Freitag, 6. August 2021

Impressionen von der BUGA Erfurt

Die 22. Bundesgartenschau (BUGA) findet noch bis zum 10. Oktober in Erfurt statt. Seit Ende April gibt es zusätzlich zum großen Freigelände mehr oder weniger regelmäßig verschiedene Ausstellungen in der großen Blumenhalle zu bewundern.
Viele der geplanten Hallenschauen mussten leider Corona-bedingt abgesagt werden, aber wir haben das große Glück, dass unsere vom IBV organisierte Ausstellung stattfinden kann. Diesmal sogar länger als üblich, nämlich für ganze 10 Tage, steht die Hallenschau unter dem Motto "Ikebana – Japanische Blumenkunst baut Brücken".

Neben Sogetsu, Ohara und Ikenobō sind auch die Schulen Kagei Adachi Ryu, Stuttgarter Ikebana-Schule, Kaden Ryu, Saga Goryu und Misho Ryu vertreten. 

Seit Dienstag wurde am generellen Aufbau gearbeitet und die Halle so weit hergerichtet, dass die Ikebanesen ab Donnerstag mit ihren Arrangements beginnen konnten. Die Verantwortlichen der jeweiligen Schulen haben im Vorfeld diverse Pläne erstellt und die zugewiesenen Bereiche bestmöglich mit Ikebana-Arrangements gefüllt. 
Papier und Realität stimmen leider nicht immer überein, aber durch entsprechende Flexibilität konnten alle Arbeiten doch noch untergebracht werden. 

Erschwerend kommt bei dieser BUGA hinzu, dass die festen Beete alle mit einer Dauerbepflanzung versehen sind, wodurch viele der Arrangements quasi mitten in der Botanik stehen. Für uns Ikenobō's wurden aber zusätzlich Stoffbahnen gespannt, damit wir unsere Arbeiten vor einem entsprechenden Hintergrund präsentieren können. 
Einige der Arrangements stehen in den Fensternischen und können sowohl von außen als auch von der Halle aus betrachtet werden. 
Bis zur internen Eröffnung am Freitagabend wurde fleißig gewerkt und die Ausstellungsfläche anschließend pikobello hergerichtet. Die offizielle Eröffnung findet am Samstagvormittag statt, gefolgt von der ersten der Vorführungen, von denen es jeden Tag 2 geben wird. Leider dürfen nicht mehr als 100 Personen gleichzeitig in der Halle anwesend sein, weshalb die Vorführungen vorwiegend den Besuchern vorbehalten sein sollen. 
Hier nun einige Impressionen aus dem Ikenobō-Teil der Ausstellung. Weitere Fotos von Arrangements anderer Schulen folgen.

Rikka shōfūtai

Rikka shinpūtai

Shōka shōfūtai

Shōka shinpūtai

Freestyle

Unsere Freestyle-Gruppenarbeit - "Erfurter Brückenfest"

Sonntag, 25. Juli 2021

Sommer-Workshop in der ÖGG

Nach einer gefühlten Ewigkeit konnten wir uns endlich wieder zu einem Wochenend-Workshop treffen. 2½ intensive Ikebana-Tage liegen hinter uns und diesmal waren wir überaus dankbar für eine funktionierende Klimaanlage im Seminarraum der ÖGG
Nicht nur die Pflanzen, sondern auch wir haben die schwüle Hitze des Wochenendes nur dank des klimatisierten Raumes gut überstanden. Jedes Mal, wenn wir raus zum Fotoplatz gegangen sind (oder den Saal aus sonstigen Gründen verlassen haben), wurden wir deutlich daran erinnert, dass wir einen echt heißen Sommer erleben. 

Ikebana-technisch wurden wir speziell am Freitag und Samstag gefordert: Zuerst beschäftigten wir uns mit tatehana, wobei die meisten von uns ganz brav im komiwara gearbeitet haben. Der Samstag war dann ganz dem Shōka gewidmet: Beginnend mit Shōka shōfūtai isshu-ike (Montbretien) ging es über nishu-ike maze-ike (Wiesenknopf und Ballonblumen) weiter zu Shōka sanshu-ike (Allium, Ruscus und kleine Rosen). Mit demselben Material wurde dann noch Shōka shinpūtai gearbeitet, bevor sich die Damen einem weiteren Shōka shinpūtai widmeten, diesmal mit eigener Materialzusammenstellung. 
Außerdem gab es eine Diplomverleihung zu feiern. Nach coronabedingter Verzögerung durfte eine unserer Damen gleich die ersten drei Diplome auf einen Schwung in Empfang nehmen. 

Der Shōka-Tag wurde auch dazu genutzt, sich an diversen Übungen und Prüfungen zu versuchen. Da gab es einen Mond zu bewundern (im Sommer kein leichtes Unterfangen, passendes Zweig-Material zu finden!), Denka-Shōka mit Agapanthus, Calla und Hosta und die unvermeidlichen Sommer-Arrangements sui-riku-ike und gyōdō-ike. Auch wurde ein erster Anlauf gestartet, sich dem 7-Gräser-Arrangement (nana-kusa) anzunähern. 

Am Sonntag ging es dann wieder lockerer zu, da sich dieser Seminartag dem Freestyle widmete. Das Programm bot eine flächenbetonte Arbeit in perspektivischer Anordnung, ein Arrangement unter Verwendung sich kreuzender Linien und das Arrangieren in Vasen mit zwei Öffnungen. Auch an diesem Tag entstanden Prüfungsarrangements und das Material wurde auch für andere Freestyle-Formen zweckentfremdet. 
Alles in allem war es ein sehr harmonischer und gleichzeitig intensiver Workshop, bei dem wir wieder viel gelernt haben. Hier nun eine kleine Auswahl aus den unzähligen entstandenen Arbeiten.