könnte ich dafür verwenden. 
Und schließlich fehlt noch die Technik, die ich für die Umsetzung benötige. Wie befestige ich die Materialien und wie ordne ich sie an, damit sie meine Emotionen bestmöglich rüberbringen. Es steckt also ganz schön viel Gehirnschmalz in einem (guten) Freestyle-Arrangement. 

Da jeder eine andere Idee/Vorstellung mit dem gestellten Thema verbindet, sind natürlich recht vielfältige Arrangements entstanden und unsere TeilnehmerInnen hatten auch Spaß an der Sache. So einen Themen-Abend sollten wir bei Gelegenheit wiederholen.

Mittwoch, 12. Januar 2022

Hatsu-ike

Unser heuriges Ikebana-Jahr begann leider genauso, wie das letzte geendet hat – mit einer Absage des Übungsabends. Aber wir geben die Hoffnung nicht auf und freuen uns schon jetzt auf das nächste geplante Zusammentreffen. Außerdem lassen wir uns die Laune nicht vermiesen, arrangieren unser hatsu-ike eben daheim und begutachten die Arbeiten hier im Blog. Die Galerie wird sich hoffentlich nach und nach füllen. 


Montag, 22. November 2021

Herbstworkshop in der ÖGG

Gerade noch rechtzeitig vor Beginn des 4. Corona-Lockdowns haben wir es geschafft, unseren Workshop über die Bühne zu bringen. Zwar unter verschärften Bedingungen wie beispielsweise durchgehender Maskenpflicht, aber das ist immer noch besser als eine Absage. Wer weiß schließlich, wann wir uns wieder persönlich treffen können. 

Das Hauptaugenmerk unseres Workshops lag auf Rikka und Shōka shōfūtai. Zusätzlich gab es am Sonntag noch Lektionen in Freestyle, da wir eine Neueinsteigerin in unserem Kreis begrüßen durften. Wer wollte, konnte natürlich anstelle des regulären Programms eigene Ideen umsetzen und sich beispielsweise mit Rikka oder Shōka shinpūtai beschäftigen. Außerdem wurden diverse Prüfungsarrangements aller Stilrichtungen gearbeitet.

Am Freitag wurde die grundlegende Rikka-Theorie durchgenommen, gefolgt von der praktischen Umsetzung in Form des schrittweisen Aufbaus des Vorführ-Arrangements. Es wurde ein Rikka shōfūtai issō-no-mono gedan-ozukai gearbeitet. 

Während die TeilnehmerInnen am Samstag an ihren Rikka arbeiteten, wurden die Beispiel-Shōka für die Sonntag-Lektion vorbereitet: Shōka shōfūtai isshu-ike mit verzweigten, kleinblütigen Rosen, nishu-ike aus Kirsche und Winterchrysanthemen und sanshu-ike aus Nerinen, Grevilea und Piccolo-Eustoma. Die Grevilea hat sich als sehr interessantes Material erwiesen, wobei die recht spezielle Wuchsform gelegentlich für Kopfzerbrechen sorgte. Da hat man nun Zweige in der ideal gebogenen Shōka-Form, und die Blätter zeigen doch glatt die silbrige Unterseite, wenn man sie in die Vase stellt! 

Trotz der zweistündigen Unterbrechung des Workshops aufgrund der Mitgliederversammlung der Study Group wurden die Rikka ganz gemütlich und ohne Zeitdruck fertiggestellt. Niemand musste sich gehetzt fühlen und die entspannte Atmosphäre schlug sich auch in der Qualität der Arbeiten nieder. 
Speziell zum Ende hin lässt die Konzentration oft nach und dann werden Elemente wie maeoki, kusa-michi oder die dome irgendwie hingepfuscht, nur damit man rechtzeitig fertig wird. Diesmal konnte man sich zwischendurch sogar kurze Erholungspausen gönnen, bevor das Rikka mit neuer Energie vollendet wurde. 

Der Sonntag begann wieder mit Theorie, dann wurden die Beispiel-Shōka vom Vortag erklärt und die Freestyle-Arrangements vorgeführt, bevor sich die Damen und Herren wieder selbst ans Werk machten.
Die tatkräftige Zusammenarbeit aller Anwesenden beim Aufräumen machte sich bezahlt, wir konnten den Workshop relativ pünktlich beenden und uns auf den Heimweg machen. 

Jetzt bleibt noch abzuwarten, wann wir uns wieder treffen können. Der Dienstag-Termin ist definitiv abgesagt und ob das Treffen im Dezember stattfinden kann, steht in den Sternen. 
Hier nun einige Bilder unserer Arbeiten.