Montag, 13. Juni 2016

Japanisches Familienfest in der Neuen Burg


Passend zum Vatertag wurde im Bereich der Hofjagd- und Rüstkammer in der Neuen Burg das diesjährige Japanische Familienfest veranstaltet. Ursprünglich sollte diese Veranstaltung ja bereits am 8. Mai über die Bühne gehen, wegen des damals zum gleichen Termin angesetzten "Festes der Freude" am Heldenplatz wurde das Familienfest kurzerhand auf den 12. Juni verschoben. 

Da standen wir nun, Helga Komaz, begleitet vom 8jährigen Lourenço, und ich, sowie die Tische, die sich in unsere Ausstellungsflächen verwandeln sollten. Ganz nach dem Motto "Allein im Museum", denn um 9:30 hatten wir das Haus noch für uns. Die anderen TeilnehmerInnen sollten frühestens gegen 10:30 eintreffen, damit uns genügend Zeit für die Vorbereitungen blieb. 
Also wurden die Tische in Position gerückt und mit weißem Vliesstoff bis zum Boden verkleidet. Das wirkte wesentlich edler als Tischtücher und ersparte uns umständliches Bügeln und Spannen. Während wir uns schließlich ans Arrangieren machten, trafen neben den anderen Ikebanesen weitere TeilnehmerInnen des Familienfestes ein. Schließlich ging es nicht nur um Ikebana. 
Wir zählten zum Rahmenprogramm, ebenso wie die Bonsaiausstellung und die diversen Workshops. Im Mittelpunkt standen verschiedene Gesangs- und Tanzdarbietungen, Teezeremonie, Kimonovorführung und Demonstrationen von iaidō und kyūdō. Die Bastelmöglichkeiten für die Kinder befanden sich im Zelt gleich neben unserer Ausstellungsfläche, weshalb wir uns über viele Besucher freuen konnten. 

Außer mir waren die anderen Aussteller Mitglieder der Sogetsu-Schule. Um den Kontrast zu deren Arrangements im freien Stil zu zeigen, entschied ich mich für ein Denka tomari-fune mit Schafgarbe und ein Shōka shōfūtai nishu-ike mit Binsen und Calla. 
Helga Komaz gestaltete ein großes Begrüßungsarrangement auf der Brüstung am Eingang zu unserem Bereich, bevor sie Lourenço bei seinen kleinen Ikebana half. Die weiteren Arrangements wurden von Ruiko Friesacher, Andrea Mucha, Ilse Neumayer, Marlies Szoldatits, Ingrid Truttmann, Doris Wolf, Susanne Wolf-Widmaier, Herbert Grünsteidl und Martin Kaiser gestaltet. 
Gegen 17:00 neigte sich die Veranstaltung dem Ende zu und wir stellten wieder den Originalzustand her. Da die Vliesstoffe den Einsatz nahezu unbeschadet überstanden hatten, rollten wir sie wieder ein und können sie eventuell nochmals verwenden. 
Alles in Allem war es eine interessante Veranstaltung und eine schöne Ausstellung. Die Verantwortlichen haben uns zumindest schon zur nächsten Veranstaltung eingeladen.

  Begrüßungsarrangement von Helga Komaz

 
Herbert Grünsteidl (links) und 2x Doris Wolf
 
Ruiko Friesacher und Martin Kaiser
 
 Andrea Mucha und Susanne Wolf-Widmaier (leider Gegenlicht)

Ilse Neumayer, Marlies Szoldatits und Ingrid Truttmann

 Susanne Wolf-Widmaier und Ilse Neumayer

Ikebana vom 8jährigen  Lourenço

 meine Beiträge, stehendes Boot und Shōka shōfūtai nishu-ike

Freitag, 10. Juni 2016

Monatstreffen Ikebana International


Das letzte Monatstreffen vor der Sommerpause hatte ein interessantes Thema zum Inhalt – "Verschiedene Arten von Zweigen". 
Im Curriculum der Sogetsu-Schule wird für solch ein Arrangement die Verwendung von mindestens 2 Zweigarten vorgeschlagen. Allerdings haben die anwesenden Damen und Herren von Sogetsu diesmal das Thema etwas weiter gefasst und auch Blumen und anderes krautiges kazai verwendet. 
Bei Ikenobō wiederum ist es eher ungewöhnlich, holziges Material zu mischen. Das liegt darin begründet, dass Zweige (eigentlich Pflanzen im Allgemeinen) dann verwendet werden sollen, wenn sie am Schönsten sind. Das ist meist zur Blütezeit oder während der Herbstfärbung der Fall und dann sind Blütenzweige so kostbar, dass sie eventuell mit Blumen, nicht aber mit anderen Zweigen kombiniert werden. Eine Ausnahme stellt Kiefer dar, welche in klassischen Arrangements wie Shōka und Rikka auch mit anderem kimono gemischt wird. Im Jiyūka und den modernen Stilen von Shōka und Rikka ist das nicht so streng geregelt. Da gibt es z.B. ein holziges Hauptmaterial, das durch Blätter, Beeren oder Ähnliches, das ebenfalls zu kimono gerechnet wird, ergänzt und/oder akzentuiert wird. Eine gleichwertige Mischung holzigen kazais ist eher ungewöhnlich.
Unsere Präsidentin hat wieder einmal in ihrem Garten gewildert und Unmengen an Zweigen, darunter auch Knöterich und Kermesbeere (das sind eigentlich krautige Pflanzen, wurden diesmal aber ebenfalls verarbeitet), mitgebracht. Auch andere TeilnehmerInnen stellten verschiedenes kazai zur Verfügung. 
So verfügten wir schließlich über eine bunte Mischung an Ausgangsmaterialien, die in vielen unterschiedlichen Arrangements verwendet wurden. Überzähliges wurde dankbar für die am Sonntag im Rahmen des Japanischen Familienfestes in der Neuen Burg stattfindende Ausstellung mitgenommen. 
Das Buffet war ebenfalls dem Anlass entsprechend üppig gestaltet. Schließlich verabschiedeten wir uns in die Sommerpause und werden uns erst im September wieder treffen. Auf das verbindende Jahresthema dürfen wir schon gespannt sein.
Die Fotos sind diesmal leider nicht so schön geworden, da sich die Kamera diesmal geweigert hat, mitzukommen. So musste eben das Handy als Ersatz herhalten.

 
 
 man beachte das Detail - ein shippo in Schildkrötenform!