Mittwoch, 17. Juli 2024

'Schwebende Blumen'

Gestern traf sich ein Grüppchen Unentwegter, Hitze und Ferienzeit trotzend, zum außertourlichen Übungsabend in der ÖGG. Das Thema lautete 'schwebende Blumen', ein sommerlich-leichtes Freestyle-Arrangement in einer Schale mit viel sichtbarer Wasserfläche. 

Um so einen schwebenden Eindruck zu erzielen, waren ein paar technische Kniffe erforderlich. Bei glattwandigen Schalen konnte ein Plastik-kenzan mit Saugnäpfen oder wasserfestem Klebeband befestigt werden. Größere oder schwerere kenzan wurden mittels Drahtschlaufe am Gefäßrand eingehängt. Auf diese Art konnten auch kleine Oasis-Blöcke am Schalenrand positioniert werden. Auch die Kombination von leichtem kenzan mit aufgesetztem Oasis wurde ausprobiert.
Eine unserer Damen verwendete Saugnäpfe und Aludraht, um einen Ankerpunkt für die Pflanzen zu schaffen. Und bei einer Hausübung kamen Foldback-Klammern als hana-dome zum Einsatz. 

Verschiedene Gräser oder dünne Blätter neigen sich über die Wasserfläche und finden ihren optischen Fixpunkt in den verwendeten Blumen. Durch die Anordnung des hana-dome am Schalenrand bleibt viel von der Wasserfläche sichtbar und erlaubt nicht nur eine Spiegelung der Gräser, sondern vermittelt zudem einen kühlenden Eindruck. Und der ist bei der derzeit herrschenden Hitze höchst willkommen. 

Jetzt geht es erst einmal in die verdiente Sommerpause, das nächste Treffen findet Ende August statt. 
Obwohl, einige unserer Mitglieder machen sich demnächst auf den Weg nach Kyoto zum ersten Teil des Weltseminars im HQ. Berichte und Fotos werden uns daran teilhaben lassen.


Samstag, 6. Juli 2024

Virtuelle Ikebana-Ausstellung 'Urlaubsträume'

'Urlaubsträume' - Ikebana-Austellung und Vorführung in der ÖGG

'Urlaubsträume' – ein passender Titel für unsere Ausstellung, die in diesem Jahr gleichzeitig mit dem Beginn der Ferienzeit stattfand. Üblicherweise veranstalten wir unsere Ausstellungen im ersten Halbjahr, allerdings war der Vernissagenraum des Gartenbaumuseums diesmal erst so spät verfügbar. 
Sei es drum, so hatten wir eben anderes Pflanzenmaterial zur Verfügung, was sicher auch den Besucher*innen gefallen würde. Ein wenig Sorgen machten wir uns wegen der vorhergesagten hohen Temperaturen, denn die Fensterfront ist nach Südwesten ausgerichtet und die Nachmittagssonne heizt den Raum gehörig auf. Allerdings haben uns die Pflanzen positiv überrascht und erst am Samstagnachmittag erste Ermüdungserscheinungen gezeigt. 

In diesem Jahr haben wir uns die Schlepperei der Tische aus dem Seminarraum in den Vernissagenraum und die weiteren Vorbereitungsarbeiten erspart und haben uns Podeste vom Ikebana International Chapter #223 ausgeliehen. Und was soll man sagen, unsere Arbeiten haben durch diese Art der Präsentation gleich noch besser gewirkt. 
Jedes Arrangement hatte sein eigenes Podest und kam dadurch besonders schön zur Geltung. Auch konnten wir die Sockelhöhen variieren, was zu einer aufgelockerten Präsentation beitrug. 

Die Besucher*innen haben es sehr geschätzt, dass all unseren Arrangements Titel verliehen wurden. Das regte die Phantasie mehr an, als nur die Bezeichnung der Stile der Arbeiten. Man betrachtete die Werke gleich intensiver und versuchte, die Absichten der Arrangierenden nachzuvollziehen. 

Die Eröffnung der Ausstellung wurde von Frau DI. Gabriele Obermayr, Vizepräsidentin der ÖGG, vorgenommen. 
Speziell am Donnerstag konnten wir uns über zahlreiche Besucher*innen freuen, obwohl wir uns doch noch mehr Zustrom erhofft hatten. Aber das ist eben der Nachteil eines Termins während der Urlaubszeit. Auch beim Tag der offenen Tür im Schulgarten wurden weniger Interessierte als üblich registriert. 

Die Vorführung am Samstagnachmittag war wieder gut besucht. Sowohl der Nachwuchs, als auch profilierte Gruppenmitglieder präsentierten ihre Arbeiten vor Publikum. Anhand eines vorab vorbereiteten tatehana wurde ein wenig auf die Geschichte des Ikebana eingegangen, bevor Gerlinde ihr natürliches Freestyle mit Sommerblumen arrangierte. 
Danach folgte Gisela mit einem Shōka shimpūtai mit Rosen und Neuseelandflachs, bevor Christa die Zuschauer mit einem kreativen Freestyle an einen Palmenstrand entführte. 
Rosa Maria zeigte ein Shōka shimpūtai mit Sonnenblumen und Uschi präsentierte einen für sie typischen Ikebana-Scherz – in diesem Jahr ging es ab in die Sandkiste. Dabei betonte sie ausdrücklich, dass keinem Kind sein Spielzeug weggenommen wurde. 
Den Abschluss bildete ein Shōka sanshu-ike mit Anthurien, Palmwedeln und süßen kleinen Rosen. 

Das war es dann auch schon wieder mit unserer Ausstellung. Im kommenden Jahr sind wir noch später dran, da findet die Ausstellung dann Anfang September statt. 
Hier nun die Werke, die während der Vorführung entstanden sind. Die Fotos der Ausstellungsexponate vor Ort und die Beiträge der externen Teilnehmer*innen werden in einem separaten Beitrag veröffentlicht.

Montag, 1. Juli 2024

Zeitreise von Kyoto nach Kirchheim

Ikebana-Vorführungen von Anne Gürtler und Monika Heimayer am 28. und 29. Juni 2024

Die bayerische Landesgartenschau findet in diesem Jahr in Kirchheim, im Landkreis München statt.

Für den Landkreis gibt es einen speziellen Pavillon, der von den Gemeinden genützt werden kann, um sich zu präsentieren. Zum Landkreis München gehört mein Wohnort Gräfelfing. Von der Gemeinde wurde ich in meiner Position als Vorsitzende des Kulturfördervereins angeschrieben, mit der Bitte um Beteiligung auf der Landesgartenschau. Natürlich hatte ich sofort die Idee, eine Ikebana-Vorführung anzubieten. Vor der Zusage an die Gemeinde habe ich mit Monika, die ja am Ort des Geschehens wohnt, gesprochen und gefragt, ob sie mich wieder unterstützt. Ein begeistertes "Ja" war ihre Antwort. Wir haben inzwischen an vielen Veranstaltungen gemeinsam teilgenommen und sehr gut Hand in Hand gearbeitet. Alles in bester Harmonie und mit ganz viel Freude trotz Aufregung, Nervosität und Anspannung, was ja immer dazu gehört.

Das Motto der Vorführung war: "Zeitreise von Kyoto nach Kirchheim". Ein vorab vorbereitetes tatehana habe ich den Besuchern erklärt, dazu den geschichtlichen Hintergrund. Ein kurzer Exkurs zum Rikka, um die Entwicklungsprozesse zu erläutern. Anschließend habe ich ein Shōka shōfūtai mit Curcuma gearbeitet. Es folgte ein Shōka shimpūtai mit Anthurien und Xanadu-Philodendron; die Jahreszeit wurde von einer Dahlie repräsentiert. Im Freestyle wurde eine extrem duftende Lilie von einem Insektenschwarm umgarnt, verkörpert durch Wiesenknöpfe. Das Ganze von Irisblättern begleitet. Zum Schluss ein kleines Freestyle in einer Vase, wie man es zu Hause machen könnte.

Die jeweils ca. 30 Besucher*innen blieben voll konzentriert die ganze Zeit bei der Vorführung, waren beeindruckt, sehr positiv angetan, und sie hatten viel Freude an den Arrangements. Publikumsliebling war das Freestyle mit der Lilie.