Dienstag, 8. Juli 2014

Puchberg-Seminar - Rikkatag

Am Montag war den Seminarraum mit einer Fülle an Blumen regelrecht überschwemmt. Heliconien, Agapanthus, Amaranth, Dille, Asparagus, Frauenmantel, Freesien, Hostablätter, Aspidistrablätter, Ballonblumen und die restlichen Irisblätter und Binsen warteten nur darauf, in Shôka oder Rikka shinpûtai bzw. Jiyûka verwandelt zu werden. Wir Fortgeschrittenen hatten die Freiheit zu "spielen", lediglich ein Entwurf des geplanten Rikka shinpûtai sollte zur Begutachtung vorgelegt werden. 
Für den Ikebana-Nachwuchs gab es ein Shôka shinpûtai und ein Jiyûka als Ansichtsexemplare, danach konnten auch diese Damen nach eigenem Ermessen Materialkombinationen zusammensuchen und weitere Arrangements erstellen. 
Die Korrektur der fertigen Rikka shinpûtai (niemand hat sich für ein traditionelles Rikka shofûtai entschieden) war dann hoch interessant. Nach dieser Materialschlacht war der Blumenraum ziemlich leergefegt. Morgen in der Früh erwarten wir die nächste Lieferung für die folgenden Tage. Erstaunlicherweise hat das kazai trotz der teilweise sehr hohen Temperaturen gut durchgehalten. Man kann schon gespannt sein, welche Pflanzen uns am Dienstag und Mittwoch erwarten. Auf dem Programm stehen jedenfalls Shôka shofûtai, Shôka shinpûtai und mehrere Jiyûka.

 die Arrangements der Meisterin ....

 .... und unsere Variationen des Themas

Puchberg-Seminar - Sonntag

Der Sonntag begann noch einmal recht heftig mit Shôka shofûtai, diesmal stand ein maze-ike mit Binsen und Iris auf dem Programm. Nach der ungefähr 10. Binse der Hauptgruppe sah man nur noch Streifen und die Augen verlangten dringend nach einem ruhigen Hintergrund. Dann vorne noch ein kleines Iris-Shôka mit 15 Blättern und 2 Blüten hingestellt und fertig war ein wunderbar leichtes, Kühle bringendes Sommerarrangement. Einzig der Platz auf dem kenzan musste sorgfältigst eingeteilt werden, denn 15 dicke Binsen und die 17 Fußpositionen des Iris-Shôka beanspruchten nun mal einen gewissen Raum. Der Nachwuchs beschäftigte sich mit einem sehr kreativen Jiyûka, bei dem in Form geknickte Binsen zusammen mit Anthurienblättern und –blüten, Irisblüten und Ballonblumen die Hauptrollen spielten.
Die Mittagspause wurde wieder mit Zwischenprüfungen verkürzt, bis dann in der 2. Unterrichtsrunde Shôka shinpûtai futa-kabu-ike an die Reihe kam. Der Nachwuchs durfte sich an einem Shôka shinpûtai aus einem Fuß versuchen. Dunkelblauer Rittersporn, rosa Bouvardia und Schleierkraut bzw. Irisblätter standen zur Auswahl. Die Korrektur hierzu dauerte wesentlich länger als beim Shôka shofûtai, denn da es keine geregelte Form gibt (und die Meisterin ihre eigenen Vorstellungen davon hat, wie das Arrangement aussehen sollte), durften wir unsere Versuche gleich mehrmals wiederholen, bis die Ergebnisse Gnade vor den strengen Augen der Meisterin fanden. Alles in Allem wieder ein sehr arbeitsintensiver Tag, der seinen Ausklang beim gemütlichen Zusammensein im Referentenzimmer fand.

  
die Vorgaben unserer Meisterin
 
 meine Ergebnisse ....

.... und diverse Prüfungsarrangements

Sonntag, 6. Juli 2014

Sommerseminar in Schloss Puchberg


Alle Jahre wieder lockt das erste Juliwochenende mit dem Beginn des Sommerseminars im Bildungshaus Schloss Puchberg bei Wels. Auch schon Tradition hat, dass das Auto bis Oberkante Unterkiefer vollgepackt wird und einem diverse Pflanzen während der Fahrt im Nacken kitzeln. Neu war diesmal eine Baustelle auf der üblichen Zufahrtsstrecke, die uns einige Ehrenrunden einbrachte, bis wir endlich im Schloss gelandet waren. Die Umleitungsschilder waren so dezent und sparsam angebracht, dass sie vermutlich nur von den Einheimischen gefunden wurden. Immerhin, ab dem nächsten Jahr wird die Gegend dann mit Fernwärme versorgt. 
Der Freitagnachmittag begann mit der obligatorischen Schlepperei. Alles wurde in den Seminarraum – wir residierten wieder im Atelier – geschafft und dann startete das Tischrücken, bis für alle Teilnehmerinnen schöne Plätze mit Hintergrund geschaffen waren. Da bis zu Begrüßung und Abendessen noch genügend Zeit verblieb, konnten wir gleich mit unseren Prüfungsarrangements beginnen. Unsere Gruppe war wieder stark vertreten und die Mädels haben ganz toll arrangiert. 
Abends wurde der erste Teil der Blumen für die kommenden Tage gebracht. Kaum war alles durchgezählt, geprüft und versorgt, begann auch schon die Korrekturrunde. Danach genossen wir den schönen Sommerabend im Hof neben dem Ateliersaal.

Der Samstag startete gleich mit einem großen Brocken: Iris-Shôka mit mindestens 17 Blättern und 2-3 Blüten stand für den ersten Unterrichtsteil auf dem Programm. In der 2. Einheit durften wir uns dann an einem gyodô-ike mit Rohrkolben und Calla versuchen. Die noch nicht so erfahrenen Ikebanesinnen arrangierten währenddessen Jiyûka. Wer in der Pause zwischen den Einheiten Zeit und Lust hatte, versuchte sich wieder an Prüfungen, die dann am Abend begutachtet und korrigiert wurden.  
Das Haus stellte uns schöne Podeste vor den Unterrichtsraum auf und auch im Bereich des großen Saals sollten wir unsere Werke präsentieren. Schließlich war das Schloss für Sonntag als Bühne für eine große Hochzeit auserkoren und die Gäste sollten neben den Brautleuten auch die schönen Blumen bewundern können. 
Diesmal beschlossen wir den Tag im Referentenzimmer. An den Atelierhof grenzen schließlich Zimmer an und in gemütlicher Runde kann es schon mal ein wenig lauter werden. Im Referentenzimmer sitzt es sich auch gemütlicher und die Infrastruktur in Form von Getränken und Gläsern ist leichter erreichbar.
Hier nun einige Impressionen der ersten beiden Tage:

    
 
 einige unserer Prüfungsarrangements vom Freitag

 
 die "Vorlagen-Jiyûka" für den Nachwuchs

 
 Übungen und Prüfungen vom Samstag