Freitag, 13. November 2015

Ausstellung "Eine fernöstliche Winterreise"


Heuer war es bereits das dritte Mal, dass wir unsere Werke in den Räumlichkeiten des Kultur- und Museumsvereins in Laxenburg präsentieren durften. Auch diesmal stellte uns der Kulturverein die Räume kostenlos zur Verfügung und wir durften uns nach Herzenslust austoben, ohne auf etwaige andere Aussteller Rücksicht nehmen zu müssen. Jungfräulich weiße Wände erwarteten uns – der perfekte Hintergrund für unsere Arrangements. Wie bei der letzten Ausstellung arbeiteten wir mit der Künstlerin Susanne Lebzelter zusammen, die unser Ikebana mit fernöstlich angehauchten Druckgrafiken begleitete. Die Werke wurden speziell für diese Ausstellung angefertigt und präsentierten sich – passend zum Ausstellungsthema "Eine fernöstliche Winterreise" – vorwiegend in Rot- und Goldtönen. 
Gleich am Morgen bereiteten die ersten Damen die Ausstellungsräume vor, positionierten Tische und Podeste und verteilten die Plätze an die Ausstellerinnen. Dann konzentrierten wir uns erst einmal auf unsere eigentliche Arbeit und begannen mit dem Aufbau unserer Arrangements. Am späteren Vormittag trafen dann weitere Damen ein und die Plätze begannen sich zu füllen. Jede der Teilnehmerinnen suchte sich unter den Bildern dasjenige Exemplar aus, das ihr am Passendsten für das jeweilige Arrangement erschien. 21 Ikebana-Arrangements, begleitet von 12 Grafiken, sollten im Endeffekt die Räume schmücken. 
Das Spektrum der Arrangements deckte alle Bereiche des Ikenobō-Ikebana ab und reichte vom traditionellen Rikka shōfūtai über klassisches und modernes Shōka shōfūtai bis zu Jiyūka in allen möglichen Variationen. Rikka und Shōka shinpūtai war ebenfalls in unterschiedlichen Materialkombinationen vertreten.
Rund eine Stunde vor der Eröffnung waren die Arrangements fertig, alles wurde geputzt und nochmals überprüft und die Damen des Museumsvereins begannen mit dem Herrichten des Buffets. In der Zwischenzeit konnten auch wir uns in Schale werfen und auf die Eröffnung vorbereiten. Und schließlich trafen die ersten Gäste ein und wir konnten uns über ein volles Haus freuen. 
Der "Hausherr", Obmann Friedrich Decker, begrüßte die Anwesenden und übergab dann das Wort an Mag. Taketsugu Ishihara, dem Vizedirektor des japanischen Kulturinstitutes, der über die Besonderheiten des Ikebana der Ikenobō-Schule referierte. Bürgermeister Robert Dienst bedankte sich bei den Damen und Herren des Museumsvereins und bei den Künstlerinnen und eröffnete schließlich die Ausstellung. 
Die Gäste genossen die Exponate, ließen sich die Besonderheiten der einzelnen Arrangements erklären und führten angeregte Gespräche mit den Ausstellerinnen. Es gab einige Anmeldungen für die Workshops am Wochenende und auch Zusagen, zu den Vorführungen zu kommen. Hier nun der Großteil unserer Arrangements, die restlichen folgen demnächst:

 
 
 
 

Mittwoch, 11. November 2015

Ausstellungsvorbereitungen


Auf dem Programm unseres gestrigen Übungsabends stand zwar eigentlich Shōka shinpūtai, aber wir arrangierten auch Jiyūka bzw. beschäftigten uns mit Vorbereitungsarbeiten für unsere Ausstellung. Schließlich soll am Freitag im Museum Laxenburg, wenn wir unsere Exponate aufbauen, alles wie am Schnürchen laufen. Deshalb wurden letzte Details besprochen und an einigen Arrangements Vorarbeiten geleistet. 
Für den Nachwuchs gab es die Vorführung eines natürlichen Jiyūka, diesmal mit Rosen, damit der Grundaufbau des Blumenweges genau demonstriert werden konnte. Als Strukturmaterial diente gestreifter Miscanthus, der mit der rosa Herbstfärbung der Blattrückseiten wunderbar mit den Rosen harmonierte. Hoffentlich wächst diese Miscanthus-Sorte im Garten gut an, denn die ist für Ikebana bestens geeignet. 
Die anderen Ladies brachten selbst ihr kazai mit und werkelten an Shōka shinpūtai. Eine unserer Damen brachte ein besonderes Exemplar einer Vase im ungarischen Jugendstil mit und wollte darin ein Jiyūka arbeiten. Die Vase erinnerte an einen Frauentorso, deshalb war naheliegend, eine Tänzerin nachzuempfinden. Eine Anthurienblüte als Kopf, die Bewegung durch Miscanthus angedeutet und ein üppiges Dekolleté als Anbindung an das Gefäß - und schon schwebte die Tänzerin durch den Saal.
Auch eine Nageire-Kombination - herbstlich verfärbte Zweige in Kombination mit entzückenden Clematis -  war vertreten. Wir konnten also wieder vielfältige Arrangements bewundern.
Da durch die warme Witterung – völlig untypisch für November - bei einigen noch herrliche Gartenchrysanthemen blühen, dürfen wir für die Ausstellung mit zusätzlichen Blumen rechnen. Diese Freilandchrysanthemen zeichnen sich nicht nur durch bizarre Linien, sondern auch durch wunderbares, zartes Laub aus. 
Hier nun die Bilder unserer Werke. Natürlich haben wir nichts fotografiert, das auch in der Ausstellung zu sehen sein wird. Das würde schließlich die Vorfreude mildern ;-) 

 

Mittwoch, 28. Oktober 2015

Chrysanthemenfest


Tja, derzeit grassiert eine Erkältungswelle in Wien und die hat gleich einige der Damen eiskalt erwischt. Statt bei Ikebana in gemütlicher Runde zu sitzen heißt es das Bett hüten und vor sich hin husten. Aber einige resistentere Ikebanesen haben trotzdem den Weg in die ÖGG gefunden und durften sich mit Chrysanthemen beschäftigen. 
Jiyūka oder Shōka shōfūtai standen zur Auswahl. Und da das Hauptthema des Abends "Chrysanthemenfest" lautete, sollten die Arrangements entsprechend üppig ausfallen. Diesmal waren es nicht einzelblütige Chrysanthemen, die als Hauptmaterial zur Verfügung standen, sondern mehrblütige Spinnen-Chrysanthemen. Die haben gleich einen ganz anderen Charakter, wodurch speziell das Shōka gleich etwas verspielter und nicht so streng wirkte. Durch gezieltes Ausschneiden konnten wir unterschiedliche Blütengrößen verwenden. Außerdem hatten wir das Glück, auch Stiele mit Knospen zu ergattern. Dadurch näherten wir uns der idealen Form etwas weiter an. Allerdings waren die Stiele teilweise ziemlich verbogen, was zu kleinen Kämpfen mit der Stabilität führte. Und leider befanden sich die Biegungen zu weit oben, als koshi also eher nicht zu gebrauchen. Aber wir haben das Beste aus dem kazai heraus geholt.
Eine der Damen brachte wundervolle Gartenchrysanthemen mit, da war natürlich auch das Laub ein Traum. Ihr Gefäß war fast ein wenig zu mächtig für das kazai, aber daheim wird sie das Arrangement in eine schlankere Vase transferieren. 
Für das Jiyūka wurden die Spinnen-Chrysanthemen mit kräftig rosa-weißen Santinis kombiniert. Anfangs war ich wegen der Farbkombination etwas skeptisch. Am Großmarkt scheint eine andere Beleuchtung zu herrschen, da wirkten die Spinnen-Chrysanthemen eher creme-gelb mit nur einem zarten rosa Hauch. In der ÖGG hingegen erschienen sie wesentlich stärker rosa gefärbt. Vielleicht hat sie aber auch die Hitze im Seminarraum zum Erröten gebracht. Aber trotzdem hat die Kombination ganz gut gepasst. Das Arrangement war eben nicht ganz so farbenprächtig, hat aber trotzdem einen festlichen Charakter vermittelt. 
Neben den natürlichen Jiyūka gab es auch eine kreative Variante zu bewundern. Schon ein kleiner Vorgeschmack auf unsere Ausstellung, die in gut 2 Wochen im Museum in Laxenburg steigt.