Mittwoch, 26. Juni 2013

und wieder geht ein Semester zu Ende .....

Nach einer ungeplanten längeren Pause - der letzte Übungsabend musste leider kurzfristig abgesagt werden - trafen wir uns gestern zum traditionellen Semesterschluss mit (ein wenig) Ikebana und gemütlichem Zusammensitzen. Wie immer türmten sich die kulinarischen Beiträge und harrten geduldig aus, bis die letzte Korrektur beendet war. Dann aber wurde das Buffet gestürmt und einem vergnüglichen Abend stand nichts mehr im Wege.
Ikebanamäßig herrschte wieder freie Wahl und so durften wir die unterschiedlichsten Werke vom traditionellen Denka über Shôka shofûtai und shinpûtai bis hin zu entzückend kreativen Jiyûka bewundern. Wir nutzten natürlich die letzte Gelegenheit vor dem Sommerseminar in Schloss Puchberg/Wels und übten die geplanten Arrangements für Ausstellung und Vorführung.
Diesmal wird das Sommerseminar eine große Sache. Unsere Meisterin feiert "40 Jahre Ikebana im Schloss" und zwar mit einer Ausstellung mit Mitwirkenden aus Österreich und Deutschland (und sogar einer Teilnehmerin aus Hawaii) und einer großen Vorführung vor hoffentlich sehr zahlreichem Publikum. Im Anschluss daran findet noch ein mehrtägiges Seminar statt. Demnächst ist hier mehr darüber zu lesen.
Hier noch die Bilder der gestrigen Werke:

 
 

Mittwoch, 29. Mai 2013

Quer über die Blumenwiese

Nach nur kurzer Pause - der Wochenendworkshop ist uns nicht nur durch die noch rumstehenden Arrangements in frischer Erinnerung - trafen wir uns gestern zu Spielereien mit Wiesenblumen. Diesmal war die Materialbeschaffung relativ einfach: Einmal quer über die nächste ungemähte Wiese gelaufen und schon hat man alles, was für ein natürliches Jiyûka mit Wiesenblumen benötigt wird. Natürlich haben wir auch mit gekauften Frühsommerblühern ein wenig "nachgeholfen", da echte Blumenwiesen in der Stadt nicht so einfach zu finden sind.
Um den "grasig-leichten" Eindruck zu verstärken, arbeiteten wir hauptsächlich in Korbgefäßen. Diese Art des Ikebana wird sehr gerne bis in den späten Herbst hinein arrangiert, man hat viele Variationsmöglichkeiten und jede Menge unterschiedlicher Blumensorten zur Auswahl. Auch leicht wirkende Glas- oder Keramikschalen sind als Behälter gut geeignet, der beste Eindruck wird allerdings mit Korbwaren erzielt.
Nach diesem verspielten Arrangement kommt beim nächsten Übungsabend wieder mal die "strenge Kammer": Da dürfen wir uns dann mit Iris-Shôka herumgeschlagen und das zählt zu den anspruchsvollsten Shôka-Arrangements überhaupt.

 
 


Samstag, 25. Mai 2013

Frühsommer-Workshop in der ÖGG

Diesen Freitag und Samstag trafen wir uns in der ÖGG, um 1 1/2 intensive Tage mit Ikebana zu verbringen. Vom Programm her hatten wir uns Jiyûka und Shôka mit frühsommerlichem kazai gewünscht. Die Blumen brachten eine angenehme Atmosphäre in den Übungsraum - ausgenommen natürlich der Zierlauch, der war ziemlich "aromatisch" - und lenkten uns erfolgreich von den kühlen Außentemperaturen ab. Bei den kurzen "Beschaffungstouren" im Freien haben wir erbärmlich gefroren.
Vom Blumenangebot her waren wir ziemlich breit gefächert: Vom bereits erwähnten Zierlauch über verschiedene Iris-Arten, Bartnelken, Sommerastern, Frauenmantel, Schachtelhalm, Eustoma, Gerbera und Pfingstrosen hin zu Exoten wie Curcuma (diesmal mit einer sehr interessanten grünlichen Blüte) und Känguruhpfötchen. Dazu noch "Kleinkram" wie unterschiedliche Blätter und Zweige, schlichtweg alles was das Ikebanaherz begehrt.
Entstanden sind im Laufe des Workshops 40 Arrangements, vom Rikka shinpûtai über anspruchsvolle Denka-Shôka mit Iris, Shôka shofûtai (auch in der klassischen Variante) und Shôka shinpûtai hin zu vielen verspielten Jiyûka. Wir konnten uns also wieder einmal richtig austoben und erfuhren nebenbei auch teilweise Neues über die verschiedenen Ikebanaformen und Materialkombinationsmöglichkeiten. Erstaunlich, dass selbst nach vielen Jahren Praxis noch immer Wissenslücken gestopft werden können. Wie immer bei Workshops gibt es auch diesmal wieder nur Bilder von jeweils 1 Arrangement pro Teilnehmerin.

 
 

Mittwoch, 15. Mai 2013

Pfingstrosen, eine etwas hängende Angelegenheit

Beim gestrigen Übungsabend hatten wir mit ein wenig traurigen Pfingstrosen zu kämpfen. Frisch vom Großmarkt sahen sie im großen 100er-Bund noch gut aus, aber beim Verteilen begannen die ersten Stiele damit, die Blätter hängen zu lassen. Trotz Dusche erholten sie sich leider nicht so schnell wie wir es uns gewünscht hätten. Heute stehen sie natürlich 1A da, so als kämen sie frisch aus dem Garten, aber auf den Fotos wirken sie leider etwas schlapp. Wie auch immer, es war eine gute Übung für uns, auch wenn das Ergebnis nicht ganz befriedigend ausgefallen ist.
Also gleich für den nächsten Versuch merken: frisch schneiden - am Besten im eigenen Garten - und auf die Qualität der Blätter achten. Stabile Stiele sind auch von Vorteil, damit das Arrangement nicht wackelig durch die Gegend schwankt. Wenn man die Möglichkeit hat, sollte man Blüten in unterschiedlichen Öffnungsstadien verwenden. Fast ganz offene Blüten für shin und soe, Knospen für ushiro-ashirai und tai-saki und halb geöffnete Blüten für die anderen Linien.
Natürlich lässt sich aus Pfingstrosen auch ein hübsches Moribana arrangieren. Da die Kombination mit anderen Blumen schwierig ist, arbeitet man entweder isshu-ike in 2 unterschiedlichen Farben oder kombiniert die prächtigen Blüten mit Zweigen. Besonders in Korbgefäßen sieht diese Variante nett aus. Beim Wochenend-Workshop in 10 Tagen werden wir diese Variante ausprobieren.

 
 

Mittwoch, 24. April 2013

wieder einmal Tulpen ....

Gestern ließen wir einen wunderschönen Frühlingstag während unseres Übungsabends mit den passenden Pflanzen - hauptsächlich Tulpen und frische, grüne Zweige - ausklingen. Zu dieser Jahreszeit macht Ikebana besonders viel Spaß. Alles ist so frisch und neu und die Kraft der Pflanzen wird so richtig gut sichtbar.
Unsere Aufgabenstellung lautete Moribana/Jiyûka oder Shôka shofûtai nishu-ike mit Zweigen und Tulpen als dominierendes kazai. Jeder der schon einmal Tulpen in der Vase stehen hatte weiß, dass sich diese Blumen einerseits sehr schnell nach dem Licht biegen und andererseits auch abgeschnitten noch enorm stark wachsen. Das können je nach Sorte einige Zentimeter am Tag sein. Das ist für Ikebana (und speziell für Shôka, wo es oft auf Millimeter ankommt) natürlich nicht unbedingt vorteilhaft, andererseits erkennt man deutlich die Lebendigkeit und in gewisser Weise auch die Vergänglichkeit des Arrangements. Man arrangiert schließlich für den Augenblick. Natürlich gibt es Tricks, das Wachstum der Tulpen zu stoppen (Stiel unter der Blüte vertikal einschneiden oder eine Nadel durch den Blütenansatz stechen), wir wollten aber diesmal einfach im Hier und Jetzt arrangieren und den Blumen ihre Natürlichkeit belassen. Beim nächsten Übungsabend machen wir Shôka mit Pfingstrosen, da können wir uns wieder ganz auf die Exaktheit und trotzdem Lebendigkeit des Stils konzentrieren. Diesmal überwog die Verspieltheit.

 

Mittwoch, 10. April 2013

kreatives Jiyûka

Gestern waren wir wieder einmal besonders kreativ, denn wir beschäftigten uns mit kreativem Jiyûka. Die Fortgeschrittenen standen vor der Aufgabe, ein auf 2 Gefäße verteiltes Arrangements unter Verwendung nonfloralen Materials zu entwerfen. Dazu sollte der frühlingshafte Charakter erhalten bleiben. Der Nachwuchs beschränkte sich auf Jiyûka mit natürlichem kazai, sie müssen erst einmal kennen lernen, welche Möglichkeiten es im kreativen Jiyûka überhaupt gibt. Am Anfang ist es immer schwer, sowohl die passenden Gefäße als auch die entsprechenden Pflanzen zu finden. Deshalb ist es so wichtig, dass man sich möglichst viele Beispiele ansieht und auch über die Arrangements diskutiert. So findet man die nötigen Anregungen und kann dann beginnen, sich selbst an anspruchsvollere Kreationen zu wagen. Im traditionellen Shôka hat man es viel einfacher, da gibt es schließlich eine vorgegebene Form, aber wenn man es plötzlich mit der völlige Freiheit eines Jiyûka's zu tun hat, kann man Probleme kriegen. Aber wie man an den Bildern erkennen kann, es sind vielfältige und gut gelungene Kreationen entstanden.